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   Ägyptische Götterwelt (251)
   Noch mal die Frage zu den Horizontrischen (10)
  Autor/in  Thema: Noch mal die Frage zu den Horizontrischen
Gwenda (Gast)  
Gast

  
Noch mal die Frage zu den Horizontrischen 
« Datum: 30.09.2005 um 13:23:09 »     

Hallo allerseits. Leider ist mit dem Serverabsturz der Thread flöten gegangen, den ich vor einigen Wochen gestartet hatte, um die Bedeutung der Namen von Re-Harachte und Harmachis zu klären.

Ich hoffe ja, dass der Thread nicht endgültig von der Datenbank gelöscht ist.

Meiner doch einigermaßen klaren Erinnerung zum trotz, will ich mal sicher gehen und noch mal Nachfragen:

1. Re-Harachte: Re-Heru-Achety -> "Horus vom Horizont", "Horus, der horizontrische" oder je nach Auffassung auch "Horus der zwei Horizonte";

2. Harmachis: ägyptischer Name fehlt mir -> "Horus im Horizont"

Ich will da noch mal sicher gehen. Mich hat nämlich der Budge (der "böse Budge" *gg*) durcheinandergebracht, weil er wohl Harachte mit Harmachis verwechselt zu haben scheint. Eine korrigierte Information braucht manchmal etwas Zeit, um eine falsche an die man sich gewöhnt hat, zu verdrängen.

LG
Gwenda
Geistsucher  maennlich
Member

  

Re: Noch mal die Frage zu den Horizontrischen 
« Antwort #1, Datum: 30.09.2005 um 14:20:25 »   

Zu 1.: Die Schreibungen Hr-Axtj und Hr-Ax[w]tjj -
für "den Horizont" oder "die Horizonte" - gehen durcheinander.

Zu 2.: Hr-m-Axt, eine leicht verschiedene
Schreibung für einen zweiten Beinamen des Sonnengottes [- sic ?].

Geistsucher
> Antwort auf Beitrag vom: 30.09.2005 um 13:23:09  Gehe zu Beitrag
Gwenda (Gast)  
Gast - Themenstarter

  
Re: Noch mal die Frage zu den Horizontrischen 
« Antwort #2, Datum: 03.10.2005 um 18:40:59 »     

Hallo Geistsucher,

vielen Dank für die prompte Antwort. Damit fühl ich mich schon mal sicherer.


Zitat:
Zu 1.: Die Schreibungen für "den Horizont" oder "die Horizonte" - gehen durcheinander.


Es taucht also ohne weitere Begründung mal diese, mal jene Schreibweise für den Gott auf.

Wie kommt eigentlich die Leseweise als "Horus im Lichtland" zustande?
Hat "achety" etwas mit dem "ach" zu tun? (Laut Bonnet ist "ach" von einem Stammwort für "Leuchten/Glänzen" abgeleitet.)

Weil ...

... ist das bei dieser Schreibweise nicht der Schopfibis in der Mitte, der für "ach" steht?

... ich meinte den dritten Namen, der im Eintrag zu Harachte im Lexikon angeführt ist.

     


LG
Gwenda
> Antwort auf Beitrag vom: 30.09.2005 um 14:20:25  Gehe zu Beitrag
heka-waset  maennlich
Member

  

Re: Noch mal die Frage zu den Horizontrischen 
« Antwort #3, Datum: 03.10.2005 um 19:28:06 »   

Li
« Letzte Änderung: 20.10.2011 um 17:14:55 von heka-waset »
> Antwort auf Beitrag vom: 03.10.2005 um 18:40:59  Gehe zu Beitrag
Gwenda (Gast)  
Gast - Themenstarter

  
Achet und Ach 
« Antwort #4, Datum: 06.10.2005 um 17:28:05 »     

Hallo Heka,

Achet und Ach müssen ja nicht unmittelbar zusammenhängen. Vielleicht ist es ja eine gemeinsame Wortwurzel. Das ist ja auch meine Vermutung.

