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   Grab des Userhat ( TT 51) (3)
  Autor/in  Thema: Grab des Userhat ( TT 51)
Sobeknefer  weiblich
Member

  

Grab des Userhat ( TT 51) 
« Datum: 03.09.2004 um 16:53:16 »   

Hallo,
ich bräuchte eure Hilfe bei der Deutung einer der bekanntesten Szenen aus seinem Grab.
Bei der Suche im Internet habe ich auf osirisnet.net folgende Info gefunden:


Zitat:
This scene is famous, but the photos and drawings in Davies' publication prove that it has suffered much damage since the tomb was discovered.
Userhat, in his robes of office, is seated close to his mother and his wife in a large, gilded ebony chair, his feet on wooden foot-rests. Their hearts are refreshed in the shade of the sacred tree, whose leafy branches trail to the ground.

Two soul-birds have just flown down from the upper left corner and alighted on the edge of a T-shaped pond to drink the fresh water (view 56). Like a canal ending at a quay, this pond in another context symbolises the return of the inundation and resurrection itself.
The theme of the tree goddess, which goes back to the beginning of the eighteenth dynasty, remained a favourite subject for painters and draughtsmen, who could give free rein to their imagination.


Leider habe ich noch nicht herausbekommen, welchen Namen die Baumgöttin trägt bez. welche Funktion sie hat.
Des weiteren verstehe ich nicht ganz, warum der Teich gerade  diese T-Form hat.

Könnt ihr mir helfen?
Falls ihr noch andere Fotos der Szene habt, auf denen vorallem das unter- und über dem Bild gemalte zu sehen ist, wäre ich euch ebenfalls sehr dankbar !

« Letzte Änderung: 03.09.2004 um 16:57:29 von Sobeknefer »
Gast_A.  maennlich
Member

  

Re: Grab des Userhat ( TT 51) Baumgoettinnen.pdf - 2,44 MB
« Antwort #1, Datum: 04.09.2004 um 14:22:16 »   

Hallo Sobeknefer!

Üblich ist diese Form der Baumgöttinnendarstellung tatsächlich nicht. Dieses frühramessidische Grab zeigt eine der seltenen Szenen in denen die Baumgöttin nicht "in" einem Baum steht bzw. aus einem Baumstamm emporwächst, sondern davor steht. Auch ist der Kopfschmuck für die Ramessidenzeit eher ungewohnt. In dieser Zeit versuchte man für gewöhnlich die Baumgöttinnen mit Beinamen zu identifizieren bzw. sie durch spezielle Kopfbedeckungen erkennbar zu gestalten. Die Szene ist auch in der Literatur unterschiedlich gedeutet worden:
O. Keel (Baumgöttinnen, OBO 122, Freiburg 1992) etwa schlägt vor, dass die Künstler die im Grab des Userhat arbeiteten sich vielleicht für die Dekoration am benachbarten Grab des Nacht orientierten und einige Szenen leicht abgewandelt übernahmen. Eben auch diese hier.
J. Spiegel (Die Entwicklung der Opferszene in Thebanischen Gräbern, in: MDAIK 14, 1956) schlägt vor die Baumgöttin nicht mit den sonst bekannten Baumgottheiten zu verbinden, sondern als "Allegorie" zu betrachten, wobei hier der "Garten" duch die Darstellung der Baumgottheit versinnbildlicht werden sollte. Spiegel spekuliert weiter, dass hier die Göttin die Rolle des Totenpriesters einnehme. Somit läge seiner Meinung nach eine Variante der gängigen Opfertischszenen vor. Die Folgen dieser Interpretation sind gravierend, verlegt Spiegel doch damit die gesamte Bedeutungsebene dieser Szene aus dem religiösen in den irdische-allegorischen Bereich.

Generell würde ich auch hier die Göttin als Nut bezeichnen und gegen Spiegels Meinung durchaus als "traditionelle" Baumgottheit betrachten. In anderen Szenen (zB. TT 216) ist die Göttin mit Baumkrone als Nut eindeutig erkennbar bzw. über den Beitext ("Worte gesprochen von der großen wirksamen Nut: Ich gebe kühles, reines Wasser, das aus Elephantine kommt") identifiziert.
Ich habe dir einmal eine knappe (stellenweise wohl etwas verwirrende) Zusammenschau der Literatur und Belege sowie der unterschiedlichen Symbolwerte der Szene erstellt (als pdf im Anhang). Daraus sollte ersichtlich werden, dass es sich tatsächlich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Nut handeln dürfte. Andernfalls käme noch eine der typischen west-thebanischen Schutzgöttinnen des Erneuerungsgeschehens (Maat, Hathor, Isis, Chefethernebes...) in Frage.

Gruß A.
> Antwort auf Beitrag vom: 03.09.2004 um 16:53:16  Gehe zu Beitrag
Gast_A.  maennlich
Member

  

Re: Grab des Userhat ( TT 51) T-Becken.pdf - 436,71 KB
« Antwort #2, Datum: 04.09.2004 um 14:58:20 »   

...
Die T-Becken sind in dem obigen Beitrag ja etwas zu kurz gekommen (   die Armen!). Wegen der beigefügten Bilder hab' ich auch hier wieder ein pdf erstellt...
A.
> Antwort auf Beitrag vom: 04.09.2004 um 14:22:16  Gehe zu Beitrag
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