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Elfenbein
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  Zaubermesser

Zusammenfassung:
Als Zaubermesser (Z.) bezeichnet man aus Flusspferd-Elfenbein angefertigte, flache und leicht gebogene Geräte, wie es die Abb. 1 in einem sehr gut erhaltenen Exemplar zeigt. Sie sind mit Ritzzeichnungen und formelhaften Inschriften versehen, deren Inhalt ihren magischen Anwendungszweck: „Schutz von Kindern vor Schlangen und bösen Dämonen“ erraten lässt. Die Einritzungen stellen Schutzsymbole (anch, sa, djed, Flammenzeichen, Sonnenscheibe) und schutzmächtige Dämonen oder Götter (Aha-Bes, Nilpferdgottheit Thoeris, Schlangenpanther, Greifchimäre) sowie Tierfiguren (Greif, Panther, Pavian, Uräusschlangen) dar, die vielfach mit Messern bewaffnet sind und sich im Kampf mit Schlangen oder Menschenfeinden befinden. Es wird vermutet, dass die Z. schlafenden Kindern über den Leib gelegt wurden, um ihren magischen Zweck zu entfalten. Man kennt etwa 150 Exemplare, die alle aus dem Mittleren Reich stammen.

Der Beitrag informiert über Entdeckung, Herstellung, Figurengehalt der Z. und die religiösen Vorstellungen, aus denen ihre magische Wirkungskraft abgeleitet wurde.



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Abb. 1: Ein Zaubermesser in der Ägyptischen Abteilung des Louvre (eigenes Foto). Man erkennt sehr gut die messer- oder sichelähnliche Form, die für die Namensgebung ebenso ausschlaggebend war wie die Messer, die viele der dargestellten Figuren und Symbole tragen oder halten (s. Fig. 5, 6, 7) und mit denen alle möglichen Feinde vernichtet werden sollten.


1.
Nur wenige Zeugnisse der ägyptischen Kunst sind in ihrer Gestalt so eindeutig von dem Material, aus dem sie bestehen, bestimmt, wie die sogenannten Zaubermesser (Z.), s. Abb. 1.
Z. wurden aus den unteren Eckzähnen von Flusspferden (Hippopotamus amphibius) hergestellt, deren Größe und gebogene Form naturgegebene Parameter der Z. darstellen. Diese merkwürdigen Geräte bilden eine sehr geschlossene und, im Gegensatz zu vielen anderen ägyptischen Relikten und Kunstgegenständen, nicht sehr zahlreiche Formgruppe, nur etwa 150 Exemplare wurden bis jetzt bekannt. Sie befinden sich über viele Museen weltweit verstreut; in Deutschland befand sich die größte Zahl früher im Berliner Ägyptischen Museum (11 Exemplare, von denen 9 leider im Krieg verloren gingen), in München (Ägyptische Staatssammlung) sind vier (Angaben nach Altenmüller 1965), in Leipzig zwei (Krauspe 1976) erhalten. Das Britische Museum in London besitzt 13, die Petrie-Sammlung/London 16 Stücke, das New Yorker Metropolitan Museum of Art hat mit ca 30 Z. weltweit die größte Zahl vor dem Kairoer Museum, wo 13 Stück aufbewahrt werden. Über die weiteren Orte und Museen, die Z. besitzen, informiert Altenmüller (1965, 1983), von dem auch die anderen Angaben stammen.


2.
Entdeckungsgeschichte und Erforschung sind mit den Namen vieler Aufkäufer, Sammler und Ägyptologen verknüpft. Viele Exemplare wurden in Ägypten von einheimischen Findern oder Händlern gekauft, die dann in Museen auftauchten (z.B. die 1839 von Anastasi an das Britische Museum verkauften Stücke), ohne dass eindeutige Fundort- oder gar Grabungsangaben vorliegen, wie sie anders z.B. für die in Lischt 1913-14 und 1920-22 bei den Grabungen des Metropolitan Museum of Art New York (Winlock) bei der Nordpyramide gefundenen existieren, die damit wertvolle Fixpunkte für die Datierung (s. Pkt. 7) liefern.
Die Fundorte verteilen sich über das ganze alte Ägypten und Palästina: Kerma/Nubien (Reisner), Kuban (Firth), Assuan (Cecil), Hierakonpolis/Kom-el-Ahmar (Quibell), Theben (Ramesseum, Abd-el-Qurna, Asasif, Dra-Abu-el-Naga - verschiedene Ausgräber, viele Aufkäufe von Einheimischen), Nagada, Diospolis parva/Hu, Abydos, Achmim, Deir Rifeh, Lischt, Bourg-el-Arab (westlich von Alexandria, aber fraglich), Gaza und Megiddo (alle Angaben von Altenmüller 1965).
Erste Publikationen stammen von Rylands (1888) und von F. Legge (1900, 1905, 1906). Diese Autoren sowie Petrie (1927) benannten die Objekte "engraved ivory", "magic ivory" oder "magic wand", also graviertes oder magisches Elfenbein bzw. Zauberstab. Im deutschen Sprachraum hat v. Bissing (1938) den Begriff "Zaubermesser" geprägt. Wenn man nur die äußere Form der Benennung zugrunde legt, so könnte man eher von Sicheln als von Messern sprechen. H. Altenmüller versuchte in seiner Dissertation (1965) nach Diskussion des Für und Wider der verwendeten Namen als Benennung inhaltlich korrekter den Namen "Apotropaion" einzuführen. Mit diesem auf die Schutzgottheiten (apotropäische Götter; vgl. LÄII 635-640) bezogenen Begriff prägte er "einen Namen, der den Gegenstand als solchen meint, zugleich aber auf die Dämonen, die auf ihm dargestellt sind, Bezug nimmt" (Dissertation Bd. I, S. 8). In LÄ I 355-358 wandelt Altenmüller den Namen in Apotropaikon - "Mittel und Gegenstand der Magie" und subsummiert darunter an Gegenständen die Z., die Horusstelen, Amulette und Talismane. Die Griffigkeit oder Geläufigkeit des Namens Zaubermesser wird auch damit nicht erreicht, so dass v. Bissings Namensgebung im Deutschen wohl Bestand haben wird (und in jüngeren Arbeiten von Altenmüller (1983, 1986 und LÄ) auch parallel verwendet wird. Hervorzuheben ist die Dissertation von Altenmüller (1965) als einzige neuere deutschsprachige Gesamtschau über die Z., die ergänzt durch die beiden zitierten neueren Publikationen desselben Autors das Verständnis von Gebrauch und Funktion der Z. wesentlich bereichert hat und aus denen viele Angaben dieses Artikels entnommen wurden.


3.
Das Material von etwa 95 % aller Z. ist Flusspferdelfenbein, gewonnen aus den unteren Eckzähnen dieser im alten Ägypten heimischen Tiere. An anderen Materialien führt Altenmüller (1965, Bd. II) auf: blaue Fritte (Kat.-Nr. 17), Fayence mit Glasperleneinlagen (Nr. 38 und 105), Kalkstein (Nr. 33), Ebenholz (Nr. 39), Alabaster (Nr. 95) und luftgetrockneten Ton (Nr. 140).

