Ägyptologie-Blatt

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Massiver Mumien-Schwindel nach 2000 Jahren entdeckt
CT-Untersuchungen an Mumien
Von Iufaa am 23.06.2006 um 23:34:21 

Guardian Unlimited, M. Kennedy, Mittwoch, der 21. Juni 2006

Moderne medizinische Technik hat nach mehr als 2000 Jahre die Schurkerei von Krokodilmumien-Verkäufern aus Hawara aufgedeckt, bei der diese sich der Verordnung eines Pharaos widersetzten und ordentlich gewickelten Müll in einen netten kleinen Verdienst verwandelten.

Vor der Wiedereröffnung der ägyptischen Galerien am Fitzwilliam Museum in Cambridge in diesem Monat brachten die Museumskuratoren ihre Tier- und Menschen-Mumien ins Addenbrooke-Hospital der Stadt. Die Mumien bilden ein Teil der berühmten internationalen Sammlung des 1816 gegründeten Museums, die einen Wert von ca. 1.5 M £ hat.

Die Untersuchungen werden weitergeführt, nachdem die Mumien im  CT  gescant wurden, aber die ersten Ergebnisse sind erschreckend. Zwei als Baby-Krokodil geformte Mumien wurden beim Tempel von Hawara an Gläubige am verkauft, die diese als Gabe an den Gott Sobek rituell begraben wollten. Es gab allerdings schon früher Probleme mit den Tiermumienverkäufern: ein pharaonisches Dekret verfügte bereits ein Jahrhundert früher, dass jede Mumie den Körper eines Tieres enthalten sollte.

Die Kätzchen-Mumie des Museums enthielt tatsächlich eine sehr kleine Katze, und es gab einen heiligen Ibis innerhalb einer wundervollen, wohldurchdachten Mumienbandage. Den Krokodilmumien mangelte es jedoch erschreckend an Krokodilen: eine enthielt einen Wirbelknochen, die andere eine Handvoll Stroh, Lumpen und Schlamms ohne auch nur ein Stück Krokodil.

Die einzige menschliche Mumie des Museums, beschafft durch Flinders Petrie am Anfang des 20. Jahrhunderts, ist außergewöhnlich. Sie kommt aus dem Fayum, wo sich die Kulturen des antiken Griechenlands, Roms und Ägyptens trafen, ägyptisch-artige Mumien hervorbrachten, manchmal mit Inschriften auf Griechisch, und dekoriert mit schönen Portraits in Wachsmaltechnik.

Archäologen haben seit ihrer Entdeckung darüber gestritten, ob die Bildnisse von Männern, Frauen und Kindern idealisierte Darstellungen oder echte Abbilder waren. Obwohl eine Rekonstruktion des Kopfes einer Frau für das britische Museum eine große Ähnlichkeit mit ihrem Portrait zeigte, offenbaren die Tests von Cambridge eine eher traurigere Wahrheit.

Die Mumie vom Fitzwilliam-Museum zeigt das Bild eines strahlenden hübschen bärtigen jungen Mannes mit einem Kranz von Blattgold im dunklen lockigen Haar. Die CT-Scans zeigen jedoch, dass der Körper im Inneren eine Katastrophe ist: Rücken und Hals sind nach Tode zerbrochen, der Kopf lag zerquetscht auf die Brustkasten, und anscheinend wurde der Körper so lange vor der Einbalsamierung liegen gelassen, dass nur noch die Haut auf den Innenschenkeln erhalten blieb. Die Untersuchungen werden fortgesetzt, um zu versuchen, sein Alter zu ermitteln und was ihn umbrachte.

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Kommentare zu diesem Artikel
naunakhte24.06.2006 um 08:59:42
Warum "offenbaren die Tests von Cambridge eine eher traurigere Wahrheit"?
Der Zustand dieser Mumie ist doch egal bei der Frage ob es sich reale oder ideale Portraits handelt. Man nimmt ja wohl nicht an, dass die Portraits den Toten nach seinem Tod zeigen?

ta_ian.t26.06.2006 um 12:12:39
Kein pharaonisches Dekret spricht von "Tiermumienverkäufen". Natürlich gibt es "Sammelbündel" mit Resten aller möglichen Tiere, die es am "Aufzuchtplatz" gab. Allerdings wurde zwischen den heiligen Tieren differenziert (hlg. Herde - hlg. Einzeltier etc.).
Und Zahlungsbelege wurden auch nicht in die Tiermumien gewickelt, die im CT sichtbar und somit diese "Verkäufe" an Gläubige belegen könnten...



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