Ägyptologie-Blatt

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MMA gibt Objekte zurück
19 Objekte aus dem Grabe Tutankhamuns
Von Iufaa am 11.11.2010 um 12:25:02 

derStandard meldet, dass das Metropolitan Museum of Arts (MMA), New York, 19 Objekte an Ägypten zurückgeben wird, die vermutlich aus dem Grabe Tutankhamuns stammen.

Hawass ist natürlich "voll des Lobes".

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Kommentare zu diesem Artikel
Pat-Sachmet12.11.2010 um 23:24:46
Super! Und wo bitte steckt er die Objekte hin?
Das Museum in Kairo platzt aus allen Nähten!!!!
Warscheinlich macht er viel wertvollerer Objekte einfach weg, um Tuts Sachen zu Exponieren.
Wie man sieht, ich bin gegen sowas, jedenfalls solange Ägypten dass Museum nicht vergrößert!

Ipetsut E-Mail13.11.2010 um 10:45:57
Ich bin ebenfalls gegen eine derartige Rückgabeaktion. Wo sind hier die Grenzen, welche Stücke können in den Museen bleiben und welche müssen wieder zurück nach Ägypten? So gibt es Beispielsweise im Metropolitan Museum einmalige Objekte aus dem thebanischen Grabschatz der drei Gemahlinnen Thutmosis III., die ohne Zweifel aus Raubgrabungen stammt. Müssen jetzt auch diese Stücke zurückgegeben werden?
Meiner Meinung nach gibt es andere und bessere Lösungen für diese Problematik. Die Stücke könnten durchaus offiziell an Ägypten zurückgegeben werden, verbleiben jedoch als Dauerleigabe in den jeweiligen Museen der Welt.
Eine gute Frage ist auch, was Ägypten mit all den zurückgegebenen Stücken machen möchte. Sollen gigantische Lagerhallen gebaut werden in denen die Objekte magaziniert werden sollen? Reizlos ist es Fraglos, alle Stücke in Kairo auszustellen. Selbst beim größten Kunstliebhaber setzt die Langeweile ein, wenn er 1000 oder mehr, fast identische Vasen, Uschebtis etc. in einer überfüllten Vitrine betrachten muss. Es ist meines Erachtens auch heute sinnvoll Kunstsammlungen in den großen Zentren der Welt, einem breiten Publikum, zugänglich zu machen. Kairo und Hawass haben kein Monopol auf pharaonische Kultur. Es handelt sich um ein Erbe der gesamten Menschheit und nicht um ein Exklusivrecht eines modernen arabisch-islamischen Staates. Darüber hinaus sind die westlichen Staaten, durch die Erforschung-, Sammlungs- und Entdeckungsgeschichte der letzten 200 Jahre, ein Bestandteil der altägyptischen Kultur geworden. Ohne die großen Wissenschaftler des Westens, privaten Mäzen und Sammler wüsten wird so gut wie nichts über die pharaonische Kunst und Kultur. Auch diese Seite der Medaille sollte unbedingt bei Diskusionen über Rückgabeforderungen berücksichtigt werden. Danach ist es geradezu lächerlich, dass das Metropolitan Museum 19 Kleinstobjekte an Ägypten zurückgibt bzw. Kairo dessen Herausgabe verlangt!


Pat-Sachmet14.11.2010 um 11:11:30
Ich teile deine Meinung absolut. Ich finde auch, die Objekte sollten einen breiten Publikum zugänglich sein. Nicht jeder kann es sich leisten nach Ägypten zu reisen, z.B., aber Berlin wäre da erschwinglicher.

FranzKlarner15.11.2010 um 17:41:32
Ich teile die hier wiedergegebenen Meinungen in keiner Weise.

Die Objekte sind und bleiben Eigentum des ägyptischen Volkes. Sie gehören nach Ägypten.

Die "Welt" könnte sich Gedanken darüber machen wie eine sachgerechte Verwahrung aussehen könnte. Sie sollte auch darüber nachdenken wie eine solche Konservierung in Ägypten finanziert werden könnte.

Einen Anfang hat die UNESCO bereits damit gemacht - nämlich Schaffung des größten Freilichtmuseums der Welt in Luxor.


Ipetsut E-Mail15.11.2010 um 21:08:05
Warum sollten Objekte aus pharaonischer Zeit Eigentum einer islamischen Bevölkerung sein, die heute in Ägypten lebt? Da würde mich doch sehr das ein oder andere Argument interessieren!

