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   Architektur & Kunst (459)
   Karnak, historische Außenansicht des 1. Pylons (7)
  Autor/in  Thema: Karnak, historische Außenansicht des 1. Pylons
Dirk  maennlich
Member

  

Karnak, historische Außenansicht des 1. Pylons 
« Datum: 10.02.2007 um 20:26:01 »   

Hallo,

endlich habe ich wieder Zeit, mich mit meinen "Ägyptischen Unternehmungen" zu beschäftigen. Ich suche derzeit nach einer historischen Außenaufnahme des ersten Pylons von Karnak. Konkret geht es mir um den Zusammenschluß der Umfassungsmauer mit der Nordecke des Pylons. Auf dem Plan von Henri Chevrier (vermutlich 1930er-Jahre ) ist an dieser Stelle eine Bodenerhebung eingezeichnet.

Möglicherweise handelt es sich um einen Rest jener Baurampen, welche innen am 1. Pyplons an der Südseite noch erhalten sind.

Heute sieht die Stelle ja gänzlich anders aus, ist eingeebnet und die Wand vermutlich stark restauriert. Ich hoffe jetzt, daß sich irgendwo eine Aufnahme des 19. oder frühen 20. Jh. findet, welche die Stelle - wenn auch nur leidlich - erkennen läßt. Die Lehmziegel(?)-Mauer schließt dort nämlich an die NW-Außenecke des Pylons nicht glatt an. Vielmehr ist dort eine Art Vormauerung vorhanden. Und um die Datierung dieses Mauerzwickels geht es mir. Ich vermute, daß die Vormauerung ein Restaurierungsprodukt des 20. JH. ist, leider fehlt mir der Beleg durch histor. Abbildungen. Schade, daß sich Frith u. a. Fotografen anscheinend nur auf die romantischen Ansichten der Großen Hypostylhalle gestürzt haben ...

Mit herzlichen Grüssen
Dirk

Abb.: Ausschnitt Chevrier-Plan und Detail Okt. 2006
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Karnak, historische Außenansicht des 1. Pylons 
« Antwort #1, Datum: 10.02.2007 um 22:28:57 »   

Hallo Dirk,

viele alte Ansichten dieses Bereichs finde ich leider nicht.
Bei Golvin/Goyon: Karnak. Anatomie eines Tempels finden sich die anhängenden Bilder.

Links: aus dem Anfang des 20. JH.
Mitte: undatiert

Die Autoren bezeichnen die Ziegelstrukturen als antike Baurampen, wie von dir vermutet.

Rechts: Die Ecke des ersten Pylones von Innen gesehen

Hier dürfte es sich wohl um die Nordhälfte handeln.


Gruß
nauna
> Antwort auf Beitrag vom: 10.02.2007 um 20:26:01  Gehe zu Beitrag
Dirk  maennlich
Member - Themenstarter

  

Re: Karnak, historische Außenansicht des 1. Pylons 
« Antwort #2, Datum: 11.02.2007 um 09:40:58 »   

Hallo Naunakhte,

herzlichen Dank für die Fotos. Das ist genau das, was ich suchte. Aus heutiger denkmalpflegerischer Sicht ist es natürlich erstaunlich, daß man die Baurampen an der Außenseite so ohne weiteres abgerissen hat.

Zu Goyon/Golvin - das scheint ja eine wahre bauarchäolgische Fundgrube zu sein, die ich schon öfters bei Bildunterschrift zitiert gefunden habe, leider ohne Titel, so daß ich es bisher aus unerfindlichen Gründen nicht im OPAC der UB-Wien fand. Mit dem Titel fand ich es jetzt. Es scheint sich da um einen Ausstellunskatalog zu handeln.

Kennst Du vielleicht auch:

Goyon, Jean-Claude : La construction pharaonique du Moyen Empire à l'époque gréco-romaine  : contexte et principes technologiques  / Jean-Claude Goyon ... . - Paris  : Picard , 2004 . - 456 S. . - 2-7084-0503-9

Apropos Abb. Golvin S 105: mir scheint, daß die Hinterteile der Sphingen an der rechten Seite noch teilweise in der Aufschüttung stecken. Kann man das anhand der Bildvorlage im Buch vielleicht bestätigen, oder ist dort auch nicht mehr zu erkennen?

Und zu den erst seit kurzem freigelegten Teilen der Sphingen-Alleen in Karnak hätte ich auch noch eine Frage. Sind Dir dort ( s. Dein Beitrag #10, Betreff Mut-Bezirk von Karnak) an den Sphingen vielleicht Schleifrillen aufgefallen? Die Sphingen vor dem 1. Pylon sind ja übersäht damit. Wäre interessant, ob das auch bei jenen zwischen Karnak und Luxor der Fall ist.

LG Dirk
> Antwort auf Beitrag vom: 10.02.2007 um 22:28:57  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Karnak, historische Außenansicht des 1. Pylons 
« Antwort #3, Datum: 11.02.2007 um 10:24:45 »   

Hallo Dirk,

ja, Golvin/Goyon: Karnak ist ein Ausstellungskatalog. Auch wenn ich keine Ahnung habe wie sie den Inhalt dieses Buches als Ausstellung präsentieren konnten. Wenn Wien das Buch verleiht schaue es dir unbedingt an. Es dürfte dein Herz erfreuen. Auf leider nur knapp 140 Seiten wird hier auf die Baugeschichte Karnaks auf Grund von Funden des Zeitraumes 1967 - 1987 eingegangen. Das Buch entstand zum 20-jährigen Jubiläum des Centre franco-egyptien d'etude et de restauration des temples de Karnak.

