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   Architektur & Kunst (459)
   DeB - Rampe zur Hathorkapelle (8)
  Autor/in  Thema: DeB - Rampe zur Hathorkapelle
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

DeB - Rampe zur Hathorkapelle 
« Datum: 21.07.2008 um 12:36:25 »   

Hallo,

Edith Bernhauer (Hathorsäulen und Hathorpfeiler, Wiesbaden 2005, S. 46) beschreibt den Zugang zur Hathorkapelle des Hatschepsut-Tempels in DeB folgendermaßen:

Zitat:
Anbau an den Totentempel der Hatschepsut mit eigenem Aufweg, der in der zweiten Bauphase abgebaut wurde. Danach bestand der Zugang über die Hauptachse des Totentempels.


Eine Quelle für ihre Aussagen führt sie leider nicht an.
Den Zugang über die Rampe kenne ich, er lässt sich heute an den Baulichkeiten auch noch "ablesen".


Foto aus: Szafranski, Zbigniew E., Królowa Hatszepsut i jej swiatynia 3500 lat pózniej = Queen Hatschepsut and her temple 3500 years later. Warschau 2001, S. 58

In der Nachbildung ist die Rampe zwischen den Terrassen der Hatschepsut und dem Tempel Thutmosis III. deutlich zu sehen.
Der Rekonstruktion nach würde ich schließen, dass die Rampe NICHT wieder abgebaut wurde. Ansonsten hätte man, zu einem Zeitpunkt wo man die Situation nach Bau des Tempels Thutmosis III. zeigt den Zugang von den Terrassen aus rekonstruieren müssen.

Einmal hätte ich nun gerne gewusst welcher Autor noch vom Abbau der Rampe zur Zeit Hatschepsuts berichtet (auf den sich Bernhauer hätte berufen können).

Dann hätte ich gerne gewusst wie der Zugang von der Terrasse aus aussehen sollte und welche Bauteile heute dies belegen. Mein Problem bei dem heute vorhandenen hölzernen Zugang von der Terrasse aus ist die Enge. Hier kann keine Barke mit Bildniss vom Tempel her zur Kapelle kommen und sich dann vernünftig drehen um in die Kapelle hineinzugehen (ok, die ganze Kapelle ist für eine Barke etwas eng).
Der rechteckige Unterbau vor der Kapelle setzt sich heute nicht über die Mittelmauer des Mentuhotep Tempels fort. Sollte sie die Plattform nach dem Abbau der Rampe gebildet haben.

Gruß
nauna
petrie08  maennlich
Member

  

Re: DeB - Rampe zur Hathorkapelle 
« Antwort #1, Datum: 21.07.2008 um 22:53:20 »   

Auch wenn's manchem/ mancher weh tut: Ob die Tempelanlage zu irgendeiner Zeit im Alten Ägypten jemals so ausgesehen hat ist sehr zweifelhaft. So wie die Anlage heute rekonstruiert wird, ist sie eher ein idealtypischer architektonischer Tagtraum von englischen, amerikanischen, polnischen und ägyptischen Ägyptologen und Architekten - mit starkem Disneyworld-Appeal. Schon das blendende Weiß bei dem abgebildeten Architekturmodell (das man natürlch nicht allzu ernst nehmen muss)ist eine flagrante Verfälschung altägyptischer (Farb-)Ästhetik...
mfg
> Antwort auf Beitrag vom: 21.07.2008 um 12:36:25  Gehe zu Beitrag
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: DeB - Rampe zur Hathorkapelle 
« Antwort #2, Datum: 21.07.2008 um 23:08:57 »   

Nun,

auch wenn´s weh tut, aber was nutzt der Beitrag angesichts der Ausgangsfrage?

Gefragt wurde nach dem "Hintergrund" für die Aussage, die Bernauer zum Abbau der Rampe und zur Änderung des Zugangs zur Hathor-Kapelle macht - denn sie gibt leider an der besagten Stelle keine Quelle an.

Man ist versucht zu hoffen, dass die wiss. Arbeitsweise bei der Rekonstruktion der Anlage größer war, als an der besagten Stelle der Bernauer'schen Publikation.

Gruss; Iufaa
> Antwort auf Beitrag vom: 21.07.2008 um 22:53:20  Gehe zu Beitrag
Lutz  maennlich
Member

  

Re: DeB - Rampe zur Hathorkapelle 
« Antwort #3, Datum: 22.07.2008 um 00:43:01 »   


Zitat:
... was nutzt der Beitrag angesichts der Ausgangsfrage? ...

Seit wann geht es denn dem klassischen "Internet-Troll" an sich um solch profane Dinge wie das Beantworten einer Frage ?  

