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   Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur (35)
  Autor/in  Thema: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur
Michael Tilgner  maennlich
Member



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #15, Datum: 18.05.2022 um 21:03:46 »   

Lieber Chontamenti,

zu Deiner Frage 1:

Lolli2u verweist zu dem angeblichen Skarabäus des Hyksos-Königs Aapethi Seth Nubti in seiner Anmerkung (44) auf "Mariette, Auguste : Ebenda, Tome 2, Paris 1880, Pl. 40, Nr. T.". Die Abbildung hat er seinem Posting #5 angehängt; es handelt sich um das Teil rechts unten. Mariette ist später darauf zurückgekommen: Catalogue général des monuments d'Abydos, Paris, 1880, S. 547 unter der Nr. 1414. Darin beschreibt er es als Amulett. Auf der linken Seite sieht man Seth-Re, rechts steht ein Königsname Nfr-xpr-Ra   Nefer-cheper-Re, "bis jetzt unbekannt".

Lolli2u verweist weiter in der gleichen Anmerkung auf die Königsliste in: E.A. Wallis Budge, An Egyptian Hieroglyphic Dictionary, Bd. 2, London, 1920, S. 929, wo der Königsname unter der laufenden Nr. 229 angegeben ist. Budge gibt als Beleg einen Skarabäus an, der sich im British Museum unter der Inv.-Nr. 32368 befindet.

Dieser Skarabäus wurde veröffentlicht von H.R. Hall, Catalogue of Egyptian Scarabs, Etc., in the British Museum, Bd. I, London, 1913, S. 34 unter der Nr. 301. Hall vertritt tatsächlich die These, dass in der Inschrift der Hyksos-König Aa-pehti-Ra Nubti genannt ist und fügt hinzu: "This is the only contemporary monument of this king that exists."

Man sieht, dass dieser Skarabäus nicht identisch ist mit dem Amulett, das Mariette gefunden hat. Ferner steht auf dem Amulett ein anderer Name als auf dem Skarabäus, das somit auch nicht als Beleg für den genannten Hyksos-König gelten kann.

In neuerer Zeit ist aber auch der Skarabäus ins Gerede gekommen. Laut K.S.B. Ryholt, The Political Situation in Egypt during the Second Intermediate Period c. 1800-1550 B.C., Copenhagen, 1997, S. 388 (Remarks zu Neferhotep III) könnte es sich vielleicht um den Nebti-Namen aA-pH.tj "groß an Kraft" von Neferhotep III. handeln. Aber da sonst während der gesamten Zweiten Zwischenzeit keine Nebti-Namen belegt sind, tendiert er dazu, es in das Neue Reich zu datieren. Merenptah hat ebenfalls diesen Nebti-Namen.

Mit diesen Informationen fallen Lolli2us Schlussfolgerungen hinsichtlich der Datierung des von Mariette gefundenen Dromedars in sich zusammen.

Die Thutmosis I. zugewiesene Stele wurde von Petrie gefunden, nicht von Mariette.

Viele Grüße,
Michael Tilgner
« Letzte Änderung: 19.05.2022 um 12:00:08 von Michael Tilgner »
> Antwort auf Beitrag vom: 18.05.2022 um 19:03:39  Gehe zu Beitrag
Chontamenti  maennlich
Member



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #16, Datum: 19.05.2022 um 15:24:26 »   

Wenn es jedenfalls aus dem neuen Reich stammen sollte, muss es ja nicht zwangsläufig eine ägyptische Figur sein, sondern könnte ja auch bei einem Feldzug der Ägypter in Vorderasien erbeutet und dann dem Seth geweiht worden sein...Es gab ja auch die Division Seth...
> Antwort auf Beitrag vom: 18.05.2022 um 21:03:46  Gehe zu Beitrag
Lolli2u  maennlich
Member - Themenstarter



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #17, Datum: 22.05.2022 um 22:19:39 »   

Herr Popko und Herr Tilgner haben relativ erfolgreich überspielt, dass sie mit Erman, Wörterbuch der ägyptischen Sprache, Band V, Seite 116 eine grob fehlerhafte Quelle eingeführt haben. Sie sei hier nochmals kurz vorgestellt :

http://www.aegyptologie.com/forum/attachments/Erman_Wb_V_116_8_10_zitiert_bei_Tilgner__1.jpg

Tatsächlich hätte dieser Eintrag, wonach das bei Golenischeff 1906, Seite 109 besprochene Tier mit dem Kamel zu identifizieren sei, jedoch in Erman, Wörterbuch, Band II, Seite 47 und Seite 58 eingetragen werden müssen. Auch dieser Eintrag sei hier kurzerhand wie folgt vorgestellt :

http://www.aegyptologie.com/forum/attachments/Erman_Woerterbuch_Bd.2_S.58_Giraffe_mmj_.jpg

Dies gilt, weil Golenischeff 1906, Seite 109 lediglich das im Pap. 1115, Zeile 164 genannte Tier bespricht. Dieses viel besprochene, in Zeile 164 genannte Tier hielt Golenischeff für ein asiatisches Jak, oder eine Giraffe. Da Golenischeff aber nirgends auf einen Affen zu sprechen kommt, ist der im Wörterbuch Erman, Band V, Seite 116 gemachte Eintrag schlicht falsch und hätte im Wörterbuch, Band II, Seite 47 und 58 erfolgen müssen, wo Erman die Giraffe verzeichnete.

[gelöscht von Naunakhte - Verstoß gegen Forumsregeln.]

Das in Golenischeff 1906, S.109 besprochene Tier ist kein Affe, weshalb die Textstelle hier ebenfalls als Auszug vorgestellt sei :

http://www.aegyptologie.com/forum/attachments/Golenischeff_Pap.1115_S.109_a_zu_Z.164_Jak_oder_Giraffe_.jpg

Der bei Erman und Grapow in Wb V 116 aufgetretene Fehler ist jetzt klar und deutlich benannt. Der Eintrag zu dem im Papyrus 1115, Zeile 164 genannten Tier - denn nur dieses bespricht Golenischeff - hätte in Wb II 47 und Wb II 58 erfolgen müssen, wo Erman seinen Eintrag zur Giraffe vornahm. Der im Pap. 1115, Zeile 165 genannte Affe war bei Golenischeff nie Gegenstand der Erörterung. Da Erman 1906 Treue gegenüber dieser Textvorlage versprach, sei er hiermit dann auch darauf verpflichtet.

Gruß Lolli
« Letzte Änderung: 23.05.2022 um 08:05:34 von naunakhte »


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> Antwort auf Beitrag vom: 18.05.2022 um 21:03:46  Gehe zu Beitrag
Chontamenti  maennlich
Member



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #18, Datum: 23.05.2022 um 13:18:21 »   

Wo bezieht sich Erman denn auf Golenischeff? Habe ich dass überlesen oder steht es woanders? Übrigens ist mir nicht bekannt, dass in Ägypten jemals domestizierte Giraffen Lasten trugen...
> Antwort auf Beitrag vom: 22.05.2022 um 22:19:39  Gehe zu Beitrag
Michael Tilgner  maennlich
Member



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur Golenischeff_Schiffbruechiger_Auszug.jpg - 370 KB
« Antwort #19, Datum: 23.05.2022 um 15:00:03 »   

Hallo,

nun nimmt die Diskussion einen leicht verbissenen Charakter an, und ich habe daher gezögert, noch einmal darauf einzugehen. Für all diejenigen, die diesen Thread interessiert oder verwundert verfolgen, will ich noch einige methodische Bemerkungen hinzufügen.

