Ägyptologie-Blatt

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'Und ewig grüsst der Pharao'
Kritische Anmerkung zu ARD-Serie in der Frankfurter Rundschau
Von Gitta am 11.04.2004 um 13:28:58 

Rüdiger Heimlich setzt sich in der Frankfurter Rundschau kritisch mit dem neuen ARD-Vierteiler auseinander, der unter dem Titel "Die großen Ägypter" ab heute über die Fernsehschirme flimmert:

Vier historische Episoden aus verschiedenen Epochen des pharaonischen Ägypten inszeniert die Reihe "Die alten Ägypter". Die Schlacht von Megiddo (Sonntag, 11. April, 21.50 Uhr) erzählt die Geschichte des Fellachen Achmose, der unter Thutmosis III. Kriegsdienst gegen syrische Aufständische leisten muss. Die Grabräuber von Theben (12. April, 21.45 Uhr) gibt Einblick in das politische Leben im religiösen Zentrum Ägyptens. Der Mord im Tempel (14. April, 21.45 Uhr) berichtet von Reichtum und politischer Macht der Amun-Priester. Die Zwillingsschwestern von Memphis (16. April, 21.45 Uhr) beleuchtet das soziale Leben während der griechischen Epoche Ägyptens.

Der britische Produzent "Wall to Wall" hat zur Herstellung Einiges aufgeboten: 130 reale und virtuelle Schauplätze, 10.000 Requisiten und Architekturen aus der Retorte, 1.000 Statisten und 70 Schauspieler. Nach allem was man dazu hört und liest, wird es sich um eine Dokumentation auf Spielfilmniveau handeln.

Was Heimlich bemängelt ist die Ausblendung der Jetztzeit in derartigen Produktionen, das Reduzieren des Landes auf ein "Spaßbad mit historischem Themenpark". Auch Sphinx, Terra X, Schliemanns Erben oder Legenden der Geschichte seien Dokumentation, in denen der Zuschauer nichts über die Zeit zwischen Kleopatras Tod und Napoleon erfahre, nichts über den derzeitigen Zustand der Monumente.

Lediglich die aktuellen Auslandsjournale würden sich brennender Themen der Zeit annehmen.

nach einem Online-Artikel der Frankfurter Rundschau

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Kommentare zu diesem Artikel
heka-waset11.04.2004 um 14:41:13
Tja, aber das ist nu auch ein ganz anderes Feld der Betrachtung! Ich denke, es kann nicht ziel und Aufgabe einer "historischen" Doku sein über den heutigen Zustand zu informieren

user_maat_re E-Mail11.04.2004 um 23:27:38
seh ich auch so ... ich denk der gedanke bei dieser doku war wohl ... den leuten vor augen zu führen wie man sich das leben früher vorstellen könnte ... wie´s heute abläuft kann man ja aus besagten auslandsjournalen erfahren ...
bin skeptisch rangegangen (wie bei allen doku´s) ... habs angeschaut ... und geb offen zu ... bin positiv überrascht ...
bin gespannt wie die andren 3 teile sind ... speziell die "nachbauten" der alten heiligtümer ... mal schauen wie´s insgesamt umgesetzt wird

Gitta E-Mail12.04.2004 um 09:13:27
Ich fands auch gut gemacht und sehr unterhaltsam. Grobe Schnitzer in der Recherche sind mir nicht aufgefallen. Die Sprache ähnelte sogar der heute üblichen Transkription. Einmal meine ich sogar "m Auna" verstanden zu haben, also in Auna. Das passte dann auch zum Kommentar. Ansonsten habe ich allerdings nur "Bahnhof" verstanden

Gloria E-Mail13.04.2004 um 01:29:45
ich selbst bin ebenfalls von den ersten beiden teilen begeistert.es wirkt wirklich sehr real...ich finde es sehr interessant und sie haben auch geschaft alles so zu vermitteln,das man glaubte,im wahren ägypten zu sein.ich bin sehr gespannt auf die nächsten zwei teile...mal sehen ob sie auch so vielversprechend sind..obwohl ich nicht daran zweifle...

weisserkoch E-Mail13.04.2004 um 20:10:55
Eine sehr gelungene Produktion. Von der Aufmachung mal ganz anders und trotzdem interessant und authentisch. Toll ist auch die Personen in " Originalsprache" sprechen zu lassen, das gibt der Sendung noch ein gewisses Etwas.

Meretsegeret14.04.2004 um 08:35:11
Die Sprache war wohl "zweigeteilt". Neben den altägyptischen Zitaten aus dem jeweiligen Papyrus haben die Leute in den Spielszenen (neu-)ägyptische Umgangssprache gesprochen. So haben sie "as-salam aleikum" gesagt und nicht "em hotep" oder was Ähnliches.Allerdings waren die Unterhaltungen meistens von Kommentaren überdeckt, sodaß man nicht allzuviel verstehen konnte.
Die Idee, alte Berichte und Gerichtsprotokolle in Handlung umzusetzen, hat mir gut gefallen.

Gitta E-Mail14.04.2004 um 09:51:19
"Zweigeteilt" stimmt. Ist mir bei der Geburtsszene aufgefallen, als die "Hebamme" ein verzweifeltes "jalla, jalla" von sich gab. Davon abgesehen, auch nach dem zweiten Teil bin ich nicht enttäuscht. Das liegt sicher daran, dass man sich in der Dramaturgie so gut wie möglich an die historischen Aufzeichnungen hält, ohne zuviel rumzuspekulieren.



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