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  Papyrus Berolinensis P 25 239
Dieser Papyrus, der in den Räumlichkeiten des Ägyptischen Museums im Rahmen der Sonderschau "Die Handschrift der Kleopatra" vom 26. Oktober bis zum 26. November 2000 ausgestellt war, trägt, so der belgische Papyrologe Peter van Minnen, das Wort "genesthoi" (So soll es geschehen), geschrieben von der letzten Königin Ägyptens, Kleopatra VII. (69 - 30 v.Chr.). Mit dieser Unterschrift bestätigte die Königin eine Reihe von Steuer- und Zollerleichterungen für Publius Canidius Crassus, einen römischen General und Gefolgsmann ihres Mannes Marcus Antonius (82 - 30 v. Chr.).

Der Papyrus kam schon im Jahr 1904 nach Berlin, damals noch als Teil einer spätzeitlichen Mumienkartonage. Es war in der Zeit nach dem Ende der Selbständigkeit Ägyptens üblich geworden, die Akten der einzelnen früheren Kanzleien zu Pappmaché für Mumienmasken zu verarbeiten. Dabei muß, so der Direktor des Ägyptischen Museums, Dietrich Wildung, eine regelrechte antike "Recycling-Industrie" existiert haben, denn die Mumienmaske, die den betreffenden Papyrus enthielt, wurde in Abusir el-Meleq, 300 km von Alexandria entfernt, von Otto Rubenssohn gefunden. Schon vor einigen Jahren war das 20 x 30 cm messende Papyrusfragment von dem Papyrusrestaurator Jürgen Hofmann aus der Kartonage gelöst und konservatorisch behandelt worden.

Als am 9. September 2000 die Festschrift zum 80. Geburtstag des belgischen Papyrologen Jean Bingen erschien, enthielt diese Veröffentlichung auch einen Beitrag der griechischen Papyrologin Panagiota Sarischouli. In ihrem Aufsatz stellt sie den nun als so bedeutsam entdeckten Papyrus als Privatdokument vor. Nach seinen eigenen Worten etwa zwei Wochen nach der ersten Vorstellung dieser Festschrift fand der niederländische Papyrologe Peter van Minnen Zeit, sich die Publikation eingehender anzusehen. Dabei fiel ihm das abgedruckte Faksimile des Papyrus ins Auge. Er erkannte in dem Text eine Anweisung der Königin Kleopatra.


Eingestellt durch: manetho (12.12.2003)
Bearbeitet durch: -


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