Ägyptologie-Blatt

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Gräber der 1. Zwischenzeit bei Beni Suef
Update zu einem zwei Jahre alten Artikel
Von Gitta am 26.12.2004 um 23:34:10 

Vor etwa zwei Jahren erschien hier im Ägyptologieblatt ein Artikel über "Pharaonengräber" in Beni Suef, die keine sind. Am 25.11.2004 ist bei Egypt-online ein Artikel (im Original aus The Egyptian Gazette) mit einigen Fund-Details zu lesen:

In Herakleopolis ist ein spanisches Team damit beschäftigt, einen Beamtenfriedhof der Ersten Zwischenzeit freizulegen und die Gräber zu untersuchen. Die Gräber sind von sehr einfacher Architektur; die meisten bestehen nur aus einem einzigen rechteckigen Raum ohne Grabschacht.

Das wichtigste Grab gehört Khete, Aufseher der Ländereien und Siegelträger von Unterägypten. Es scheint so, als sei dort auch seine Frau Merit, Friseuse des Königs (eine Berufsbezeichnung, die mich etwas erstaunt), beigesetzt worden. Innerhalb des Grabes fanden sich zwei Stelen in Form von Scheintüren und ein Altar (wahrscheinlich ein Opfertisch).

Zwei weitere Gräber haben kuppelförmige Decken. In einem, dessen Größe mit 1 x 3,20 m angegeben wird, fand man menschliche Überreste. Das zweite, etwa 60 cm x 2,10 m große Grab enthielt eine große Anzahl von Scherben und ebenfalls menschliche Überreste. In beiden Gräbern fanden sich Kanopen für die Eingeweide der Verstorbenen. Die Kanopendeckel tragen die Köpfe der vier Horussöhne.

Ein Grabkomplex ist mit dem Titel "Sekretär und einziger Freund des Königs" gekennzeichnet; der Name wird nicht erwähnt. Es ist ein Felsgrab mit Kapelle und Opferraum. Darstellungen an den Wänden zeigen den Verstorbenen in Begleitung von Göttern und vor Behältnissen für die sieben heiligen Öle. Auch ein Harfenspieler ist dargestellt. Die Kapelle ist klein; sie befindet sich in der Nordostecke des Grabes. Auch hier wurde Keramik gefunden. Im Opferraum befanden sich viele Scheintür-Stelen mit Reliefs, in denen Osiris und Anubis erwähnt werden. Eine Anzahl von Fayence-Uschebtis repräsentiert den Prieser Ipi.

Anthropologische Untersuchungen an den menschlichen Überresten ergaben, dass die Menschen etwa 1,60 bis 1,70 m groß und von starker Physis waren. Letzteres gilt besonders für die männlichen Personen. Das Durchschnittsalter war 40 bis 45 Jahre. In Bezug auf Krankheiten fanden sich Spuren von Brucellose (Maltafieber), Tuberkulose, Lepra und Syphillis.

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