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Verlauf:
Cha-bechnet (Nekropolenarbeiter, 19. Dyn, TT2)
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  Horuskinder
Horuskinder
 
 msw @r,

"diese 4 Götter, die Kinder des Horus, die er liebt, Hapi, Amset, Duamutef, Kebehsenuef".

Als Schutzgottheiten sind sie vielfältig vertreten. Für Re bekämpfen sie den Apophis, Hauptsachlich aber helfen sie dem Osiris, also auch dem Verstorbenen, "üben sie den Schutz des Lebens" aus. Sie vertreiben Hunger und Durst. Wahrscheinlich steht letzteres im Zusammenhang mit ihrer Beziehung zu den inneren Organen (Eingeweiden), über die sie besonders wachen. Diese Körperteile bilden ja das "Mysterium", da in ihnen das "unbegreifliche" Entstehen des neuen Lebens stattfindet. Deshalb flankieren die Horuskinder auch den "Mysterienkasten", in dem die Eingeweide nach dem Tode aufgehoben werden. Die Horuskinder werden daher auch deren "Herren" genannt und ihre Köpfe krönen später die Eingeweidekrüge (siehe auch --> Kanopen).
Man identifiziert die Horuskinder mit bestimmten Eingeweideteilen:
Amset (Imsti)    -> Leber
Hapi                -> Lunge
Duamutef          -> Magen
Kebehsenuef  -> Gedärm.

Darüber hinaus belegen Texte und Bilder die aktive Teilnahme der Horuskinder an der Wiederbelebung des Toten, sie waschen sein Gesicht und wischen die Tränen ab - wohl während der Einbalsamierung. Ihren Finger öffnen seinen Mund, sie beteiligen sich an den Stundenwachen. Im Jenseits fördern sie die Bewegungsfreiheit des Wiederauferstandenen und lassen ihn zu "Chepre" aufsteigen.

Anfänglich waren nicht alle Kinder des Horus männlich, Amset war eine Frau (deshalb auch hier die Bezeichnung Horuskinder, meistens liest man Horussöhne). Als Eltern werden Isis und der Horus, der Ältere" genannt, aber auch der Horus von Letopolis und Harsiese tauchen auf.

Vielleicht trifft auch eine andere Auffassung zu:
ihr Ursprung aus einer Lotusblüte, wie sie im Bildern des Jenseitsgerichts in TB125 vorkommt.

Man trifft die Horuskinder an verschiedenen Orten an, besonders in Buto, das möglicherweise ihre Heimatstadt ist.

An ihnen zeigt sich übrigens auch die ägyptische Neigung zu Paarbildung, Amset und Hapi treten häufig gemeinsam auf, ebenso wie Kebehsenuef und Duamutef.

Um den Osiris in Schutz zu nehmen, werden die Horuskinder häufig als Sterne am Himmel angesehen. In Vogelgestalt werden sie als Krönungsboten in die Himmelsrichtungen entsandt, wobei Duamutef mit dem Osten, Kebehsenuf mit dem Westen, Amset mit dem Süden, und Hapi mit dem Norden assoziiert werden (sehr passend zu der oben genannten Paarbildung).



Quelle:
Lexikon der Ägyptologie, Bd. III. Wiesbaden 1975-86

Eingestellt durch: semataui (16.05.2003)
Bearbeitet durch:  Iufaa (12.04.2005)




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