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Die letzten 20 Beiträge des Forums.

 1
 Schrift & Sprache / Re: Anforderungen für ein Hieroglyphenschreibprogramm
 Datum: 10.04.2026 um 15:39:12 
Beitrag von: georg
Hi Sokar,


Zitat:
Wäre schön, wenn man in der Zeichenliste die Hieroglyphen anklicken könnte, um die Beschreibung der Hierglyphe zu sehen.

Ist in Planung. Ich habe vor eine Seite zu erstellen, die die Hieroglyphen in groß anzeigt und weitere Informationen, wie die Transkription und den Gardiner Eintrag zu dem Zeichen anzeigt. Man soll auch zum benachbarten Zeichen wechseln können.


Zitat:
Eine Suchfunktion in der Zeichenliste wäre auch schön, man gibt die Hieroglyphennummer ein und die Hieroglyphe wird markiert.

Das ist eine gute Idee! Danke Geplant ist auch die Liste in verschiedene Sektionen zu gliedern, zum Beispiel nach Einkonsonanten, Zweikonsonanten, Dreikonsonantenzeichen oder nach Gardiner Kategorie oder den Platz, den sie einnehmen (Hohe Vertikale Zeichen, kleine quadratische Zeichen...).

gruß georg

 2
 Schrift & Sprache / Re: Anforderungen für ein Hieroglyphenschreibprogramm
 Datum: 09.04.2026 um 14:09:09 
Beitrag von: georg
Hi,

Vielen Dank für das Feedback

Die meisten Funktionen, die du erwähnt hast sind schon in Arbeit.

  1. Das Schreiben in Spalten oder von links nach rechts (im Programm Schriftlayout und Schriftrichtung genannt) war schon von Anfang an im Programmcode enthalten. Ich hatte bisher nur keinen übersichtlichen Weg gefunden, diese Funktion auch in die UI zu integrieren. Die Realisierung ist im nächsten Update geplant.
  2. Das Problem mit den aneinanderklebenden Zeichen, dass du erwähnt hast ist ein Fehler, den ich schon behoben habe. Im nächsten Update sollte das Problem gelöst sein.
  3. Das Programm hat ja seinen eigenen Hieroglyphen Renderer (von mir programmiert), was der Grund ist, warum das Projekt so umfangreich ist. Der Teil des Programms, der die phonetischen Werte erkennt, und in Gardiner Codes umwandelt ist der älteste Teil des Programms. Er ließt aktuell nur eine CSV-Tabelle durch. Ich plane in naher Zukunft diesen Teil zu erneuern und dabei auch einige Fehler, die sich in die Tabelle eingeschlichen haben zu beheben. Die Tabelle befindet sich hier. Ihr könnt sie euch gerne anschauen und Fehler per Email an mich schreiben. Fühlt euch aber bitte nicht verpflichtet, weil dies eine sehr monotone Arbeit ist.
  4. Das Drehen der Hieroglyphen an sich ist nicht besonders schwierig umzusetzen, dass Problem liegt darin, dass ich, wenn ich eine 90° Drehung unterstütze, auch eine kleinschrittigere Drehung unterstützen muss. Außerdem haben andere Probleme im Moment Vorrang.
  5. Ligaturen sind eine der wichtigsten und leider auch eine der komplizieresten Funktionen. Denn man gibt dem Programm einfach ein paar Zeichen und sagt ihm, dass es sie "schön" anordnen soll. Ligaturen können sehr unterschiedlich sein:

    1. Manche Ligaturen sind einfach vordefinierte Zeichengruppen, die nur für ganz bestimmte Zeichen gelten (z.B. E10&Xnm). Dafür bräuchte man eine Datenbank, welche diese Vordefinierten Gruppen auflistet, zusammen mit den Positionen der einzelnen Zeichen.

    2. Andere Ligaturen werden mit Informationen zu einem Zeichen gebildet. Zum Beispiel kann man das Zeichen zA mit jedem beliebigen Zeichen verbinden. Jede Kombination aus zA und einem anderen Zeichen abzuspeichern wäre unsinnig. Dafür bräuchte man also auch eine Datenbank, die einige Zeichen auflistet und die möglichen Positionen anderer Zeichen abspeichert.

    3. Die letzte Art von Ligaturen ist die einzige, die ich ohne weiteres jetzt realisieren könnte. Sie wird angewendet, wenn das Programm mit dem Latein am Ende ist, also die Zeichengruppe nicht vordefiniert ist (z.B. A1&B1). Hier werden die Zeichen einfach deckungsgleich übereinandergelegt.