Auf jeden Fall bin ich gespannt, ob Du da noch was ausgräbst.  

LG
Gwenda
> Antwort auf Beitrag vom: 03.10.2005 um 19:28:06  Gehe zu Beitrag
Gast_A.  maennlich
Member

  

Re: Achet und Ach 
« Antwort #5, Datum: 06.10.2005 um 18:30:48 »   

Hallo!

Zu diesem lexikographischen Problem gibt es einen aufschlußreichen Beitrag:

Karl Jansen-Winkeln, "Horizont" und "Verklärtheit" : Zur Bedeutung der Wurzel ach, in: SAK 23 (1996), 201 - 215

Die Grundbedeutung von ach liegt demnach in einer "Wirksamkeit mit verborgener Ursache". K. J-W. agumentiert, dass diese Bedeutung auch bei Achet = „Horizont“ mitschwingt. Er sieht den Achet-Bereich des Himmels als den Abschnitt an, in dem sich der Sonnenaufgang durch die erste Morgenröte ankündigt, in dem die Sonne aber noch nicht zu sehen ist. Die Sonne ist „wirksam“ aber unsichtbar.
Die gemeinsame Schreibung erklärt sich also durch das gemeinsame semantische Feld, das diesen Begriffen zugrunde liegt (vgl. etwa auch die Stelen mit der Anrufung der „wirksamen Verstorbenen“, den Ax-iqr, z.B. in Deir el-Medine; R.D. Demarée, The Ax-iqr n Ra-Stelae: on Ancestor Worship in Ancient Egypt, Leiden 1983).

Gruß A.
> Antwort auf Beitrag vom: 06.10.2005 um 17:28:05  Gehe zu Beitrag
Gwenda  weiblich
Member

  

Re: Achet und Ach 
« Antwort #6, Datum: 08.10.2005 um 12:58:59 »   

Hallo Gast_A,

das ist ja hochinteressant, was Du da schreibst! (Hach, ich liebe dieses Forum. ) Genau auf einen solchen semantischen Zusammenhang habe ich gehofft, u.A. auch, um ein besseres Bild davon zu bekommen, was die Ägypter mit dem Begriff "Ach" gemeint haben könnten.

Ich habe mir die Kurzeinleitung zu Jansen-Winkelns Artikel auf dem Heidelberger Dokumentenserver angeschaut. Ich werde mal zusehen, dass ich an die SAK 23 irgendwie drankomme.

Gibt es eigentlich eine Bedeutungsverschiebung wenn man beim "Ach" von den Singular in den Plural wechselt, also von "Ach" zu "Achu" (oft auch als "Khu" transkribiert)?


Zitat:
vgl. etwa auch die Stelen mit der Anrufung der „wirksamen Verstorbenen“,


Das hat jetzt allerdings nichts mit der zeitweiligen Auffassung der Stelen als Scheintür (im Alten Reich) zu tun? Die Assoziation kommt mir gerade, weil der Horizontbegriff ja auch (wenn er z.B. als Synonym für "Tempel" verwendet wird) mit "Übergang von einer Welt zu anderen" (vielleicht ist das so aber auch nur eine Interpretation Erik Hornungs) zusammenkommt.

LG
Gwenda
« Letzte Änderung: 08.10.2005 um 13:12:55 von Gwenda »
> Antwort auf Beitrag vom: 06.10.2005 um 18:30:48  Gehe zu Beitrag
Rolf  
Gast

  
Re: Achet und Ach 
« Antwort #7, Datum: 14.11.2005 um 19:25:59 »     

Mit
Zitat:
Er sieht den Achet-Bereich des Himmels als den Abschnitt an, in dem sich der Sonnenaufgang durch die erste Morgenröte ankündigt, in dem die Sonne aber noch nicht zu sehen ist. Die Sonne ist „wirksam“ aber unsichtbar.
(#5) ist ja auch der wichtige Begriff „Heliakischer Aufgang" eines Sterns verknüpft (besonders des Sirius, personifiziert durch die Isis).

