Ägyptologie-Blatt

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Gaufürst mit Pyramide
Mark Collier und Bill Manley und die Pyramide des Anchtifi in Moalla
Von Gitta am 29.09.2002 um 17:13:02 

Mark Collier, University of Liverpool, und Bill Manley, schottische Nationalmuseen, untersuchten die Nekropole von Moalla und hier speziell das Felsengrab des mächtigen Gaufürsten Anchtifi, Ende Altes Reich/Erste Zwischenzeit. Eigentlich waren sie angetreten, um das Grab zu reinigen und die hieroglyphischen Inschriften zu untersuchen. Dabei fiel ihnen auf, dass das Grab nicht in den Fels gehauen war, sondern dass es sich um eine frei stehende Erhebung handelte in der Form einer perfekten Pyramide. Die Ausgrabungen an dieser Stelle waren vor ca. 80 Jahren von französischen Archäologen vorgenommen worden. Nach den jüngsten Erkenntnisses hatten diese aber nur einen Teil des Grabes frei gelegt. Pyramidenbegräbnisse war zur Zeit Anchtifis allein dem König vorbehalten. Bekannt ist jedoch, dass gerade in den Wirren des Zusammenbruchs die Gaufürsten versuchten, ihre Macht zu mehren und ihren Stellenwert zu überziehen. Eine Inschrift in Anchtifis Grab lautet: "Ich bin der Anfang und das Ende. Einer wie ich kann und wird nie wieder sein. Einer wie ich kann und wird nie wieder geboren werden." Collier und Manley kletterten auf die Erhebung, die das Grab birgt, und erkannten von ihrem Aussichtspunkt sowohl Hof als auch Aufweg und Andeutungen eines Tempels. "Anstelle eines kleinen Felsgrabes fanden wir ein reguläres Pyramidengrab vor, mit allen üblichen Merkmalen. Der einzige Unterschied ist, dass es sich nicht um eine künstlich erbaute, sondern um eine natürliche Pyramide handelt, die den Mittelpunkt für eine Menge drum herum angelegter Gräber bildet. Sie ist exakt nach Westen zum Sonnenuntergang ausgerichtet. Die Gräber hier erstrecken sich mindestens auf weitere vier bis fünf Kilometer. Eigentlich wollten wir mit unserer sehr kleinen Expedition nur Aufzeichnungen von den Inschriften eines sehr kleinen Grabes machen. Und nun finden wir hier stattdessen eine massive Nekropole", sagt Dr. Manley.Zur Zeit des Anchtifi war Ägypten gerade eine geteilte Nation. Die Präsenz von so vielen Gräbern lässt hoffen, dass sich in der Nähe auch die verlorene Haupstadt Anchtifi's, Hefat, befindet. Collier und Manley werden nun wohl ihre Mission erweitern, um mehr Erkenntnisse zu gewinnen über die meist im Dunkel der Geschichte liegende Erste Zwischenzeit.

Quelle:  http://www.guardian.co.uk/uk_news/story/0,3604,797603,00.html

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