Ägyptologie-Blatt

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Ständige Ägyptologen-Konferenz (SÄK) 2005
Tagungsbericht
Von Gitta am 15.08.2005 um 21:50:11 

Auf Einladung der Eberhard Karls Universität hatten sich mehr als 300 Teilnehmer zur 37. Ständigen Ägyptologen-Konferenz (SÄK) in der Zeit vom 24. bis 26.06.2005 in Tübingen eingefunden. Unter den Gästen befanden sich auch einige hochrangige Mitglieder des Supreme Council of Antiquities (SCA) aus Ägypten.

Zur Eröffnung am Nachmittag des 24.06. begrüßte zunächst Professor Christian Leitz vom Ägyptologischen Institut der Uni Tübingen die Gäste, ehe Frau Dr. Barbara Scholkmann in Vertretung für Professor Eberhard Schaich, Rektor der Uni Tübingen, ihre einführenden Worte sprach. Sie gab einen kurzen Überblick über die Geschichte des Ägyptologischen Instituts in Tübingen sowie auch speziell über die Geschichte der Ständigen Ägyptologenkonferenz. Dabei kam zum Ausdruck, dass auch das Land Baden-Württemberg von Umstrukturierungs- und Sparmaßnahmen nicht verschont bleibt. Insbesondere "kleinere" Studienfächer leiden darunter. Den Abschluss der Begrüßungszeremonie bildete eine kurze Ansprache von Professor Thomas Schäfer, Dekan der Kulturwissenschaftlichen Fakultät, zur ägyptischen Sammlung auf Schloß Hohentübingen.

Den nächsten Programmpunkt bestritt Professor Manfred Bietak, Wien, mit dem Thema "Archäologische und historische Quellenforschung". Bietak wies zunächst darauf hin, wie wichtig die Archäologie als Bestandteil der Ägyptologie ist, und stieg anschließend ein in die kontroverse Diskussion um die Chronologie Ägyptens und seiner Nachbarn, die um den Fixpunkt des Vulkanausbruchs von Thera (Santorin) kreist.
Bimssteinablagerungen und Jahresringe

Durch eine Reihe von Untersuchungen an Bimssteinablagerungen konnte festgestellt werden, dass diese nicht ausnahmslos auf die Bronzezeit zurückgehen; ebenso stammen in Grönland aufgefundene Bimssteine nicht wie vielfach angenommen aus der Ägäis, sondern von einem Vulkanausbruch in Alaska. Eine Hochrechnung der Chronologie auf Basis der Thera-Ausbruchs hält Bietak für weniger sicher wie die konventionelle relative Chronologie, wenn auch bei Letzterer ein gewisser Unsicherheitsfaktor von bis zu 150 Jahren nicht auszuschließen sein. Als nächstes thematisierte Bietak die Hyksoszeit. Anhand der archäologischen Befunde könne man nicht davon ausgehen, dass es sich um eine Invasion aus der Levante handelte. Vielmehr sei das Erstarken der Hyksos eine Folge von Unterwanderung bei gleichzeitig schwachen ägyptischen Führungsstrukturen gewesen. Ebenso könne sich die Vertreibung der Hyksos keineswegs so abrupt abgespielt haben, wie die ägyptischen Quellen es berichten. Die Funde sprechen für ein Weiterbestehen von Siedlungen, Werkstätten und Bräuchen bis in die 18. Dynastie.

Professor Joachim Friedrich Quack, Heidelberg, befasste sich in seinem Vortrag mit "Problemen und Prioritäten der ägyptischen Philologie", wobei er die Dominanz des Mittelägyptischen bei philogischen Arbeiten bemängelte. Das Neuägyptische fände vollkommen zu Unrecht zu wenig Beachtung, ebenso wie hieratische und die zahlreichen demotischen Texte. Zuviel Spezialisierung in der Forschung trübe das Bild. Quack kritisierte weiterhin, dass es allzu häufig versäumt würde, Texte in den Kontext zu stellen, wobei zwangsläufig wichtige Erkenntnisse verloren gingen.

