Ägyptologie-Blatt

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Wurden antike Objekte von Ägyptern nach Malta gebracht, nicht von Händlern?
Artikel von Natalino Fenech
Von Iufaa am 13.01.2007 um 20:06:52 

N. Fenech berichtet in  der Times of Malta am 11. Jan. 2007:

Zwei Mitglieder der Ägyptologischen Gesellschaft Maltas verfolgen die Theorie, dass die vielen in Malta ausgegrabenen alten ägyptischen Objekte von den Ägyptern selbst, und nicht, wie allgemein angenommen, von Händlern gebracht wurden.
In einem Artikel betitelt „Erreichten die alten Ägypter jemals Malta?“, veröffentlicht in der Zeitschrift des ägyptischen Zeitschrift Egyptological Journal, analysieren Anton Mifsud und Marta Farrugia in Malta gefundene ägyptische Objekte und gingen durch altes und kürzlich veröffentlichtes Material, um ihre Beschlüsse zu stützen.

Dr. Mifsud und Frau Farrugia behaupten, dass wegen ihres Glaubens an das Leben nach dem Tod sich die alten Ägypter äußerst dagegen sträubten, ihr Land zu verlassen, um Meilen weg vom Haus zu leben und vielleicht zu sterben. Jedoch lockten Krieg und Handel mit den Völkern und Inseln des östlichen Mittelmeerraumes die Ägypter aus ihrem Heimatland.
Die Autoren weisen darauf hin, dass, obwohl immer angenommen worden ist, dass es die Phönizier waren die die frühsten ägyptischen Objekte nach Malta brachten, die gefundenen Objekte einen Zeitraum abdecken, der vor der Ankunft der Phönizier im achten Jahrhundert v. Chr. zurückdatiert.
Das älteste ägyptische Objekt datiert ins Ende des dritten Jts. v. Chr. - 400 Jahre vor der Ankunft der Phönizier, und daran anschließend findet man Objekte aus verschiedenen ägyptischen Perioden bis ins achte Jahrhundert v. Chr.
So wurde 1713 eine ägyptische Triade (unten) von Göttern in einer verlassenen archäologischen Stätte gefunden, die in die 18. Dynastie datiert worden ist. Die Statue wurde vom berühmten deutschen Ägyptologen Carl Lepsius beschrieben, der sich auf dem Wege nach Ägypten 1842 in Malta anhielt. Ähnliche Triaden sind in Kairo und Theben in Ägypten gefunden worden.


Vier ägyptische Grabstelen wurden 1829 unter den Fundamenten einer Villa aus der Mitte des 17. Jahrhunderts auf einem Küstenvorsprung am Großen Hafen gefunden. Diese Grabstelen wurden später von der berühmten Ägyptologin Margaret Murray untersucht, die sie in die 12. Dynastie (1991-1802 v. Chr.) datierte, und entschied, dass sie, aufgrund der Lage, in der sie ausgegraben worden sind, schon vor langer Zeit auf die Insel gebracht worden seien.
Dr. Murray verwies auch andere Analogien zwischen dem antiken Malta und Ägypten, wie die spiralförmige Dekoration, die in den frühen Tempeln Maltas so häufig ist, und die in Ägypten auf Mistkäfern der 12. Dynastie ebenso häufig auftritt.
Dr. Murray führte auch Ausgrabungen an verschiedenen Stätten in Malta durch. In ihrem Bericht von 1928 identifizierte sie mehrere andere ägyptische Objekte, die in Fels-Gräbern an verschiedenem Orten gefunden wurden. Der bedeutendeste Fund war ein Ring mit einem Skarabäus, der den Namen von Sobek-hetel trägt, der in die 13. Dynastie datiert.

Dr Mifsud und Frau Farrugia stellen fest, dass eine Reihe anderer ägyptischer Objekte in Malta gefunden wurde: Mehrere Fayence-Perlen wurden in den Tempeln Tarxiens ausgegraben und in die 18. ägyptische Dynastie datiert.
"So wie die Phönizier während des späten ersten Millenniums v. Chr. in die Einfuhr von ägyptischen Objekten nach Malta beteiligt waren, könnten andere zwischen der 12. und 18. Dynastie beteiligt gewesen sein.
"In dieser Zeit waren die minoischen Kreter und des Mykener des griechischen Festlandes die aktivesten Seeleute im östlichen Mittelmeer" so Dr Mifsud und Frau Farrugia.

In vorgeschichtlichen Graffiti auf zwei Kalkstein-Platten in den jungsteinzeitlichen Tempeln von Tarxien finden sich auch Hinweise auf ägyptische Schiffe, die es bis nach Malta schafften.

"Obwohl es möglich war, dass Mykener als Zwischenhändler die alten ägyptischen Objekte nach Malta brachten, ist es so ebenso wahrscheinlich, dass die alten Ägypter selbst dafür verantwortlich waren, und die Objekte während des Mittleren und Neuen Königreiches selbst auf den maltesischen Inseln brachten." schließen Dr Mifsud und Frau Farrugi.

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Kommentare zu diesem Artikel
Ti02.02.2007 um 12:06:41
War gerade bei wikipedia. Anscheinend gibt es auf Malta keine nennenswerten Bodenschätze und das trockene Klima macht den Anbau von Lebensmitteln auch nicht besonders lukrativ. Also (sofern das auch früher schon so war), womit wurde (wenn) gehandelt und was zog Ägypter (möglicherweise) dorthin?
Bin für jede Idee dankbar.

Liebe Grüße Ti



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