    Die 3. Art der Ligaturen zu implementieren macht natürlich noch keinen Sinn und die 1. und 2. Art zu implementieren ist zeitaufwändig, weil ich erst einmal eine Datenbank aufbauen muss. Außerdem wird noch ein Group Editor benötigt, mit dem der Benutzer eigene Zeichengruppen erstellen kann und mit dem ich die Datenbank einfacher und effizienter aufbauen kann. Zu den Ligaturen ist es also noch ein langer Weg. Trotzdem habe ich vor bald damit anzufangen.


Dieser Text sollte nicht einschüchternt wirken, mir ist Feedback von (potentiellen) Benutzern sehr wichtig . Ich wollte nur darlegen, weshalb die Umsetzung der Features etwas Zeit in Anspruch nimmt.

Viele Grüße
georg

 3
 Schrift & Sprache / Re: Der Konjunktiv im nä. emph. Satz
 Datum: 06.04.2026 um 13:53:38 
Beitrag von: Meritneith
Übersetzungen sind ja immer sehr individuell. Manche sagen, nur eine strenge Übersetzung ist zulässig. Andere erlauben sich Freiheiten, um ihre persönliche Interpretation des Sinns des Texts herauszuarbeiten. Das ist natürlich bei einer historischen Sprache eine Gratwanderung. Ich vergleiche gerne verschiedene Übersetzungen von demselben Text. Ob ich mit der einen oder anderen, oder gar keiner, einverstanden bin, ist mir dabei nicht so wichtig. Niemand hat die Wahrheit. Wir können die alten Ägypter ja nicht mehr fragen.

LG

 4
 Architektur & Kunst / Re: Kalksteinvorkommen weiterhin abbaubar ?
 Datum: 31.03.2026 um 18:30:04 
Beitrag von: Ruben
Vielen Dank für die richtungsweisende Antwort,
ich denke mein Objekt besteht aus eben diesem Stein, der Bruch, der Farbschlag, die Körnung, es scheinen Fossilienreste vorhanden, die ich aber nicht identifizieren kann, der Stein schwitzt Salz aus.
Einen Kunststoffanteil gibt es keinen, Mohshärte ist bei 4, also auch kein Gips, andere Giessmassen ohne Acryl oder Kunststoffanteil, wären auf jeden Fall weicher.
Stelle ein Foto eines Verkleidungssteines der Gizehpyramide (Copyright BBC) und die Rückseite meines Steines zum ( groben ) Vergleich ein ( natürlich andere Größenverhältnisse ).

Mit freundlichen Grüsse, Ruben

( Den unsäglichen Objekthalter habe ich irgendwann selbst gebaut um das Stück besser handeln und betrachten zu können...)

 5
 Schrift & Sprache / Re: Relief Achtiaa - jede Menge Titel
 Datum: 30.03.2026 um 22:39:41 
Beitrag von: maat02
Hallo Meritneith,

danke Dir für Deinen Beitrag.
Ja, ich bin auch der Meinung das hier das Zeichen N17 genommen wurde.

Das mit den Gärten finde ich eine schöne Idee

Lieben Gruß
Carolin

 6
 Architektur & Kunst / Re: Kalksteinvorkommen weiterhin abbaubar ?
 Datum: 30.03.2026 um 16:46:00 
Beitrag von: Meritneith
Der Kalkstein der Wüstengebirge Ägyptens wird heute noch abgebaut (https://www.youtube.com/watch?v=XVzam7el0u0). Im alten Ägypten wurden Qualitätsunterschiede beachtet. Aus Tura kam ein besonders feiner, weißer Kalkstein, der zum Beispiel für die Verkleidung von Tempel und Pyramiden begehrt war. Heute gehört Tura zur Peripherie von Kairo und ist weitgehend verbaut.

Liebe Grüße

 7
 Schrift & Sprache / Re: Relief Achtiaa - jede Menge Titel
 Datum: 30.03.2026 um 16:16:00 
Beitrag von: Meritneith
Zur Frage nach xrp mjtr:
Im Wörterbuch von Rainer Hannig ist das letzte Zeichen die Hieroglyphe N18 und gehört zum Wort mjtr "Palastarbeiter". N18 (Landstreifen oder Insel) ist aber weder ein passendes Determinativ noch hat sie einen passenden Lautwert. Im Relief ist es eher N17. Eine Erklärung habe ich leider nicht, es sei denn die Palastarbeiter waren hauptsächlich Gärtner .