Näheres zum Flusspferd-Elfenbein s. Lexikonbeitrag --> Elfenbein


4.
Zur Herstellung der Z. wurden die Flusspferdzähne nach der Schmelzentfernung der Länge nach geteilt - vermutlich durch Sägen, was für Holzbearbeitung ja in Darstellungen vielfach belegt ist. Somit war es mit gutem Geschick wohl möglich, zwei Z. aus einem Zahn herzustellen. Aber eine "Massenproduktion" kann es bei nur ca 150 erhaltenen Exemplaren wohl kaum gegeben haben. Krzyszkowska (2000, p. 328) bringt die Abbildung einer Szene aus dem Grab des Menkheperraseneb (TT86), die möglicherweise eine Werkstatt zur Elfenbeinbearbeitung mit einem Mann beim Zersägen zeigt. Die Form und Größe des Zahns, der gerade gesägt wird, deutet eher auf einen Elefantenstoßzahn hin.


Abb. 2: Dieses Bild aus dem Grab des Menkheperrasene (TT86) könnte eine Elfenbeinwerkstatt darstellen. Abb. aus Krzyskowska (2000), S. 327.

Alle Z., für die genauere Angaben über ihr Aussehen vorliegen, wurden nach der Längsteilung des Zahnes noch an der ehemals inneren Seite glatt geschliffen, so dass ihre Dicke dann bei nur wenigen Millimetern lag; die Breite beträgt 4 - 6 cm. Die in der Abbildung von Rylands (1888) gegebene Querschnittszeichnung des Z. Nr. 18175 des Britischen Museums sieht so flach aus, als hätte man so gar beide Seiten beschliffen.
Die bei der Spaltung abgerundet bleibende, ehemals äußere Fläche des Zahnes wird bei den Z. als Vorderseite, die glatt geschliffene als Rückseite bezeichnet. Die dichte, feinkörnige Struktur des Flusspferdelfenbeins erlaubt das Schnitzen und auch die Bearbeitung mit ritzenden Werkzeugen mit Leichtigkeit, so dass auch feine Details, Punktierungen und Strichführungen möglich sind, die wohl mit spitzen, vielleicht dreikantigen Geräten (aus Kupfer?) erzeugt wurden. Die Vorderseite trägt zumeist den Figurenfries, der den "magischen Gebrauchswert" der Z. ausmachte und dessen Interpretation den Schlüssel zum Verständnis des Gebrauchs der Z., ihrer magischen Bedeutung, darstellt. Auf der Vorderseite sieht man an den beiden Enden oft charakteristische Figuren: am spitzen Ende einen Canidenkopf (Wüstenfuchs/Fennek oder Schakal), am runden Ende einen Löwen- oder Pantherkopf. Wenige Exemplare tragen am spitzen Ende den geschnitzten Kopf eines Caniden; vielleicht wurde ein solcher aus Holz gefertigter bei anderen Stücken aufgesteckt oder angeklebt. Die Rückseite ist ebenfalls des öfteren mit Figuren besetzt oder sie trägt Inschriften, s. Pkt. 6.
Farbaufträge scheinen zu fehlen, wohl aber gibt es Reparaturanzeichen aus antiker Zeit: einige Exemplare bestehen aus Fragmenten mit Bohrungen an beiden Enden, wo man nach Bruch des Gerätes eine Zusammenfügung, vielleicht mit Lederriemen, die durch die Löcher gezogen wurden, herbeiführte (vgl. Abb. 8, obere Reihe, Mitte). Manche Exemplare, bei denen nur ein Ende abgebrochen war, wurden offenbar durch Rundschleifen des beschädigten Endes wieder ansehnlich und gebrauchsfähig gemacht. Auch Lagerungs- und Fundumstände führten oft zum Bruch der dünnen Elfenbeine, so dass sehr viele Stücke in den Museen heute leider nur noch Fragmente darstellen. Gelegentlich zeigte sich, dass solche Bruchstücke aus verschiedenen Museen anhand passender Bruchkanten einwandfrei als zusammengehörig erkannt werden konnten (z.B. Berlin Nr. 6715 u. Cambridge Nr. FM 395/1932; Altenmüller 1965, I, S. 12).


5.
Die Darstellungen auf den Z. sind einerseits Symbole, die auch als Hieroglyphen vorkommen, wie ankh, sa, djed, user, das Flammenzeichen khet, Messer, Sonnenscheibe (mit und ohne Beine oder Strahlen), das udjat-Auge. Eine noch größere Vielfalt zeigen andererseits die auf den Z. erscheinenden Tiere, Fabelwesen und Götter- oder Dämonengestalten. Ihre Anordnung ist überaus variabel, es scheint keine kanonisierte Reihenfolge oder Zusammenstellung gegeben zu haben. Auch die Lauf- oder Blickrichtung der Figuren variiert, manche dieser “Prozessionen” (Legge) wandern von den Enden auf die Mitte zu, wo dann oft der Bes-gestaltige Dämon steht, oder sie laufen bzw. blicken nach links oder nach rechts. So kommt es, dass alle Z. untereinander verschieden sind, wohl nur mit der Ausnahme, dass das spitze Ende (zumeist auf der Vorderseite) sehr oft den Fuchs- oder Schakalkopf (gelegentlich mit einer Lotosblüte zwischen den Ohren), das runde, breite Ende einen Löwenkopf trägt (so Altenmüller 1965; Hornung und Staehelin, 1976, S. 130, sehen darin eher einen Pantherkopf).
Zu allen diesen Figuren könnte und müsste man längere Ausführungen machen, wollte man ihren Symbolgehalt völlig ausschöpfen. Das würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen; man findet jedoch weiterführende Erläuterungen und Interpretationen in Altenmüllers zitierten Publikationen, viele wertvolle Details bringen auch Hornung und Staehelin (1976), andere Beiträge des Forumslexikons oder das LÄ und Bonnets RÄRG. So soll hier neben den beigefügten Abbildungen nur eine Aufzählung die Vielgestaltigkeit der Figurenwelt auf den Z. verdeutlichen und danach eine zusammenfassende Gruppierung versucht werden.

