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  Vordynastische Zeit
auch "Prädynastische Zeit"

um 10.000 - 4.600 v. Chr.
Gegen Ende der Eiszeit wird es in Afrika immer wärmer, und dort, wo es einst fruchtbare Savannen und große Seen gab, entsteht trockenes Wüstengebiet (Sahara). Die Bewohner wandern im Laufe der Jahrhunderte auf der Suche nach Wasser nach Süden oder Norden ab und lassen sich u.a. im fruchtbaren Tal des insgesamt 6.671 Kilometer langen Nil (ägyptischer Anteil heute 1.550 Kilometer) nieder, wo sich die erste Hochkultur des afrikanischen Kontinents entwickelt.

Die frühesten vorgeschichtlichen Kulturen erstrecken sich nicht gleichmäßig und einheitlich über das Land und die beiden Hauptgebiete können nur schwer in ihrer Entwicklung verbunden werden. Die ältesten sesshaften und nahrungsmittelproduzierenden Kulturen des Niltales waren das Tasian und das Badarian (benannt nach den Fundorten, an denen sie zuerst nachgewiesen werden konnten). Diese lagen etwa im Gebiet südlich von Assiut und lassen sich noch durch bescheidene Nekropolen nachweisen, die sicher in der Nahe nicht mehr feststellbarer Siedlungen lagen.

Auch für die Gegend des Fajum - schon in dieser Zeit ein See - lassen sich aus etwa dieser Zeit stammende Fundstellen belegen. Möglicherweise noch älter ist der am Nordwestrand des Delta liegende große Fundort von Merimda, allerdings dürfte es zu jener Zeit auch im zentralen Teil des Deltas schon Siedlungen gegeben habe. Andere Kulturgruppen dieser Periode sind auch aus dem Gebiet des 2. Kataraktes bekannt.

um 4.300 - 3.600 v. Chr.
Naqada I.-Kultur (auch als Amratian oder Negade I. bezeichnet), in Oberägypten mit Verbindung zu Nubien und den Oasen.
Diese Kulturgruppe ist eine örtlich begrenzt kleine Dorfkultur, die nur geringe Anzeichen einer sozialen Schichtung zeigt.

um 3.600 - 3.200 v. Chr.
Naqada II.-Kultur (auch als Gerzean oder Negade II. bezeichnet). Sie stellt einen Wendepunkt im vorgeschichtlichen Ägypten dar. Erstmals hatte diese Kulturstufe Kontakte zu anderen Ländern und dehnte sich über das gesamte Niltal nördlich des Gebel el-Silsila bis in das Delta aus. Hier gibt es bereits eine soziale Schichtung sowie die Herausbildung bedeutender Bevölkerungszentren (beispielsweise Hierankonpolis, Abydos).
Beziehungen zu Vorderasien und Mesopotamien sind belegbar.

um 3.350 v. Chr.
Obwohl man bisher immer davon ausging, dass die etwa 200 Jahre später zu datierende sog. Narmerpalette gewissermaßen eine Art "Gründungsurkunde" eines Vereinigten Ägyptens darstellt, die die endgültige Unterwerfung des letzten unabhängigen Deltafürsten bildlich darstellt, scheinen neuere Erkenntnisse dieses Bild zu revidieren. Besonders deutsche Grabungen auf dem Friedhof Umm el-Qaab bei Abydos ergaben, dass die dort gefundenen vierzehn Vorgänger Narmers aus der nun einzuschiebenden und als "Dynastie 0" bezeichneten Zeit zumindest zeitweise über ganz Ägypten geherrscht haben müssen, so dass die eigentliche Reichseinigung bereits 200 Jahre vor Narmers Regierungszeit gelegen haben dürfte.

um 3.150 v. Chr.
Auf der Grundlage der durch den überlieferten König "Skorpion" geschaffenen Voraussetzungen gelang es unter den Herrscher Narmer ("Schlimmer Wels") und Aha ("Kämpfer), die sicherlich nicht gewaltfreie Reichseinigung zu sichern. Auch sie haben wohl schon über beide Landesteile geherrscht, die neben Oberägypten ab etwa Edfu auch Teile des Deltas, besonders im Osten, aber auch nach Eroberung des Westdeltas von libyschen Hirtenstämmen, umfasste.
Hier beginnt die eigentliche Geschichte des "Alten Ägypten", die um 250 v. Chr. durch Manetho niedergeschrieben und in 30 Dynastien eingeteilt wurde.

Mittelpunkt dieser neuen Ordnung ist die Institution des ägyptischen Königtums. Der in dieser Zeit eingeführte Horusname des Königs weist ihn als Inkarnation dieses Gottes aus, später kommt der Titel "König von Ober- und Unterägypten", "Herrscher der beiden Länder" hinzu.

Die königliche Residenz Narmers dürfte, wie auch die seiner Vorgänger, im südlichen Oberägypten gelegen haben, erst unter Aha wird sie nach Unterägypten verlegt. Bei Sakkara (ca. 20 km südl. Kairo) lässt sich Aha eine gewaltige Grabanlage bauen. Es liegt nahe, dass durch ihn die Gründung der sagenhaften Stadt Memphis als politisches Zentrum,aber auch Totenstadt, erfolgte. Oberägypten behält mit Abydos das religiöse Zentrum. Dass für ihn auch dort ein Grab angelegt wird, liegt sicher in der Meinung begründet, ein Herrscher beider Länder müsse auch in beiden eine Grabstätte haben. In diese Zeit fällt die Einführung der offiziellen Jahreszählung.




Quelle:
www.manetho.de

Eingestellt durch: semataui (18.03.2005)
Bearbeitet durch:  semataui (18.03.2005)


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