Ägyptologie-Blatt

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Hier hat Kleopatra die Hosen an
Studium diverser Stelen in Peking brachten Überraschendes
Von Gitta am 02.10.2005 um 19:20:23 

Vor etwa einem Jahr wurde Professor Willy Clarysse, Katholische Universität Leuven, gebeten, sich einer Kollektion ägyptischer Artefakte im Museum der Universität Peking wissenschaftlich anzunehmen. Die Stücke gehören zu einer Sammlung, die der chinesische Botschafter in Kairo Duan Fang im frühen 20. Jahrhundert zusammengetragen hatte. Eine geplante Ausstellung der Stücke in Europa konnte wegen der Revolution nicht mehr stattfinden und Duan Fang selbst wurde 1911 ermordet.

Clarysse fand im Pekinger Museum über 50 Stelen und 60 Kohlestiftpausen vor. Eine der Stelen zeigt Kleopatra VII. im Ornat eines (männlichen) Königs. Datiert wird das Stück auf etwa 50 v.Chr., also auf die frühen Jahre der Königin. Es gibt bereits zwei weitere Stelen mit ähnlicher Darstellung.

Der ansonsten nicht weiter belegte und für Kleopatra sehr ungewöhnliche Auftritt als männliche Person führt nun anscheinend zu Spekulationen und Vergleichen mit Hatschepsut. Clarysse selbst ist jedoch davon überzeugt, dass es sich ganz einfach um umgearbeitete Darstellungen von Ptolemaios XII., dem Vater Kleopatras, handelt. Seine Regentschaft dauerte bis 51. v.Chr. Die Handwerker hätten lediglich den Namen geändert, die Umarbeitung einer männlichen in eine weibliche Person sei ihnen dann jedoch wohl zu schwierig gewesen.

Das Ergebnis von Clarysses Bearbeitung wird im nächsten Jahr in einer Ausgabe der "Antiken Welt" nachzulesen sein.

Diverse Online-Artikel zu diesem Thema in
pravda.ru
discovery.com (mit Fotos)
hindustantimes.com

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