Es ist allgemeiner Brauch in den Wissenschaften - und auch hier im Forum - für wichtige Behauptungen einen Beleg anzugeben, sei es eine Grabpublikation, einen Eintrag im Wörterbuch, eine ägyptische Grammatik oder ähnliches. Das hat Lolli2u bei dem Thema Wortbedeutung "Kamel" mit Verweis auf den Artikel von Houghton (1889) und das Budge-Wörterbuch (1920) auch getan. Worauf Dr. Popko und ich abgehoben haben, war, dass inzwischen - und auch schon seit langer Zeit - diese Lesung und diese Wortbedeutung, die Houghton und Budge angegeben haben, verworfen wurden. Soweit ich sehen kann, ist dies in der Ägyptologie allgemein akzeptiert; siehe den früher zitierten Artikel "Das einhöckrige Kamel" von Julia Budka (S. 40):

Zitat:
Auffallend ist, dass im pharaonischen Ägypten von Kamelen keine Reliefdarstellungen, keine kamelgestaltige Hieroglyphe und auch kein einheimisches Wort für das Tier belegt sind - dementsprechend können sie dort keine tragende Rolle eingenommen haben und wurden wohl erst später als Nutztier eingeführt.

Man kann im "Thesaurus Linguae Aegyptiae" auf der Seite "Suche in der Lemmaliste" statt eines ägyptischen Wortes auch etwas im Feld "Übersetzung" eingeben und erhält dann eine Liste der entsprechenden ägyptischen Wörter. Gibt man also "Kamel" oder "Dromedar" ein, so lautet die Antwort jeweils: "0 Einträge der Ergebnismenge".

Will man das in Frage stellen, so muss man entweder (1) zeigen, dass die Argumente, die die Lesung und die Bestimmung der Wortbedeutung verworfen haben, nicht stichhaltig sind, oder (2) neue Erkenntnisse - in diesem Fall neue Inschriften - vorlegen, die den Fall in ein neues Licht rücken könnten. Ein bloßer Hinweis auf die "erfahrenen Kenntnisse von François Chabas und Wallis Budge" ersetzt nicht diese Anforderungen.

Nun zu Lolli2us letzten Beitrag:

Er zitiert die Anmerkung (48), S. 109, zu Zeile 164 des "Schiffbrüchigen" aus W. Golénischeff, Le papyrus no. 1115 de l'Ermitage Impérial, in: RecTrav, Bd. 28, S. 73-112. Der zugehörige Text und Golenischeffs Übersetzung stehen auf S. 83 (siehe Anhang). Die Zeichenfolge von Z. 163-164 liest Golenischeff als "Giraffenschwänze" (queues de girafes (?)", wobei er die Übersetzung "Giraffe" noch mit Fragezeichen versieht. Im Wb II, 58.14 ist dieses Wort mit der Lesung mmj - ohne Fragezeichen! - übernommen worden. Ich habe die Zeichenfolge in Z. 164 gelb markiert, so dass auch der Hieroglyphenunkundige erkennen kann, dass es sich um das gleiche Wort handelt.

In Z. 165 tauchen zwei weitere Zeichenfolgen (ebenfalls gelb markiert) auf, die Golenischeff mit "gwf-Affen" (singes gouf) und "kjw-Affen" (singes kiou) übersetzt. Das Wörterbuch hat das erste Wort mit "Meerkatze" eingetragen (Wb V, 160.9), beim zweiten steht "Art Affen" (Wb V, 110.4).

Das Wort, was uns interessiert:



taucht im "Schiffbrüchigen" überhaupt nicht auf und wird daher auch von Golenischeff nicht diskutiert!

Die Behauptung, "wonach das bei Golenischeff 1906, Seite 109 besprochene Tier mit dem Kamel zu identifizieren sei", hat hier niemand aufgestellt.

Viele Grüße,
Michael Tilgner


- Vollbild -
> Antwort auf Beitrag vom: 22.05.2022 um 22:19:39  Gehe zu Beitrag
Lolli2u  maennlich
Member - Themenstarter



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #20, Datum: 08.08.2022 um 14:55:05 »   

Gut erkannt, dass Tier, welches uns interessiert, hat Erman 1906, S. 21 ohne ersichtlichen Bezug, also völlig eigenständig eingeführt !

Im übrigen habe auch ich nicht die Behauptung aufgestellt, dass das in 164 genannte Tier mit einem Kamel zu identifizieren sei. Ich habe mir lediglich erlaubt darauf hinzuweisen, dass die von Ermann eingeführte Gleichsetzung einzig in Bezug auf die Giraffe einen Sinn ergibt, denn nur dieses Tier wird von Golenischeff eingehend besprochen. Ich erlaube mir daher, hier nochmals die relevanten Textstellen vorzustellen.