Der letzte offizielle Punkt dieses ersten Konferenztages war traditionell der Bericht aus den Institutionen, wobei durchgängig der derzeit schwere Stand der Ägyptologie in Deutschland mitschwang. Teilweise zeigen sich aber auch ganz gegensätzliche Bilder: während die Ägyptologie der Universität Hamburg mit dem Ausscheiden von Professor Dieter Kurth aus Altersgründen im Jahre 2007 ihrem Ende entgegensieht (ab dem Wintersemenster 2005 wird es keine neuen Studiengänge mehr geben), berichtet die Universität Leipzig von regem Zulauf an Studierenden; dies ginge sogar soweit, dass man eine Art Numerus Clausus einzuführen gedenke.

Wie immer, endete der Tag mit einem abendlichen geselligen Beisammensein. Man traf sich im Rittersaal des Schlosses Hohentübingen und schwärmte bei hochsommerlichen Temperaturen auch gern aus in den Schlosshof.


Ein besonderes und dankbar angenommenes Highlight war die Sonderöffnung der ägyptischen Sammlung für die Konferenzteilnehmer.
Detail aus der Grabkammer des Seschemnufer III


Am Samstag, 25.06.2005, teilte sich die Konferenz in zwei Sektionen. Die Teilnehmer hatten also die Qual der Wahl und mussten sich für jeweils einen von zwei  zur gleichen Zeit laufenden Beiträgen entscheiden. Dies war für viele sehr bedauerlich und führte ausserdem zu gelegentlicher Unruhe in den Hörsälen. Mein Bericht wird sich also auf die von mir gehörten Referate beschränken.

Ahmed M. Osman, M.A., Tübingen, stellte "Zwei Allerheiligste im Karnak-Tempel" vor. Es ist heute nicht mehr nachvollziehbar, wo im Tempel sich vor der Zeit Tuthmosis' III. das Allerheiligste befand. Als Standort kann das Ach-Menu dieses Königs in Frage kommen. Osman vermutet, dass zur Zeit Tuthmosis' III. sogar zwei Allerheiligste existierten: der Zugang des einen war über einen Eingang in der Südwand des Säulensaales des Ach-Menu möglich. Das zweite Allerheiligste möchte Osman mit dem sogenannten "botanischen Garten" identifiziert wissen, genauer gesagt in einem nördlich angrenzenden Raum mit je vier Nischen in den Wänden der Längsseiten, möglicherweise für Statuen des Königs in Gestalt des Amun-Re, und einem Naos in der rückwärtigen Wand. Aufgrund der Nachrestaurierungen an dieser Stelle sei es jedoch nur noch schwer erkennbar. Man fand in diesem Bereich Fragmente von diversem wiederverwendetem Steinmaterial (u.a. Teil eines Obelisken mit Inschrift des Haremhab). Ausserdem konnten Teile eines Sockels geborgen werden. Eine der vielen Fragen ist: wessen Abbild stand auf diesem Sockel? Die des Amun oder die des Königs?
Relief aus dem "botanischen Garten"


Professor Dr. Erhart Graefe, Münster, der in mehreren Kampagnen die Cachette von Deir el-Bahri, TT320, nachbearbeitet, sieht hier nicht das Grab der Inhapi . Er erläuterte seine Begründung unter dem Titel "Das Grab der Inhapi - eine Chimäre". Karl Jansen-Winkeln hatte die Identifikation aufgrund einer philologisch-archäologischen Bearbeitung des Grabes vorgeschlagen, und bei der letzten Kampagne in der Nähe der Cachette aufgefundene Graffiti mit zwei Kartuschen des Nebcheperure Intef schienen dies zu bestätigen. Slawomir Rzepka konstruierte aus dem Graffiti-Fund ein Vater-Tochter-Verhältnis zwischen Nebcheperure Intef und Inhapi. Der Vorschlag von Jansen-Winkeln beruht u.a. auf den "Docket"-Aufschriften (Dockets = antike Etiketten zur Identifikation der Mumien), die bei den ersten Ramessiden-Königen einen qAj der Inhapi - nach Graefe ist auch der Name unklar, er könnte auch Tjnethapi lauten - nennen, den Jansen-Winkeln als "hochgelegener Ort" übersetzt, Graefe jedoch als "Hügel". Eben deshalb und wegen der Tatsache, dass in der Cachette ausser der Mumie Inhapi's in einem fremden Sarg keinerlei Anzeichen dafür sprechen, sieht Graefe in TT320 nicht das ursprüngliche Grab der Inhapi. Dieses sei in Dra Abu l'Naga zu suchen. Zudem finden sich auf den "Dockets" Hinweise auf eine Zwischenlagerung im Grab von Amenophis I., der vermutlich ebenfalls in Dra Abu l'Naga bestattet worden sei. Im Zuge der nochmaligen Umbettung kann auch die Mumie der Inhapi nach TT320 gelangt sein.
Blick vom möglichen qAj der Inhapi (Foto: Isis&Osiris)

Dr. Ingrid Blom-Boer, Köln, nahm sich in ihrem Vortrag der "Tempelanlage Amenemhet III. in Hawara" an. Die heute sehr zerstörte Pyramide des Amenemhet III. verfügte über eine ebenfalls komplett zerstörte Nordkapelle und einen Südtempel, das "Labyrinth" antiker Autoren wie Herodot. Sogar Lepsius spricht in seinen Tafelwerken noch von der "Pyramide des Labyrinths". Petrie hingegen sah an dieser Stelle bereits richtigerweise einen Tempel und versuchte sich an sehr unterschiedlichen, wenn nicht gegensätzlichen Rekonstruktionen. Für die Wissenschaft ist inzwischen einigermaßen klar, dass es sich hierbei um den Totentempel, also das Millionenjahrhaus Amenemhets' III. handelt. Blom-Boer katalogisierte im Zuge ihrer Dissertation 217 über die Institutionen verteilte Stücke aus dem Bereich des "Labyrinths" und versuchte, diese in einen Zusammenhang zu bringen. Da es sich grösstenteils nur um kleine bis kleinste Fragmente handelt, konnte dies nur rudimentär gelingen. Werkstoff ist der sogenannte Hawara-Limestone, ein sehr hartes Material, das zwar nicht aus Hawara stammt, das allerdings nur hier verbaut wurde. Eine geophysikalische Untersuchung der Teile wäre hilfreich gewesen, war jedoch nicht möglich. Trotzdem bestätigt das Ergebnis der Untersuchung die Totentempelthese.
Pyramide von Hawara, wie Lepsius sie sah (Quelle: Lepsius-Projekt der Uni Halle...
... und wie der heutige Besucher sie vorfindet: eine Mondlandschaft


Dr. Renate Müller-Wollermann, Tübingen, sprach in ihrem Referat über die Handelsbeziehungen zwischen Ägypten und Zypern. Es war überschrieben mit "Handel statt Krieg - Die Beziehungen zwischen Ägypten und Zypern im Neuen Reich". Ein Zypern-Feldzug ist in den ägyptischen Annalen lediglich aus dem Mittleren Reich bekannt, aus einer Inschrift Amenemhets II. Im übrigen unternahmen die Ägypter anscheinend keinerlei Versuche, die Zyprioten zu unterwerfen. Stattdessen wurden intensive Handelsbeziehungen gepflegt. Die Ägypter bezogen Kupfer und Holz aus Zypern, wie aus einem Brief des zypriotischen Königs an den König von Ägypten (auf einer Tafel aus zypriotischem Ton - EA 34 und 35) hervorgeht. Ramses II. erwähnt in einer Inschrift am Luxor-Tempel ebenfalls zypriotisches Kupfer, eine sogenannte Kupferhaut wurde jedoch in Ägypten bisher nicht gefunden.

