Ägyptologie Forum Guten Morgen Gast, hier einloggen oder registrieren.
21.11.2017 um 03:20:28


HomeÜbersichtHilfeSuchenLoginRegistrierenKalenderLexikonChat



  Ägyptologie Forum
   Pharao & Hofstaat (290)
   Echnatons Kindheit (23)
  Autor/in  Thema: Echnatons Kindheit
Taia  
Gast

  
Echnatons Kindheit 
« Datum: 05.06.2008 um 21:04:35 »     

Hi

Soweit ich weiß, tauchte der Name von Amenophis IV. erst auf, nachdem er zum König  erhoben worden war. Ich habe irgendwo gelesen, dass er seine Kindheit im Ausland verbracht hat, weiß jemand etwas dazu?

Wenn Mutemuja die Mutter von Amenophis III war, dann wäre sie seine Großmutter. Wenn man davon ausgeht, dass er aus der Art schlug, wäre es durchaus denkbar, dass man ihn vor der ägyptischen Öffentlichkeit  verstecken wollte.

Sollte diese Frage  bereit vom Forum beantworten worden sein, bitte um einen Hinweis.  Danke.

Taia
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: Echnatons Kindheit 
« Antwort #1, Datum: 05.06.2008 um 22:03:42 »   

Hi,

man fragt sich, was man hier beantworten soll:

Zitat:
soweit ich weiß, tauchte der Name von Amenophis IV. erst auf, nachdem er zum König  erhoben worden war.
Der hieß auch vorher schon Amenophis (Amenhotep) und gerät natürlich erst ins Blickfeld, als der Kronprinz Thutmose stirbt.


Zitat:
Ich habe irgendwo gelesen, dass er seine Kindheit im Ausland verbracht hat, weiß jemand etwas dazu?
Fragen, die mit "ich habe irgendwo gelesen" anfangen, sind nicht zu beantworten. Woher sollen wir wissen, was Du gelesen hast, und wie dort solche Aussagen belegt sind?


Zitat:
Wenn Mutemuja die Mutter von Amenophis III war, dann wäre sie seine Großmutter.
Mutemwija ist in der Geburtslegende des A. III. im Luxor-Tempel als dessen Mutter genannt. Da es keinen Grund gibt, an dieser Darstellung zu zweifeln, ist sie zwangsläufig die Großmutter aller Kinder von Amenhotep III - was ist daran verwunderlich?


Zitat:
Wenn man davon ausgeht, dass er aus der Art schlug, wäre es durchaus denkbar, dass man ihn vor der ägyptischen Öffentlichkeit  verstecken wollte.
Liegen Dir Berichte aus seiner Kindheit vor, die auf "Verwunderlichkeit" schließen lassen? War er Enuretiker oder was hast Du sonst noch für Vermutungen?
Gibt es überhaupt Belege, dass Königskinder "versteckt" wurden - und vielleicht gar nicht auftauchten?

Ich schlage vor, über die Fragestellung nochmals nachzudenken.

Iufaa
> Antwort auf Beitrag vom: 05.06.2008 um 21:04:35  Gehe zu Beitrag
Taia  
Gast - Themenstarter

  
Re: Echnatons Kindheit 
« Antwort #2, Datum: 05.06.2008 um 22:25:34 »     

Wir haben uns mißverstanden.Ich wollte wissen, ob jemand etwas zum Thema der Kindheit von Echnaton weiß und zum Thema seines eventuellen Aufenthaltes im Ausland. Darüber, ob Echnaton gesund war oder nicht, will ich hier nicht diskutieren, auch die Frage, ob es schon Fälle von versteckten Kindern gab oder nicht, ist  weder gestellt noch zur Diskussion gestell worden. "Verwunderlich" ist auch  nicht, dass Mutemwija die Großmutter von Echnaton ist. Diese Feststellung ist lediglich ein Hinweis darauf, dass eine familiäre Beziehung zwischen Echnaton und dem mittannischen Königshof bestehen mußte. So einfach ist es. "Nicht verwunderlich" wäre es demnach, wenn Echnaton sich auf dem mittanischen Hof aufhalten würde; ich wollte damit einfach den Hintergrund meiner Frage erläutern.  
Ich danke dir für die MÜhe, mit der du aufgezählt hast, was dich in meinem "Beitrag" verwirrt hat, aber  mir wäre lieber, du hättest meine Frage beantwortet, statt mich zu belehren, dass es offensichtlich ist, dass eine Frau die Großmutter der Kinder ihres Sohnes ist.
Danke! Taia
> Antwort auf Beitrag vom: 05.06.2008 um 22:03:42  Gehe zu Beitrag
Qedeschet  weiblich
Member

