Ägyptologie-Blatt

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Grund zum Feiern
Adolf Erman wird 150 - und Thesaurus Linguae Aegyptiae aus der Taufe gehoben
Von Gitta am 29.10.2004 um 23:02:23 

Aus Anlass des 150. Geburtstages von Adolf Erman hatte die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften am heutigen Abend zu einem Vortrag gebeten. Die Geburtstagsansprache hielt kein geringerer als Professor Dr. Wolfgang Schenkel von der Universität Tübingen. Er berichtete über die Entwicklung der Sprachwissenschaften innerhalb der Ägyptologie und darüber, wie die Wissenschaft Schritt für Schritt ihren Weg zurückgelegt hat, vom reinen Sammlertum bis zur systematischen Erfassung und deren Publikation. Der nicht eben unkomplizierte Charakter Erman gilt als Begründer der modernen ägyptischen Sprachforschung. Er bekleidete in Berlin Ämter als Professor für Ägyptologie und Direktor der ägyptischen Sammlungen. Ihm ist auch die Gründung der "Kommission des ägyptischen Wörterbuches" an der Berliner Akademie im Jahre 1897 zu verdanken, womit eine elegante Überleitung gefunden wäre zum zweiten Ereignis des Abends: der Präsentation des Thesaurus Linguae Aegyptiae durch Professor Dr. Stefan Seidlmayer vom Altägyptischen Wörterbuch der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Das Digitalisierte Zettelarchiv des Altägyptischen Wörterbuches ist in den einschlägigen Kreisen bereits eine erste Adresse. Was das Team um Stefan Seidlmayer allerdings mit dem Launch der Webseite des Thesaurus Linguae Aegyptiae (kurz TLA) auf die Beine gestellt hat, stellt alles in den Schatten. Die hervorragend funktionierende Seite erlaubt es, auf Mausklick nach fast allem zu suchen, was das Ägyptologen- und Ägyptomanenherz begehrt. In Kooperation mit dem Altägyptischen Wörterbuch der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, dem Totenbuchprojekt der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Demotischen Textdatenbank der Akademie für Sprache und Literatur in Mainz ist es gelungen, eine umfangreiche Datenbank mit Suchfunktionen in diversen Variationen (Lemmata, Belegstellen, komplette Texte usw.) im Internet verfügbar zu machen. Was derzeit noch fehlt, ist das Hinterlegen der Texte in Hieroglyphen; zur Zeit werden Transkription und deutsche Übersetzung angeboten. Da jedoch bei fast allen Begriffen eine Verlinkung zu den Originalhandschriften aus dem Zettelarchiv angebracht ist, vermisst man hier nichts. Updates sollen in regelmäßigen Abständen vorgenommen werden.

Es ist wirklich zu empfehlen, der bei der Präsentation von Seidlmayer ausgesprochenen Einladung zu folgen und sich einmal probehalber mit der Webseite zu beschäftigen. Daraus könnte sehr leicht eine längere Sitzung werden. In jedem Fall wurde hier ein äusserst hilfreiches Instrument geschaffen, das nicht nur so manch wissenschaftliche Arbeit erleichtern dürfte, sondern auch den interessierten Laien in den Bann ziehen wird. Ausdrücklich wurde betont, dass jeder Hinweis zur Verbesserung willkommen sei und man sich über Feedback freue.

Aus rechtlichen Gründen ist für die Datenbankrecherche eine Registrierung erforderlich, die jedoch keine Hürde sein sollte.

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Kommentare zu diesem Artikel
Shinichi_Sagara E-Mail31.10.2004 um 12:51:50
Hört sich gut an !




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