Ägyptologie-Blatt

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Gefahr für die Gräber im TdK
Dekoration in 150 bis 500 Jahren zerstört
Von Iufaa am 19.08.2009 um 11:28:34 

In einem Interview mit The Australian betonte Zahi Hawass erneut die Gefahr für die Gräber im Tal der Könige und der Königinnen durch den Massentourismus.

Besonders die von den Touristen in die Gräber verbrachte Luftfeuchtigkeit fördert das Wachstum von Flechten und Pilzen an den Wänden. Als Konsequenz hat sich die ägyptische Altertumsbehörde bekanntlicherweise entschlossen, einige Gräber (Sethos, Nefertari, Tutanchamun) nicht mehr für Touristen zugänglich zu machen und durch Nachbauten zu ersetzen. Die notwendigen Arbeiten dazu sind im Gange. Daneben laufen entsprechende Arbeiten zur Ausrüstung anderer Gräber mit modernern Belüftungsanlagen, wie bereits in KV57 erfolgt.

Es darf vermutet werden, dass, wenn sich diese Belüftungseinrichtungen als nicht ausreichend zum Schutz der Gräber erweisen sollten, weitere Gräber dauerhaft geschlossen werden.

Darüber hinaus muss man aufgrund der Beobachtungen in der Höhle von Lascaux, die 1963 wg. der eintretenden Schäden an den Malereien, ausgelöst durch Massenbesuche von Touristen (1960 rund 1800 an manchen Tagen), geschlossen wurde, ähnliche Ereigniss in den Gräbern auf der Westbank befürchten. Die aus der Atemluft kondensierte Feuchtigkeit führte in der Höhle von Lascaux zu einem massenhaften Algenwuchs.
Nach der Installation einer Belüftungsanlage in der geschlossenen Höhle Anfang der 90iger Jahre kam es zu einem Befall mit verschiedenen Pilzorganismen, die auch durch die Anwendung "chemischer Keulen" in Sprühaktionen bis jetzt nicht beseitigt, sondern anscheinend nur "stabilisiert" worden sind.
Quelle: Die Angaben wurden frei zitiert aus einem Artikel in der FAZ von heute.

Angesichts dieser Erfahrungen ist die erneute Schließung von KV57 u.a. Gräbern wohl nur eine Frage der Zeit.


Ein weiterer Bericht dazu von Nevine El-Aref findet sich auf Al-Ahram Weekly. In dem Bericht fällt besonders das Missverhältnis in den Besucherzahlen diverser Gräber auf. Laut Hawass konzentrieren sich die Besucherströme auf die bekannteren Gräber, von den geöffneten Gräber wurden 13 Gräber von Touristen ignoriert und daher nicht besucht. Der Versuch, die Touristenströme durch das Schließen von Gräbern ein wenig zu steuern, ist da naheliegend.

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Kommentare zu diesem Artikel
Meritay22.08.2009 um 00:06:09
Bleibt nur eins: Gummianzüge und Luft anhalten! Nein, im ernst: würde der Tourismus nicht stark zurück gehen? Es wäre natürlich schlimm, wenn die "Attraktionen", die Touristen anlocken, gerade durch den Tourismus zerstört werden. Es ist dasselbe, wie mit Stränden, Korallenriffs, etc. Könnte sich das Ganze nicht über Voranmeldungen der Besichtigungen (Gruppen) innerhalb festgelegter Zeiträume regeln lassen? Preiserhöhungen? Also ich würde das Grab Tutanchamuns schon gerade wegen der Menschenmassen meiden - ist nichts für mich und gutes Sichten des Grabes  ist unter solchen Bedingungen auch nicht mehr drin.



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