Ägyptologie-Blatt

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MEDIZINISCHE STUDIE: Pharaonen-Fluch ist bloß ein Spuk.
Bis heute geistert der Fluch von Tut-ench-Amun durch Kinos und Schundromane. Bei den Ausgräbern zeigte er jedoch keine Wirkung, wie ein australischer Mediziner jetzt aufgedeckt hat.
Von chufu am 21.12.2002 um 13:24:24 

Für den Fluch des Pharaos gibt es auch aus medizinischer Sicht keine Anhaltspunkte. Die Öffnung des Grabes von Tut-ench-Amun, die mit todbringendem Zauber in Verbindung gebracht wurde, habe das Leben der Beteiligten nicht wesentlich verkürzt, berichtet der australische Forscher Mark Nelson im renommierten "British Medical Journal".

Der Mediziner von der Monash University in Prahran hatte den Lebensweg von 25 westlichen Personen untersucht, die "potenziell dem Fluch ausgesetzt waren" - das heißt, sie waren bei der Graböffnung zwischen 1923 und 1926 zugegen. Als Vergleichsgruppe dienten elf ebenfalls westliche Ägypten-Besucher, die sich zu dieser Zeit nachweislich an einem anderen Ort des Landes aufhielten.

Wie Nelson ermittelte, erreichten die mutmaßlichen Schänder der versiegelten Grabkammer im Durchschnitt ein Alter von 70 Jahren. Bei der zweiten Gruppe lag die mittlere Lebenserwartung dagegen bei 75 Jahren. Nach Ansicht des Wissenschaftlers ist dieser Unterschied zu gering, um daraus einen Zusammenhang zwischen Graböffnung und Tod abzuleiten.

Als Erfinderin des Pharaonen-Fluchs gilt Jane Loudon Webb. Von einer Ägypten-Schau 1821 in London ließ sich die Autorin zu ihrem Buch "Die Mumie" inspirieren - und beeinflusste ihrerseits zahlreiche Kollegen. So warnte nach der Öffnung des Grabes von Tut-ench-Amun die Schriftstellerin Mary Mackay alias Marie Corelli vor schlimmsten Strafen.

Als der Finanzier der Ausgrabungen, Lord Carnarvon, nur zwei Wochen später starb, beherrschte der Fluch des Pharaos weltweit die Schlagzeilen. Tatsächlich starben nur sechs der Anwesenden innerhalb der nächsten zehn Jahre. Die später nachgewiesenen giftigen Pilze sind nach Meinung einiger Wissenschaftler erst bei der falschen Lagerung der Mumien in Europa entstanden.


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Quelle:  www.spiegel.de

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