Wir sehen:
5.1. Schlangen, als schützende Uräusschlangen körperlich gezeichnet oder als feindliche Wesen nur als Striche, gewunden, oft paarweise verschlungen und oft in Verbindung mit anderen Figuren, die die Schlangen zu verzehren scheinen, wie
5.2. die Nilpferdgöttin Thoeris (im AR und MR Ipi oder Ipet genannt) mit dickem Bauch und darüberhängenden Brüsten, auf dem Rücken ein krokodilartiger Kamm oder gar ein ganzes Krokodil. Der Nilpferdschädel ist eckig, lässt oft Zunge und Zähne sehen, der Kopf trägt oft eine Löwenmähne. Sie steht aufrecht, nur zweimal läuft sie auf vier Beinen (Altenmüller 1965, Bd. II Nr. 22 und 99), sie ist oft auf ein sa oder ankh gestützt und oft mit Messer bewaffnet. Immer wird sie im Profil dargestellt.
5.3. Der Bes-gestaltige Dämon (im MR Aha genannt) hält oft eine oder mehrere Schlangen, aber auch Hasen oder Eidechsen. Er ist wie auch sonst regelmäßig in Frontalansicht zu sehen, mit kleinem Bart, Löwenohren und Mähnenperücke. Er hat angedeutete Hängebrüste, dicken Bauch und Nabel, ein Geschlechtsteil kann zu sehen sein, und vom Rücken hängt ein langer Schwanz bis auf den Boden herab, der zwischen den O-beinig gepreizten Beinen zu sehen ist. Die Arme werden mit abgewinkelten Ellenbogen gezeigt. Die Schlangen in seinen Händen wenden ihre Köpfe manchmal wie zum Biss gegen seine Brust (vgl. Abb. 6). Als aus späterer Zeit stammend eingeordnete Z. haben manchmal, am Ende des MR oft auch eine weibliche Beset, die dann häufiger Hasen oder Eidechsen hält und charakteristischerweise mit eher geschlossenen Beinen, jedenfalls nicht so O-beinig gespreizt, aber auch immer frontal, dasteht.
5.4. Die Löwengottheit steht aufgerichtet oder sitzt in Profilansicht, die Mähne kann länger (männliche Form) oder kürzer (weiblich) sein. Die Figur trägt oft Schlangen im Maul oder in den Tatzen sowie auch oft Messer bei sich. Der Körper des Tieres ist vielfach mit einer punktierten oder gestrichelten Innenzeichnung versehen. Als Zeichen der Feindvernichtung schlägt oder tritt er oft einen menschlichen Feind (auch ein Kalb) und stützt sich oft auf sa- oder ankh-Zeichen. Man darf in dieser Gestalt Sachmet oder Pachet sehen, gelegentlich erscheint auch Mut als Löwin.
5.5. Als Schlangenpanther wird eine Figur bezeichnet, die schon auf berühmten Schminkpaletten der vordynastischen Zeit erscheint (z.B. auf der Hierakonpolispalette im Ashmolean-Museum in Oxford oder der Four-Dog-Palette im Louvre), danach aber wohl erst im MR wiederkehrt. Charakteristisch ist der lange, oft schlangenartig gewundene Hals, ein Pantherkopf und -körper mit langgestrecktem Schwanz, sodass der Name schon die wesentlichen Charakteristika angibt. Auf späteren Stücken trägt er den Schwanz oft nach vorn über den Leib erhoben, und diese Figur findet sich auch noch auf den spätesten, jüngsten Exemplaren, die z.B. durch das Fehlen einer Besfigur oder der Greifchimäre gekennzeichnet sind.
5.6. Dieses letztere Fabelwesen wird von Legge als “Chimäre” bezeichnet, ein den Misch- und Fabelwesencharakter dieser Figur ganz gut treffender Name, wenn man nicht an die dreiköpfige Chimäre des griechischen Altertums im engeren Sinne denkt. Altenmüller nennt diese Kreatur “Greif” wegen des Raubvogelkopfes und des Flügelpaares. Zwischen den Flügeln erscheint vielfach ein Menschenkopf (und lässt damit an den Ziegenkopf denken, der bei antiken Figuren, z.B. der berühmten Bronzeplastik in Arezzo, in der Mitte des Rückens herauswächst). Der Körper ist der eines Löwen, oft gestrichelt oder punktiert, und der Hals ist zumeist nach vorn gestreckt. Auch dieses Phantasiegeschöpf ist ein sehr altes Motiv, das sich schon auf der o.g. Palette in Oxford findet. Die Abbildung 8 zeigt an diesem Typ einmal die große Variabilität der Darstellung im Laufe des MR. Altenmüller (1965) dient die Greifchimäre zur Herausarbeitung einer Typologie der Z., mit dem Ziel einer zeitlichen und regionalen Gruppenbildung und der Erarbeitung von Anhaltspunkten für die Datierung (s.u. Pkt. 7). Für L. Keimer (1944) sind Schlangenhalspanther, Greifchimäre und andere phantastische Figuren Fabelwesen, die die uralte Angst der alten Ägypter vor den Dämonen der Wüste, angeregt und verstärkt vielleicht durch das unverstandene Phänomen von Fata Morganas, hervorgebracht hat. Er sieht darüberhinaus ein Fortleben dieser “Schreckgespenster” bis in die christliche Zeit in den biblischen und Heiligenlegenden (Versuchung Jesu und des Hl. Antonius in der Wüste). Darstellungen von Greifchimären finden sich auch auf syrisch-palästinensischen Zylindersiegeln, wie sie z.B. B. Teissier (Nr. 165 u. 166) und Chr. Eder (Nr. 97, 140, 143, 159) veröffentlichten. Sie sind allerdings immer ohne den Menschenkopf zu sehen.


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Abb. 3: Nachzeichnung der Figuren auf dem Z. New York MMA 15.3.197. Dieses Exemplar hat einen Canidenkopf auf Vorder- (unten) und Rückseite (oben). Auffällig ist, dass hier gleich mehrmals Feinde in enschengestalt attackiert werden: unten links von einem aufgerichteten Kater, oben von einem Löwen und der Nilpferdgöttin. Man erkennt außerdem oben eine Kobra mit Menschenkopf auf Korb, eine weite mit Flügeln und eine sitzende Sethtier-Figur, umgeben von den Schutzzeichen "Schutz bei Tag" und "Schutz bei Nacht"; unten vor dem Kater eine aufgerichtete Schlange, die Greifchimäre, Nilpferd- und öwengöttin mit ankh und sa, Beset mit Hasen und Bes mit Schlangen, rechts dann den Schlangenpanther und darüber eine Schlange. Fundort: Lischt, Grab 475 bei der Nordpyramide, MMA-Ausgrabung 913-14. Länge 27 cm. Abb. aus Altenmüller (1965) Bd II, Fig. 13., datiert um 1800 v. Chr.

5.7. Der Doppelstier - liegend mit je einem Kopf rechts und links - und der ähnliche liegende Doppellöwe (Altenmüller: das Löwenpaar Rutj), letzterer mit Menschenköpfen, Perücken und manchmal einer Atefkrone oder Kopftuch oder auch Hörnern, zwischen denen eine Sonnenscheibe stehen kann; Legge nennt diese Figur „Doppelsphinx“) geben typologische Anhaltspunkte für eine Herkunft aus dem thebanischen Raum (Doppelstier) bzw. aus Unterägypten, Heliopolis (Doppellöwe/-sphinx). Das Amduat enthält in der 5. Stunde (unteres Register) eine solche Doppelsphinx, die die Höhle des Sokar trägt und die den Erdgott Aker darstellt.
5.8. Ebenfalls für den thebanischen Raum charakteristisch ist eine Kuhgottheit, die meist auf einem Podest ruht und frei oder mumifiziert in Binden gewickelt erscheint, sie ist wohl eine thebanische Muttergottheit, Hathor-Nub, Mehet-weret sind mögliche Namen. Auch auf vermutlich in Theben hergestellten Z. erscheint die
5.9. Geiergöttin, mit Geißel, die wohl die oberägyptische Kronengöttin Nechbet, eine mächtige Schutzgestalt, symbolisiert.
5.10. Vielfach erscheinen auch eher als feindliche Wesen einzuordnende Krokodile oder nur Krokodilköpfe. Ob die manchmal zu sehenden Menschenköpfe als Opfer der Krokodile anzusehen sind, ist nicht sicher.
5.11. Geparden, Kater-Ischneumon-Mischwesen, eine als Skorpiongöttin angesehene Figur (Selket), der Herischef-Widderkopf, Skarabäen, Frosch- und Krötengestalten (Heket, als Gefährtin des Urgottes Chnum eine Geburtshelferin, zumeist auf dem nebet-Korb oder einer Standarte sitzend dargestellt) sind weitere als apotropäisch in vielfacher Richtung und Bedeutung einzuordnende Figuren oder Mächte. Eine kniende Menschenfigur mit Schlangenkopf, langen Haaren, Halskragen und in jeder Hand eine Schlange haltend wurde von Shorter (1935) als der Gott Nehebkau erkannt, der mit vielen Eigenschaften versehen (er verleiht die Kas, ist Spender von Nahrung und als Sohn der Selket gar ein Urgott, s. Bonnet, RÄRG S. 510-11) eine typische Schutzgottheit darstellt. Unklar ist, ob eine Menschengestalt, deren Beine und Arme in Kobras enden, auch eine Form des Nehebkau sein soll. Paviane, die Udjat-Augen herbeibringen, apostrophieren den Gott Thot. Schildkröten und Sphingen ergänzen das Pantheon der Zauberstäbe, das Altenmüller deshalb als Apotropaion, das ganze Heer der zum Schutz begabten Mächte, nannte. Die gelegentlich zu sehenden Schildkröten gehören jedoch zu den Feinden des Sonnengottes.


