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Herakleion versank erst im 8. Jahrhundert
Neue Funde beweisen, dass die Stadt länger existierte als bisher angehommen
Von Gitta am 09.06.2002 um 23:28:26 

Kairo/Abu Kir (dpa) - Die von Unterwasserarchäologen an der ägyptischen Mittelmeerküste entdeckte versunkene Stadt Herakleion ist mit großer Sicherheit erst im 8. Jahrhundert von der Landkarte verschwunden. «Nur 250 Meter vom Tempel (in Herakleion) entfernt sind Münzen entdeckt worden, die aus der Zeit der byzantinischen Herrscher und aus der Zeit des Kalifenreichs im zweiten Jahrhundert islamischer Zeitrechnung stammen», sagte der Pariser Ägyptologe Jean Yoyotte laut einer in Kairo veröffentlichten Mitteilung. Dies bestätigt seiner Ansicht nach, dass die Stadt Herakleion erst im 8. Jahrhundert verschwunden sei, was bislang nur aus Texten bekannt war.

Die Hafenstadt Herakleion an der Mündung des inzwischen verschwundenen canopischen Nilarmes war vor der Gründung Alexandrias 331 v. Chr. das Eingangstor Ägyptens gewesen. Unklar ist bislang, ob sie durch Erdbeben oder Sturmfluten zerstört wurde. Zu den wichtigen Fundstücken der diesjährigen Forschungskampagne unter der Leitung des französischen Unterwasserarchäologen Franck Goddio in der Bucht von Abukir gehört ein Stein aus dem Herkules-Tempel, in den ein mit zusammengepressten Goldblättern gefüllter Kasten eingelassen ist. Nach Ansicht der Forscher könnte das Gold als Umhüllung für einen Gegenstand gedient haben, der für die religiösen Rituale der Bewohner der Stadt große Bedeutung hatte.

Außerdem fanden die Archäologen einen Marmorblock mit einer griechischen Inschrift über einen in ptolemäischer Zeit im Kampf gefallenen jungen Mann aus Asty nahe der Stadt Canopos. Die Inschrift soll den Archäologen helfen, im nächsten Jahr den versunkenen Friedhof Herakleions zu finden.

Im großen Herkules-Tempel, auf den sich die Unterwasserarchäologen bei ihrer diesjährigen Kampagne konzentriert hatten, wurden außerdem zahlreiche ptolemäische Gold- und Bronze-Münzen sowie Amulette und Kultgegenstände aus Bronze entdeckt. Zu den Gegenständen, die vermutlich eine religiöse Bedeutung hatten, gehören nach Angaben der Forscher auch Gefäße und Schöpfkellen.

Auch über die Ausdehnung der versunkenen Stadt weiß das Team von Goddio, das eng mit den Archäologen der ägyptischen Antikenverwaltung zusammenarbeitet, inzwischen mehr. So fanden die Forscher zwei Häfen, die durch einen Kanal verbunden waren sowie mehrere Siedlungen rund um die Stadt Herakleion.

Quelle (Originaltext übernommen)
http://de.news.yahoo.com/020528/3/2s8f3.html  

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