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Verlauf:
Ramuschenti (Gaufürst, 11. Dyn)
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  Beni Hassan (Ort)
Beni Hassan befindet sich in Mittelägypten in der Provinz El-Minija.  Hier befand sich der --> 16. oberägyptische Gau, der Gazellengau oder Antilopengau. Die Nekropole befindet sich auf dem östlichen Ufer des Nil am Rande der Wüste, etwa 23 km südlich von El-Minija bzw. etwa 35 km nördlich von Tell el-Amarna.

Benannt wurde die Nekropole nach einem Araberstamm, der in der Nähe in mehreren Dörfern siedelte, die heute jedoch verlassen sind. Lediglich das Dorf Beni Hassan el-Schuruk ist noch bewohnt.

In der Nekropole befinden sich 39 Graber der Fürsten und Noblen (zumeist Bürgermeister des Ortes Menat) des Antilopengaues (auch Onyx-Gau) sowie etwa 900 Schachtgräber. Vorwiegend werden sie in die Zeit des Mittleren Reiches, Ende der 11. und in die frühe 12. Dynastie datiert. Die 39 Fürstengräber wurden in einer Ebene etwa in der halben Höhe des Felsens angelegt. Die Gräber ihrer Bediensteten und von Beamten sowie die aus früherer Zeit liegen am Fuße des Felsenriffs.
Sie sind eine Besonderheit, zumindest aber die bedeutendste Begräbnisstätte zwischen Memphis und Assiut, vor allem durch ihre Architektur und durch die historisch wichtigen Inschriften und einzigartigen Darstellungen von Handwerk, Sport und Spiel.

10 Gräber sind malerisch ausgestaltet: --> Bakt I, II, III, --> Ramuschenti, --> Chnumhotep I und II, --> Cheti, --> Nacht, --> Netjernacht und --> Amenemhet.
Alle Grabinhaber waren Gaufürsten oder Bürgermeister des Ortes Menat Chufu.



- Vollbild -

Umzeichnung nach Newberry


Die Gräber wurden lange bewohnt, sodass ihre Bemalung gelitten hat. Die erste Erforschung erfolgte durch Jomard (1798), Wilkinson (1824), Burton (1825), Champollion / Rosselini (1829), l'Hôte (1840), Lepsius (1843) und hauptsächlich Newberry (1890). In den 80er Jahren des 20. Jh. wurden sie teilweise recht sorgfältig restauriert und erstrahlend seitdem in alter Frische.

Deutlich erkennbar nimmt die Qualität der Malerei im Laufe der 11./12. Dynastie ab, so dass daraus ein allmählicher kultureller Niedergang bei gleichbleibendem Wohlstand gefolgert wird. Sicher wird dies aber mehr mit der schwindenden Macht der Gaufürsten im Mittleren Reich zu erklären sein, die durch die Pharaonen immer mehr zurückgedrängt wurde und dadurch die alte Pracht nicht mehr in gewohntem Umfange zuließ.

Enge Verwandschaftsverhältnisse sowie Namensgleichheiten veranlassten die Wissenschaftler, mit den Fürstengräbern wie im Tal der Könige zu verfahren und die Gräber zu nummerieren.

weiterführende Literatur:
P.E. Newberry, Beni Hassan, 4 Bde. (London 1893-1900)
F. Junge, Beni Hassan, in: LÄ I 695-698
W. Schenkel, Chnumhotep I.-IV. in: LÄ I 954-656
Ch. Hölzel, The Rock-tombs of Beni Hassan: Architecture and Sequence, in: VI. Congresso I.



Quelle:
Shedid, A.G., Die Felsengräber von Beni Hassan in Mittelägypten. Mainz 1994

Eingestellt durch: semataui (08.10.2002)
Bearbeitet durch:  manetho (15.12.2004), semataui (02.05.2005)


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