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   Architektur & Kunst (459)
   Dekoration des Allerheiligsten (13)
  Autor/in  Thema: Dekoration des Allerheiligsten
Ergamenes  maennlich
Member

  

Dekoration des Allerheiligsten 
« Datum: 21.10.2014 um 19:50:03 »   

Seit vielen Jahren lebe ich in Spanien. Und in Madrid haben wir seit 1972 den Tempel von Debod stehen, welcher früher etwa 16km südlich von Assuan stand wo heute der Nasser-Stausee ist.

Dieser Tempel ist in vielerlei Hinsicht höchst merkwürdig. Dies beginnt schon damit, dass er ,bzw. die meroitische Kapelle aus der er entstand, zwei mythologisch so unverwandten Göttern wie Ammun und Isis geweiht waren. Und was den Besucher dieses Tempels auf den ersten Blick vielleicht etwas enttäuscht, ist dass 3/4 seiner Räume keine Reliefs aufweisen. Dies ist an sich nichts aufsehenerregendes. Was aber meiner Ansicht nach dem Kenner dabei auffallen sollte ist, dass sich auch bzw. sogar das Allerheiligste unter diesen Räumen ohne Reliefs befindet (siehe http://templodedebod.memoriademadrid.es/visitaVirtual_naos.html).

Allerdings hatte der gesammte ptolemäische Teil des Tempels ursprünglich innen wohl keine Reliefs (Ausnahme: Pylons), welche in diesem Teil und auch nur im Pronaos erst später durch Augustus und Tiberius hinzugefügt wurden. Und selbstverständlich waren auch die Wände im ptolemäischen Teil des Tempels ursprünglich lückenlos mit Fresken dekoriert. Trotzdem sollte aber meiner Auffassung nach das Allerheiligste eines ägyptischen Tempels als Wohnraum eines Gottes bzw. seiner Statuette eigentlich immer zu den am aufwendigsten dekorierten Räumen des Tempels zählen.

Liege ich falsch mit dieser Annahme? Kennt hier vielleicht irgend jemand einen anderen ägyptischen Tempel, dessen Allerheiligstes keine Reliefs aufweist bzw. aufwies, obwohl sie in anderen Teilen des Tempels vorhanden sind bzw. waren? Meine eigene längere Suche danach ist leider oder auch interresanterweise bisher erfolglos geblieben.  
Lutz  maennlich
Member

  

Re: Dekoration des Allerheiligsten 
« Antwort #1, Datum: 22.10.2014 um 11:04:24 »   

Ich denke der Grund ist in der sehr speziellen Baugeschichte dieses Tempels zu suchen ? Der Einfachheit halber ein Auszug aus ...

Günther Hölbl : Altägypten im Römischen Reich - Der römische Pharao und seine Tempel II - Die Tempel des Römischen Nubien. - [Zaberns Bildbände zur Archäologie]. - Mainz : von Zabern, 2004. - ISBN : 3805333765. - 160 S., 222 Fig., Seiten 100 - 101 :


- Vollbild -


- Vollbild -

Gruß, Lutz.
> Antwort auf Beitrag vom: 21.10.2014 um 19:50:03  Gehe zu Beitrag
Lutz  maennlich
Member

  

Re: Dekoration des Allerheiligsten 
« Antwort #2, Datum: 23.10.2014 um 02:16:45 »   

Ein "Beifang" während einer Recherche zu einem anderen Thema...

Wolfgang Waitkus :  Die Dachkapellen des Edfu-Tempels. - In : Edfu - Bericht über drei Surveys. Materialien und Studien. - Wiesbaden : Harrassowitz, 1999. - S. 147 - 161, 4 Fig. - (PDF : 2,8 MB).

Zitat:
OEB 44032  (AEB 1999.0629) : "Wenig bekannt ist die Tatsache, dass sich auf dem Edfu-Tempel zwei Gebäude befinden, die undekoriert geblieben sind und deren Lage der der beiden Dachkapellen von Dendera entspricht. Verfasser beschreibt die Architektur der Kapellen, vor denen sich ebenso wie in Dendera Lichthöfe befinden. Die Texte Edfou I, 552,11 - 553,7 sind das einzige, was Auskunft gibt über die Funktion der östlichen Anlage. Eine schon früher vorgenommene Identifizierung in AEB 1984.0761 der gesamten östlichen Anlage mit dem Goldhaus ist allerdings differenzierter zu sehen. Die westliche Anlage kann nur im Zusammenhang mit dem Osiriskult gesehen werden, weil die mit Dendera übereinstimmende Architektur deutliche Hinweise für eine Verwendung als Osiriskapellen liefert. Über den Verlauf der Choiak-Riten und die dabei aufgesuchten Räume in Edfu liegen keine Informationen vor, aber man kann davon ausgehen, dass die Riten hier durchgeführt wurden und dass das endgültige Grab für die hergestellten Figuren sich in der göttlichen Stätte von Edfu, nämlich Behedet befand." (L.Z.)