Liebe Grüße

 8
 Schrift & Sprache / Re: Relief Achtiaa - jede Menge Titel
 Datum: 29.03.2026 um 20:53:42 
Beitrag von: maat02
Hallo Michael,

ich hatte nach m und jmj-rA geschaut
aber nicht nach jmi-jr.tj  

Danke Dir für die schnelle Antwort

Ich wünsche einen guten Start in die Woche.

Lieben Gruß
Carolin

 9
 Schrift & Sprache / Re: Relief Achtiaa - jede Menge Titel
 Datum: 29.03.2026 um 19:37:03 
Beitrag von: Michael Tilgner
Hallo, maat02,

der Anfang des gesuchten Titels


ist (j)m(j)-jr.tj.

Dilwyn Jones führt diesen Titel auf unter der Nr. 246, S.49. Er zitiert Helck, der eine andere Schreibung für jmj-rA vermutet hat. Zumindest würde es gut zu "Vorsteher aller Arbeiten des Königs" passen.

Viele Grüße,
Michael Tilgner

 10
 Schrift & Sprache / Relief Achtiaa - jede Menge Titel
 Datum: 29.03.2026 um 16:38:49 
Beitrag von: maat02
Hallo Ihr Lieben,

ich hänge mal wieder und brauche Eure Unterstützung.

Ich habe hier ein Relief aus der 3. Dynastie.

Relief des Achtiaa

Die ersten beiden Spalten konnte ich die Titel finden.
Aber in der dritten Spalte fängt es an für mich schwierig zu werden.

xrp mjtr
Leiter der Palastarbeiter
aber die Hieroglyphen hintendran ?
gehört das noch zum dem Titel dazu oder ist das ein eigener Titel/Epitheta?
mir.tj kA.t nb n nsw
mit/als beiden Augen (auf) jeden Arbeiter/aller Arebiten des Königs  

Gibt es eine Liste aller Titel vom Achtiaa?Ich habe zu Hause die beiden Bände
"An Index of Ancient Egyptian Titles, Epithets and Phrases of the Old Kingdom"
aber da die Übersetzung in Englisch bzw. in Französisch ist,
finde ich manchmal nicht so recht die richtigen Worte.

Vielen Dank
maat02

 11
 Architektur & Kunst / Kalksteinvorkommen weiterhin abbaubar ?
 Datum: 28.03.2026 um 17:50:44 
Beitrag von: Ruben
Sehr geehrte Foristen, im Rahmen einer Recherche zu einem Objekt aus der Sammlung meines verstorbenen Onkels, hat sich für mich die Frage ergeben, ob der feine, reinweisse ägyptische Kalkstein heute noch dort abgebaut werden darf. Ich meine mich zu erinnern, gelesen zu haben, daß die Lagerstätten heute besonders geschützt sind - leider habe ich die Quelle dieser Information verloren. Vielleicht weiss jemand etwas darüber. Schöne Grüße, Ruben.

 12
 Schrift & Sprache / Re: Der Konjunktiv im nä. emph. Satz
 Datum: 24.03.2026 um 17:59:37 
Beitrag von: Thoth
Hi

Ah ok. Dann bin ich beruhigt, weil ja jw sDm=f (im Normalfall) im Mittelägyptischen Imperfektiv ist.
Wenn ich das, was Sie geschrieben haben, irgendwo behauptet hätte, ohne da irgendwie genauer drauf einzugehen, warum ich das an diesem Punkt denke, würde  ich mir das nicht verzeien können.


Das habe ich mir damals nämlich so ähnlich schon gedacht, weil, zumindest meine ich mich daran erinnern zu können, im NTLA gelesen zu haben, dass es auch die Meinung schon gab, diese Regel hier einmal auszusetzen.  

Und damals wollte ich mit meiner Antwort eigentlich sagen, dass ich an dieser expliziten Stelle, das nicht zwingend erforderlich sehe.
Der Eingangspost von mir war da ja schon ein paar Monate älter, was bedeutet, dass ich da auch zu dem Punkt schon wieder anders über den ganzen Sachverhalt gedacht habe, wie ja in der Antwort nachlesbar ist.
Da wollte ich mich nicht groß weiter mit aufhalten und habe Ihnen da grad schnell geantwortet und mir gar keine Gedanken drum gemacht, als Sie geschrieben haben: "wie du meinst"
Für mich war das einfach eine neutrale Antwort, dass es Ihnen dann nicht so wichtig sei.

