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Verlauf:
Ramses II. (König, 19. Dynastie)
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  Libyer
Modern für eine Vielzahl von Völkerschaften verwendet, die im Westen und Südwesten des Niltales lebten. Sie sind regelmäßig in ägyptischen Darstellungen der Fremdvölker zufinden und stellten in der 19. und 20. Dynastie mit ihren stetigen Einfällen in das Niltal offenbar eine ernstzunehmende Gefährdung dar. Da zu gleicher Zeit sich immer mehr lybische Stämme im westlichen Nildelta ansiedelten, entstanden dort lokale libysche Fürstentümer, denen es in der 3. Zwischenzeit vorübergehend gelang, als die 22. Dynastie die Macht in ganz Ägypten zu ergreifen.

Ergänzung:
Schon vor der Thinitenzeit gab es Auseinandersetzungen mit den Stämmen westlich des Nildeltas. So zeigt schon die libysche Palette des Königs Skorpion "Beute aus Tjehenu", auf einem Elfenbeinzylinder des Narmer wird das "Schlagen von Tjehenu" genannt.
Die Tjehenu waren allerdings mit den Ägyptern eng verwandt, trotzdem werden sie heute als Libyer bezeichnet; sie haben mit den späteren Libyern aber nichts zu tun.
Ihre Hauptgötter waren --> Neith von Tjehenu in Sais und --> Horus von Tjehenu. Sie trugen später das Zeichen der Neith (überkreuzte Pfeile) auf ihren Armen tätowiert.
Ab 6. Dyn traten die Tjemhu als Libyer auf (TT des --> Pepi II), in der 12. Dyn kämpfte --> Senwosret I gegen die Libyer, als sein Vater starb (Sinuhe-Erzählung).
Ende der 18. Dyn trat mit den Meschwesch ein weiterer libyscher Stamm in Erscheinung, bekannt als Viehzüchter (Lieferung von Fett von Meschwesch-Stieren nach Malqatta an --> Amenhotep III).
Unter Ramses II scheint es erstmals kriegerische Auseinandersetzungen gegeben zu haben (Stele Marsa Matruh).
Mer-en-Ptah kämpfte dann in seinem 5. Jahr gegen die verbündeten Stämme der "Lbw" unter ihrem Fürsten Merj, die im Nildelta neuen Siedlungsraum suchten und schlug sie südlich des späteren Alexandria. Aus dem Wort "Lbw" entstand der Name "Libyen".
Die Kämpfe wurden unter Ramses III in seinem 5. und 11. Jahr fortgesetzt. Die gefangenen und unterworfenen Stämme wurden geschlossen angesiedelt und als Soldaten und Arbeiter verwendet.
Besonders die Meschwesch bekamen bald die Macht im Lande in die Hände. In den nördlichen Gauen wurden ihre Häuptlinge zu Hohepriestern an lokalen Tempeln, und bald bildeten sich kleine Fürstentümer, aus denen mit Scheschonq I im Jahr 945 v. Chr. der erste libysche König Ägyptens mit Sitz in Bubastis hervorging (22. Dyn).


Eingestellt durch: manetho (25.11.2003)
Bearbeitet durch:  semataui (07.01.2004)


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