Gruß, Lutz.
> Antwort auf Beitrag vom: 22.10.2014 um 11:04:24  Gehe zu Beitrag
Ergamenes  maennlich
Member - Themenstarter

  

Re: Dekoration des Allerheiligsten 
« Antwort #3, Datum: 23.10.2014 um 03:34:35 »   

Ich glaube in der Tat, dass sich die Armseligkeit des Tempels von Debod aus der geopolitischen Situation seiner Entstehung heraus erklären lässt. PtolomäusV, welcher wohl der Initiator seines ptolomäischen Teils war, hatte genügend Gründe dafür den meroitischen König Adikhalamani zu hassen, und hat diesen Hass auch anderorts demonstriert. Der Tempel von Debod lässt sich vielleicht besser verstehen, wenn man ihn mit dem Tempel von Dakka kontrastiert, welcher in Zeiten guten Einvernehmens zwischen den Vätern von PtolomäusV und Adikhalamani -PtolomäusIV und Arkamani(Ergamenes)- konstruiert wurde. Hierzu auf Anfrage mehr. Und seine für mich auffallende Armseligkeit ist nicht das einzige, was mich an diesem Tempel fasziniert.

Was allerdings Hölbl angeht, macht er einen wichtigen Fehler im Grundriss des tempels: Das Pronaos hat nur vier Säulen, welche in die Fassade integriert sind. Nicht mehr als das stilistisch notwendige Minimum. Die freistehende Säulenreihe existiert nicht. Siehe http://templodedebod.memoriademadrid.es/visitaVirtual_vestibulo.html . Übrigens hat auch der Tempel von Debod eine wohl dem Osiris geweihte Dachkapelle, welche keine Reliefs aufweist. Allerdings würde ich nicht wie Herr Waitkus das Fehlen von Reliefs als "undekoriert" bezeichnen, denn die möglichen Fresken könnten ja auch verschwunden sein.
> Antwort auf Beitrag vom: 23.10.2014 um 02:16:45  Gehe zu Beitrag
Lutz  maennlich
Member

  

Re: Dekoration des Allerheiligsten 
« Antwort #4, Datum: 23.10.2014 um 08:31:11 »   


Zitat:
"... Dieser Tempel ist in vielerlei Hinsicht höchst merkwürdig. Dies beginnt schon damit, dass er ,bzw. die meroitische Kapelle aus der er entstand, zwei mythologisch so unverwandten Göttern wie Ammun und Isis geweiht waren. ..."

Diese Konstellation ist mit Blick auf die Kulttopografie nicht wirklich merkwürdig. Amun und Isis genossen im damaligen Nubien hohes Ansehen. Letztlich waren wohl die Einkünfte, die die zahlreichen Pilger aus Nubien in die Tempelkasse spülten, einer der Hauptgründe warum sich ihr Heiligtum auf Philae so lange halten konnte. Wenn ich recht entsinne gab es sogar vertragliche Regelungen / Zusicherungen über den freien Zugang für Besucher, noch in byzantinischer Zeit.


Zitat:
"... Was allerdings Hölbl angeht, macht er einen wichtigen Fehler im Grundriss des tempels: Das Pronaos hat nur vier Säulen, welche in die Fassade integriert sind. Nicht mehr als das stilistisch notwendige Minimum. Die freistehende Säulenreihe existiert nicht. ..."

Ich würde sagen nicht Hölbl macht hier den Fehler ... Die Säulen mögen in Madrid fehlen, sie waren aber wohl offensichtlich in Debod existent. Siehe dazu auch

Caroline M. Rocheleau : Amun Temples in Nubia - A Comparative Study of New Kingdom, Napatan, and Meroitic Temples (2008) die ebenfalls den Original - Grundriß auf Seite 10 gibt ... Mit Verweis auf François Chrétien Gau : Neu Entdeckte Denkmäler von Nubien, an den Ufern des Nils, von der Ersten bis zur Zweiten Katarakte (1822).
> Antwort auf Beitrag vom: 23.10.2014 um 03:34:35  Gehe zu Beitrag
Ergamenes  maennlich
Member - Themenstarter

  

Re: Dekoration des Allerheiligsten 
« Antwort #5, Datum: 25.10.2014 um 18:02:09 »   

In einer Beschreibung des Tempels durch John Lewis Burckhardt von 1813 werden lediglich die vier Säulen in der Fassade erwähnt (http://ascendingpassage.com/N-01-The-Temple-of-Dabod.htm). Und auf dem Ausdruck eines Photos von 1850 durch Maxime du Camp lässt sich klar erkennen, dass das Pronaos damals keine innere Säulenreihe enthielt. Leider habe ich dieses Photo nicht gespeichert (Fehler!) und auch das Link verloren, und jetzt kann ich nur eine kleinere Version davon finden (https://www.scholarsresource.com/browse/work/2144617254). Aber ein anderes altes Photo welches ich leider nicht datieren kann, zeigt dies Fehlen einer inneren Säulenreihe auch (http://2.bp.blogspot.com/-eqLA0iatQjQ/U1T1JLyTQKI/AAAAAAAAQvs/xiE2GphD9Dg/s00/Templo+de+Debod+(69).jpg). Auf dem letzten Photo ist beachtenswert, dass der Eingang zum Pronaos zugemauert und der nördliche Teil der Fassade zusammengebrochen ist, wodurch der Eingang zur Uabet Halle sichtbar wird.

Und abgesehen davon ist der tempel in Madrid zum grossen Teil rekonstruiert worden. Und wäre die innere Säulenreihe abgetragen worden (Säulenelemente eignen sich nicht so gut als Baumaterial wie normale Steine), dann wären wohl zumindest die Basisplatten übriggeblieben und die Säulen in Madrid rekonstruiert worden. Mit anderen Worten: So eine Säulenreihe geht nicht so leicht verloren.

Mit Ammon und Isis in Nubien hast Du wohl recht, und so etwas ähnliches habe ich auch in einem spanischen Artikel gelesen (in zwei Teilen in http://www.cervantesvirtual.com/servlet/SirveObras/public/91338318545700619754491/019721.pdf und http://www.cervantesvirtual.com/servlet/SirveObras/public/91338318545700619754491/019721_2.pdf). Allerdings wird in diesem Artikel die Existenz eines Kultes an einen lokalen "Ammon von Debod" lange vor der Errichtung der meroitischen Kapelle nahegelegt.

Aber all dies gibt keine Auskunft über die Ursache/n der für mich aufsehenerregenden und -aus angenommener damaliger Sicht- fast schon gotteslästerlichen Ärmlichkeit dieses Tempels und insbesondere seines Allerheiligsten.
> Antwort auf Beitrag vom: 23.10.2014 um 08:31:11  Gehe zu Beitrag
Lutz  maennlich
Member

  

Re: Dekoration des Allerheiligsten 
« Antwort #6, Datum: 25.10.2014 um 19:36:26 »   

Caroline M. Rocheleau : Amun Temples in Nubia - A Comparative Study of New Kingdom, Napatan, and Meroitic Temples (2008), Seite 10 :


- Vollbild -


TOPOGRAPHICAL BIBLIOGRAPHY OF ANCIENT EGYPTIAN HIEROGLYPHIC TEXTS, RELIEFS, AND PAINTINGS VII - NUBIA, THE DESERTS, AND OUTSIDE EGYPT. - OXFORD : GRIFFITH INSTITUTE, ASHMOLEAN MUSEUM, [1952] 1975. - Seite 4 :

Zitat:
"... Columns (destroyed). Capitals, ROEDER, op. cit. pl. 5 [b-d], p. 21; GAU, Antiquites de la Nubie, pl. 4 [a, b]. ..."


John Lewis Burckhardt : Travels in Nubia - A Journey Along the Banks of the Nile (1819), Seite 128 :

Zitat:
"...  I observed in the broken-up floor of the pronaos deep stone foundations ..."

hinterlässt bei mir nicht den Eindruck, das Burckhardt bei seinem mehr oder weniger wohl "touristisch" zu nennenden Besuch in der Lage war, das Gebäude, speziell seinen genauen Grundriss, wirklich im Detail beschreiben zu können. Die Fotos vom damaligen Gesamtzustand der Anlage bestätigen das meiner Meinung nach nur.


