Ägyptologie-Blatt

[ Home | Forum ]

« vorheriger Artikel | nächster Artikel »
Wissenschaftler schnüffeln nach Rezepten für Pharaos Parfüm
Altägyptisches Parfümrezept - zur Nachahmung empfohlen
Von Gitta am 14.04.2002 um 17:12:55 

Französische Wissenschaftler und Experten von L'Oréal fanden das Geheimrezept für original ägyptisches Parfüm. Sie kombinierten die Erkenntnisse aus der Erforschung des Inhaltes von 500 Kosmetikgefäßen, die Napoleon von seinem Feldzug mitbrachte mit den Rezepten auf zwei ägyptischen Tempelmauern. Hieroglyphische Inschriften in Edfu zeigen, welche Pflanzen und Arbeitsgänge zur Herstellung der Pafümbällchen, Kyphi, erforderlich waren, ebenso wie Darstellungen am Tempel von Philae. Während der sechsjährigen wissenschaftlichen Arbeit wurden auch die Aufzeichnungen von Plutarch berücksichtigt. Schließlich war es möglich, den komplizierten Herstellungsprozeß nachzuvollziehen, der nunmehr im Kairener Museum in einer Sonderausstellung zu sehen ist. Anstatt sich die Haut mit Parfüm zu bestreichen, werden die Kyphi-Kügelchen über Holzkohle verbrannt, so wie es bereits von 4.000 Jahren praktiziert wurde. Es duftet zunächst nach Zitronengras und Pfefferminz, später nach Wacholder und Zimt. Der Raum ist erfüllt von diesem Aroma, das sich nach und nach auf Haut und Haaren niederschlägt. Forschungsleiterin. Patricia Pineau unterstreicht den wissenschaftlichen Kenntnisreichtum der alten Ägypter.

Die Studien an den Duftstoffen begannen 1996 mit der Untersuchung von mikroskopisch kleinen Teilen aus den napoleonischen Behältern. Da sich Öle und Salben als Basis zur Parfümherstellung über die Jahre änderten, konzentrierten sich die Forscher auf die Rezeptur, die Plutarch in seinem Buch "Reise von Isis zu Osiris" niederschrieb, die mit den hieroglyphischen Inschriften in Edfu in Einklang gebracht werden konnte.

Das Parfüm wurde von den Erbauern der Pyramiden des Alten Reiches ebenso benutzt wie von Nofretete und Tunanchamun im Neuen Reich, bis hin zum Niedergang des pharaonischen Zeitalters. Auch danach wurde die Parfümherstellung weitergeführt, mit einigen Innovationen wie z.B. der Zugabe von Alkohol. Zusätzlich wurden die Parfümkügelchen ins Haar gegeben, wegen des Duftes und zum Schutz vor der Sonne. Kyphi, der griechische Name des Parfüms, wurde auch bei der Mumifizierung verwendet. Laut Lise Manniche, Ägyptologin an der Universität Kopenhagen, war Parfüm eine unerläßliche Beigabe, um sexuelle Freuden auch im jenseitigen Leben genießen zu können.

L'Oréal beabsichtigt nicht, das antike ägyptische Parfüm kommerziell herzustellen. Die Forschungen resultierten allein aus geschichtlichem Interesse.

Für Hobby-Alchimisten hier die Rezeptur für die Herstellung in der heimischen Hexenküche:

Zermahle 270 g Schilfwurzeln (Acorus calamus), Zitronengras, Pistazien, Zimt, Pfefferminze und Myrthenholz.

Paprallel dazu zermahle 270 g Wacholderbeeren, Chaerophyllum (ein grünblättriges Kraut) und Wurzeln des Cyperus longus (entspricht dem spanischen Horchata).

Mixe die beiden Pulver zusammen und binde sie durch Wein (von Trauben), lasse das Gebräu einen Tag stehen und mische es dann mit 1,8 kg enthäuteten und entkernten Trauben und 2,25 kg Palmwein. Lasse das Ganze dann fünf Tage ruhen.

Bringe dann 1,2 kg Weihrauch und 3 kg Honig zum Kochen bis die Substanz auf 3,36 kg eingekocht ist. Mische dies mit den anderen Ingredenzien und lasse sie weitere fünf Tage ruhen.

Füge 1 kg gemahlener Myrrhe hinzu und forme daraus Kügelchen von 1 cm Durchmesser. Lege diese Kügelchen in ein langes Rohr und lasse sie dort schwelen.

Quellen (englisch)
http://www.thetimes.co.uk/article/0,,3-260141,00.html
http://www.sis.gov.eg/online/html7/o130422.htm

versenden | drucken


Suchen | Schlagzeilen | RSS



Eigenen Kommentar abgeben
Name:
eMail:   verstecken
SID:
Zeitlich beschränkte Gast-Schreibberechtigung mit eMail-Authentifizierung.
Kommentar: