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El-Kab/Necheb (Tempel)
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  Sanktuar (Sanctuarium)
Der Begriff Sanktuar/Sanctuarium leitet sich vom Lateinischen  "sanctus = geheiligt, unantastbar, ehrwürdig" ab und bezeichnet das "Allerheiligste" eines Sakralbaues.  

In der ägyptischen Tempelarchitektur bezeichnet es den Raum, in dem in einem Schrein (Holzschrein oder Stein- --> Naos) das Kultbild verschlossen aufbewahrt wird. Dieser Bereich ist nur dem Priester zugänglich. Größere Tempel in Ägypten besaßen häufig mehrere Sanktuare für verschiedene Götter oder für verschiedene Erscheinungsformen desselben Gottes.

Der altägyptischen Name lautet "hohe Stätte" oder "großer Sitz" = st-wrt
und schließt auch den Barkenraum in diese Bezeichnung ein. Der Barkenraum kann jedoch auch räumlich vom Allerheiligsten getrennt sein kann (z.B.: Tempel des Khons in Karnak, Porter&Moss II, Plan XXI), wird dann aber häufig auch als Sanktuar bezeichnet.

Nach Arnold (loc. cit.) liegt das Sanktuar obligatorisch am äußersten Ende des Tempels direkt an der Tempelrückwand. Diese Aussage läßt sich natürlich nicht immer aufrecht erhalten, wenn der Begriff auch den Barkenraum umschließt, der gelegentlich vom Sanktuar als dem Aufbewahrungsort des Götterbildes getrennt ist (wie im Tempel des Khons, loc. cit.).
Das Sanktuar kann sowohl rechtwinklig von der Tempelachse abgehen, um einen axialen Einblick zu verhindern, andererseits kann es aber auch genau auf der Tempelachse liegen (z.B. Tempel der Hatschepsut in Deir el-Bahari, Luxor-Tempel, Raum 19, etc.; Porter&Moss II, loc.cit.).
Gelegentlich, wohl gehäuft in den Tempelbauten von Sethos I., Ramses II. und Ramses III., findet man an der Rückwand der Sanktuare auch eine Scheintür, durch die der Gott den Tempel betritt. Die Seitenwände sind häufig mit Darstellungen der täglichen Kulthandlungen dekoriert.




Quelle:
Arnold, D., in: Lexikon der Ägyptologie, Bd. I-VI. Wiesbaden 1975-86
Porter, B., Moss, R.L., Topographical Bibliography of Ancient Egyptian Hieroglyphic Texts, Reliefs, and Paintings. Bd.II. - Theban Temples. Oxford 1994

Eingestellt durch: Iufaa (21.04.2005)
Bearbeitet durch:  Iufaa (21.04.2005)


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