Ich persölich halte mich lieber an die bekannten grammatischen Regeln, auch wenn die ja eigentlich rekonstruiert sind. Da bin ich meines Erachtens erstmal auf der sicheren Seite, zumindest was die Erstübersetzung angeht.
Abweichen sollte man meiner Meinung nach erst, wenn es überhaupt gar nicht anders geht.
Und in dem Fall bin ich davon ausgegangen, dass der Lebensmüde über die Zeit vor seinem Gespräch mit dem Ba spricht.
So könnte man die Regel dann einhalten und es passt meiner Ansicht nach logisch, dass er sich über das Geschehene beklagt. Aber vielleicht denke ich da wieder zu kompliziert.

Aber ich kann  mich nur noch einmal wiederholen. Grundsätzlich meine ich hier nichts passiv oder gar aktiv aggressiv gegen irgendjemand, auch wenn es vielleicht manchmal so klingen mag.
Ich persönlich habe auch schon eins zwei Dinge hier bekommen, die ich zunächst passiv aggressiv gelesen habe, aber beim zweiten Lesen dann gar nicht so schlimm fand.
Das ist auch der Grund, warum es mir wichtig war, das hier erstmal zwischen uns beiden zu klären.
Solche unausgesprochenen "Feindseligkeiten" sind meiner Meinung nach nur hinderlich für die thematischen Threads.


PS: Ich finde es persönlich irgendwie komisch, mich im Internet zu Siezen. Also was mich angeht, können wir gerne zum Du zurückkehren, wenn das ok für Sie ist.


 13
 Schrift & Sprache / Re: Der Konjunktiv im nä. emph. Satz
 Datum: 24.03.2026 um 14:33:58 
Beitrag von: Meritneith
Ja, stimmt, es ging um nj sDm=f

Ich wurde gelehrt, die von uns modernen Menschen aufgestellten Regeln wie die Gunn'sche Regel nicht sklavisch zu beachten. Schon gar nicht in Texten aus der Ersten Zwischenzeit und dem frühen Mittleren Reich.

Daher habe ich mich damals im Kontext für eine Übersetzung im Präsens entschieden. Der Lebensmüde ist enttäuscht, weil die Großen heute (!) gegen ihn sind und sein Ba leider auch nicht mit ihm übereinstimmt.

 14
 Schrift & Sprache / Re: Der Konjunktiv im nä. emph. Satz
 Datum: 24.03.2026 um 09:25:43 
Beitrag von: Thoth
Aber das wollte ich gar nicht. Das war nur eine Floskel, die vielleicht ernster rüberkommt, als ich sie gemeint habe.
Ich bin kein Kommunikationsprofi.

Welches Gespräch war denn das? Beim Lebensmüden habe ich auf die Gun'sche Regel verweisen wollen. Aber das ist ja n(j) sDm.n=f und n(j) sDm=f.
Und passiv aggressiv war da aber wirklich nichts gemeint.
Ich versuche auch immer so zu schreiben, dass es deutlich wird, dass ich nur von meiner Meinung rede. Ich will Ihnen gewiss nichts einreden.

 15
 Schrift & Sprache / Re: Der Konjunktiv im nä. emph. Satz
 Datum: 24.03.2026 um 08:58:44 
Beitrag von: Meritneith
Glauben Sie wirklich, dass jemand sich das alles durchlesen will, wenn Sie uns schon im zweiten Satz pauschal und vorsorglich die Kompetenz in Neuägyptisch absprechen?

Jetzt erinnere ich mich auch an die frühere Konversation mit Ihnen: das war, als Sie mir passiv aggressiv einreden wollten, dass ein sDm=f nach jw eine Vergangenheitsform ist.

 16
 Schrift & Sprache / Re: Der Konjunktiv im nä. emph. Satz
 Datum: 23.03.2026 um 11:07:58 
Beitrag von: Thoth

Zitat:
Meine Frage ist jetzt, ob ich da vielleicht Junge falsch verstanden habe und ob der Konjunktiv doch nicht im emphatischen Satz hervorgehoben werden kann.


Ich weiß nicht, was daran schwer zu verstehen ist?!
Ich habe gefragt, ob der Konjunktiv im NÄ im emphatischen Satz hervorgehoben werden kann und ob ich Junge richtig verstanden habe, damit ich das nächste Mal sicherer übersetzen kann.