Das heisst die gelegentlich in der Morgendämmerung respektive der Abenddämmerung direkt über dem Horizont sichtbare Erscheinung des Wiederaufgangs, nachdem der betreffende Stern während einer gewissen Zeit am Himmel von der Sonne verdeckt schien.


Zitat:
...weil der Horizontbegriff ja auch (wenn er z.B. als Synonym für "Tempel" verwendet wird) mit "Übergang von einer Welt zu anderen" (vielleicht ist das so aber auch nur eine Interpretation Erik Hornungs) zusammenkommt
(#6) ?
Letzteres halte ich allerdings für falsch: Ägyptologen haben die ägyptischen Tempel als eine Art "machine" beschrieben, die zur Erhaltung der Weltordnung magisch wirksam ist. Die alten Ägypter selbst nannten ihn einen H o r i z o n t . Dieses Wort bezeichnet hier gewiss einen metaphysischen Ort: wo der Tempel steht, berühren sich Diesseits und Jenseits, Himmel und Erde.
« Letzte Änderung: 14.11.2005 um 21:21:53 von Rolf »
> Antwort auf Beitrag vom: 08.10.2005 um 12:58:59  Gehe zu Beitrag
DHO  
Gast

  
Re: Achet und Ach 
« Antwort #8, Datum: 01.12.2005 um 15:06:01 »     


Es gibt eine naturbezogene Beschreibung des Horizonts.Die Große Pyramide wird als "Achet-Chufu" bezeichnet, d.h.>>Horizont des Chufu<<

Demnach wird wird angestebt, den eigenen Namen mit dem Horizont zu verbinden.

Zitat:
Pyr.T 1766 the sun-folk in his two boats. My name is there in the horizont


Zudem ist der Horizont ein besonderer ´goettlicher´Ort,in dem Goetter geboren wurden.

Zitat:
1705  The reed-floats of the sky are set down for Re, that he may cross theron to the horizon, to the place where the gods were born.


Am Horizont beruehren sich Himmel und Erdscheibe,treffen sich Goetter und Menschen, vorausgesetzt der Verstorbene  erreicht den Horizont, steigt dann in die Somnenbarke und erlangt damit die Unsterblichkeit.

Das religioese Problem:" Wie komme ich uebers Wasser ?"
Niemand der versuchte den Urozean zu ueberqueren kehrte zurueck. Lebenserfahrung von Seefahrern ? Die Loesung des religioesen Problems, der Faehrmann.


Zitat:
1223 If you delay to ferry me over in this ferry boat, I will tell your names to men whom I know, to everyone.


Vergleichbar die Ueberlieferung der Griechen Das Elysium und der Faehrmann Charon.

Das Problem, die zweitausend Jahre dazwischen. Vermutlich eine lange Geschichte.

Gruss
DHO
> Antwort auf Beitrag vom: 14.11.2005 um 19:25:59  Gehe zu Beitrag
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: Achet und Ach 
« Antwort #9, Datum: 01.12.2005 um 15:27:04 »   


Zitat:
Demnach wird angestebt, den eigenen Namen mit dem Horizont zu verbinden.

Deshalb trägt Pyramide des nächsten Königs, Djedefre, auch den Namen " Sternenhimmel (?) des Djedefre", die des Chefren den Namen "Gross ist Chafre", und die des Menkuare den Namen "Göttlich ist Menkaure" (alle Namen zitiert nach Verner, Die Pyramiden, Hamburg 1998.

Mit anderen Worten, es wird wieder nur zitiert, was in die eigenen Vorstellungen passt - logischerweise sehr überzeugend.

Der Rest des Beitrags bzw. die verzweifelten Versuche, die Aufmerksamkeit in Richtung "Sunfolk"-Überlegungen zu leiten, darf man getrost ignorieren - gehört alles nicht in den Themenbereich dieses Forums.

Iufaa
> Antwort auf Beitrag vom: 01.12.2005 um 15:06:01  Gehe zu Beitrag
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