  

Re: Echnatons Kindheit 
« Antwort #3, Datum: 05.06.2008 um 22:46:04 »   

Hallo,


Zitat:
Diese Feststellung ist lediglich ein Hinweis darauf, dass eine familiäre Beziehung zwischen Echnaton und dem mittannischen Königshof bestehen mußte.


Führe für diese Behauptung doch bitte Belege an, die sie stützen könnten! Ansonsten erübrigt sich eine Diskussion.

Danke und Gruß!
> Antwort auf Beitrag vom: 05.06.2008 um 22:25:34  Gehe zu Beitrag
Taia  
Gast - Themenstarter

  
Re: Echnatons Kindheit 
« Antwort #4, Datum: 06.06.2008 um 10:55:07 »     

Liebe Leute,

Ich habe mir gedacht, Agyptologie Forum hat hunderte Mitglieder und Gäste, die man wohl als Fachleute bezeichnen kann, und du hast eine Fachfrage. Stell sie einfach und irgendjemand wird schon die Antwort wissen und Lust dazu haben, dir zu helfen. Die Frage war klar -  kennt jemand Hinweise  auf den Auslandsaufenthalt Echnatons in seiner Kindheit, oder gibt es dagegen Gegenbeweise. Ich wollte nicht diskutieren. Ich habe eine Frage gestellt.  Auf diese Frage ist noch niemand eingegangen, statt dessen werde ich aufgefordert, jede Behauptung zu belegen. Aber was soll`s.

Meine Antwort: vorausgesetzt, Mutemuja war eine mitannische Prinzessin, wie das in der Fachliteratur behauptet wird (2. Version: sie käme aus Achmin), dann ist sie die Großmutter von Echnaton. Das nenne ich eine familiäre Beziehung und halte diese Schlußfolgerung für selbstverständlich. Daraus ergibt sich die zweite Schlußfolgerung - auf eine familiäre Beziehungen zwischen Ägypten und Mitanni. Aber, wie gesagt, ich wollte darüber jetzt nicht diskutieren und wollte NUR wissen (bitte um Entschuldigung für die Wiederholung), ob es Belege für Echnatons Aufenthalt im Ausland gibt. Das ist die Frage, die mich beschäftigt. Die Hoffnung auf eine sachliche Antwort habe ich übrigens noch nicht aufgegeben.

Schöne Grüsse an alle. Taia
> Antwort auf Beitrag vom: 05.06.2008 um 22:46:04  Gehe zu Beitrag
Qedeschet  weiblich
Member

  

Re: Echnatons Kindheit 
« Antwort #5, Datum: 06.06.2008 um 11:09:24 »   

Hallo,


Zitat:
ob es Belege für Echnatons Aufenthalt im Ausland gibt.


Nein! Reicht das?

Gruß!
> Antwort auf Beitrag vom: 06.06.2008 um 10:55:07  Gehe zu Beitrag
Taia  
Gast - Themenstarter

  
Re: Echnatons Kindheit 
« Antwort #6, Datum: 06.06.2008 um 15:40:12 »     

Hallo Qedeschet!

Vanderberg schreibt in seinem Buch "Nofretete" (1989):
"Der vierte Amenophs, der sich später Echnaton nannte,hatte den größten Teil seiner Kindheit und Jugend im Ausland verbracht" (s.140) und weiter: "Keine einzige Darstellung zeigt beide (Amenophis III. und Amenophis IV.) gemeinsam,keine einzige Textstelle nennt beide gleichzeitig" (ebda) etc...

Dieser Spur wollte ich nachgehen und mit Hilfe der Community Belege  dafür finden.  