"Kupferhaut" (Quelle: Grabungs-HP Uluburun


Wie die Ägypter die eingeführten Waren bezahlten, geht aus den Schriftzeugnissen kaum hervor. Es existiert eine Forderung der Zyprioten nach Silber (das in Ägypten nur sporadisch vorkam), Pferden und süßem Öl. Während auf Zypern nur ein Beleg für die Anwesenheit von Ägyptern vorliegt, scheinen die Zyprioten weit nilaufwärts gelangt zu sein; in Karnak fand sich ein zypriotischer Steinanker. Auf der kleinen, dem Ort Marsa Matruh an der ägyptischen Mittelmeerküste vorgelagerten Insel, Bate's Island, finden sich zahlreiche Spuren dafür, dass sich hier eventuell ein zypriotischer Stützpunkt befunden haben könnte. Beispielsweise fanden sich dort Strausseneier - Tributzahlungen der Libyer an die Ägypter - und andere Waren. Durch den Fund von Nilbarschknochen auf zypriotischen Abfallhalden muss man davorn ausgehen, dass der Handel direkt - ohne Umweg über die Levante - erfolgte. Selbst gesalzener und getrockneter Fisch hält sich nur begrenzt. Nach den Befunden muss der Fisch zusammen mit kanaanäischen, mit ägyptischem Wein gefüllten Gefäßen aus Ägypten geliefert worden sein. Auch in den Handelsbeziehungen zu Zypern zeigt sich - wie bereits in dem Beitrag von Bietak zur "Vertreibung" der Hyksos ausgeführt - kein Bruch nach der Amarnazeit. Die Zyprioten waren aktive Händler und sehr an ägyptischen Luxusgütern für ihre eigene Elite interessiert.

Für die geographische Lage des lengendären Punt gibt es eine Reihe von Vorschlägen - von seriös bis abenteuerlich. Francis Breyer M.A., Basel, zeigte in seinem Referat ikonografische Parallelen auf zwischen den Punt-Reliefs im Tempel der Hatschepsut in Deir el-Bahri und Darstellungen in Abessinien. Es war überschrieben mit Afrikanisches zum Fürsten von Punt. Ein abessinisches, klassisch-sabäisches Relief aus Hawli (Äthiopien) zeigt einen Mann, der dem Fürsten von Punt in Deir el-Bahri genau entspricht: bärtig und mit einer speziellen Art von Dolch als Herrschaftssymbol. Die Ägypter verwendeten für die Puntiten einen besonderen Begriff:

xbstjw

die "Bärtigen" und sie wurden auch generell als Bartträger dargestellt.

Hinzu kommt, das das Wort xbstjw einen ähnlichen Klang hat wie die semitische Bezeichnung für Abessinien, Habaschat. Breyer folgert u.a. aus diesen sprachlichen und ikonographischen Ähnlichkeiten, dass Punt in Abessinien zu lokalisieren sei.

Der Fürst von Punt (rechts) - mit Bart und Dolch (Quelle: Maat-ka-Ra)


Eine Statue des persischen Großkönigs Darius, die am Tor des Königspalastes in Susa aufgestellt war, stellte Melanie Wasmuth M.A., München, vor unter dem Titel "Ein ideologischer Drahtseilakt - Das ägyptisch-persische Verhältnis anhand der in Susa gefundenen Statue des Darius". Die Statue sollte möglicherweise einst im Atum-Tempel von Heliopolis aufgestellt werden.
Darius-Statue (Foto: Barbara Grunewald - Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des DAI)


Dies lässt eine Inschrift auf dem Sockel vermuten. In der Haltung des Königs erkennt man die typisch ägyptische Standschreitfigur; ebenso ägyptisch ist auch der Rückenpfeiler. Sogar die Armhaltung passt in die ägyptische Ikonographie. Das Gewand dagegen ist typisch persisch. Es ist ausserdem an Gürtelenden und Falten mit Inschriften versehen. Die Inschrift auf dem Sockel lautet: "Dies ist die Statue aus Stein, die in Ägypten zu verfertigen der König Darius den Auftrag gab, damit dem, der sie später sehen wird, kund wird, dass der persische Mann Ägypten eingenommen hat" (Darius Susa AB). Die Inschrift ist in altpersich, elamisch und akkadisch verfasst. Auf dem vorderen Teil des Sockels erkennt man das Semataui und seitlich Fremdvölkerlisten. Es sind 24 Achämeniden. Die Figuren sitzen auf einer Umfassungsmauer in Darreichungshaltung.
Detailansicht des Sockels