Der bei Erman S. 21 dazu gegebene Hinweis auf eine ausführliche Besprechung bezieht sich ganz klar auf Golenischeff S. 109. Die Note auf Seite 83 ist daher in diesem Zusammenhang zwar hilfreich, aber letztlich irreführend, denn sie lenkt von der tatsächlichen Erörterung Golenischeffs ab. Der erste Abschnitt der von Golenischeff vorgenommenen Besprechung der im Papyrus 1115 Zeile 164 genannten Giraffe, findet sich im Anhang von Beitrag # 17. Der zweite Teil dieser auf Seite 109 erfolgten Besprechung ist hier im Anhang zu finden. Der Affe (Singe) hat dort nur insofern Relevanz, als er an einer Stelle als ein Tier genannt wird, welches auf einer Darstellung an einem anderer Ort von einer Giraffe getragen wird. Hier zeigt sich der von Ermann begangene Fehler erneut. 

Meinen Standpunkt, dass das Kamel seit etwa 1300 vor Christi, also in der Ramessidenzeit, allgemein als Last- und Reittier eingeführt und seither als solches genutzt wurde, habe ich im übrigen in meinen Beiträgen vom 11.05.22 und in Antwort # 5 vom 14.05.22 inhaltlich gut belegt. Dies kann man von der Gegenseite nicht unbedingt behaupten.

In Anbetracht der Streitfrage, ob nun entweder Adolf Ermann, oder aber Ernest Wallis Budge in Hinblick auf das bei Chabas und Houghton viel besprochene Tier dasselbe richtig interpretiert haben, folge ich daher weiterhin ganz eindeutig der Sichtweise von Wallis Budge. Dies gilt vor allem auch deshalb, weil die archäologische Fundlage die zuletzt von Wallis Budge vorgelegte Lesart weiterhin stützt. Ich kann daher nichts anstößiges oder gar verwerfliches daran finden und betrachte mein entschiedenes Festhalten an dieser Position als legitim. Die Vorwürfe, etwa derjenige, dass ich meine Quellen nicht gelesen hätte, sind zudem unberechtigt. Die Vertreter der Gegenposition dahingegen, kannten die von mir angeführten Quellen offenbar nicht, oder haben sie - auch schon ihres Alters wegen - möglicherweise sogar als störend empfunden und daher bewusst ignoriert. Diese geradezu doktrinäre Haltung ist im wissenschaftlichen Diskurs häufiger zu beobachten. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit denselben fehlt daher bislang zumeist, was höchst augenfällig ist. Erst wenn eine Quelle anhand von Fakten widerlegt wurde, darf sie als wissenschaftlich überholt betrachtet werden. So sollte es zumindest sein.

Im Anhang findet sich - ergänzend zu dem in # 5 eingestellten Auszug - schließlich noch ein zweiter Eintrag aus dem von Wallis Budge erstellten Wörterbuch, welcher die Tragweite der von Erman vorgenommenen Gleichsetzung nochmals deutlich hervortreten lässt. Ich persönlich halte das ansonsten sehr hilfreiche, von Adolf Erman und Hermann Grapow edierte Wörterbuch der ägyptischen Sprache in Hinblick auf das Kamel für höchst mangelhaft, zumal dort ein entsprechender Eintrag bislang fehlt. Diesen Mangel als ein nicht vorhanden sein zu interpretieren, halte ich zudem für irrig. Wäre damals ein entsprechender Artikel über das Kamel geschrieben worden, denn es gab dazu erheblichen Anlass, dann würde der zuvor begangene und später fortgesetzte Fehler sofort bemerkt worden sein.                   
« Letzte Änderung: 08.08.2022 um 16:24:45 von Lolli2u »


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> Antwort auf Beitrag vom: 23.05.2022 um 15:00:03  Gehe zu Beitrag
Chontamenti  maennlich
Member



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #21, Datum: 12.08.2022 um 09:48:09 »   


Zitat:
...Die Vertreter der Gegenposition dahingegen, kannten die von mir angeführten Quellen offenbar nicht, oder haben sie - auch schon ihres Alters wegen - möglicherweise sogar als störend empfunden und daher bewusst ignoriert.

