Hier noch zwei weitere schöne Aufnahmen aus dem Grabkontext in der Felsenkammer im südwestlichen Innenhof des Grabes des Seneb in Qurna. Sarkophage und Papyri aus der Dritten Zwischenzeit, ca. 1070-712 v. Chr. (21. bis 25. Dynastie).
Wie aus einer von Jolly Thews erstellten Übersetzung aus dem Arabischen hervorgeht, wurden im Januar 2026 unter der Leitung von Afifi Rahim in Qurna bei Luxor 22 polychrome Sarkophage aus Holz, sowie Keramik, darunter eine Terrakotta-Vase mit 8 Papyri, entdeckt. Die Sarkophage gehören der Dritten Zwischenzeit ca. 1070 - 712 v. Chr. an und wurden im südwestlichen Sektor des Hofes des Grabes des Seneb gefunden. Bei den Inhabern der Särge handelt es sich überwiegend um SängerInnen (HPA) des Amun. Die acht in einer Terrakotta Vase gefundenen Papyri gehören ebenfalls der 21.-25. Dynastie an, sind zumeist sehr gut erhalten und tragen teilweise noch ihre ursprünglichen Tonsiegel. Da Afifi Rahim, der Grabungsleiter der Mission, von einer "Wiederbestattung" spricht, könnte es sich bei dem genannten, ursprünglichen Grabinhaber Seneb um Djeserkare-Seneb, den in TT 38 beigesetzten Kornzähler der Amunspeicher handeln, welcher in der 18. Dynastie unter Thutmosis IV. und Amenhotep III. tätig war http://www.aegyptologie.com/forum/cgi-bin/YaBB/YaBB.pl?action=lexikond&id=030911102538. Die erste Mitteilung des ägyptischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer (MoTA) zu dieser Entdeckung erfolgte offenbar am 28.02.2026 und wurde durch eine Reihe von der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellten Fotos illustriert, aus denen ich hier einige in den Dateianhang stelle.
es gibt viele Wege, sich dem Alten Ägypten - und speziell der Hieroglyphenschrift - zu nähern. Ich bewundere Deinen Mut, Dich noch einmal der Aufgabe anzunehmen, ein Hieroglyphen-Layout-Programm zu schreiben, da es doch inzwischen Produkte auf dem Markt gibt - auch kostenlose -, die sich über Jahre entwickelt haben, denn man muss viel Zeit in ein solches Projekt stecken. Vielleicht ist es aber die Freude und Genugtuung zu sehen, wie sich eine solche App nach und nach in die gewünschte Richtung entwickelt. Unterwegs erkennt man, warum manches so ist, wie es ist, und nicht anders. Vielleicht nützen Dir Anmerkungen von jemandem, der etliche Erfahrungen mit WinGlyph und JSesh gesammelt hat.
Ob die App inzwischen schon in der Lage ist, den Text nicht nur in Zeilen, sondern auch in Spalten und nicht nur von links nach rechts, sondern auch umgekehrt auszugeben, weiß ich nicht. Auf jeden Fall sind dies Grundanforderungen an ein jedes Programm dieser Art.
Lolli hat ein Beispiel angehängt, das einige Zeilen aus der Biographie von Chnumhotep zeigt. Aus ihnen lässen sich einige Anforderungen für die Weiterentwicklung ableiten. Ich gehe von dem Screenshot aus, das auch die Codierung enthält (Anhang 1 in Lollis Posting). Zum Vergleich hänge ich den gleichen Ausschnitt aus WebGlyph an.
An einigen Stellen sieht man ein großes Fragezeichen statt einer Hieroglyphe. Das liegt daran, dass nach dem Manuel de Codage eine einzelne Hieroglyphe nicht nur durch die Gardiner-Nummer, sondern auch durch seine Umschrift identifiziert werden kann. Beispiel: Das Fragezeichen am Anfang der zweiten Zeile kommt dadurch zustande, dass die Codierung ir nicht als Umschrift für D4 erkannt wurde. In der ersten Zeile gegen Ende steht das Fragezeichen für Htp, Umschrift für R4.
Manche Hieroglyphen können gedreht werden. Dass das noch nicht geht, sieht man am Ende der ersten und zweiten Zeile bei dem Ausdruck mAa-xrw. Dort müsste das Zeichen unterhalb des ersten um 90 Grad gedreht werden, so dass es zwei flache, übereinander liegende Zeichen ergibt. Übrigens wird Rotation auch in der Version dieses Forums nicht unterstützt.
