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Tutenchamun im Computertomographen untersucht
Pressemitteilung der Siemens AG vom 24.01.2005
Von Gitta am 24.01.2005 um 23:32:09 

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung

Siemens AG, Dr. Norbert Aschenbrenner, 24.01.2005 21:46

Tutenchamun im Computertomographen untersucht

Experten von Siemens haben die Mumie des Pharaos Tutenchamun mit
bisher unerreichter Detailgenauigkeit in einem Computertomographen
untersucht. Zusammen mit dem ägyptischen Chefarchäologen Zahi Hawass
wollen sie klären, woran der Herrscher vor mehr als 3.000 Jahren
gestorben ist. Es war das erste Mal seit der Entdeckung der Mumie im
Jahr 1922, dass sie aus ihrem Grab im Tal der Könige bei Luxor
entfernt wurde. 1968 hatte die bisher einzige Röntgenuntersuchung des
Kopfes ergeben, dass der Pharao möglicherweise durch einen heftigen
Schlag getötet worden war.

Nach Angaben der ägyptischen Siemens-Experten erwies sich die
Untersuchung als schwierig. Im Gegensatz zu lebenden Patienten konnte
die Haltung der empfindlichen Mumie nicht verändert werden. Der
Zustand der Mumie ist sehr schlecht: Vermutlich wurde sie beschädigt,
als bei der Entdeckung Schmuckstücke und Grabbeigaben gewaltsam vom
Körper getrennt wurden. Der in einem Holzsarg befindliche Körper wurde
in einen Lkw gebracht, in den ein Computertomograph Somatom Emotion 6
eingebaut ist. Dabei handelt es sich um eine Spende von Siemens und
der National Geographic Society. Das Gerät, das so auch in der
klinischen Praxis verwendet wird, enthält eine spezielle Software, die
die Röntgendosis so gering wie möglich hält, um Schäden an der Mumie
auszuschließen. Zum Schutz der Mumie trugen die Beteiligten zudem
Atemmasken und Handschuhe. Mit der Vorbereitung dauerte der Vorgang
etwa zweieinhalb Stunden, die eigentliche Untersuchung nur fünf
Minuten. Insgesamt wurden 1.700 Schichtaufnahmen gemacht. Die
Aufnahmen des Schädels haben eine Auflösung von 0,5 Millimeter, die
des restlichen Körpers von einem Millimeter. Derzeit werten die
Experten die Bilder aus. Erste Ergebnisse werden noch im Januar
erwartet.

Neben Tutenchamun untersuchten die Wissenschaftler zahlreiche weitere
Mumien aus dem Tal der Könige. Einige mussten mit Totenmasken oder in
Gewebe eingehüllt gescannt werden, unter denen Schmuckstücke verborgen
sein können. Diese können die Aufnahmequalität beeinträchtigen, ebenso
wie das bei der Mumifizierung verwendete Harz. Bei den Untersuchungen
entpuppte sich eine bisher als weiblich eingestufte Mumie als Mann.
Ein ungewöhnliches Ergebnis ergab sich auch bei einer vermeintlichen
Greisenmumie: Dabei handelt es sich nicht um einen 70-jährigen Mann,
sondern um einen etwa siebenjährigen Jungen. Die Siemens-Fachleute
erwarten auch bei Tutenchamun Überraschungen.

Fotos: http://www.siemens.de/mumienscan

  • Dieser Link funktioniert (im Moment?) leider nicht.
    Unter nachstehendem Link fand ich das einzige Foto auf der Seite der Siemens AG:

    Zahi Hawass und Tutanchamun

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.siemens.de/innovationnews
--
Dr. Norbert Aschenbrenner
Siemens Technikkommunikation
089 - 636 33438
norbert.aschenbrenner@siemens.com
--
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw -
WWW: http://idw-online.de

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Kommentare zu diesem Artikel
Apedemak25.01.2005 um 11:28:13
Hier der Foto-Link:
http://www.siemens.com/med-bilder/mumienscan

caro E-Mail14.02.2005 um 19:54:07
Also ich find es mittelgut!



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