Das Buch von 2004 kenne ich leider nicht. Müsste ich mir mal über Fernleihe kommen lassen. Hier werde ich wohl nicht wieder das Glück haben eine deutsche Übersetzung zu bekommen  

Zu den Sphingen auf der neu freigelegten Allee muss ich dir leider mitteilen, dass ich darauf nicht geachtet habe. Wir waren mit Vertretern der Altertümerverwaltung dort und bekamen vom Ausgrabungsleiter eine Führung über das Grabungsgelände. Eine prima Gelegenheit viele Fragen zu stellen. Es war sehr spannend. - Deine Schleifrillen habe ich allerdings vergessen  

Die Sphingen waren in der Regel in einem miserabelen Zustand. Was sie bei ihrer Grabung fanden waren zumeist zuerst die Basen, und dann beim nachgraben Einzelteile der Sphingen. Diese wurden später zusammengesetzt und publikumswirksam wieder auf die Basen plaziert. Bei dem Zerstörungsgrad muss man dann genauer hinschauen wie es uns möglich war. Aber eventuell war Iufaa hier aufmerksamer als ich.


Zu Bild S. 105: leider ist diese Seite des Bildes auch im Buch so dunkel dass sich deine Frage nicht beantworten lässt.

Du sprichst denkmalpflegerische Gesichtspunkte an. Wenn man dieses Thema vertieft dürfte und hätte man nie etwas graben können in Ägypten. So wurde einiges an römischen Zeugnissen im Luxortempel zerstört um den pharaonischen Zustand wiederherzustellen. Schau dir Medinet Habu an, wo eine komplette koptische Stadt weichen musste um den Tempel auf pharaonisches Niveau runter frei zu legen.
Auch diese archäologischen Zeugnisse wären der Erhaltung Wert gewesen.
Und diese Zeugen der späteren (heute doch auch schon altertümlichen) Einbauten finden wir doch bei fast jedem Monument. Heute allerdings nur noch ein paar Inschriften und  Kreuze erhalten. Es erstaunt schon, das beim Grab des Dagi in Theben tatsächlich die koptischen Ziegelbauten stehengelassen wurden. Einen Eindruck davon findet man hier.

(Ja, ja, ich bin mir der Eigenwerbung tatsächlich bewusst - es brauch nun niemand zu lästern)


Wer sich die ausgegrabene Sphingenallee mal in ihrem derzeitigen Zustand anschauen möchte, den verweise ich auf das Reiseforum von Isis & Osiris. Hier hat Gitta heute Nacht drei Bilder dazu eingestellt die den von mir oben geschilderten Zustand eigentlich recht gut darstellen.

Ihr findet die Bilder in diesem Thread, recht weit unten. Vorsicht - der Thread enthält extrem viele Bilder mit entsprechender Ladezeit.

Gruß
nauna
« Letzte Änderung: 11.02.2007 um 13:36:10 von Apedemak »
> Antwort auf Beitrag vom: 11.02.2007 um 09:40:58  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Karnak, historische Außenansicht des 1. Pylons 4-1-41.jpg - 102,02 KB
« Antwort #4, Datum: 14.10.2007 um 12:23:45 »   

Nachtrag zu Post #1: Bild links datiert ins Jahr 1910

Nun habe ich bei M. Azim (Karnak dans l'objektif de Georges Legrain) noch ein Bild um das Jahr 1901 gefunden, das die Zerstörung des 1. Pylons im erfragten Bereich noch etwas verdeutlicht.

Gruß
nauna
> Antwort auf Beitrag vom: 10.02.2007 um 22:28:57  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Karnak, historische Außenansicht des 1. Pylons 
« Antwort #5, Datum: 22.03.2008 um 18:20:36 »   

Hallo Dirk,

manchmal dauert es etwas länger ...

Zitat:
Und zu den erst seit kurzem freigelegten Teilen der Sphingen-Alleen in Karnak hätte ich auch noch eine Frage. Sind Dir dort ( s. Dein Beitrag #10, Betreff Mut-Bezirk von Karnak) an den Sphingen vielleicht Schleifrillen aufgefallen? Die Sphingen vor dem 1. Pylon sind ja übersäht damit. Wäre interessant, ob das auch bei jenen zwischen Karnak und Luxor der Fall ist.


inzwischen habe ich unzählige Fotos der neu ausgegrabenen Sphingenallee durchgesehen und würde nirgendwo den Fund von Schleifrillen anmerken können.

Zugegebenermaßen handelt es sich in der Regel nur um Reste von Sphingen die neu zusammengesetzt wurden, doch Spuren von Schleifrillen hätten sich auch dort finden lassen sollen.

Gruß
nauna
> Antwort auf Beitrag vom: 11.02.2007 um 09:40:58  Gehe zu Beitrag
4U2  
Gast

  
Re: Karnak, historische Außenansicht des 1. Pylons 
« Antwort #6, Datum: 02.04.2008 um 17:01:11 »     

Hallo
Manchmal dauert es etwas länger........  
2006 bin ich fündig geworden, Bilder gibt es ab hier.
Es scheint sich um die Reste einer, recht grob ausgegrabenen, Barkenstation zu handeln. (Deckenbalken, Pflaster)Aufgrund der Schabspuren in den Deckenbalken vermutlich erst nach Einsturz oder Zerstörung *verziert*
6 Bilder im Set Nr.218-223
Grüße
> Antwort auf Beitrag vom: 22.03.2008 um 18:20:36  Gehe zu Beitrag
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