Gruß, Lutz.
« Letzte Änderung: 22.07.2008 um 01:09:38 von Lutz »
> Antwort auf Beitrag vom: 21.07.2008 um 23:08:57  Gehe zu Beitrag
petrie08  maennlich
Member

  

Re: DeB - Rampe zur Hathorkapelle 
« Antwort #4, Datum: 22.07.2008 um 07:48:46 »   

Klassischer "Internet-Troll".. Das hat gesessen! Ansonsten aber wollte ich nur andeuten, dass die Frage ("Hintergrund") mit der Rampe u. ä. sofort zu einer Pseudofrage ("Pseudohintergrund") wird, wenn man sich der Richtigkeit der Rekonstruktion nicht sicher sein kann. Scheint mir schon einleuchtend zu sein. Hab ich schon erwähnt, dass klassischer "Internet-Troll" mich ganz schön getroffen hat?
mfg
> Antwort auf Beitrag vom: 22.07.2008 um 00:43:01  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin - Themenstarter

  

Re: DeB - Rampe zur Hathorkapelle 
« Antwort #5, Datum: 22.07.2008 um 07:58:07 »   


Zitat:
wenn man sich der Richtigkeit der Rekonstruktion nicht sicher sein kann.


Wie ich Eingangs bereits schrieb:

Zitat:
Den Zugang über die Rampe kenne ich, er lässt sich heute an den Baulichkeiten auch noch "ablesen".


Zur Rampe gibt es archäologische Zeugnisse. Eine derartige Rekonstruktion ist demnach gesichert. Mir fehlen allerdings archäologische Quellen und andere Belege zu einem Zugang über die Terrassen.

Schwachstellen der weiter oben abgebildeten Rekonstruktion sind mir auch bekannt, einen
Zitat:
starkem Disneyworld-Appeal
würde ich darin aber noch nicht sehen.

nauna
> Antwort auf Beitrag vom: 22.07.2008 um 07:48:46  Gehe zu Beitrag
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: DeB - Rampe zur Hathorkapelle Naville_rampe_03.jpg - 260,95 KB
« Antwort #6, Datum: 05.09.2008 um 16:12:24 »   

Hi Nauna,

es ist etwas mühsam, sich die Details aus den Berichten von Naville, Winlock, und Wyzocki zusammenzusuchen, da sie alle ihre Informationen zur Hathor-Kapelle und zur Rampe dorthin in den Angaben zum Gesamttempel verstecken.

Nach Naville lässt sich schwer rekonstruieren, wie der ursprüngliche Weg zur Kapelle der Hathor geplant war. Er deutete an, dass in der 1. Ausbaustufe der Kapelle ein Zugang von der 2. Terrasse über einen schmalen Absatz denkbar war.(in: Naville, E., The Temple of Deir el-Bahari, Part VI. London 1894-1908, S. 22)
Er äußert sich aber an gleicher Stelle:
Zitat:
such a method of approach was deemed "ignominious (=schändlich)" and "unserviceable (= dienstuntauglich)" and therefore out of question.
und sieht sich daher gezwungen, schon in Anfangsphase des Tempels eine Treppe oder schräge Ebene anzunehmen.

Bei der Ausgrabung der südlichen Stützmauer des Mittleren Hofes entdeckte Naville 6 schräge Linien, die nach seiner Ansicht den Verlauf / die Steigung mehrerer, nacheinander errichteter Rampen zeigen. Die beiden westlichen (roten) Linien dürften dabei den Verlauf ersten Rampen kennzeichnen, bevor die Kapelle um die 2. Säulenhalle nach Osten hin erweitert wurde. Die zweite Rampe (Linie) hat demnach in Höhe der Gründungsgrube A (ausgegraben von Naville; bezeichnet von Winlock, H.E., Excavations at Deir el-Bahari, 1911-1931, New York 1942) bzw. der heute noch existierenden Stufe auf der Mittleren Terrasse begonnen.

Die weiter östlich gelegenen (grünen) Linien deuten den Verlauf der Rampen an, die nach der späteren Erweiterung der Mittleren Terrasse nach Osten errichtet wurden.

Wyzocki (Wyzocki, Z., The Architectural Investigations on Historical Development of the Queen Hatshepsut Temple. Warschaw 1985) berichtete, dass sein Team nur noch in der Lage war, 4 dieser Linien wiederzufinden (ibidem, Tafel 5). Auch er interpretierte die Linien als Spuren von Rampen, nacheinander errichteter wurden, um die Rampe der Entwicklung des Tempels nach Osten anzupassen.

Soweit ist denn der Suchvorgang schon mal fortgeschritten.

Iufaa
> Antwort auf Beitrag vom: 22.07.2008 um 07:58:07  Gehe zu Beitrag
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: DeB - Rampe zur Hathorkapelle 
« Antwort #7, Datum: 06.09.2008 um 14:24:26 »   

Hi,

ein Nachtrag zur Frage der Plattformgröße vor der Kapelle der Hathor.

Weder Naville noch Wysocki machen Angaben zur Größe oder Gestaltung der Plattform (oder ich habe sie noch nicht gefunden ). Bei Naville kann man anhand der Zeichnung und des Masstabes allerdings abschätzen, dass die letzte Linie (die den Verlauf der letzten Rampe wiedergeben soll) etwas mehr als 8 m vor dem Portikus das Bodenniveau der Kapelle erreicht - bei Wysocki ist sind es etwas weniger als 8 m.

Das sollte zum Abstellen und Manövrieren einer Götterbarke reichen.

LG, Iufaa
> Antwort auf Beitrag vom: 05.09.2008 um 16:12:24  Gehe zu Beitrag
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