Insofern scheint mir mit deinem bestimmenden "Nein" nicht das letzte Wort gefallen zu sein. Sagen wir mal so, du kennst keine Belege dafür.  

Gruß, Taia.
> Antwort auf Beitrag vom: 06.06.2008 um 11:09:24  Gehe zu Beitrag
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: Echnatons Kindheit 
« Antwort #7, Datum: 06.06.2008 um 17:05:19 »   

Sagen wir mal so, Du auch nicht.

Welche hat den Vandenberg?

Iufaa
> Antwort auf Beitrag vom: 06.06.2008 um 15:40:12  Gehe zu Beitrag
petrie08  maennlich
Member

  

Re: Echnatons Kindheit 
« Antwort #8, Datum: 06.06.2008 um 17:47:25 »   

Bücher von Vandenberg und Ägyptologie als Wissenschaft schließen einander aus. Punkt. Und jeder intelligente Mensch sollte das nach der Lektüre auch nur einer Seite bemerken! Wer den Vandenberg ernst nimmt, kann seine naturwissenschaftlichen Kenntnisse den Gebrüdern Grimm entnehmen.
> Antwort auf Beitrag vom: 06.06.2008 um 15:40:12  Gehe zu Beitrag
Qedeschet  weiblich
Member

  

Re: Echnatons Kindheit 
« Antwort #9, Datum: 06.06.2008 um 18:47:31 »   

Hallo,


Zitat:
"Keine einzige Darstellung zeigt beide (Amenophis III. und Amenophis IV.) gemeinsam


Das kann man so nicht stehen lassen. Der im folgenden angeführte Gegenbeweis zu der oben zitierten Behauptung Vandenbergs soll nur dazu dienen, besagte Aussage zu wiederlegen (und somit die Ergebnisse seiner Arbeit vielleicht in einem anderen Licht erscheinen zu lassen). Eine Stellungsnahme zur Problematik der Darstellung (die ich nicht aus dem Ärmel schütteln kann) behalte ich mir vor.

Gegenbeleg: Auf einem Türsturz im Grab des Huya in Amarna findet sich eine Szene, in der zur linken Echnaton, Nofretete und 4 Königskinder und zur rechten Amenophis III., Teje und Baketaton zu sehen sind. Zur Darstellung siehe DAVIES, N. DE G. (1905). The Rock Tombs of el-Amarna. Part 3 – The Tombs of Huya and Ahmes. EEF 15. Taf. XVIII)

Gruß!
> Antwort auf Beitrag vom: 06.06.2008 um 15:40:12  Gehe zu Beitrag
snormi  weiblich
Member

  

Re: Echnatons Kindheit davies-rock-tombs-3.jpg - 52,38 KB
« Antwort #10, Datum: 06.06.2008 um 19:08:48 »   

Hallo Qedeschet,

darf ich dir, zur allgemeinen Anschauung, die Darstellung der genannten Literaturangabe nachreichen?

Gruß
> Antwort auf Beitrag vom: 06.06.2008 um 18:47:31  Gehe zu Beitrag
petrie08  maennlich
Member

  

Re: Echnatons Kindheit 
« Antwort #11, Datum: 06.06.2008 um 19:52:49 »   

Meine Anmerkungen sind sicher von marginaler Wichtigkeit, aber jeder Mensch der bei Trost ist, kann doch nicht ernsthaft über einen Vandenberg-Text diskutieren! Der Mann ist ein mittelmäßiger Journalist, u. a. PLayboy(!), der - angeblich - einige Semester Germanistik studiert hat und sich seine Bücher über Ägypten und andere Themen stümperhaft zusammenkompiliert. Alles Bestseller, was nicht für die Intelligenz des breiten Publikums spricht! (Karl Kraus: "Je höher der Absatz desto größer der Stiefel"). Wo sind den strengen Moderatoren?
> Antwort auf Beitrag vom: 06.06.2008 um 19:08:48  Gehe zu Beitrag
snormi  weiblich
Member

  

Re: Echnatons Kindheit 
« Antwort #12, Datum: 06.06.2008 um 20:18:33 »   


Zitat:
aber jeder Mensch der bei Trost ist, kann doch nicht ernsthaft über einen Vandenberg-Text diskutieren!