Zitat:
Ergamenes : "... aus angenommener damaliger Sicht- fast schon gotteslästerlichen Ärmlichkeit dieses Tempels und insbesondere seines Allerheiligsten."

Mit einer "angenommenen damaligen Sicht" kann ich diesbezüglich nicht wirklich etwas anfangen. Wir neigen meiner Meinung nach viel zu häufig und in der Regel unbegründet dazu unsere heutige Sicht der Dinge in diesen Fragen all zu leicht auf das Alte Ägypten zu übertragen.
« Letzte Änderung: 26.10.2014 um 02:14:21 von Lutz »
> Antwort auf Beitrag vom: 25.10.2014 um 18:02:09  Gehe zu Beitrag
Ergamenes  maennlich
Member - Themenstarter

  

Re: Dekoration des Allerheiligsten 
« Antwort #7, Datum: 29.10.2014 um 15:55:53 »   

Wenn ich mir die Photographie von 1850 anschaue dann kann ich nicht umhin mich zu wundern, warum denn da die innere Säulenreihe so fein säuberlich aus dem Pronaos herausgepult worden wäre. Und die kleineren Säulen auf der Fassade zu erwähnen ohne auch die vermutlich dickeren Säulen bzw. Säulenstümpfe im Inneren des Pronaos zu erwähnen, erscheint mir doch eher als ein Akt der Blindheit, als das Übersehen eines Details bei Burckhardt. Selbst Säulenfragmente auf dem zerbrochenen Boden hätten seine Aufmerksamkeit erregen sollen.

Allerdings stiess ich dann auf der Suche nach einer Lösung des Rätsels der verpufften Säulen von Debod auf eine digitalisierte Version in Auszügen des Originalwerkes "Antiquités de la Nubie, ou, Monumens inédits des bords du Nil, situés entre la première et la seconde cataracte, dessinés et mesurés, en 1819" von F.C. Gau (http://digitalgallery.nypl.org/nypldigital/dgkeysearchresult.cfm?parent_id=451425). Und siehe da, auf dem vermutlich originalen Grundriss von Debod auf der 30ten abgebildeten Seite (ID: 1221674) ist die besagte Säulenreihe nicht vorhanden! Und der Querschnitt auf der 32ten abgebildeten Seite (ID: 1221676) zeigt diese Säulenreihe ebenfalls nicht. Hat da vielleicht irgend jemand den Originalgrundriss von Gau verfälscht? Im Moment erscheint es mir so, aber diesbezügliche Spakulationen werde ich mir hier nicht erlauben.  

Übrigens war ich vor vier Jahren zum letzten Mal in diesem Forum. Und irgendwie glaube ich mich daran zu erinnern, dass es damals hier lebhabter war. Wo sind die denn alle hingezogen?
(P.S.: Den Zitatknopf kann ich hier bisher noch nicht finden...)
> Antwort auf Beitrag vom: 25.10.2014 um 19:36:26  Gehe zu Beitrag
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: Dekoration des Allerheiligsten 
« Antwort #8, Datum: 29.10.2014 um 17:22:06 »   


Zitat:
Den Zitatknopf kann ich hier bisher noch nicht finden...


Die Zitatknöpfe - für Z-Anfang und -Ende - befindet sich in den 2 Zeilen mit den UBB-Codes (der Dir beim Schreiben über den Smilies angezeigt wird), und zwar in der obersten Zeile an der 3. und 4. Position von rechts. Man kann aber auch direkt [ quote] und [ /quote] im Text schreiben (die Leerstellen bitte weglassen) oder nochmals in der "Hilfe" nachsehen.

Iufaa
> Antwort auf Beitrag vom: 29.10.2014 um 15:55:53  Gehe zu Beitrag
Lutz  maennlich
Member

  

Re: Dekoration des Allerheiligsten 
« Antwort #9, Datum: 01.11.2014 um 00:44:48 »   

Den digitalisierten Gau : Antiquites de la Nubie (1822) hatte ich vor ein paar Tagen ebenfalls entdeckt. Es gibt übrigens auch Roeder : Les Temples immergés de la Nubie - Debod bis Bab Kalabsche - Vol. 1-3 (1911) online.

So langsam kommen mir bei den Säulen auch gewisse Zweifel. Vielleicht hat da jemand den Eintrag bei "P & M" falsch interpretiert ? Komisch ist auch die Materialangabe "Red Brick" bei Rocheleau.

Ich habe die Dokumentation aus Anlass der Demontage des Tempels per Fernleihe bestellt, ist in der Stabi leider nicht vorrätig ... Daumas : Debod - Textes Hieroglyphiques et Description Archeologique (Cairo, 1963). Kann aber, erfahrungsgemäß, ein Weilchen dauern bis das Teil eintrudelt...

Gruß, Lutz.
> Antwort auf Beitrag vom: 29.10.2014 um 15:55:53  Gehe zu Beitrag
Ergamenes  maennlich
Member - Themenstarter

  

Re: Dekoration des Allerheiligsten 
« Antwort #10, Datum: 01.11.2014 um 23:00:57 »   

Klasse. Vielen Dank, Lutz. Und vielen Dank auch an lufaa.  
Was ich im Moment allerdings am meisten vermisse, ist eine digitale Version von Hölbls "Altägypten im Römischen Reich - Der römische Pharao und seine Tempel II - Die Tempel des Römischen Nubien", denn dieses Buch habe ich leider auch noch nicht. Und ich würde doch gerne wissen, was für eine Quellenangabe Hölbl zur Abb. 135 (s.o.) dieses Buches macht.

Und ausserdem kann ich die Bemerkung von Lutz
Zitat:
Vielleicht hat da jemand den Eintrag bei "P & M" falsch interpretiert ?
leider nicht verstehen. Mit Hölbl hat das wohl nichts zu tun(?).
> Antwort auf Beitrag vom: 01.11.2014 um 00:44:48  Gehe zu Beitrag
Lutz  maennlich
Member

  

Re: Dekoration des Allerheiligsten 
« Antwort #11, Datum: 02.11.2014 um 00:43:13 »   


Zitat:
... Was ich im Moment allerdings am meisten vermisse, ist eine digitale Version von Hölbls "Altägypten im Römischen Reich - Der römische Pharao und seine Tempel II - Die Tempel des Römischen Nubien", denn dieses Buch habe ich leider auch noch nicht. ...

Oooch, dat jibbet aber auch schon recht günstig als Druckversion, z.B. bei "booklooker" ab / für 19,50 € (incl.Versand).

Zitat:
... Und ich würde doch gerne wissen, was für eine Quellenangabe Hölbl zur Abb. 135 (s.o.) dieses Buches macht. ...

Lt. Bildnachweis auf S. 160 stammt Abb. 135 aus "Arnold, 1999". Gemeint ist hier wohl mit Sicherheit ... Dieter Arnold : Temples of the Last Pharaohs. - New York / Oxford : Oxford University Press, 1999. - ISBN : 0195126335. - 373 S., Maps, Plans, Fig., Ill., Tables.

Zitat:
OEB 44185  (AEB 1999.0838) : "This book deals with the last 1,300 years of the long history of temple building in Ancient Egypt, undertaken by about 50 kings, from the collapse of the N.K. to the end of the Roman Period. It includes descriptions of architectural features, stylistic evaluations, and building methods, and a detailed account of all known temple buildings from the period. The temples of this period have been much less intensively studied than its art. Furthermore, the temples are very unevenly distributed over Egypt and Nubia, the Delta and Middle Egypt being rather depleted of temples. This disappearance is especially unfortunate for tracing the building history of the XXVIth-XXXth Dynasties, which built most of their temples in Lower Egypt. The remaining buildings not only bear witness to the high standard of Late Egyptian temple building in general but also demonstrate that architecture took significant steps in development, creating a new world of pharaonic temples that compares well with the achievements of preceding periods. Even more than temples of earlier periods, those of the T.I.P., the Late Period and the Graeco-Roman Period were characterized by the two typical conflicting intentions of maintaining the traditional as well as developing contemporary forms, which aspect is repeatedly addressed. In the introduction the author further remarks that during the Late Period, Egyptian cults and their specific building forms were spreading over the whole range of the Mediterranean, while simultaneously Egypt was exposed to foreign influence. Thus, repeated glimpses at the contemporary architecture of Egypt's neighbours are required. Indeed, two prominent side branches of Egyptian Late Period architecture developed into such extensive and specific architectural entities that they cannot properly be treated in the framework of a book about Late Egypt: the building of the Kushites in the Sudan and the Hellenistic architecture of Alexandria.

The book begins with 15 plans of the reconstructions of the main Egyptian temples of the period under study, which are constantly referred to in the main text, furthermore with three maps showing the distribution of the temples in Lower and Upper Egypt, the Faiyum and Lower Nubia. Part 1, on the development of the architecture during the subsequent reigns in the T.I.P., the Late Period and the Graeco-Roman Period, with a summarizing ch. 1 on the last temples of the N.K. After ch. 2, on the temples of the T.I.P., the author explains in ch. 3 the building methods of the Kushite Period and describes the buildings. In ch. 4, on the Saite Period, also the historical background, the building and style of temple building in the period, the building methods, and Egyptian architecture in relation to the Mediterranean countries in the period are elucidated. The same procedure is followed in ch. 5, concerning the XXVIIIth to XXXth Dynasties. After the brief ch. 6 on the Second Persian Domination and the Macedonian Dynasty follows the Ptolemaic Period in ch. 7, which, apart from the description of the many Ptolemaic temples, also draws attention to the formal and stylistic aspects of Ptolemaic temple architecture, and the architecture in relation to foreign countries. In ch. 8, on the Roman Period, which ends with building activities as late as the end of the 4th century A.D., also metrological details are briefly considered.

In part 2, the characteristics of the architecture of the Late Egyptian temples are discussed. Ch. 9 studies sacred building forms of the period: the wabet, the pronaos, entrance porches and kiosks, birth houses (mammisi), cult terraces, columns, screen walls, broken-door lintels. The concluding remarks in ch. 10 summarize the stylistic developments and the formation of temple types, archaistic tendencies, divinities distinguished by new temples, patrons and builders, and Egyptian architecture of the period and Western architecture. A list of temples arranged by dynasty, a glossary, a select bibliography, and an index conclude the book. (L.Z.)


Interessant auch der Eintrag aus Dieter Arnold : Lexikon der Ägyptischen Baukunst. - Düsseldorf : Albatros, 2000. - ISBN : 3491960010. - 301 S., [32] Pl. von S. 57 :


- Vollbild -


Zitat:
... Und ausserdem kann ich die Bemerkung von Lutz

... Vielleicht hat da jemand den Eintrag bei "P & M" falsch interpretiert ? ...

leider nicht verstehen. Mit Hölbl hat das wohl nichts zu tun(?).

Nö, dat nimmt Bezug auf Antwort #6 hier im Thread, vom 25.10.2014 um 19:36:26, speziell

TOPOGRAPHICAL BIBLIOGRAPHY OF ANCIENT EGYPTIAN HIEROGLYPHIC TEXTS, RELIEFS, AND PAINTINGS VII - NUBIA, THE DESERTS, AND OUTSIDE EGYPT. - OXFORD : GRIFFITH INSTITUTE, ASHMOLEAN MUSEUM, [1952] 1975. - Seite 4 :

Zitat:
"... Columns (destroyed). Capitals, ROEDER, op. cit. pl. 5 [b-d], p. 21; GAU, Antiquites de la Nubie, pl. 4 [a, b]. ..."

"P & M" ist eine gebräuchliche Abkürzung für die "TOPOGRAPHICAL BIBLIOGRAPHY OF ANCIENT EGYPTIAN HIEROGLYPHIC TEXTS, RELIEFS, AND PAINTINGS", gebildet aus den Anfangsbuchstaben der Namen der Autorinnen Bertha Porter & Rosalind L. B. Moss.

Gruß, Lutz.
« Letzte Änderung: 02.11.2014 um 02:34:20 von Lutz »
> Antwort auf Beitrag vom: 01.11.2014 um 23:00:57  Gehe zu Beitrag
Lutz  maennlich
Member

  

Re: Dekoration des Allerheiligsten 
« Antwort #12, Datum: 10.01.2015 um 21:11:46 »   

Nach etwas komplizierten und langwierigen Verhandlungen mit div. Fachbibliotheken hier nun doch noch ein Auszug aus ... François Daumas : Debod - Textes hieroglyphiques et description archeologique. - Le Caire : Centre de documentation egyptologique, 1960. - Die Seiten 1 & 2 :


- Vollbild -

Leider spreche ich nicht Französisch. Mit Hilfe eines Online - Übersetzers bilde ich mir ein gelesen zu haben, das der ursprüngliche Grundriß schwer bis gar nicht zu rekonstruieren war. Es werden jedoch neben den in Madrid vorhandenen Säulen wohl Reste von inneren Säulen erwähnt ["... I. ... 3) un chapiteau complet, achevé, qui devait primitivement se trouver sur une des colonnes intérieures, et les fragments du second. ..."] ?

Gruß, Lutz.
> Antwort auf Beitrag vom: 02.11.2014 um 00:43:13  Gehe zu Beitrag
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