Ein weiteres Feature sind Zeichenverbindungen (Ligaturen), bei denen zwei oder mehr Zeichen ineinander geschoben werden. Sie werden in der Codierung durch ein kaufmännisches & gekennzeichnet. Ein Beispiel findet sich in der zweiten Zeile:
Dort steht zA-t
statt zA&t
Ein weiteres Beispiel ist in der ersten Zeile: E10-Xnm. Es müsste E10&Xnm heißen. Diese Ligatur wird auch in diesem Forum nicht unterstützt, siehe Liste mit häufigen Zeichenverbindungen in der Hilfe.
In dieser App-Version fehlt ein bisschen "Luft" zwischen den Zeichen, was dazu führt, dass die einzelnen Zeichen oft aneinander "kleben".
Hallo Georg, habe mir die App mal runder geladen, finde die App toll. Wäre schön, wenn man in der Zeichenliste die Hieroglyphen anklicken könnte, um die Beschreibung der Hierglyphe zu sehen. Eine Suchfunktion in der Zeichenliste wäre auch schön, man gibt die Hieroglyphennummer ein und die Hieroglyphe wird markiert. Tolle Arbeit, weiter so.
Du solltest nur aus Urheberrechtlichen Gründen erwähnen, dass der gezeigte Text nicht von mir selbst, sondern aus einem Beispieltext von WebGlyph stammt (The Biography of Chnumhotep, Prince of Beni Hassan, 1 to 28 by Kanawati & Evans (2014), coding Jan Buurman, siehe Screenshot).
Das Rendering des Textes hat allerdings die App übernommen. Hier ist auch der Source Code.
wow, du warst aber fleißig ! Stelle deine App doch bitte auf der SÄK in Leipzig vor. Dazu müsstest du jedoch bis vorgestern (15.02.2026) unter saek2026@uni-leipzig.de einen entsprechenden Vortrag einsenden. Du hättest dort ein ausgesprochen versiertes und interessiertes Publikum, sowie in puncto Verbreitung über die Studierenden einen hohen Multiplikator.
Du erlaubst, dass ich hier eine auszugsweise Veröffentlichung deiner biographischen Daten vornehme ?
Ich hatte mich ja seit einiger Zeit nicht gemeldet, da dachte ich, ich könnte mal schreiben was aus der App geworden ist.
Es hat einige Zeit gedauert das umzusetzen und auf halben Weg habe ich gemerkt, dass die App so, wie ich sie vorhatte wenig Sinn macht. Dann habe ich mir nochmal eure Vorschläge angeschaut, mir die Programme JSesh und WinGlyph angesehen und nochmal von vorne angefangen. Einen Teil des Codes konnte ich immerhin in der neuen App wiederverwenden.
Jetzt ist die App schon bei der 3. Version (0.1.0) angelangt und endlich auf Google Play veröffentlicht, sodass ihr sie installieren könnt. Die App ist OpenSource, sammelt keine Daten und ist kostenlos verfügbar:
Es wäre toll, wenn ihr mir rückmeldet was ich noch besser machen kann. Ich habe zwar einige fleißige App-Tester, aber leider habe ich im schulischen Umfeld keine Ägyptologen.
Zitat:
Hieroglyphenschreibprogramme gibt es ja schon einige wie Michael Tilgner schrieb ,was mich interessieren würde wäre ein Hierglyphenübersetzungsprogramm so etwas habe ich noch nicht gefunden .
@Sokar deinen Vorschlag umzusetzten braucht noch etwas Zeit, ist aber in Planung.
Habt ihr zum Schluss vielleicht eine Idee, wie die App unter Ägyptologen bekannter werden kann? Beziehungsweise, wo informiert ihr euch über Programme zur Ägyptologie?
in der ägyptischen Religion gab es nicht nur einen Gott, sondern viele. Sehr geläufig, seit frühester Zeit, wurde der Pharao als sA Ra "Sohn des Re" bezeichnet. In der fünfteiligen Königstitulatur war es die Bezeichnung des Eigennamens. Er konnte aber auch "Sohn des Amun" genannt werden. Auch andere Götter kamen in Frage. Ob es die abstrakte Form sA nTr "Sohn Gottes" gegeben hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Die sichtbare Symbolik „ve = Φ“ v e links: wirkt wie Vollzug + Erkenntnis oder Verstehen im Entstehen → kein abgeschlossenes Wort, sondern Bewegung Das e im Kreis mit Querstrich: erinnert an – Grenze – Horizont – geteiltes Ganzes → Verstehen im Rahmen einer Trennung = als Gleichsetzung, nicht als Ursache Φ (Phi) rechts: – Ganzheit – Harmonie – Proportion – Selbstähnlichkeit – lebendige Ordnung Wichtig: Φ ist keine Zahl, sondern ein Verhältnis, das sich selbst trägt.
Die Szene gehört auf jeden Fall zu den Handwerkern links daneben, die Gegenstände und Möbel aus Holz herstellen (Beischrift ws[j].t "das Sägen").
Der "Käfig" scheint eine Art Baldachin aus Holzstützen, die mit einem weißen Stoffdach überspannt sind, zu sein. Innerhalb des "Käfigs" steht ein Mann, der einen Gegenstand hochhält. Für die beiden anderen Männer habe ich zwei Vorschläge: Entweder sie bearbeiten (glätten?) einen Balken auf einem Werktisch und benutzen dabei Klingen, die man an beiden Enden hält. Seltsam ist jedoch, dass dieser Balken weiß dargestellt ist. Oder sie beziehen ein Bett, das sie gerade geliefert haben. Am Boden liegt eine weiße Kopfstütze (und ein zweiter Gegenstand mit einer Schlaufe). Die zweite Annahme erscheint mir plausibler.
Der Schriftzug rechts oben (von rechts nach links zu lesen) hilft uns nicht weiter. Er gehört meines Erachtens zu dem größeren Mann darunter als Funktionsbezeichnung. Er inkludiert die Eule auf Mund, vielleicht ein Schiff mit hochgezogenem Heck (?), Hausgrundriss, die Hieroglyphe Aa20 (apr), und noch mindestens ein weiteres Zeichen. Er ist wahrscheinlich der Vorsteher der Werkstätte (jmj-rA ... ).
N. Kanawati hat da bestimmt etwas in seiner Bücherreihe "The rock tombs of el-Hawawish" geschrieben. Rein zufällig habe ich die 10 Bände heute via Fernleihe bestellt. Vielleicht gibt's zu dem "Käfig" ja eine Beschreibung
Im April/Mai werde ich es wohl nicht schaffen, nach Sohag und Achmim zu kommen. Aber das Jahr hat ja gerade erst begonnen.
wir waren in achmim um genau zu sein in el-Hawawish im grab von Ka Hep / Theti Iker (H26) und fragten uns schon vor ort was machen die denn da „hinter gittern“ nun bin ich aber zu hause auch irgendwie nicht fündig geworden, da (ich) die männer davor, als handwerker identifiziert habe kann ich mir erst recht nicht erklären warum diese szene sich hinter gittern abspielt ??
weis jemand von euch was die da machen ?? oder liege ich ganz falsch mit der handwerker vermutung
In der prädynastischen Zeit Ägyptens (ca. 3300 bis 3100 v. Chr.) gab es einen König namens "Horus Ni-Njt", das bedeutet "Horus, zugehörig zu Neith". Er ist wie die meisten Könige dieser Periode nur durch Inschriften auf Tongefäßen bekannt.
Die weibliche Form des Namens müsste "Njt-Njt" sein. Ich weiß nicht, ob dieser Name in einer altägyptischen Quelle belegt ist. In der Sammlung altägyptischer Personennamen von Hermann Ranke kommt er nicht vor.
Die Frau des Mose ist Zippora (vgl. Ex 2,21) und war die Tochter des Priesters von Midian (vgl. Ex 2,16). Asenat ist die Tochter des Priesters von Iunu und Frau des Josef (vgl. Gen 41,45).
Im Alten Testament ist der Name von der Frau Moses mit Aseneth überliefert..
KI sagt: "Der Name Aseneth (auch Asenath, Asenat oder Asenit) hat seinen Ursprung in der Bibel, genauer im Alten Testament. Er stammt aus dem Hebräischen (אָסְנַת, ʾĀsənat) und bedeutet vermutlich "Sie gehört zu [der Göttin] Neith" oder "Geschenk der Neith".
Das ist schon mal seltsam, wenn es "Geschenk der Neith" heissen soll und aus dem Hebräischen stammen angegeben wird. Wenn es ein echt ägyptischer Name ist, muss er im Ägyptischen öfters vorkommen. Vllt kann man sogar, wie heute üblich, eine Tabelle machen, in welcher Zeit er gehäuft auftaucht, und wann sein erstes Aufscheinen ist. Dies würde dann Rückschlüsse auf die Abfassungszeit der Pentateuchtexte erlauben. Ebenso mit den anderen Namen.