Ägyptologie-Blatt

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Unknown man E = Pentawer?
Neue Untersuchungen durchgeführt
Von Iufaa am 10.11.2008 um 12:14:02 

K. Night befasst sich in einem Artikel in Mail online mit der rätselhaften Mumie "Unknown Man E", die Maspero 1886 u.a. aus der Cachette in DeB geborgen hatte.

Der Körper eines jungen Mannes weist zahlreiche Besonderheiten auf:
- bestattet in einem Schafs- oder Ziegenfell, das als "unrein" galt,
- wurde der Leichnam nicht nur namenslos "bestattet",
- der kontrahierte Magen ließ den untersuchenden Arzt, D. Fouquet, vermuten, dass der Mann vergiftet worden war, wozu auch
- der schreiend geöffnete Mund beitrug.
Fouquet fand keinen Leibschnitt und ging daher davon aus, dass die Eingeweide nicht wie üblich entfernt worden waren. Das Alter schätzte er auf ca. 20 Jahre.

Es gibt zahlreiche Vermutungen, wer dieser Mann gewesen sein könnte, u.a. vermutete man in ihm den hethitischen Prinzen, um den die Witwe des Tutankhamun, Ankhesenamun, gebeten hatte, oder einen ägyptischen Würdenträger, der im Ausland verstorben und ohne die übliche "Mumienbehandlung" zur Bestattung nach Ägypten gebracht worden sei.

Schon früh wurde auch vermutet, hier könne es sich um die sterblichen Überreste von Prinz Pentawer handeln, Sohn Ramses III. und der Königin Tiy, der zusammen mit seiner Mutter und anderen Höflingen an einen Anschlag auf den Pharao beteiligt war, der ihn auf den Thron bringen sollte. Der Verrat flog allerdings schnell auf. Zum Tode verurteilt erlaubte man ihm - nach den Berichten wg. seiner kgl. Herkunft - Selbstmord zu begehen - vermutlich durch Einnahme von Gift.

Lange Zeit schien die Altersbestimmung der Mumie aber nicht zu Pentawer zu passen. Gerichtsmedizinische Untersuchungen ergaben jetzt jedoch abweichende Daten:
- das Alter ist höher anzusetzen, bis etwa 40 J., was zu dem Prinzen besser passen würde,
- die Eingeweide sind, wie in dieser Zeit üblich, entfernt worden,
- die Rekonstruktion des Gesichts ergab eine Merkmale, die mehr zu einem Ägypter und weniger zu einem Hethiter passen (sollen).

Hierzu lohnt es sich auch, den folgenden Artikel von Bob Brier in Archaeology zu lesen. De facto ist man jetzt also wieder bei der Zuordnung, die Maspero schon vermutet hatte.

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