Müssten demnach auch pharaonische Kunstwerke die im Sudan, Israel, Jordanien, Syrien, Zypern Kreta und so weiterund sofort gefunden wurden, ebenfalls an den modernen Staat Ägypten zurückgegeben werden! Bestimmt wäre auch ein Abtransport der Obelisken in Rom eine hoch interessante Aktion!

Die „Welt“ muss nicht über eine Verwahrung von Kulturgütern nachdenken, welche sich in den großen Museen in New York, London Paris, Berlin etc. befindet, denn diese werden optimal gelagert, konserviert, ausgestellt und wissenschaftlich ausgewertet. Im Übrigen nimmt der moderne Staat Ägypten

neith16.11.2010 um 14:34:40
Originale sollten dem jeweiligen Land gehören aus dem sie stammen. Man kann heute auch schöne Kopien den Artefakte machen, mit einer kleinen Notiz wo das echte Stück zu bestaunen ist. Ich seh mir lieber in Kairo die Ausstellungsstücke der Pharaonen an, schon allein zu wissen dass sie dort daheim sind. Schaut mal in das Buch "Nofrete will nach Hause"  Gert v.Paczensky/H. Ganslmayr C.Bertelsmann  Verlag wieviel die Kolonialmächte so in der Welt geklaut haben, auf allen Kontinenten.

Ipetsut E-Mail16.11.2010 um 19:53:41
Selbstverständlich sind mir die populäre Bücher von Paczenskyn/Ganslmayr „Nofretete will nach Hause“ oder von Ehlebracht „Haltet die Pyramiden fest“ bekannt und habe sie gelesen. Beide sind sehr einseitig und reiserisch verfasst; nicht um Objektivität bemüht.

Es darf nicht vergessen werden, dass viele Objekte die vor über 100 Jahren Ägypten verlassen haben „gerettet“ wurden. Hätten sie das Land damals nicht verlassen ist fraglich ob sie überhaupt noch existieren würden. Viele Kunstwerke kamen ganz offiziell durch Fundteilung in die Museen, eine bis vor wenigen Jahrzehnten übliche Praxis. Übrigens auch die berühmte Büste der Nofretete gelangte so völlig legal und juristisch korrekt nach Berlin.  Auch wurde von Ägypten vieles in den letzten 150 Jahren verschenkt oder/und verkauft.

Das ist mit dem Satz „Originale sollten dem jeweiligen Land gehören aus dem sie stammen“? Ist damit gemeint wo sie hergestellt wurde, oder wo sie sich die längste Zeit befanden, oder wo sie entdeckt wurden, oder welches Land sie gekauft hat …..?

Wie soll beispielsweise antiken Funden behandelt werden, die vor 1945 in Ostdeutschland ausgegraben wurden; zur damaligen Zeit deutsches Staatsgebiet, heute Polnisch? Müssen diese Objekte, die sich jetzt in deutschen Museen befinden, an Polen übergeben werden. Und was ist mit heutigen Funden, die auf ehemaligem deutschem Staatsgebiet gemacht werden. Gehören diese jetzt Polen oder Deutschland.

So lassen sich hunderte Beispiele weltweit aufführen.

Was ich jedoch damit sagen möchte; eine simple Forderung nach Rückgabe und eindeutige Besitzverhältnisse archäologischer Kunstwerke gibt es nicht.

Den Ansatz, archäologische Kunstwerke sind ein Erbe der gesamten Menschheit und können daher in Museen weltweit ausgestellt und wissenschaftlich bearbeitet werden wesentlich besser.

FranzKlarner16.11.2010 um 22:20:29
Ägypten wird seine Objekte zurückbekommen. Ebenso wie der Irak in dem während des Golfkrieges das Baghdad Museum von US Soldaten geplündert wurde. Der Westen wird einsehen (müssen), dass die Zeiten des Kolonialismus vorbei sind.

M.S._jun.17.11.2010 um 01:23:52
Das mag sicherlich für die jüngsten Antiken-Diebstähle gelten …
Ansonsten bin ich ganz der Meinung von Neb-Maat-Ra.
Ich selbst habe, durch einen Zufall, den Polizeichef des Kairoer Museums, Muhamed Ali (der heißt wirklich so und ist genauso ein Brecher), vor 7 Jahre kennen gelernt (wir haben einen gemeinsamen guten Freund in meiner Heimatstadt Hamburg). Dadurch hatte ich gerade im letzten September, sagen wir es einmal so, eine „Sonderführung“ durchs Museum. Bei allen Göttern: Die sind überhaupt nicht mehr in der Lage, etwas Neues aufzunehmen und dann noch wissenschaftlich zu bearbeiten.
Und das neue Museum? Fertigstellungstermin 2 …
Grüße aus der Wüste von New Mexico
Mic
(Holloman AFB)    

Pat-Sachmet17.11.2010 um 12:36:22
Der Westen wird einsehen (müssen), dass die Zeiten des Kolonialismus vorbei sind.

Mir ist nicht ganz klar, was dieser Satz zu bedeuten hat, in diesem aktuellen Bezug.
Mir machen da die privaten, anonymen " Grabräuber", die sogenannten Kunstsammler, die auf ilegalen Wegen sich Kunstwerke beschaffen und bei sich das ganze Bunkern!
Ägypten wird noch lange nicht in der Lage sein, leider, genug Platz und Fachpersonal zu organisieren, um ihre Kunstwerke würdig auszustellen und zu pflegen. Und es liegt nicht alleine an Geld, das ist ja wohl bekannt.

Ipetsut E-Mail17.11.2010 um 21:52:20
Hallo Pat-Sachmet,

was hat dieses Thema überhaupt mit Kolonialismus zu tun? Und wer soll um Himmels willen Kunstwerke „Bunkern“?

Selbstverständlich ist „Grabraub“ und  illegaler Kunsthandle verwerflich, kriminell und juristisch zu Anden. Keine Frage, da bin ich völlig Deiner Meinung!

Doch muss man klar differenzieren und darf kann nicht einfach alles in einen Topf werfen. Es gibt einen absolut legalen Kunsthandel und es gibt seröse Kunstsammler und Förderer. Schwarze Schafe gibt es natürlich, wie überall, leider auch hier. Doch stellen kriminelle Machenschaften im Kunstmarkt die absolute Ausnahme dar.

Übrigens konnte man bis weit in die 80er Jahre hinein ganz legal pharaonische Kunstwerke in Ägypten erwerben und mit einem staatlichen Zertifikat versehen ausführen.
Eine Praxis, welche heute aus verschiedenen Gründen nicht mehr möglich ist. Aber deshalb kann und darf man doch um Himmels willen den Handel von Objekten, welche bis in der 80er Jahre das Land legal verlassen haben, heute nicht kriminalisieren!

Man könnte glauben, Ägypten von den Mächten der Welt geplündert worden und fast kein pharaonisch bedeutendes Objekt befindet sich heute noch am Nil. Das ist absolut lächerlich. Es mag ohne Zweifel bedeutende Kunstwerke aus pharaonischer Zeit in London, Berlin, Paris, New York, Turin etc. geben, aber die wahren Schätze befinden sich in Kairo. Das Museum dort Platz aus allen Nähten von Kunstwerker der absoluten Spitzenklasse. Ein Kunstinteressierterer benötigt mindestens eine gute Woche, will er alle Objekte im Nationalmuseum bewusst sehen und erleben. Angesicht dieses Situation, und so kommen wir auf die ursprüngliche Aussage zurück, ist es einfach ein Witz, wenn Ägypten zweit oder drittklassige Objekte zurückerhält. Hier geht es wohl eher um Politik!

Da machst Du Dir dies schon recht einfach und bedienst ein Klischee, welches es so nicht gibt. Antworten und Lösungen sind hier wesentlich vielschichtiger und komplexer. Denk mal darüber nach!

Pat-Sachmet18.11.2010 um 12:55:41
Der Satz mit dem Kolonialismus stammt nicht von mir und ich habe lediglich das ilegale an sich angeprangert und nicht das legale Kunstsammeln. wie kommst du darauf das ich es in einem Topf geschmissen habe?
Ja, genau, Politik, das stimmt.
vielleicht liest du mal genauer was die Leute schreiben?
(Warscheinlich macht er viel wertvollerer Objekte einfach weg, um Tuts Sachen zu Exponieren.) Diesen Satz/ Aussage meinte ich auch genauso wie es da steht und deckt sich mit deine Aussage: und so kommen wir auf die ursprüngliche Aussage zurück, ist es einfach ein Witz, wenn Ägypten zweit oder drittklassige Objekte zurückerhält...



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