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Ewiges Ägypten
Artikel von br-online über die neue eternalegypt-Webseite
Von Gitta am 06.03.2004 um 23:12:26 

Ägypten, das Land am Nil mit den gigantischen Pyramiden von Gizeh, mit seinen Grabkammern am Fels der Kalksteinhügel und den Ruinen einst prunkvoller Tempel. Die unermesslichen Schätze von 5.000 Jahren ägyptischer Kulturgeschichte kann man jetzt nicht nur vor Ort, sondern von überall aus bestaunen – online.

Vor vier Jahren wurde die Idee zu "Eternal Egypt" geboren. Die Schätze Ägyptens, das gesamte kulturelle Erbe von 3000 vor Christus bis heute – also nicht nur die Zeit der Pharaonen -, sollte konserviert und von überall anzusehen sein. Fathi Saleh, Direktor vom Center for Documentation of Cultural and Natural Heritage (CultNat) berichtet: "Dabei haben wir eine Technologie benutzt, die es zum ersten Mal möglich macht, unser Land so zu sehen, wie es nie zuvor jemand sehen konnte." Der amerikanische IBM-Konzern sponsorte "Eternal Egypt" mit 2,5 Millionen US-Dollar, und knapp 200 Experten arbeiteten drei Jahre lang an dem Projekt. Seit einigen Tagen ist die Webseite online.

Von den Monumenten und Kunstwerken des Landes gibt es Multimedia-Animationen, dreidimensionale Darstellungen und Tausende von Bildern. Fünf Kameras übertragen live aktuelle Panoramablicke von verschiedenen historischen Stätten, beispielsweise dem Karnak-Tempel in Luxor oder dem Fort Qait Bay in Alexandria. Ein besonderes Highlight sind die Animationen der Schätze längst vergangener Zeiten. Der legendäre Leuchtturm von Alexandria wurde ebenso nachgebildet wie der Luxor-Tempel und das Grab des berühmten Königs Tutachamun – und zwar so, wie es aussah, als der britische Archäologe Howard Carter es 1922 entdeckte.

Mit Handy durch die Pyramiden

Die Website ist zwar das Herzstück, aber nicht das einzige Feld des ehrgeizigen Projekts "Eternal Egypt". Vor Ort können sich die Touristen jetzt mit einem digitalen Bildschirmgerät durch das Kairoer Museum führen lassen. Individuell kann der Tourist dann in seiner Sprache die Information zu der Mumie oder Skulptur abrufen, die ihn besonders interessiert. An den historischen Stätten werden Handys eingesetzt. Die Technik ersetzt den "Local Guide": Auf dem Display wird der jeweilige Standort und Hinweise zu der Geschichte der Monumente angezeigt.

Das Making-Of

Das virtuelle Ägypten war nicht das erste Projekt der Spezialisten aus den USA. 1994 bauten sie digital die Dresdner Frauenkirche auf, digitalisierten 1998 Michelangelos "Pieta" und entwickelten 2001 eine Software für virtuelle Rundgänge durch die Kunstsammlung der St. Petersburger Eremitage.

Die ägyptischen Schätze vermaßen sie mit Scannern zwei- oder dreidimensional und konstruierten aus den Daten die Bilder. Mittlerweile sind mehr als tausend Objekte eingescannt. Aber – so kennen wir die Ägypter – das soll es nicht gewesen sein: Ahmed Tantawy, der Chef des Technologischen Entwicklungszentrums von IBM in Ägypten, will das komplette kulturelle Erbe Ägyptens für ein digitales Museum aufbereiten. Ein ehrgeiziger Plan, denn 120.000 Kostbarkeiten lagern allein im Kairoer Museum. Aber: Wer hätte vor 4.500 Jahren geglaubt, dass man solche Pyramiden bauen kann?

Eternal Egypt

Quelle
http://www.br-online.de/wissen-bildung/artikel/0403/06-aegypten/index.xml

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Kommentare zu diesem Artikel
marcel.keller E-Mail07.03.2004 um 17:18:23
bei den Multimediasachen funktioniert bei mir fast gar nix!

Gitta E-Mail07.03.2004 um 19:37:59
Das ist immer das gleiche Problem. Solche tollen Sachen werden scheinbar nur für Leute gemacht, die einen entsprechenden PC haben. Mit anderen Worten: eigentlich müsste man sich alle drei Monate neu ausrüsten. Ich frage mich ernsthaft, welcher Ägypter wohl in der Lage ist, die hübschen Bildchen zu betrachten.

Apophis09.03.2004 um 21:07:14
Das sieht mir nicht wie ein PC-Problem aus. Ich sitz hier mit einem 2,8 GHz PC hinter einer 34 MBit/s Leitung und trotzdem braucht der Shockwave Minuten um ein Bild aufzubauen. Ich würde sagen schlecht programmiert. Man hätte mal die Jungens von Second Story, die die Theban Mapping Seite gemacht haben, fragen sollen. Schade!



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