Das davor ist nur die Herleitung, wie ich auf meine Übersetzung gekommen bin. Das war bis jetzt hier kein mir ersichtliches Problem.

Und ja, ich gehe grundsätzlich ohne Feedback erstmal davon aus, dass ich richtig liege und präsentieren, tu ich meine Übersetzungen, um sie zu kontrollieren.
Ist das ein Problem!?
(Die Anmerkung in Kombination mit dem Siezen wirkt auf mich passiv Aggressiv.)

Edit: Wenn ich dich/Sie damals beim Lebensmüden gekränkt habe, kann man das in Kurznachrichten sicher klären. Ich bin ja nicht hier, um irgendwelche Leute zu beleidigen.

 17
 Schrift & Sprache / Re: Der Konjunktiv im nä. emph. Satz
 Datum: 23.03.2026 um 10:18:39 
Beitrag von: Meritneith
Ich empfehle Ihnen, Fragen kurz und klar zu stellen.

Ich hatte schon einmal den Eindruck, dass Sie von der Richtigkeit Ihrer grammatikalischen Kenntnisse ohnehin überzeugt sind, und sie hier nur präsentieren wollen.

 18
 Schrift & Sprache / Der Konjunktiv im nä. emph. Satz
 Datum: 18.03.2026 um 18:04:07 
Beitrag von: Thoth
Hallo

Ich schreibe auch mal wieder was, auch wenn ich in letzter Zeit wieder sehr ruhig geworden bin.
Ich weiß aber nicht, ob mir da jemand helfen kann, weil es nämlich um das Neuägyptische geht und hier, soweit ich mich erinnern kann, es bisher noch nie um wirklich neuägyptische Texte ging, was Übersetzungsübungen usw. angeht.

Kongret geht es mir um die emphatische Konstruktion mit j.jr(i)=f-sDm und um die Frage, ob diese Konstruktion grundlegend, da j.jr(i)=f-sDm laut Junge "zunehmend" auch zukünftige Kontexte beschreibt, als Prädikat den mtw=f-sDm-Konjunktiv annehmen kann, wobei der ja, durch seine anknüpfende Natur so im Deutschen nur schwer übersetzbar wäre.

Ich habe nämlich in den LRL folgenden adverbialen Nebensatz gefunden:
(...)
(1)

(2)

(3)
(...)
(Den Anfang und den letzten Konjunktiv lass ich weg, da er meiner Meinung nach nicht wichtig ist, aber wer sich dafür interessiert, es handelt sich um LRL Pap. 10412)

Transkribiert:
(1) jw j.jr(i){w}=f Szp n=f pA mH.t(.i) pA a.t n(.i) aHA(-aA.w) pA jt(j)-nTr n(.i) mnT.w
(2) mtw=T D(i).t n=f 10 n(.i) hnw n(.i) d(qr).(w)
"...und du würdest ihm 10 Hin von Früchten geben..."
(3) mtw=T D(i).t Hn=f jrm sxA.y-n-jt(j)
"...und du würdest veranlassen, dass er zusammen mit Sechayeniti eilt..."

Das eigentliche Thema liegt eigentlich in (1), bzw. das Verhältis aller 3 Teilsätze zueinander.
Bei Junge habe ich nämlich auf Seite 137 zu den Adverbialphrasen des neuägyptischen emphatischen Satzes folgendes gelesen:

Zitat:
Die Rolle des Prädikatsausdrucks üben Adverbialphrasen aus (betonte adverbielle Bestimmungen); die Klasse der Adverbialphrasen des Neuägyptischen ist gegenüber der mittelägyptischen jedoch stark eingeschränkt: Ihr gehören neben den Adverbien nur noch solche an, die aus einer Präposition mit Substantiv/ Nominalphrase bestehen oder aus der Präposition r mit dem Infinitiv (,,um zu) - andere präpositionale Infinitive, Pseudo- partizipien und sonstige Formen können nicht mehr direkt. sondern nur in Gestalt entsprechender Umstandssätze oder Konjunktionalsyntagmen (Gliedsatzkonjugationen, vgl. § 2.3.2[2] und § 2.3.3[3]) gebraucht werden

Daraus habe ich geschlossen, dass in (1) n=f nicht das Prädikat sein kann , weil es sich dabei eben um eine Präp. mit einem Suff.pron. handelt.
Also habe ich mir die Bezugsstellen angesehen, die Junge angibt.
Auf Seite 103 findet man unter § 2.3.2[2] den Terminativ und auf Seite 109 unter § 2.3.3[3] eben den Konjunktiv.
Auf Seite 137 habe ich dann noch diese Erwähnung gefunden:

Zitat:
Während die periphrastische Form j.jr-f-sdm - die auch noch eine einfache Passivform sdm.tw-f hat - die Zeitlagen Vergangenheit, Gegenwart und zunehmend auch Zukunft abdeckt, ist die Aussage der einfachen Form eine prospektiv/ vorausschauend - futurische: (...)


