Ägyptologie-Blatt

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Weniger Archäologen im Mittleren Osten
Nicht nur der Tourismus hat unter den September-Anschlägen gelitten
Von Gitta am 06.04.2002 um 23:08:31 

Die Forscherin der Howard University, Ann Macy Roth, arbeitet an Ausgrabungen auf dem Friedhof hinter der großen Pyramide. Sie ist nicht beunruhigt, wie einige amerikanische und andere westliche Kollegen, dass ihre Arbeit hier seit dem 11. September mehr Risiken birgt. Seit 14 zeitweilig auch politisch turbulenten Jahren ist Roth in Ägypten tätig. Für sie ist wichtig, dass sie ihre Arbeit machen kann. Wohl ist es ein wenig leerer als sonst. Nur ein paar Hundert Touristen besuchen täglich die Große Pyramide im Gegensatz zu früher, wo es Tausende waren.

Auch in Luxor, der Stätte des antiken Theben, hat die Zahl der Touristen drastisch abgenommen. Der französische Archäologe Francois Larche sagt, ausländische Ausgräber kämen nach wie vor hierher, um ihren Studien nachzugehen, jedoch weniger intensiv als vorher. Wer Ägypten kennt, weiß, dass man hier sicher ist, egal was die Menschen außerhalb des Landes reden, meint er. Larche arbeitet seit 1987 am Tempel von Karnak. Seit den Anschlägen im September wurden die Sicherheitvorkehrungen rund um die archäologischen Stätten sowie die von den Forschern genutzten Institutionen und Hotels verstärkt. Zusätzlich sind sie gehalten, ihre Aufenthalte in der Stadt auf das Notwendige zu beschränken. "Es ist ein bißchen lästig, aber ich fühle mich so sicherer", sagt Larche. Gaballah Ali Gaballah, Berater der ägyptischen Antikenbehörde und ihr ehemaliger Leiter, betont, dass keine ausländische Expedition um eine Verstärkung der Scherheitskräfte nachgesucht hätte. Falls es nötig werden sollte, stünde die Polizeit ohnehin zur Verfügung.

Im Jemen und in Syrien und anderen Staaten des Mittleren Ostens, wo normalerweise immer ausländische Forscher ihre Arbeit tun, scheint man zur Zeit zunächst die Stimmung innerhalb dieser Länder abzuschätzen, ehe man sich entscheidet, ob ein Projekt fortgesetzt wird oder nicht. Christopher Edens, Leiter des Amerikanischen Institutes für jemenitische Studien, sagt, dass verschiedene Teams für diese Saison abgesagt hätten. Seit dem Angriff auf die US Cole im Hafen von Aden gilt der Jemen als Brutstätte für militante Islamisten. Erst Mitte Februar hatte das FBI wieder eine Warnung wegen möglicher terroristischer Angriffe auf amerikanische Institutionen im Jemen ausgesprochen; es war schon die dritte.

Michael Meqdisi, Leiter der Abteilung Ausländische Expeditionen beim Miniterium für Kultur in Syrien, teilt mit, dass die Wissenschaftler in diesem Jahr erst im April anreisen, während die Saison üblicherweise bereits im März beginnt.

Die Arbeit der früher im Irak in den mesopotamischen Ausgrabungsstätten arbeitenden Teams westlicher Archäologen ruht seit dem Golfkrieg.

Quelle
http://www.sis.gov.eg/online/html7/o310322c.htm

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