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Der zerstörte Sonnengott
Das Grab des Raia in Sakkara
Von Gitta am 05.03.2004 um 22:42:11 

Artikel von Alain Zivie in der März-Ausgabe von National Geographic Deutschland




Viel Erfahrung, Intuition und ein wenig Glück führten mich zu diesem Grab auf dem antiken Friedhof von Sakkara. Mit Unterstützung des französischen Außenministeriums hatte ich dort schon mehrere Felsengräber gefunden. Als meine Mitarbeiter Sandsäcke füllten, mit denen unsere Grabungsschächte abgestützt wurden, stießen sie mit ihren Schaufeln plötzlich auf eine Öffnung im Fels. Sie entfernten den Sand - und wir erblickten staunend eine Grabkapelle mit Pfeilern und einer gemeißelten Steinstele.

Im Felsgestein dahinter sahen wir zwei mit Reliefs verzierte Räume, dann Stufen, die zu einer unvollendeten Grabkammer führen. Inschriften belegen, dass der Besitzer zwei Namen hatte: Raia und Hatia (Anm: so wie er sich hier liest, könnte man letzteren auch für einen Titel halten). Der Sohn eines Goldschmieds wurde ein hoher Verwaltungsbeamter. Er hütete die Schatzhäuser der Aton-Tempel in Achetaton, der neuen Hauptstadt, und in Memphis, der alten Hauptstadt. Dieser Mann war also verantwortlich für Gold und andere Opfergaben, die dem Sonnengott Aton in zwei der wichtigsten ägyptischen Städte dargebracht wurden. Sicher hatte er enge Verbindungen zum Herrscher Echnaton. Viele Grabreliefs spiegeln Raias Hingabe an die neue Religion des Pharaos, der erstmals in Ägyptens Geschichte nur einem einzigen Gott huldigte: Aton. Doch einige Reliefs wurden offenbar verändert - wie es scheint, noch zu Raias Lebzeiten.

Wunderschöne, von den größten Künstlern gemeißelte Reliefs schmücken Raias Grab. Doch ihr Zweck ging über reine Dekoration hinaus. Mit ihren magischen Kräften sollten sie den Weg ins Jenseits ebnen und den Toten auf ewig erhalten. In der Mundöffnungszeremonie gibt ein Priester Raias Mumie, die von einem trauernden Verwandten aufrecht gehalten wird, die Sinne zurück. Die dargestellte Szene dokumentiert, dass die traditionellen Vorbereitungen für die Ewigkeit auch unter Echnatons unorthodoxer Herrschaft weiter existierten. Nur fehlen im Begleittext die üblichen Erwähnungen des Totengotts Osiris. Alle Reliefs an den Grabwänden huldigen nur dem Sonnengott Aton. In auffälligem Gegensatz dazu enthält die Stele am Grabeingang die Namen mehrerer ägyptischer Götter.

Quelle und Foto
http://www.nationalgeographic.de/php/magazin/topstories/2004/03/topstory2a.htm
via
http://www.geocities.com/TimesSquare/Alley/4482/EEFNEWS.html

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