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  Hapu-seneb (Amunpriester, 18. Dyn, TT 67)
@pw-snb



Hapuseneb wird als Beamter in den Regierungsjahren 2-16 der Hatschepsut erwähnt.
Als Gemahlin ist eine Amenhotep belegt. Seine Eltern waren Hapu (dritter Vorlesepriester des Amun) und dessen Gemahlin Ahhotep, eine Haremsdame.

Hapuseneb ist belegt als Hoherpriester des Amun in Karnak. Laut seiner biographischen Inschrift (Louvre A 134) ist er verantwortlich gewesen für den Bau eines Königsgrabes.
Die Statue Louvre A 134 erwähnt auf der Frontseite in Zeile 4 den Titel imj-rA niwt TAtj = Bürgermeister und Wesir.
Delvaux (La statue Louvre A 134 de Hapouseneb, SAK 15/1988) bemerkt dazu allerdings folgendes: obwohl die Hieroglyphen sauber gearbeitet sind fällt auf, dass sie an dieser Stelle ungewöhnlich zusammengedrängt geschrieben wurden.
Der komplette Titel wurde in ein einziges Quadrat geschrieben. Es stellt sich also die Frage nach dem Grund dieser Schreibung. Eventuell wurde er erst später hinzugefügt? Weitere Belege die Hapuseneb als Wesir erwähnen wurden bisher nicht bekannt.
Wolfgang Helck (LÄ II, Stichwort Hapuseneb, Sp. 955 und Helck: Verwaltung, S. 286) betrachtet Hapuseneb nicht als Wesir. Er verweist auf die einmalige Erwähnung auf der Statue im Louvre und meint, dass der Titel dort unter den Ehrentiteln erwähnt wird.
Eventuell sollte man aber, auf Grund des singulären auftauchens des Titels auch eine post-mortem-Änderung der Statue in Betracht ziehen.
Die Statue, entstanden in der Zeit der Hatschepsut, wurde erwiesenermaßen nachtäglich überarbeitet. Hinweise auf Hatschepsut wurden getilgt und gegen ihren Gatten Thutmosis II. ausgetauscht.
Hapuseneb hat, da nur bis ins Regierungsjahr 16 von Hatschepsut belegt, diese Änderung sehr wahrscheinlich nicht selber angeordnet (anders: Kampp).

In Silsila ist ein Schrein (Nr. 15; siehe Foto unten) von ihm erhalten, in dem 7 seiner Kinder namentlich aufgeführt werden.



Desweiteren sind Grabkegel mit seinem Namen erhalten, vier Statuen und ein Ostrakon.
Auf zwei weiteren Statuen wird Hapuseneb erwähnt, genauso wie im Grab TT 51 des --> Userhat.

Sein Grab TT 67 liegt in --> Sheik Abd el-Korna, Nord (9-10/E) (upper enclosure).



Der Inneraum des Grabes ist zugänglich und dient heute als Toilette und Stallung für Vieh. Die Dekoration des ursprünglich reich ausgestatteten Grabes ist durch die Viehhaltung fast völlig zerstört.

Dekoration:
Querhalle
1. Zwei Register, Reste:
I. Männer fällen Bäume in Punt (?)
II. Boot
2. Stele mit Textresten
3. Pfeiler: zwei Register, [Handwerksszenen]
Passage
4. [Der Grabherr. Texte]
Hinterer Raum:
Auf den Pfeilern der Grabherr mit Opfergaben

Das Grab fiel einer damnatio memoriae und den üblichen Amarnazerstörungen zum Opfer.

Lit.:
Säve-Söderbergh, Private Tombs at Thebes




Quelle:
Porter, B., Moss, R.L., Topographical bibliography of ancient Egyptian hieroglyphic texts, reliefs, and paintings. Bd.I. - The Theban Necropolis. Oxford 1994
Kampp, F., Die Thebanische Nekropole. Zum Wandel des Grabgedankens von der XVIII. bis zur XX. Dynastie, Mainz 1996, S. 289ff.

Eingestellt durch: naunakhte (31.03.2007)
Bearbeitet durch:  semataui (26.06.2007)


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