Ägyptologie-Blatt

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England: weitere Mumien heimkehrgefährdet
Museen beunruhigt wegen Gesetzeslücke
Von Gitta am 28.12.2003 um 17:18:32 

Museen in Merseyside und Cheshire, England, fürchten, dass sie mit einem britischen Gesetz in Konflikt geraten, das eigentlich dazu geschaffen worden war, das unautorisierte Bevorraten von menschlichen Organen in Krankenhäusern zu unterbinden. Der Gesetzestext könnte die ägyptische Regierung in die Lage versetzen, rechtsmäßig die Herausgabe der in den Museen befindlichen Mumien zu fordern. Verständlicherweise beunruhigt dies die Museumsleitungen, auch wenn die Behörden hoffen, dass noch eine einvernehmliche Lösung gefunden wird.

Das Liverpool Museum beherbergt eine Kollektion von 18 Mumien, von denen sich einige in der Ausstellung befinden, und in der Warrington Museum and Art Gallery ist die Mumie eines Zwölfjährigen zu besichtigen.

"Wir haben eine Mumie im Warrington Museum, die bereits seit dem 19. Jahrhundert zu unserem Bestand gehört und von unschätzbarem Wert ist für das lokale Bildungswesen, und das schon seit Generationen", sagt Museumsmanager Martin Gaw, "Trotzdem erkennen wir natürlich, dass die Angelegenheit ziemlich heikel ist. Aber natürlich werden wir den Anweisungen der entsprechenden Behörden Folge leisten."

In der Liverpooler Ausstellung befindet sich eine mumifizierte Hand mit vier Ringen. Die Hand gehörte einer jungen Ägypterin, vielleicht einer Priesterin. Sie wurde von der Mumie entfernt und gelangte im 19. Jahrhundert nach England. Man konnte noch das Harz der Mumifizierung feststellen und Material, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um Blattgold handelt. Ebenfalls in Liverpooler Gewahrsam sind die Mumie eines Seemannes und die eines zweijährigen Jungen. Die männliche Mumie "Peduamun" kam ebenfalls im 19. Jahrhundert nach England und wurde dort ausgewickelt. Unglücklicherweise fand sich bisher niemand, der sie wieder ordnungsgemäß einzuwickeln wüsste. Die Kindermumie stammt aus römischer Zeit. Röntgenaufnahmen zeigen zwei Amulette an seinem Körper, eines im Mund und eines im Beckenbereich.

Diese und andere Museumsmumien könnten nun unter Berufung auf das neue Gesetz leicht von Ägypten zurückgefordert werden. Das Gesetz ist die Folge eines Skandals, der vor nicht allzu langer Zeit durch die Medien ging. Das Alder Hay Children's Hospital hatte illegal Organe verstorbener Kinder entnommen und damit die eigene Organbank bestückt. Des einen Freud, des anderen Leid?

Quelle
http://iccheshireonline.icnetwork.co.uk/0100news/0100regionalnews/content_objectid=13714143_method=full_siteid=50020_headline=-Mummies%2Dmay%2Dgo%2Dhome-name_page.html

via
http://www.geocities.com/TimesSquare/Alley/4482/EEFNEWS.html

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Kommentare zu diesem Artikel
semataui29.12.2003 um 13:16:59
Warum so pingelig? Schon Brugsch hat Mumien als "Dörrfleisch" deklariert...
sema



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