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Neue Funde stellen Hypothesen auf den Kopf - so Hawass
Hatschepsut und Thutmosis III.
Von Iufaa am 21.04.2006 um 21:36:27 

Middle East Times meldet heute (am 21. April 2006)

Alte ägyptische Kartuschen stellen Hypothese auf den Kopf

KAIRO - Die Entdeckung von goldenen Kartuschen, die bis auf 1400 v. Chr. zurückgehen, wirft neues Licht auf die Beziehung zwischen zwei alten ägyptischen Herrschern, meldet die Ägyptens Altertumsverwaltung am Freitag.

Ein Team von französischen und ägyptischen Archäologen hat zwei Sätze von je neun massiven Goldkartuschen nciht weit von Hatschepsuts Tempel in Luxor entdeckt, die den Namen von Thutmosis III. tragen (der von 1479-1425 v. Chr. herrschte).

"Diese Kartuschen ..., die die Namen von Hatschepsut und Thutmosis III. zeigen, sind in der Nähe des Obelisken der Hatschepsut gefunden worden, was beweist, dass der Obelisk von beiden Herrschern errichtet wurde," sagte Zahi Hawass, Generalsekretär des Supreme Council of Antiquities.

Thutmosis III., der der Stiefsohn von Hatschepsut und deren Mit-Regent nach dem Tod seines Vaters Thutmosis II. war, wurde seit langer Zeit ein "gespanntes Verhältnis" zu seiner Stiefmutter Hatschepsut nachgesagt. Thutmosis III. war noch ein Kind, als sein Vater starb und die Herrschaft des  Königreichs gemäß den Regeln in die Hände der Hatschepsut gelegt wurde.

Bis zur der jüngsten Entdeckung glaubten Ägyptologen, dass Thutmosis III. die Statuen der Hatschepsut - besonders diejenigen im Tempel von Deir el Bahari - nach ihren Tod in 1458 v. Chr. aus dem Missgunst zerstören liess.

"Dies widerspricht frühere Ansichten, dass Thutmosis III. versuchte hat, den Obelisken von Hatschepsut durch Ummauerung zu verbergen, als er die Herrschaft übernahm, und dass er versucht hat, jegliche Erinnerung an die  Königin auszuradieren." sagte Hawass.

Die neu entdeckten Objekte sollen im Luxor-Museum ausgestellt werden.

Middle East Times

Inzwischen (22.04.2006) berichtet nun auch der Egyptian State Information Service über den Fund, der bereits gestern von der Middle East Times publiziert worden war.
Neben diversen Fehlern in der Meldung gibt es aber keine Neuigkeiten, lediglich die Beschreibung des Fundortes "..zwischen dem Obelisken der Hatschepsut und der südlichen Halle des Thutmosis III. .." ist etwas genauer. Der Generaldirektor der Altertumsbehörde für Luxor und Umgebung heisst übrigens Mansour Boraik und der zukünftige Ausstellungsort ist sicher nicht der Luxor-Tempel sondern das Luxor-Museum.


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Kommentare zu diesem Artikel
Iufaa22.04.2006 um 13:42:18
Die Interpretation von Hawass dürfte wohl ein wenig über das Ziel hinaussschießen. Vermutlich wurden die Kartuschen als Gründungsbeigabe bei der Errichtung der Obelisken im Jahr 16 in den Boden gelegt, warum sollte auf diesen Beigaben Thutmosis fehlen - er wird auch auf anderen Denkmälern der Hatschepsut häufig als (nachrangiger) Mit-Regent dargestellt (z.B. ausgiebig in den Szenen auf der Roten Kapelle).
Da nach jüngeren Interpretation Thutmosis mit der Verfolgung des Andenkens der Königin erst am Ende seiner Herrschaft begann, hatte er rund 25 Jahre Zeit, es sich anders zu überlegen - und vergrabene Beigaben dürften da nicht im Focus seiner Bemühungen gestanden haben.



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