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Abb. 4: Nachzeichnung der Ritzfiguren des besonders dicht besetzten Z. aus dem Brit. Museum London Nr. 18175, wohl das erste, über das eine separate Publikation erschien, Rylands 1888. Viele der im Text beschriebenen Figuren sind zu erkennen. Auf der Vorderseite (oben) im Zentrum ein Doppelshinx und der Skarabäus als Sonnengott-Symbole, links davon der Gott Nehebkau, der Herischef-Widder mit Atefkrone, eine Sonne mit Strahlen, Bes, user-Zeichen (mit Halskrause), Schlangenpanther, Kröte/Frosch auf neb, ein Löwe, der auf vier was-Zeichen geht, Nilpferdgöttin, dann Kobra und liegender Löwe, der auch das linke Ende schmückt. Dazwischen noch Messer, Schlange, Krokodilsköpfe. Die Rückseite (unten) hat im Zentrum die weibliche Göttergestalt und Inschrift, links von ihr eine typische Greifchimäre, Bes, Ipet, Löwe und Schlange, rechts der Inschrift: Krookodil über user, Kobra, Flamme und Falke, davor Ipet it Messer und sa, udjat über Kobra, Messer. Weiteres zu diesm Z. im Text. Herkunft unbekannt, Länge 46 cm. Altenmüller datiert es typologisch um 1800. Abb. aus Bonnet, Bilderatlas zur Religionsgeschichte, Leipzig 1924, Nr. 161


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Abb. 5: Ein ebenfalls sehr schönes, großes Exemplar aus dem Berliner Ägyptischen Museum (Nr.  14207), das auf der Vorderseite (unten) mit Caniden- und Pantherkopf verziert den Typus vieler Z. mit ähnlicher „Einrahmung“ der anderen Figuren repräsentiert. Neben einem Flammenzeichen und djed-Pfeiler blicken bzw. laufen von links nach rechts: eine sitzende Löwengottheit mit zwei Augensymbolen, ein kniender Anubis mit Stab, Szepter und Schlange, ein laufender Panther oder Löwe, davor die Nilpferdgöttin mit Messer und ankh. Nach den drei Hieroglyphenkolumnen folgen: auf einem Korb sitzend ein user-Zeichen und eine aufgerichtete Uräusschlange mit Messern bewaffnet, dann ein Seth-Tier, darüber zwei Schlangen und davor ein recht behaart dargestellter Pavian, der ein udjat-Auge herbeibringt. Die ganze Prozession führt ein sehr naturgetreu gezeichneter Panther an. Die Rückseite (oben) enthält drei zwischen die Figuren gestellte Inschriften, auf deren mittlere die Figuren von rechts und links hinlaufen. Hier haben wir Bes (Aha) und Beset nebeneinander, er mit je einer Schlange, sie mit Schlangen und Hasen in den Händen. Auffällig der sitzende Löwe mit Falkenkopf und großer Mähne; zu den anderen Figuren s. Text. Die Inschriften beider Seiten versichern Sena-ab, die Tochter von Seneb-se-ma des Schutzes durch die vielen Zeichen, Symbole und Gottheiten. - Das Z. gelangte 1899 durch Borchardt und v. Bissing in das Berliner Museum, seine Herkunft in Ägypten ist jedoch unbekannt.  Altenmüller sieht es als unterägyptisch an und datiert es auf die Zeit von 1800 v.Chr.. Länge 41 cm; es war offenbar schon in mehrere Teile zerbrochen, als es erworben wurde, vielleicht war es vor der Verzierung sehr flach zugeschliffen worden. Leider ist es heute durch Kriegsverluste nicht mehr vollständig erhalten. Abb. aus Legge (1905).

5.12. Zwei Zeichen seien abschließend noch erwähnt, die vielfach zu sehen sind: das Schakalkopfzeichen, dargestellt durch ein Löwenbein mit Messer, das obenauf einen Schakalkopf trägt. Auf Z. aus Mittelägypten trägt der Schakalkopf am Hals oft ein doppeltes Band und später erscheint er auf zwei Löwenbeinen, während für Z. aus Theben eher eine Halskrause typisch ist. Wie schwierig es ist, solche typologischen Unterschiede zur sicheren Herkunfts- und/oder Zeitbestimmung auszunutzen, zeigt das Z. aus dem Britischen Museum Nr. 18175, s. Abb. 6, das den Schakalkopf in beiden Formen enthält. Abweichend von der Mehrheit der anderen Exemplare hat dieses besonders dicht mit Figuren geschmückte Z. an den Enden nicht die oben als typisch genannten Kaniden- bzw. Pantherkopfzeichnungen - vielleicht weil das Material kein richtig schmales Ende hat. Das wiederum könnte daher rühren, dass beim Spalten die Spitze abgebrochen war - Pech für den Handwerker.- Das andere Zeichen ist ein Sethtier-Kopf mit Hals, langen Ohren und evtl. einem seitlichen Horn, das frei oder in einem Hausgrundriss-Zeichen eingeschlossen am äußersten Ende der Bildfelder von einigen Z. erscheint. Altenmüller hält es für das Kultsymbol des 4. OÄ Gaues und der Stadtgottheit von Theben und damit auch für geeignet als Hinweiszeichen auf einen thebanischen Ursprung der Z., die es aufweisen.

Der Versuch, diese Vielfalt an Figuren durch Gruppenbildung übersichtlicher zu machen, führt zu folgendem Ergebnis (Altenmüller 1983):
  • Nilpferdgottheit, Bes-gestaltiger Dämon Aha und sein weibliches Pendant, das Krokodil und die Kröte sind Wesen, die bei der Geburt und Aufzucht von Kindern als Helfer fungieren.
  • Wüstenbewohner sind Schlangenhalspanther, die Greif-Chimäre, der Löwe, wohl auch das Canidentier, das das Vorbild für das user-Zeichen gab. Sie sind am meisten hilfreich in der Vertreibung und Vernichtung von Schlangen, aber auch anderer gefürchteter Dämonen, die dort leben.
  • Ganz besonders eng verknüpft mit der Sonnenreligion sind der Pavian mit dem udjat-Auge, der Schlangen vernichtende Kater, die Sonnenscheibe mit und ohne Beine und der Doppelsphinx, der ein Abbild des Horizontes sein könnte. Der "Schutz bei Tage und in der Nacht" wird durch diese Sonnensymbole magisch herbeigeführt und bewirkt.
  • Die vierte Gruppe bilden die hilfreichen, schützenden Schlangen, dargestellt in der Tiergestalt der Kobra oder als gewundene, sich aufbäumende Schlange. Sie stehen in der Uräusform für zentrale Themen der ägyptischen Mythologie und Relgion: die Sonne mit Neugeburt und Tod an jedem Tag, der Mond mit seinem monatlichen Schwinden und Wiederkehren; denn der Uräus symbolisiert sowohl das Sonnen- als auch das Mondauge (Hornung und Staehelin 1976, S. 134).

