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   Staatskrise unter Thutmosis II.? (1)
  Autor/in  Thema: Staatskrise unter Thutmosis II.?
Iufaa  maennlich
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Staatskrise unter Thutmosis II.? 
« Datum: 31.03.2012 um 16:28:02 »   

Der an der Universität Harvard ausgebildete Archäologe und Präsident Paleontological Research Corporation, Dr. Joel Klenck, erkennt anhand einer Reihe von archäologischen Befunden Hinweise auf eine Krise während der Herrschaft des Thutmosis II.
Eine Inschrift seiner Nachfolgerin Hatschepsut in ihrem Felstempel Speos Artemidos besagt, dass vor Beginn ihrer Herrschaft Ägypten “ruiniert” und “in Brüche” gegangen war. Hatschepsut macht dafür “Vagabunden” verantwortlich, die von ehemaligen asiatischen Volksgruppen abstammten, die einstmals Nordägypten kontrolliert hatten. Zwar waren die Hyksos vor rund 7 Jahrzehnten vertrieben worden, aber nach der Inschrift der Hatschepsut waren Teile aus „Mitte der asiatischen Bevölkerung“ in Ägypten verblieben.

Möglicherweise hat auch eine unbekannte Krankheit die frühe 18. Dynastie beeinflusst. Hier verweist Klenck darauf, das die Mumie Thutmosis II ist die einzige aus der 18. Dynastie sei, die auf der Rückseite, die Taille, an Armen und Beinen Spuren einer Hauterkrankung (Papeln, Zysten, Narben, etc.) aufweist. Diese Hautveränderungen fanden sich auch an der Leiche der Amme der Hatschepsut, Sitre-In (KV60-A). Da Sitre-In nach dem aktuellen Kenntnisstand nicht mit Thutmosis II. verwandt ist, vermutet Klenck eine nicht-erbliche Erkrankung, die am Königshof verbreitet war.

(Anmerkung: Allerdings weisen auch die Mumien von  Thutmosis III. und Amenhotep II. entsprechende Hautveränderungen auf, nicht aber die Mumie KV60-B, die Hawass für die der Hatschepsut hält – zumindest erwähnt er keine Hautveränderungen in seinen Berichten. Wenn allerdings die Mumie KV60-A die der Hatschepsut wäre – was Hawass auch schon mal vermutet hat – könnte auch – anders als von Klenck angenommen - eine erbliche Erkrankung vorliegen).

Nach Klenck deuten weitere zahlreiche Befunde auf eine Krise während der Herrschaft Thutmosis II. So verweist Klenck auf die geringe Anzahl von Bauten und Inschriften des Königs. Obwohl Georges Daressy dem König eine 18-jährige Herrschaft zuweist, ist die Quellenlage dürftig und umfasst nur wenige Fragmente in Karnak, Semna, Kumna und Elephantine.

Ahmose Pen-Nekhbet, erwähnt eine Kampagne Thutmosis II. auf dem Sinai gegen die “Shasu“. Diese Kampagne könnte sich als „schwierig“ herausgestellt haben, denn nach Klenck haben ägyptische Armeen seit dem Ende der Herrschaft von Thutmosis II und während der Herrschaft der Hatschepsut ihr Land für einen Zeitraums von mindestens zweiundzwanzig Jahren, bis zum Herrschaftsantritt von Thutmosis III. nicht mehr verlassen.

In einer Inschrift auf ihrem Obelisken sieht Klenck einen Hinweis auf Hatschepsut Angst vor dem, was „die Leute sagen”. Diese Besorgnis der Hatschepsut sei einzigartig für die Zeit der Pharaonen, die als Götter angesehen wurden.

Klenck vermutet, dass die Führungsschicht des Landes nach der Herrschaft von Thutmosis II. eine Glaubenskrise bzgl. des obersten Reichsgottes Amun-Ra durchlebt hat, die erst unter Thutmosis III. behoben worden sei.

Hier der entsprechende Pressebericht.
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