Meinst du damit jetzt UNS oder Erman? Im ersten Fall würde ich mich Michael Tilgners Meinung aus seinem letzten Beitrag anschließen...
Zitat:
...nun nimmt die Diskussion einen leicht verbissenen Charakter an...

Die von dir angeführten Quellen wurden keineswegs ignoriert, sondern von den Herren Tilgner und Popko ausführlich diskutiert...
> Antwort auf Beitrag vom: 08.08.2022 um 14:55:05  Gehe zu Beitrag
Lolli2u  maennlich
Member - Themenstarter



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #22, Datum: 13.08.2022 um 08:34:33 »   

Es gibt die Position, dass es im altägyptischen Schrifttum kein Wort für das Kamel gibt. Diese Auffassung teile ich nicht.

Aus der Behauptung, dass die Ägypter der Pharaonenzeit das Kamel nicht als Reit- und Lasttier benutzten, erwuchs offenbar eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber Artefakten, welche aus der Pharaonenzeit stammen und ein Kamel zeigen oder darstellen.

Im Ergebnis kam es schließlich dahin, dass diejenigen, welche das Kamel in der Pharaonenzeit in den Hausstand überführt sehen, in dieser Hinsicht inzwischen über einen deutlich besseren Informations- und Kenntnisstand verfügen, als diejenigen, welche diese Position ablehnen.

Als Herr Tilgner im Beitrag # 15 den vermeintlichen Zusammenbruch meiner Argumentation diagnostizierte, argumentierte er abschließend :


Zitat:
Die Thutmosis I. zugewiesene Stele wurde von Petrie gefunden, nicht von Mariette


In meinem Beitrag # 5 finden sich zur Stele Thutmosis I. Cairo JE 31881 in Fußnote (45) Flinders Petrie und Quibell genannt. Ich hatte die Stele Thutmosis I. also durchaus den tatsächlichen Findern zugeordnet. Die von Tilgner in # 15 geäußerte Kritik zur Stele des Thutmosis I. bleibt daher unverständlich.

Im weiteren würde ich gern drei Artefakte, zwei Petroglyphen und ein weiteres Gefäß aus Ägypten vorstellen wollen, welche eindeutig das Motiv eines domestizierten Kamels zeigen und mitunter einer deutlich älteren Zeit angehören. Sie blieben in meinen Darstellungen jedoch unberücksichtigt, weil ihnen für diese Zeit keine weiteren Zeugnisse zur Seite gestellt werden konnten, welche auf eine allgemeine Nutzung des Kamels durch die Ägypter schließen lassen.

Besteht hier Interesse diese in diesem Thema unberücksichtigt gebliebenen Artefakte noch zu besprechen ?    
> Antwort auf Beitrag vom: 12.08.2022 um 09:48:09  Gehe zu Beitrag
Chontamenti  maennlich
Member



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #23, Datum: 13.08.2022 um 10:38:07 »   

Ich denke, dass hier immer Interesse besteht, Funde zu diskutieren - allerdings sollte dies auch sachlich und ohne irgendwelche persönlichen Unterstellungen geschehen.
> Antwort auf Beitrag vom: 13.08.2022 um 08:34:33  Gehe zu Beitrag
Lolli2u  maennlich
Member - Themenstarter



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #24, Datum: 14.08.2022 um 09:27:24 »   

Soll mir recht sein. Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem Andern zu.

Ich schließe zunächst wie folgt mit einem eigenen Übersetzungsversuch des Papyrus Golenischeff 1115, Zeile 161 - 165:

(161) Da warf ich mich erst auf den Bauch, dann kreuzte ich meine Arme vor ihr
(162) denn sie gab meinem [Wüsten] Schiff eine Last, bestehend aus
(163) Myrrhen, Parfums und Schminke aus anti, heken, iouden, tespes, saas und stimmi,
(164) sodann das Fell (queues) einer Giraffe, einen großen mrrjt Weihrauch, