Ägyptologie-Blatt

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Amerikanische Archäologen entdeckten im Süden Jordaniens größte Metallproduktionsstätte der frühen Bronzezeit
Mitarbeiter der University of California, San Diego, wurden in einem entlegenen Wüstengebiet fündig
Von Gitta am 30.06.2002 um 21:39:28 

Man kann es wohl schon als kleine Sensation bezeichnen, was die Forscher in dieser unwirtlichen Gegend zum Vorschein gebracht haben. Es handelt sich um eine Stätte der Metallfabrikation, die auf die Zeit um 2700 v.Chr. datiert wird. Nach Aussage von Thomas Levy, der das internationale Team gemeinsam mit Russell Adams leitet, fanden sich auf dem "Fabrikboden" Hunderte von Gussformen aus Lehm zur Herstellung von Kupferbarren, Äxten, Meisseln und Bolzen. Tausende von Steinhämmern, Ambossen, Schmelztiegeln, Metallteilchen sowie antiker Metallurgieschutt wurden auf einer Fläche freigelegt, die wesentlich größer zu sein scheint als ähnliche Objekte in der Türkei, auf Zypern, in Israel, Oman und anderen Teilen des Mittleren Ostens. Die Wissenschaftler verdanken ihren Fund zu einem großen Teil einem Erdbeben, das die antike Stätte irgendwann einmal verschüttete, so dass sie bis heute bewahrt blieb.  Die Grabungskampagnen in der Gegend von Kirbat Hamra Ifdan etwa 50 km südlich vom Toten Meer, begannen bereits 1999. Mit Hilfe modernster Gerätschaft (GIS - Geographic Information System) gelang es inzwischen, das Gelände zu kartografieren und alle Produktionsschritte zur Herstellung von Kupferwerkzeugen und anderen Gegenständen zu rekonstruieren. Die Produkte wurden vor 4500 Jahren von hier aus durch das südliche Jordanien über Israel nach Ägypten exportiert. Der Archäometallurge Professor Andreas Hauptmann vom Deutschen Bergbaumuseum in Bochum konnte sogar Rezepte für die Produktion hochwertiger Kupfermetalle identifizieren. Der chemische Vergleich von Objekten aus dieser Gegend mit in Israel vorgefundenen Stücken erlaubt Rückschlüsse auf die Handelsrouten der frühen Bronzezeit.

Die antike Metallhütte soll auch für den Tourismus erschlossen werden nach einem Modell, das in den State Parks im Südwesten der USA angewandt wird. Da sich dies wegen der derzeit angespannten politischen Situation noch nicht verwirklichen läßt, werden zunächst einmal  nur vorbereitende Arbeiten durchgeführt für ein zukünftiges touristisches Projekt.

Während der letzten zwei Jahrzehnte leitete Levy zahlreiche Kampagnen im Mittleren Osten, einschließlich einer Ausgrabung in der Negev-Wüste, die 1996 zur Entdeckung einer antiken ägyptischen Siedlung führte. In 1997 war er Leiter einer Expedition, bei der Wissenschaftler sich auf Eselsrücken auf die Spuren der antiken Kupferhandelswege begaben.

Quelle (englisch):
http://www.sciencedaily.com/releases/2002/06/020626070920.htm

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