Taia will doch garnicht diskutieren.

Viele beginnen mit Jacq und Vandenberg.


Zitat:
Der im folgenden angeführte Gegenbeweis zu der oben zitierten Behauptung Vandenbergs soll nur dazu dienen, besagte Aussage zu wiederlegen (und somit die Ergebnisse seiner Arbeit vielleicht in einem anderen Licht erscheinen zu lassen)


Das ist nur eine Hilfestellung zur Einschätzung der Quelle, keine Diskussion.

und warum immer der Ruf nach den Moderatoren?
Mal sind sie einem zu streng - mal zu lasch. Wie macht man es jedem Recht?  (Was nun nicht zu einer Diskussion zu diesem Thema führen soll   )
> Antwort auf Beitrag vom: 06.06.2008 um 19:52:49  Gehe zu Beitrag
Nefer-Aton  weiblich
Member

  

Re: Echnatons Kindheit 
« Antwort #13, Datum: 06.06.2008 um 20:21:05 »   

Hallo!

Im Grab des Huja in Armarna finden sich zwei Bildszenen. In der linken wird Echnaton mit Nofretete mit 4 Töchtern gezeigt. In der rechten Szene wird der thronende Amenophis III. gezeigt. Ihm gegenüber seine Tochter Baket-Aton, seine Gemahlin Teje und dahinter drei Hofdamen.

Der Ehrerbietungsgestus ist der wie ein Gott verehrt wird. Daraus kann man m. E. theor. schlußfolgernd, dass es sich hierbei um einen bereits verstorbenen König handelt. Der Grabbesitzer wollte wahrscheinlich beide Könige, die er diente, in seinem Grab darstellen.

Die einzige Nennung eines Prinzen mit Namen Amenophis E (siehe Royal Families)aus der Zeit Amenophis III. mit dem Titel "Königssohn" in einer Kartusche, ist auf einem Weinkrugsiegel aus Malqata belegt. Mit größter Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um den späteren König Amenophis IV. (Echnaton)

LG
Nefer
> Antwort auf Beitrag vom: 06.06.2008 um 19:08:48  Gehe zu Beitrag
Qedeschet  weiblich
Member

  

Re: Echnatons Kindheit Hayes_fig._27.JPG - 151,17 KB
« Antwort #14, Datum: 06.06.2008 um 21:02:07 »   

Argh,

ich wollte den von mir angeführten Beleg eigentlich nicht diskutieren! Aber der vieldiskutierte Ehrerbietungsgestus in der o.g. Darstellung muss nicht zwangsläufig auf den verstorbenen Amenophis III. hindeuten; denn wie Nefer-Aton richtig bemerkt hat, handelt es sich hierbei um einen Gestus, der sich vornehmlich im Zusammenhang mit Göttern findet. Somit ließe sich bei dieser Darstellung darauf verweisen, dass Amenophis III. schon zu Lebzeiten vergöttlicht wurde (bzw. sich vergöttlichen ließ). Insofern bestände ein guter Grund, um auch anders zu argumentieren...

Literatur zur Vergöttlichung Amenophis III.:
-      SCHULLER-GÖTZBURG, T. (1993). „Zur Vergöttlichung Amenophis III. in Ägypten.“, in: GM 135. (S. 89-95)
-      PAMMINGER, P. (1993). „Zur Göttlichkeit Amenophis III.“, in: BSEG 17. (S. 83-92)
-      BICKEL, S. (2002). „Aspects et fonctions de la défication d’Amenhotep III.“, in: BIFAO 102. (S. 63-90)

Anbei noch eine Abbildung des von Nefer-Aton angeführten Krugverschlusses aus Malqata (KK). (Quelle: HAYES, W. C. (1951). „Inscriptions from the Palace of Amenhotep III.“, in: JNES 10. (S. 156-183)

Gruß!
> Antwort auf Beitrag vom: 06.06.2008 um 20:21:05  Gehe zu Beitrag
Seiten: 1 2 »           

Gehe zu:


Powered by YaBB