Andere Figuren und Symbole, die hinzukommen, dürften als "magische Redundanz“ (Hornung und Staehelin) zur Verstärkung der erhofften apotropäischen Wirkung zu verstehen sein.

Ausführlicher, unter etwas anderem Blickwinkel, untergliedert Altenmüller (1965, S. 136-176) das Pantheon der Apotropaia in
  • Die Feinde des Sonnengottes (Schlangen, Apophis, Schildkröte, Rebellen aus der Wüste, die Rechitvölker)
  • Die Helfer des Sonnengottes (Sachmet/Pachet-Löwengöttin,Nilpfergöttin Ipet/Thoeris, Aha-Bes, die vier Reinigungsgötter Thot, Dunanui, Antj, Seth)
  • Lokalgötter, aus Oberägypten: Geiergöttin Nechbet, Doppelstier; aus Mittelägypten: Aha, Ipet, Pavian, Seth-Tier, Greifchimäre, Schlangenhalspanther, user-Zeichen; aus Unterägypten: Herischef, Nehebkau, Krokodilgott Sobek, Panthergott Mafdet
  • Die Schöpfergottheiten: Ipet, Heket, Kuhgöttin
  • Die Erscheinungsformen (Hypostasen) des Sonnengottes: Doppellöwe (Rutj), Chepri-skarabäus, Sonnenscheibe, Kater/Ischneumon


Abb. 6: Variationen in der Darstellung der Greifchimäre als Illustration des freien Umgangs mit dem Figurenschema. Obere Reihe links die noch urtümliche Figur der Schminkpalette von Hierakonpolis, Rückseite (Ashmolean Museum Cambridge). Zu beachtende Details sind die unterschiedliche Ausbildung der Flügel, die Anordnung des dazwischen gesetzten Menschenkopfes und die Innenzeichnung owie Kopfhaltung des Panthertieres mit Halsbinde. Obere Reihe Mitte: Lochbohrungen zu Reparaturzwecken. Abb. aus: Drewni Egipet, Festschrift für V.S. Golenischtschew, Moskau 1960, S. 254.


6.
Die Inschriften, wenn vorhanden, befinden sich zumeist auf der glatt und eben geschliffenen Rückseite in einer waagerechten, linksläufigen Zeile, gelegentlich auch in senkrechten Kolumnen zwischen den Figuren des Bildfrieses. Ob letzteres insbesondere für reich bebilderte Z. (wie die Stücke Brit. Mus. 18175 oder Berlin 14207) typisch ist, bleibt offen. Die Schriftzeichen sind zumeist Hieroglyphen, aber auch hieratische Elemente kommen vor. Der Inhalt der Inschriften ist magisch bestimmt und formelhaft aufgebaut. Es könnte sein, dass ursprünglich nur einzelne Ideogramme wie sa und ankh mit einem Zeitprädikat eine magische Formel bildeten wie: “Schutz bei Tag und Schutz in der Nacht”. Erweitert wird das durch einen Rezitationsvermerk und eine Objektbestimmung. Auf dem Z. Brit. Mus. 18175 z.B. lautet die Inschrift dann: “Es wird rezitiert: Ich bin gekommen, damit ich den Schutz ausbreite (über) die Herrin des Hauses, Seneb:” Die Position der Schriftkolumne auf diesem Z. vor der wohl weiblichen Gottheit (evtl. Isis) lässt vermuten, dass sie selbst die Rezitation spricht. Außerdem sieht es hier so aus, als sei die Inschrift nachträglich zwischen die Figuren gezwängt worden, vgl. Abb. 4.
Diese Grundform wird vielfach abgewandelt und erweitert, z.B. in den Plural: “wir sind gekommen....” oder: “die vielen Schutzzeichen...” oder :”diese Götter sind gekommen....” Einen richtigen Zauberspruch enthält ein Z. in Kairo (Nr. 9436) mit dem Text: “Es wird rezitiert: Schneide den Kopf des Feindes (und der Feindin) ab, die diese
Kammer der Kinder, die Nb.t-sh.tj-R geboren hat, betreten!” Bei den häufig zu findenden Namensnennungen werden oft Verwandtschaftsangaben gemacht, indem die Namen von Müttern und Kindern aufgeführt werden.


7.
Auch für Zwecke der Datierung hat man versucht, die vorkommenden Namen auszunutzen. Zunächst ist nochmals festzuhalten, dass alle Z., für die gesicherte Datierungen vorliegen, aus dem MR stammen. Durch Vergleich von typologisch gleichen, aber gut datierten Stücken versucht man, die Entstehungszeit herauszufinden. Bei den Namen ergibt sich offenbar fast nur, dass im MR häufige gebräuchliche Namen auftreten, die allenfalls eine Zuordnung zu einer Dynastie, in der sie besonders üblich waren, erlauben. Ausnahme ist der Name einer Prinzessin Nefruptah auf Z. Nr. 9438/Kairo. Sie ist von anderen Monumenten (u.a. Opfertafel) als Tochter Amenemhets III. bekannt und die Fundumstände erlauben eine sichere zeitliche Einordnung um 1780 v.Chr.. (Altenmüller 1965 Bd. I S.75). Auch erscheint der Name Mentuhotep, der in den Beginn der 17. Dyn. (um 1650 v. Chr.) weist, wo es eine Königin dieses Namens gab. Ein einziges Mal (Z. Kairo 9433) wird ein Name in der Königskartusche geschrieben, Sobekhotep. Es bleibt aber unsicher, welcher König der 13. Dyn. gemeint ist; immerhin ist ein Anhaltspunkt für eine Datierung um 1750 v.Chr. damit gegeben (Altenmüller 1965, Bd. II).
Die Datierung gewinnt mit Z. Kairo Nr. 56273 einen frühesten Zeitpunkt für das Auftreten der Z. um 2000 v.Chr., da dessen Fundumstände in einem Gräberfeld der 11. Dyn. (in der Nekropole Asasif) durch Winlock für sicher gelten. Zeitlich ist der Schwerpunkt der Herstellung und Anwendung (s.u. Pkt. 8) in der 12. Dyn. zu sehen, aus der die Mehrzahl der Z. stammen dürfte, und insgesamt waren sie etwa 400 Jahre lang in Gebrauch. Die Angaben in Altenmüllers Katalog (1965 Bd.II) reichen von 2000 - 1600 v.Chr. (2000-1900: 30 Exemplare; 1900-1800: 30; 1800-1700: 48; 1700-1600: 8).
Stilistisch sieht man eine Entwicklung von anfangs wenigen Figuren zu einer immer stärkeren Anreicherung mit Gestalten und Symbolen aus den verschiedenen Kultbereichen des Niltales sowie evtl. am Ende des MR auch Z., die ganz ohne Ritzungen sind, s. folgenden Absatz und Legende zu Abb. 7.

Eine Diskussion erfordert die Frage der Existenz und Anwendung der Zaubermesser im Neuen Reich. Denn es finden sich in zwei Gräbern aus dem NR, 18. Dyn., Darstellungen von Z. oder Figuren, die Z. in Händen halten: das berühmteste ist TT100, das Grab des Wesirs Rechmire, in dem auf der Ostwand der Halle unter den Gaben für den Amuntempel drei doch recht eindeutig als Z. zu identifizerende halbrunde Objekte mit typischen Tierkopfverzierungen an den Enden zu sehen sind. Dass es sich dabei um Z. handeln dürfte, hat schon Newberry diskutiert.


Abb. 7: Drei Zaubermesser unter den Gaben für den Amuntempel, Ausschnitt aus Tf. XXXVII, N. De Garis Davies: The tomb of Rekh-mi-re (Reprint New York 1973). Man erkennt sehr schön die mit eschnitzten Tierköpfen verzierten Enden, aber keinerlei weitere Zeichnungen. Solche Z. sind mehrfach gefunden worden, in Altenmüllers Katalog (1965, Bd. II) werden die Nrn. 15, 64, 67, 68, 115, 117, 118, 119, 123 und 139 als ohne Darstellungen außer den geschnitzten Tierköpfen an den Enden aufgeführt (teils ist nur ein Ende vorhanden). Die Nr. 67 wurde von Petrie im Gräberfeld von Diospolis parva, Grab Y 318, gefunden, und Altenmüller schlussfolgert: daraus "geht deutlich hervor, dass das Apotropaion der 13.-17. Dynastie angehören muss". Er bildet mit diesem und einigen anderen der o.g. Nummern eine ans nde der typologischen Reihe zu setzende Gruppe, deren Entstehung um 1600 v.Chr. liegen könnte. Die Abbildung auf der Ostwand des Grabes von Rekh-mi-re (TT100), der etwa 150 Jahre später Wesir war, zeigt genau solche Geräte unter den für den Amuntempel bestimmten Produkten der Tempelwerkstätten. Offenbar lebte die Erinnerung an die Bedeutung dieser magischen Werkzeuge noch länger fort als bis "ganz zu Beginn der 18. Dynastie", was Altenmüller (1983) als Datierung für das Grab des Bebi angibt, verblasste dann aber doch wohl, wie der Ersatz des Z., das der "Stundendurchfahrer" in frühen Amduat-Darstellungen in der Hand hielt, durch Messer oder Schlangenstab, vermuten lässt. Vgl. Abb. 8.

In Elkab im Grab des Bebi (Elkab Nr. 8 bis), das aus dem Beginn der 18. Dyn. stammt, finden sich auf der Rückwand neben Bebi und seiner Frau Sebeknacht ihre Kinder mit ihren Ammen dargestellt. Letztere halten in den Händen gebogene Stäbe, die man als Z. ansehen kann, eine hat zusätzlich einen sog. Schlangenstab, der auch zu rituellen und magischen Zwecken in Gebrauch war. Die entsprechende Abbildung bei Wreszinski (1927) ist zur Reproduktion nicht gut geeignet, aber Altenmüller (1983) verweist darauf, dass die Darstellung für das Verständnis der Anwendung der Z. wesentlich ist, s.u. Pkt 8.
Eine dritte Darstellung, in der man ein Z. erkennen möchte, stammt aus Königsgräbern der 18. Dyn., in denen das Amduat auf den Wänden dargestellt ist. Hier erscheint (Altenmüller 1983) “während der 1. Stunde der Nacht, also kurz nach Eintritt der Sonnenbarke in den Westhorizont und in den Bereich der Unterwelt, in der Nähe der Barke ein Mann mit einem Z. in der Hand, der in der Beischrift als ‘Stundendurchfahrer’ bezeichnet wird” (s. Abb. 8).
In späteren Gräbern ab Sethos I. wird das offenbar obsolet gewordene Z. durch ein Messer ersetzt, später auch durch einen Schlangenstab. Der Stundendurchfahrer als ein Helfer des Sonnengottes kann mit diesem Zaubergerät Gefahren abwehren und dabei helfen, dass der Sonnengott unversehrt am Morgen seine Wiedergeburt in der Barke des Chepri feiern kann. Altenmüller (1983) sieht in diesen späten Bildern eher ein Aus- oder Nachklingen älterer apotropäischer Praktiken als den Beweis für ein echtes Fortleben dieser durch körperliche Relikte nur aus dem MR belegten Ausdrucksform magischer Schutzbemühungen.


8.
Der Gebrauch der Apotropaia – Magie und Mythologie
Nun endlich soll zusammengefasst werden, was man über Anwendungspraktiken der Z. vermutet und erschlossen hat. Obwohl in der Mehrzahl – so weit die Fundumstände bekannt sind – in Gräbern gefunden, waren sie wohl zum Gebrauch durch bzw. für Lebende gedacht und nicht wie z.B. die Uschebtis als Grabbeigaben sui generis. Steindorff (1946, S. 106) weist darauf hin, dass die Inschriften immer von Lebenden, nicht von „Gerechtfertigten“ oder „Osiris NN“ sprechen, wenn Namen von Personen erwähnt werden. Aus den Inschriften, so vorhanden, geht deutlich hervor, dass magische Schutzwirkungen für Mütter und Kinder durch die Anwendung bewirkt werden sollen. Mit Altenmüller verfolgt man dabei heute die Vorstellung, dass die bogenförmigen Geräte quer über den Leib der zu schützenden Person gelegt wurden, wo sie schon durch die Schwerkraft ausreichend fest liegen konnten. Die Anordnung der Figuren: stehend auf der inneren, kleineren Kurvatur, erlaubt dann auch das Betrachten bzw. die Einwirkung der magischen Kräfte der eingeritzten Dämonen und Schutzgötter “unter Blickkontakt”. Auch die Anordnung der Inschriften deutet auf diese Anwendungsart hin: sie sind überwiegend waagerecht angeordnet, so dass sie vom Schützling gesehen oder gelesen werden konnten. Auch die gegenläufige Anordnung der abgebildeten Figuren, wobei oft in der Mitte ein Hauptgott (oft Bes) steht, auf den zu oder von dem nach rechts und links weg die anderen Figuren laufen oder blicken, “und in magischer Mächtigkeit aus dem Bildfeld hinaustreten und für das Kind kämpfen“ (Altenmüller 1965, Bd.I, S. 186), passen in diese Vorstellung.


Abb. 8: Der "Stundendurchfahrer" mit einem Z. in der Hand vom Ende der 1. Stunde des Amduat im Grab des Amenophis II. (KV 35). Diese Darstellung lässt die Identität des in der Hand der Gottheit befindlichen Gerätes nur ahnen, aber es ist immerhin doch möglich, dass es ein Z. sein soll. Auch im Textzusammenhang der 1. Nachtstunde könnte es ein Z. sein. Nach der Entstehungszeit passt es zur arstellung im Grab des Rekh-mi-re, der unter Tuthmosis und zu Anfang der Herrschaft von Amenophis II. Wesir war. Vorlage der Abb.: Hawass und Vannini, Bilder der Unsterblichkeit. Mainz 2006, S. 44.

Das sehr gut erhaltene Z. Brit. Mus. Nr. 18175 (s. Abb. 6) zeigt die Figuren auf der Elfenbeinfläche umgekehrt angeordnet: sie stehen auf einer Linie parallel zur äußeren, größeren Kurvatur. Das lässt auf eine andere “Applikationsweise” schließen, nämlich dass es von der anwendenden Person als eine Art Brustamulett um den Hals getragen wurde. Diese Vermutung wäre direkter belegbar, wenn es so wie ein Z., das sich in München befindet (bei Altenmüller Katalog-Nr. 88), an den Enden Durchbohrungen hätte, die das Tragen wie ein Pektoral auf der Brust leicht ermöglichten. Bei dem Z. im Brit. Mus. findet man aber deutliche Abnutzungsspuren am äußeren oberen Rand, die dort die Ritzzeichnung durch dauernde Berührung fast ganz verwischt haben - das könnte durch das Tragen am Hals verursacht sein, aber auch durch das Tragen in der Hand, so wie es die Ammen im Grab des Bebi tun. Der Figurenschmuck auf dem Münchener Z. enthält (in Relief) Elemente, wie sie sonst nur auf königlichen Pektoralen erscheinen, diese Beobachtung scheint wiederum mit Altenmüllers Vorstellung vom Tragen um den Hals in Einklang zu stehen.
Arnold und Settgast (1966) berichteten über den Fund eines mit Leinentuch umwickelten Z. im Asasif (Grab des Intef, TT386), an dem eine Schnur zum Tragen (so wie eine Handtasche) befestigt war. In der Abbildung erscheint die Schlinge der Schnur zu eng, als dass man den Kopf durchstecken könnte. Da dies offenbar ein Einzelfund ist, kann man daraus keine weitergehenden Schlüsse ziehen. Aber Altenmüller (1983) vermerkt , dass dieses Z. außer einem geschnitzten Canidenkopf am spitzen Ende unverziert ist; Fundort und –umstände lassen eine Datierung um 2000 v.Chr. zu, und das widerspricht der Aussage zur Darstellung im Rechmire-Grab (Legende zu Abb. 7), unverzierte Z. seien typische späte Produkte.
Bei Scharff (1929) werden zwei „große mit Rillen verzierte Hauerschnitzereien (Nr.118, S. 88 und Taf. 23 = Berlin 13689) gezeigt. Sie bestehen aus der Länge nach gespaltenen Flusspferd-Stoßzahnhälften (19 cm lang, 4 cm breit) und sind „von einem durch Rillen bezeichneten Bandmuster umschlungen, das auf beiden Flächen gleichmäßig angegeben und fünfmal herumgelegt ist“. Am breiten Ende tragen sie eine Durchbohrung, an den Spitzen drei bzw. vier Querrillen. Als Datierung gibt Scharff: „Ende der frühen Vorgeschichte“. Das Bandmuster suggeriert die Führung für eine Schnur, an der das Gerät getragen werden kann, ähnlich dem aus dem Intef-Grab. Waren dies vielleicht Vorläufer der Z., wie sie dann im MR gebräuchlich wurden?

Die hinter der praktischen Anwendung stehenden religiösen Vorstellungen sieht Altenmüller (1965, Bd.I S. 79 ff) darin, dass sie in engem Verhältnis zum Sonnengott stehen. Zu berücksichtigen sind hier mythologische Vorstellungen, die von Priestern sowohl in Heliopolis (On), als auch in Hermopolis (Unu) entwickelt worden sind. Die Figuren und Symbole sind zu verstehen als Helfer des Sonnengottes bei der Abwehr der ihn bedrohenden Gefahren, denen er insbesondere vor der morgendlichen Wiedergeburt und dem erneuten Erscheinen auf der den Urhügel symbolisierenden Flammeninsel ausgesetzt ist. Er muss vorher - ähnlich evtl. den Königen vor ihrer Thronbesteigung - Feinde besiegen, böse Nilpferde, Apophis- und andere rebellische Schlangen, 77 Esel und andere Dämonen der Finsternis und aus der Wüste, die ihn hindern wollen, die Herrschaft des Lichtes in der Welt zu errichten. So wie diese Helfer dem Sonnengott zur Seite stehen, sollen sie auch dem Kinde beistehen. Altenmüller meint,dass das Kind mit dem Sonnengott gleichgesetzt wird, so dass in einem "magischen sympathischen Verfahren" diese Helfer alle herbeigerufen werden, um dem Kinde gleichermaßen beizustehen, Feinde, Schlangen und andere Übel abzuwehren und zu vernichten.

Von dieser Schutzwirkung bei der Geburt ist es nur ein kleiner Schritt zu der Vorstellung, dass die Z. auch bei der so wichtigen Wiedergeburt nach dem Tode wirksam sein könnten, auf die ja der ganze Totenkult im Wesentlichen hinzielt. So lag es nahe, sie auch als Grabbeigaben dem Verstorbenen mitzugeben, wie es ja die Fundumstände vieler Z. bezeugen, die keineswegs aus Kindergräbern stammen. Auch der seine Wiedergeburt ersehnende Verstorbene hofft auf die magische Unterstützung, die ihm früher schon einmal (oder oft?) zuteil wurde. Die Darstellungen im Grabe des Bebi (s. Pkt. 6) können so verstanden werden, dass auch das Ehepaar Bebi und Sebeknacht sich noch ihres Schutzes post mortem versichern will, und die Darstellung des “Stundendurchfahrers” in der 1. Stunde des Amduat belegt die Hoffnung auf das Fortwirken der Schutzmächtigkeit der Z. auch noch im Jenseits. Man könnte sich sogar vorstellen, dass Z. eine Person von Geburt an das ganze Leben über begleiteten, war es doch oft genug verschiedensten Gefahren ausgesetzt und dann nach dem Tode mit ins Grab gelegt wurden. Für diese Vorstellung gibt es aber keine Belege.

Dass Z. auch beim Statuenkult und damit beim Mundöffnungsritual als magische Geräte eine Rolle gespielt haben, wie es Altenmüller (1986) anführt, erscheint mir nur sehr indirekt und nicht überzeugend belegt zu sein.

Eine andere Vorstellung der Anwendung als Horoskope (Murray 1906) ist von Legge (1906) ausführlich begründet widerlegt worden. Hayes (1953) vermutete wegen der beobachteten Abnutzungsspuren an den Enden mancher Z., dass mit ihnen um das Bett des zu Schützenden ein Kreis auf dem Boden gezogen wurde, um Feinde fernzuhalten. Diese Vorstellung wird von Altenmüller als "zu faustisch" abgelehnt. Zumindest muss man wohl der Anwendungsvorstellung, dass sie über den Leib des Schützlings gelegt wurden, eine große Plausibilität zuerkenne
Ähnliches gilt für die "Zaubersprüche, die den manuellen Ritus mit den Z. begleiten" (Altenmüller, 1983) und für die er die vielfach überlieferten "Sprüche zum Schutz des Leibes" in Betracht zieht. Bis zum Auffinden von zeitgenössischen Informationen über den Ritus der Z. oder klare Zuweisungen in Sprüchen o.ä. bleibt dieser Aspekt eine Vermutung, die allerdings einige Wahrscheinlichkeit für sich hat.


