Ägyptologie-Blatt

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Kalabscha in neuem Glanz
Nubische Tempel werden nach Restaurierung wieder eröffnet
Von Gitta am 17.04.2004 um 19:44:42 

Wiedereröffnung der restaurierten Kalabscha Island Tempel
(nach einer Meldung von Egypt online)



Nach einer umfassenden Restaurierung - der ersten seit der Umsetzung der Anlagen durch die UNESCO - sollen die Tempel von Kalabscha im nächsten Monat wieder eröffnet werden.

Nach den Worten von Kulturminister Farouk Hosni erwartet die Besucher ein Open Air Museum aus den verschiedensten Epochen Ägyptens. Felszeichnungen von Tieren, Booten und Jagdszenen aus dem Alten Reich können ebenso besichtigt werden wie die zwei Tempel von Beit el-Wali und Gerf Hussein aus der Zeit Rameses' II. Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten zählen eine Stele von König Ahmose II. aus der 26. Dynastie, der Kalabscha Tempel selbst sowie der Kertassi-Kiosk aus ptolemäischer Zeit.

Hosni sagte, obwohl die Insel reich an antiken Monumenten ist und eigentlich im Herzen von Aswan liegt (der Hochdamm ist nur 750 m entfernt), wird sie von Touristen nur wenig frequentiert. Die Besucher des Staudammes sollten ihre Tour von dort aus direkt nach Kalabscha fortsetzen, und die Kreuzfahrtschiffe auf dem Lake Nasser sollen die Insel mit in ihr Programm aufnehmen. Hosni wies darauf hin, dass die installierte Beleuchtungsanlage auch den Besuch bei Dunkelheit zulasse.

Zahi Hawass, Chef des SCA, möchte durch gut ausgebaute Verbindungen zwischen den Monumenten einen organisierten Ablauf der Besichtigungstouren sicherstellen. Die Tour beginnt am Kalabscha Tempel, führt zum Kertassi-Kiosk und weiter nach Beit el-Wali und Beit el-Walada. Entsprechende Anlegestellen seien inzwischen vorbereitet, wobei auch die unterschiedlichen Wasserstände des Lake Nasser Berücksichtigung fanden. Verbindungswege und Tempel seien komplett beleuchtet, letztere auch deshalb, um Vögel und Fledermäuse fernzuhalten. Auf der rechten Seite des Kalabscha Tempels befanden sich durcheinandergewürfelte Felsbrocken, die mit Szenen des täglichen nubischen Lebens geschmückt sind. Die Stücke wurden nunmehr geordnet und mit in die Ausstellung einbezogen.

Der Sandstein-Tempel von Kalabscha stand ursprünglich in einem gleichnamigen Dorf 56 km südlich von Aswan, das mit dem Ansteigen des Nil nach Bau des Hochdammes in den Fluten versank. Der Tempel wurde seinerzeit abgetragen und auf einer felsigen Anhöhe in der Nähe von Aswan wieder aufgebaut.

Der Tempel von Gerf Hussein war bei der seinerzeitigen Rettungsaktion nicht mehr komplett; die einzelnen Blöcke lagen verstreut herum. Sie wurden eingesammelt und wieder zusammengeführt.

Der Beit el-Walada Tempel 55 km südlich von Aswan ist der älteste nubische Tempel Ramses' II. Der Bauplan ist sehr einfach: ein offener Hof und eine in den Fels gehauene Halle mit Sanktuar. Die Wände zeigen Siegesszenen des Königs nach Kämpfen mit Libyern und Asiaten.

Der Kertassi-Kiosk ist eines der schönsten nubischen Bauwerke - trotz seiner geringen Grösse von nur 25 qm. Er besteht aus einem Raum, der von vier Säulen mit floralen Kapitellen flankiert wird. Den Haupteingang im Norden schmücken zwei Hathor-Säulen.

Wer sich ein Bild von den Tempelanlagen machen möchte, sollte einmal in Sematauis Fotoalbum schauen, dem ich auch obiges "Titelfoto" entliehen habe.

Auch zu Beit el-Wali gibt es Bildmaterial: Asets Fotoalbum

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