Das Problem war nur, dass der Konjunktiv eine rein verbindende Konstruktion ist, also habe ich das ganze wie folgt übersetzt:
"(...), (indem: ) während(?) du ihm 10 Hin Früchte geben würdest und veranlässt, dass er zusammen mit Sechayeniti eilt, wird er ihm den Norden von "die Kammer des Aha-a'au, (also) des Gottesvaters des Montju" empfangen."
Ich bin davon ausgegangen, dass man die Konstruktion einfach nicht so ins Deutsche übersetzen kann, wie sie im Neuägyptischen gedacht ist, dass also die Konjunktive im Prinzip hervorgehoben werden, aber dennoch ihren aufforderden Charakter behalten.

Aber im NTLA habe ich dann folgende Übersetzung gefunden:

Zitat:
...jw j:jri̯ =f šzp n =f pꜣ mḥ.t(j) tꜣ ꜥ.t n Ꜥḥꜣ-〈ꜥꜣ〉 pꜣ jtj-nṯr-n-Mnṯ.w 11 mtw =ṯ ḏi̯.t n =f 10 n hnw n dqr mtw =ṯ ḏi̯.t ḥn =f jrm vs.1 Sḫꜣ.y-n-jtj...

...indem er von ihm empfangen soll das im Norden des kleinen Hauses des Aha-aa, des Gottesvaters des Month (befindliche) -, und du sollst ihm 10 Hin-Maß an Früchten geben, und du sollst ihn eilens kommen lassen gemeinsam mit Secha-en-iti...


n=f ist hier als hervorgehobene Adverbialphrase verstanden, obwohl das bei Junge ausgeschlossen ist!?
Meine Frage ist jetzt, ob ich da vielleicht Junge falsch verstanden habe und ob der Konjunktiv doch nicht im emphatischen Satz hervorgehoben werden kann.

Versteckten Text anzeigen...

NTLA:  https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/sentence/IBUBd5SZJXuRj0KQo5JG2Sj4KS0 , in: Thesaurus Linguae Aegyptiae (Zugriff am: 18.3.2026)

NÄ.G.: Friedrich Junge, Neuägyptisch: Einführung in die Grammatik, 3. verbesserte Auflage 2008, Harrassowitz Verlag, Wiesbaden

 19
 Pharao & Hofstaat / Re: Josephsgeschichte
 Datum: 18.03.2026 um 15:34:57 
Beitrag von: edwcw
Hallo otto,

um tiefer in die Thematik einzusteigen, bedarf es der Recherche einschlägiger Literatur aus verschiedenen Einzelwissenschaften: Ägyptologie, Archäologie, Alte Geschichte, Biblische Hermeneutik, Exegese des Alten Testaments etc.

Für deine Frage zur Josephsgeschichte könnte folgender Artikel eines Althistorikers und Papyrologen hilfreich sein:

 20
 Pharao & Hofstaat / Re: Josephsgeschichte
 Datum: 17.03.2026 um 16:51:06 
Beitrag von: Meritneith
Wie schon geschrieben: die Ägypter waren sowieso so etwas wie Pächter und dem Pharaoh dienstbar. Aber der Pharaoh sorgte mittels der Beamtenschaft dafür, dass die landwirtschaftlichen Produkte im Land verteilt wurden.

Die biblische Josephsgeschichte ist erfunden oder verdreht zumindest die historischen Tatsachen. Vielleicht mit einer anti-ägyptischen Agenda.

Nach einem bibelwissenschaftlichen Artikel, den ich einmal gelesen habe, könnte Amenhotep II der Pharaoh zur Zeit des Moses (beim Auszug aus Ägypten) gewesen sein. Dann fällt die Josephsgeschichte zeitlich etwa in das späte Neue Reich. Damals waren die Gebiete des heutigen Israel von Ägypten annektiert oder assoziiert.

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