Ihre Physiognomien sind individuell, d.h. unterschiedlich. Im Unterschied zu ägyptischen Fremdvölkerlisten handelt es sich bei diesen um freie Menschen - bei den Ägyptern sind die Fremdvölker generell durch gefesselte Vertreter der einzelnen Völker dargestellt. Sie unterwerfen sich Daruis und reichen den König den Göttern dar. Wasmuth sieht in der Komposition der Statue eine Darstellung des Darius, in welcher dieser sich als Herrscher Ägyptens und gleichzeitig als persischer Großherrscher präsentiert. Wasmuth führte aus, dass die Ägypter die Perser als Fremdherrscher sicherlich akzeptierten, während die Griechen sie als Erzfeinde ansahen und dadurch auch die Überlieferungen aus dieser Zeit beeinflussten.

Clemens Liedtke M.A. und Professor Dr. Heike Sternberg-el Hotabi, beide Göttingen, berichteten über die Fortschritte bei dem Göttinger Datenbankprojekt "Nicht-königliche Frauen des Neuen Reiches: ein biographisches und prosopographisches Lexikon". Die seit September 1999 am Seminar für Ägyptologie und Koptologie der Universität Göttingen mit DFG-Mitteln aufgebaute Datenbank ist im Internet zugänglich. Eines der Ziele ist die aktive Mitarbeit möglichst vieler Nutzer, die zum Aufbau des Datenbestandes beitragen. Nach Anmeldung sind Neueinträge möglich und erwünscht. Um den Qualitätsstandard zu sichern, werden die Einträge nachbearbeitet und sind - da sie mit dem Namen des Eintragenden verknüft sind - zitierfähig. Die Datenbank soll Erkenntnisse über die Stellung der Frau in der Gesellschaft liefern. Für die Zukunft ist vorgesehen, auch Hieroglyphen, Umschrift und Objekte hinterlegen zu können. Die Datenbank ist zu finden unter www.frauendatenbank.de.

Dr. des Hella Küllmer, Hamburg, referierte über "Ämter und Titel von Frauen im Alten Reich". Es handelte sich um das Thema ihrer Dissertation. Küllmer hatte  eine entsprechende Untersuchung durchgeführt und kam zu dem Resümee, dass Frauentitel eigenständig - unabhängig von den Männern - zu betrachten seien. Sie seien keineswegs nur als Anhängsel zu betrachten, das im Inneren des Hauses wirkt, während die Männer die Aussenwelt beherrschen. Küllmer stellte weiterhin fest, dass Frauentitel keineswegs nur Rangtitel waren, sondern zu gewissen Zeiten auch als "Berufs"titel gelten konnten und nannte als Beispiel Rechet-nisut (Bekannte des Königs). Die Dissertation wird zu gegebener Zeit online veröffentlicht werden.

"... damit man noch in Millionen von Jahren von seinen Taten sprechen wird". Unter dieser Headline sprach Lutz Popko M.A., Leipzig, über seine Überlegungen zur Geschichtsschreibung der Ahmosiden- und Thutmosidenzeit, die er in seiner inzwischen abgeschlossenen Dissertation verarbeitet hat. Popko sieht den Wahrheitsgehalt ägyptischer Inschrift als subjektiv gegeben an und stellte fest, dass Autor und Verfasser nicht unbedingt die gleiche Person sein musste. Seines Erachtens waren diese Inschriften auch für das Volk gedacht. Es würde angezweifelt, dass nur 1 % der Ägypter des Lesens mächtig waren. Ausserdem wäre die Weitergabe der Texte auch durch lautes Verlesen möglich gewesen. Er hält die biografischen Inschriften nicht nur für Propaganda, sondern auch für Lehrschriften und Geschichtsschreibungen.
Biografische Inschrift des Ahmose, Sohn der Ibana, aus seinem Grab in Elkab (Foto: K. Scholz)


Der abschließende Teil des Tagungsberichts folgt in Kürze

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