9.
Schlussbemerkungen und Fragen
Die geringe Zahl von Z., die gefunden wurden, ist eigentlich verwunderlich. Die ungeheure Zahl an Amuletten, Skarabaen u.ä., die unsere Museen füllen und bereichern, bezeugen doch, dass die Menschen im Alten Ägypten sich ständig des Schutzes durch magische Kräfte und apotropäische Götter zu versichern trachteten. Warum also so wenige Zaubermesser? Eine mangelnde Haltbarkeit des Materials kann dafür kaum der Grund sein, denn es sind sehr viele andere Kleinkunstgegenstände aus Elfenbein erhalten geblieben, vgl. E. Fischer, 2007. War es die Verfügbarkeit des Flusspferd-Elfenbeins, die dieses Material überdurchschnittlich kostbar und teuer machte? Waren die Flusspferde damals doch in Wahrheit viel seltener, als es ihre bildliche Repräsentation glauben lässt? Bei Krzyszkowska findet man dazu keine Angabe, auch nicht in ihrer älteren Schrift (1990), die diesbezüglich den Eindruck hinterlässt, dass das Flusspferd-Elfenbein nicht gerade selten war.- Die viel geringere Größe der Amulette ließ sie im täglichen Gebrauch handlicher sein und sie waren leicht in großen Stückzahlen herzustellen, aber das erklärt nicht die Seltenheit der Z., für die ich bisher keine klare Erklärung gefunden habe.

Betrachtet man die künstlerische Qualität der Ritzzeichnungen auf den Z. und auch die Figurenkomposition, so fällt auf, dass sie sich mit der handwerklichen Raffinesse und dem gestalterischen Einfallsreichtum, die die kostbaren Pektorale, Broschen oder Ringe und anderen Schmuckstücke des alten Ägypten aufweisen, nicht vergleichen bzw. messen kann. Sind die eher an naive oder volkstümliche Gestaltungssprache erinnernden Gravierungen der Z. Ausdruck einer Derbheit und Robustheit, mit der man den dämonischen Mächten der Wüste, Schlangen und anderen Gefährdungen wirksamer zu begegnen glaubte als mit vollendeter Formschönheit, zu der die Gestalter von Schmuckstücken doch auch im MR im Stande waren? Es scheint mir, dass die Formensprache der Figuren auf den Z. eher auf Hersteller "aus dem Volke" deutet als auf künstlerisch geführte Werkstätten an Tempeln und am Königshof. In ähnlicher Weise äußert sich Steindorff (1946), wenn er urteilt: „the representations are stylized in a routine manner and lack artistic originality“ (S.107), und ähnlich, wenn er von den Produzenten der Z. sagt:“it would be exravagant to call them artists“ (S.43).

Merkwürdig erscheint mir abschließend noch zweierlei. Man weiß bis heute nicht sicher, wie die alten Ägypter die Z. benannt haben. Als drt (Hand) und htm (Siegel) werden zwei Zaubergeräte bezeichnet, aber ob einer dieser Ausdrücke Z. meint, ist unklar (Altenmüller, 1983).
Verwunderlich finde ich außerdem, dass es bisher so weit ich sehe keine Behandlung der Z. als Gesamtheit aus dem Blickwinkel kunstgeschichtlicher Betrachtung und Bewertung gibt. Sowohl Altenmüller als auch v.Bissing bearbeiten die Z. als Ägyptologen und suchen ihre archäologische Relevanz und den mythologischen Gehalt zu erkennen, sehen aber von einer Besprechung unter künstlerischen und ästhetischen Gesichtspunkten weitgehend ab, unter denen man sich ihnen doch auch nähern könnte.


Dank an Jens Lippoldt für das Scannen der Abbildungen.


Quelle:
Altenmüller 1965: Die Apotropaia und die Götter Mittelägyptens. Eine typologische und religionsgeschichtliche Untersuchung der sog. "Zaubermesser" des Mittleren Reiches. Dissertation Univ. München 1965, Bd. I Abhandlung, Bd. II Katalog
Altenmüller 1983: Ein Zaubermesser aus Tübingen. WdO (Welt des Orients) 14 (1983)30-45
Altenmüller 1986: Ein Zaubermesser des Mittleren Reiches. SAK 13(1986)1-27
Arnold und Settgast (1966): Zweiter Vorbericht über die vom Deutschen Archäologischen Institut Kairo im Asasif unternommenen Arbeiten. MDAIK 21(1966) S. 86.
von Bissing 1938: Ägyptische Kunstgeschichte von den älteren Zeiten bis auf die Eroberung durch die Araber. Kopenhagen 1938
Eder, Chr.: Die ägyptischen Motive in der Glyptik des östlichen Mittelmeerraumes zu Anfang des 2. Jahrtausends vor Christus. Leuven 1995 OLA 71
Fischer, E. 2007: Ägyptische und ägyptisierende Elfenbeine aus Megiddo und Lachisch. Inschriftenfunde, Flaschen und Löffel. Dissertation Münster (Ugarit-Verlag) 2007. Serie AOAT Bd. 47
Hayes 1953: The Szepter of Egypt. A background for the study of the egyptian antiquities in the Metropolitan Museum of Art. Pt.I. New York 1953
Hornung und Staehelin 1976: Skarabaen und andere Siegelamulette aus Basler Sammlungen. Mainz 1976
Keimer 1944: L' horreur des egyptiens pour les demons du desert. BIE 26(1944)135-147
Krauspe, R.: Das Ägyptische Museum der Karl-Marx-Universität von Leipzig. Führer durch die Ausstellung. 1976, S. 33.
Krzyszkowska 2000: Olga Krzyszkowska: Ivory and related materials. Kap. 13 in: P.T. Nicholson, I. Shaw (eds) Ancient Egyptian Materials and Technology. Cambridge Univ. Press 2000
Krzyszkowska 1990: Olga Krzyszkowska: Ivory and related materials. An illustrated guide. Bull. Suppl. 59. Inst. of Classical Studies. London 1990
Legge 1900: The carved plates from Hieraconpolis and elsewhere. PSBA 22(1900)125-139
Legge 1905: The magic ivories of the middle empire. Pt. I, Pt. II. PSBA 27(1905)130-152, 297-303
Legge 1906: The magic ivories of the middle empire Pt. III. PSBA 28(1906)159-170
Murray 1906: PSBA 28(1906)33-44. zit. nach Altenmüller 1965 und Legge (1906)
Petrie 1927: Objects of daily use. London British school of archaeology in Egypt vol. 42. 1927
Rylands 1888: Egyptian engraved ivory in the British Museum. PSBA 10(1888)570
Scharff (1929): A. Scharff: Die Altertümer der Vor- und Frühzeit Ägyptens. Teil II, Berlin 1929
Shorter 1935: The god Nehebkau. JEA 21(1935)41-48
Steindorff (1946): G. Steindorff: The magical knives of ancient egypt. Journ. Walters Gallery IX(1946)41-51, 106-107
Teissier, B.: Egyptian iconography on syro-palestinian cylinder seals of the middle bronze age. Fribourg u. Göttingen 1996 OBO 11 Ser. Archaeol.
Wreszinski 1927: Bericht über die photographische Expedition von Kairo bis Wadi Halfa. Halle 1927, Tf 36

Eingestellt durch: menna (24.09.2008)
Bearbeitet durch:  menna (28.10.2008)




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