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  Ägyptologie Forum
   Die Schrift (471)
   Aussprache (5)
  Autor/in  Thema: Aussprache
Praetorius  
Gast

  
Aussprache 
« Datum: 11.12.2004 um 18:21:52 »     

Die Ägyptologen verwenden meines Wissens eine Hilfsaussprache, bei der zwischen den Konsonanten ein e eingefügt wird. Wäre es nicht sinnvoller (und schöner), wenn man die koptische Aussprache auch auf die älteren Sprachstufen anwenden würde? Die Griechen machen es genauso, wenn sie altgriechische Texte lesen, und sprechen etwa "Athênai" und "Dêmosthenês" als [athinä] bzw. [dhimostenis]. Zu Beginn der koptischen Zeit soll es ja noch Ägypter gegeben haben, die die Hieroglyphen lesen konnten; diese müssen die Texte ja nach der Weise ihrer eigenen Sprache ausgesprochen haben, da sie die ursprüngliche Lautung ebensowenig kannten wie wir.
Es ist nur so ein Vorschlag von mir, aber ich würde gerne wissen, was Ihr als Experten dazu meint.
Udimu  maennlich
Member

  

Re: Aussprache 
« Antwort #1, Datum: 12.12.2004 um 10:36:17 »   

Hi,

gute Frage, ist sicherlich kein dummer Vorschlag. Bei dem Namen ist das - vor allem früher - ja auch oft gemacht worden (z.B. hotep - die 'e'- Schreibung wäre hetep). Ich vermute mal, dass ein Ägypter um 500 n. Chr. (also einer der koptisch schrieb), sich mit einem der Ptolemäer Zeit (wo gerade noch Hieros geschrieben wurden) halbwegs verständigen konnte. Trotzdem besteht das Problem, dass es sehr viele Worte in den Hieroglyphen gibt, die im koptischen nicht mehr belegt sind, es ist also nicht moeglich alle Worte mit Hilfe des Koptischen zu schreiben, womit man dann ein Vokabular mit Mischschreibungen (vom koptischen hergeleitet versus 'e' Schreibungen) hat; das eine Wort so, das andere so. Das ist dann wohl aber auch nicht so der Hit.

Gruss
Udimu
> Antwort auf Beitrag vom: 11.12.2004 um 18:21:52  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Aussprache 
« Antwort #2, Datum: 12.12.2004 um 10:40:39 »   

nicht nur dass man die Ausspräche für ein Wort hätte und für ein anderes nicht.
Die Schreibweisen und wohl auch Aussprachen haben sich im Laufe der ägyptischen Geschichte sicherlich auch gewandelt. Man würde dann den früheren Zeiten ev. eine Aussprache aufdrücken die völlig "daneben" liegt.

Und wenn die Forschung weiter voranschreitet, was sie ja Gott sei Dank immer wieder mal tut :-P muß man seine Aussprache wieder korrigieren.

Ich persönlich kann mich nicht so recht dafür begeistern.

Gruß
nauna
> Antwort auf Beitrag vom: 12.12.2004 um 10:36:17  Gehe zu Beitrag
meri-wenenut  
Gast

  
Re: Aussprache 
« Antwort #3, Datum: 12.12.2004 um 23:06:29 »     

Hi

Das Koptische wird mehr verwendet, als man glauben mag:
So werden zur Vokalisierung ja artverwandte Sprachen herangezogen (akadisch, amharisch, sunitisch, berbisch, [mittel]babylonisch...) und dann in Wortbedeutung und Aussprache verglichen, wodurch man meistens dann auch auf ganz gute Ergebnisse kommt, die meistens zeigen, dass die griechischen Formen meist gar nicht so abwegig sind, als zufällig gewähltes Beispiel beziehe ich mich hier auf die Gottheit Thot (Abgeleitet von Djehuti):
wenn man lautverschiebungen vom Alten reich weg und das Koptische Berücksichtigt wurde der Name Thot in der Spätzeit vermutlich t_háut / thóut gesprochen; da griechische Reisende den Namen dann als (Theta-Omega-Ypsylon-Theta) oder auch (Theta-Omega-Theta) verstanden haben und so wiedergaben, ist demnach vielleicht sogar die Schreibweise Thoth statt Thot gerechtfertigter.
Auch zum Wort für Gott ntr könnte man unter berücksichtigung anderer artverwandter Sprachen hier Seiten füllen - allein was die Wortbedeutung angeht.
Doch sollte man nicht vergessen, dass änlich nicht gleich gleich ist und deshalb erstens stets mehrere Varianten zur Aussprache zur Auswahl stehen und man sich zweitens auch die Möglichkeit vor Augen halten sollte, dass die Geheimnisse der Sprache der Alten Ägypter möglicherweise nie ganz geklärt werden können...

MfG Meri  
> Antwort auf Beitrag vom: 12.12.2004 um 10:40:39  Gehe zu Beitrag
Praetorius  
Gast - Themenstarter

  
Re: Aussprache 
« Antwort #4, Datum: 21.12.2004 um 11:49:12 »     

Nach den neueren Erkenntnissen soll es ja im Alt- und Mittelägyptischen nur die Vokale a, i, und u gegeben haben. Demnach würde ein Nebeneinander von rekonstruierter und konventioneller Aussprache ja keine Schwierigkeiten machen; ein e würde dann eben anzeigen, dass der Vokal unbekannt ist. Jedenfalls könnte man auf diese Weise die Zahl der Homophone vermindern. Bisher wird z.B. 'wn' immer als [wen] gesprochen, und hat 6 (oder noch mehr) verschiedene Bedeutungen, die man nur durch die Deutzeichen auseinander halten kann. Ich finde, man kann sich die Vokabeln besser einprägen, wenn man dort, wo es möglich ist, die richtigen Vokale einsetzt.
Gruß
Frank
> Antwort auf Beitrag vom: 12.12.2004 um 23:06:29  Gehe zu Beitrag
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