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  Ägyptologie Forum
   Ägyptische Götterwelt (251)
   Verehrung Isis (8)
  Autor/in  Thema: Verehrung Isis
uschebti (Gast)  
Gast

  
Verehrung Isis 
« Datum: 19.05.2002 um 19:00:57 »     

Hallo community,

ich hätte gerne gewußt seit wann Isis (Schutzgöttin), im Alten Ägypten wirklich verehrt wurde.

(Isis: Sie besaß magische Heilkräfte, zeitweilig auch mit negativem Racheaspekt. Gemeinsam mit ihrer Schwester Nephthys beschützte sie die Toten im Diesseits in ihren Sarkophargen, etc.)

Dem Osiris-Mythos zufolge gab es Isis schon vor langer Zeit und ich weiß , dass sie am längsten von allen altägyptischen Gottheiten verehrt wurde.

Doch seit wann wird sie verehrt ? Von Anfang an ?
bzw., stimmt es, dass sie anfangs einen so schlechten Ruf hatte (s.o), dass es anfangs garnicht zu einer Verehrung kam ?

danke für feedback & gruss uschebti
Aset  
Gast

  
Re: Verehrung Isis 
« Antwort #1, Datum: 20.05.2002 um 00:00:24 »     

Hallo Uschebti

Die Herkunft der Isis ist unklar, wie bei den meisten alten Göttern in Aegypten. Ob sie allerdings am längsten von allen Göttern verehrt wurde, wage ich zu bezweifeln. Sie war schon sehr früh mit Osiris verknüpft, aber ob dies original ist, oder ob sie da die Hathor überlagerte ist nicht gesichert. Es gibt zumindest einen alten Text, der Hathor als Gefährtin des Osiris und Mutter des Horus bezeichnen.

Bei allem was ich bisher über Isis gelesen habe, ist mir nirgends eine Stelle untergekommen, die auf einen schlechten Ruf deuten liesse.
Am besten liest du wahrscheinlich mal diesen Thread. Da wurde Isis schon recht ausführlich behandelt.

Liebe Grüsse
Aset


« Letzte Änderung: 20.05.2002 um 13:19:35 von Aset »
> Antwort auf Beitrag vom: 19.05.2002 um 19:00:57  Gehe zu Beitrag
Ra  maennlich
Member

  

Re: Verehrung Isis 
« Antwort #2, Datum: 20.05.2002 um 05:33:58 »   

Hi!

Interessant finde ich ja, dass der Kult auch von den Römern eingeführt wurde. Welche Unterschiede finden sich eigentlich in der römischen und in der ägyptischen Verehrung?

Cioa Ra
> Antwort auf Beitrag vom: 20.05.2002 um 00:00:24  Gehe zu Beitrag
Aset  
Gast

  
Re: Verehrung Isis 
« Antwort #3, Datum: 20.05.2002 um 13:17:19 »     

Hallo Ra

Der Isis-Kult ist nicht in direkter Linie von den Römern übernommen worden. Zuerst herrschten die Griechen über Aegypter und erst danach kamen die Römer. Durch die griechische Herrschaft in Aegypten veränderte sich bereits einiges. Isis wurde in dieser Zeit zu einer Art Universalgöttin und Göttermutter. Wie zuvor im ägyptischen Glauben, wurde sie mit verschiedenen griechischen Göttinnen verschmolzen. Auch die griechischen Darstellungen der Göttin wichen massiv von den ägyptischen ab. Was schliesslich nach Rom gelangte, hatte ausser dem Namen nicht mehr viel mit der ursprünglichen Isis gemeinsam.

Der Isis-Kult war in Rom anfänglich verpönt. Der Senat und die Kaiser lehnten ihn ab und verboten ihn sogar teilweise. Heiligtümer wurden geschlossen und zerstört. Auf Grund von sittlichen Verfehlungen der Isis-Priesterschaft wurde die Isis-Gemeinde von Tiberius sogar verfolgt. Die sittlichen Verfehlungen sind wohl eher der damaligen Zeit zu zuschreiben als der besonders freizügigen Ethik der Priesterschaft. Erst unter Caligula begann der Isis-Glaube in Rom wirklich Fuss zu fassen. Von dort aus wurde er durch ganz Europa getragen. Zeugen davon sind noch heute Inschriften in Kirchen (z.B. Köln, Metz oder Baden-Wettingen)

Falls dich das Thema interessiert, kann ich dir folgendes Buch empfehlen:
Titel: Göttinnen grosser Kulturen
Autor: Vera Zingsem
Verlag: dtv (Deutscher Taschenbuch Verlag, München)
ISBN-Nummer: 3-423-36113-1

@uschebti
Ist es möglich, dass du mit schlechtem Ruf der Isis die römischen Zwischenfälle gemeint hast?

Gruss
Aset
> Antwort auf Beitrag vom: 20.05.2002 um 05:33:58  Gehe zu Beitrag
uschebti (Gast)  
Gast - Themenstarter

  
Re: Verehrung Isis 
« Antwort #4, Datum: 20.05.2002 um 14:04:51 »     

@aset
nein, das mit den römischen Zwischenfällen habe ich nicht gemeint (die kenne ich bisher noch garnicht) - sondern wie Isis ihren Gemahl Osiris auch rächen wollte, bzw ihre negativen Racheaspekte, die sie in ein ungutes Licht rückten.
Wobei ja ihr gemeinsamer Sohn Horus später Osiris gerächt hat. (Nach dem Mythos eben)

Ich habe auch schon davon gehört, dass mit Isis und der Muttergottes Maria (v. Jesus) Parallelen gezogen werden.

gruss uschebti
> Antwort auf Beitrag vom: 20.05.2002 um 13:17:19  Gehe zu Beitrag
Xanthos  
Gast

  
Re: Verehrung Isis 
« Antwort #5, Datum: 22.11.2002 um 21:00:04 »     

Gruss

Es ging den Roemern nicht in erster Linie um die unsittlichen Vorgaenge im Rahmen des Isis Kultes, vielmehr haben die Roemer alle illegalen (also nicht vom Senat bzw. Imperator persoenlich genehmigten) Vereine und Kultgemeinschaften verboten. Das fing aber schon vor der Kaiserzeit an. 28 vor Christus hat man allen Kultvereinen verboten sich im Zentrum Roms und innerhalb des pomoeriums (Zone ausserhalb der Stadtmauer)niederzulassen. Natuerlich hat auch, wie Du richtig bemerkt hast, die lange Feindschaft mit den Ptolemaeern eine Rolle gespielt. In den 15 Jahren nach Actium (31 vor Christus)wurden von Augustus die schlimmsten Massnahmen gegen die orientalischen Kulte durchgesetzt. Tiberius hat dann die Linie seines Vorgaengers weitergefuehrt. Beide Kaiser hatten auch eine strikte Politik gegen illegale Vereine gefuehrt. Spaeter wurde es dann besser, von Commudus sagt man er waere sogar ein Anhaenger der Isisgemeinschaft gewesen, und zwar ein ganz fanatischer. Das Christentum hat dann dem Isiskult und den anderen orientalischen Goettern den Rang abgelaufen.
Gruesse
> Antwort auf Beitrag vom: 20.05.2002 um 13:17:19  Gehe zu Beitrag
Benne  
Gast

  
Re: Verehrung Isis 
« Antwort #6, Datum: 25.03.2003 um 19:21:21 »     

Hi

„Im gleichen Jahr 1784, in welchem der Aufsatz von Borns (und wenig später ein paralleler Aufsatz „Über die Mysterien der Indier“) erschien, wurde Mozart in die Loge „Zur Wohltätigkeit“ in Wien aufgenommen, und man nimmt an, daß er Ignaz von Born, dem Meister vom Stuhl der Loge „Zur wahren Eintracht“ und geistigem Oberhaupt der Wiener Freimaurer, in der Gestalt des Sarastro ein Denkmal gesetzt hat. Schon 1779 hatte Mozart seine Musik zum Schauspiel Thamos von Tobias Philipp von Gebler (1773) komponiert, das im „Sonnentempel von Heliopolis“ spielt und wiederum von Terrassons ‚Sethos‘ zehrt; sogar ein Oberpriester mit dem Namen Sethos begegnet hier.
1791 folgte dann als Krönung Mozarts ‚Zauberflöte‘ nach dem Textbuch seines Logenbruders Emanuel Schikaneder. Hier werden die Anliegen der Freimaurer in ägyptischem Gewande auf die Bühne gebracht, bis hin zu den „Mysterien der Isis“ und der Einweihung in einer Pyramide (so die Szenen-Anweisung), wobei auch Schikaneder neben Wieland auf Terrasson zurückgreift. Hinter der „Königin der Nacht“ verbirgt sich die böse Königin Daluca des Sehos-Romans. In den frühen Inszenierungen der Oper bewegt sich das Geschehen noch in einem recht allgemeinen Märchen-Orient, der eher von Türkischem beeinflußt ist; erst die Bühnenbilder von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) von 1815 und von Simon quaglio von 1818 betten die Oper in großartige ägyptische Kulissen ein und haben lange nachgewirkt.“ (Erik Hornug, Das  geheime Wissen der Ägypter, und sein Einfluß auf das Abendland, S. 129)

Ignaz von Born war Geologe, Mineraloge und Verfasser eines Werkes mit dem Titel: „Ueber die Mysterien der Aegypter“. Er stützte sich laut Hornung hauptsächlich auf Apuleius, Diodor und Plutarch. Da man die altägyptischen Quellen noch nicht lesen konnte. In allen 3 Quellen hat ja Isis bekanntlich einen zentralen Part.

Sarastro ist der Oberboß in der Zauberflöte und entführt die Tochter der Königin der Nacht.

Abbé Jean Terrasson ist Graezist am Collège de France und übersetzte Diodor ins Französische. Seinen Roman ‚Séthos‘ publiziert er 1731 anonym. Im Mittelpunkt steht ein 16 jähriger Jüngling der in einer sehr bekannten Pyramide in Ägypten, einmal darf man raten welche, in die Geheimnisse der großen Göttin Isis eingeweiht wird.

Grüße Benne
> Antwort auf Beitrag vom: 11.03.2003 um 19:03:10  Gehe zu Beitrag
Ptah  
Gast

  
Re: Verehrung Isis 
« Antwort #7, Datum: 30.03.2003 um 22:09:40 »     

Wie The Egyptian State Information berichtete, liegt der Ursprung des
Muttertages im alten Ägypten und zwar in der Verehrung der Göttin Isis, die
urbildliche Ehefrau und Mutter. Sie wurde auch noch bis hinein in die
christliche Zeit und weit über Ägyptens Grenzen hinaus verehrt. Nun ja. Die
Encyclopaedia Britannica sieht den Ursprung des Muttertages eher in
Griechenland, wo ein Mutterkult für die Göttin Kybele oder Rhea entstanden ist.
In den Iden des März feierte man in ganz Kleinasien ein großes Fest zu Ehren der
Göttin.
http://www.uk.sis.gov.eg/online/html8/o270323l.htm
http://frankfurt-interaktiv.de/specials/muttertag/muttertag.html

Quelle: selket.de newsletter
> Antwort auf Beitrag vom: 25.03.2003 um 21:24:34  Gehe zu Beitrag
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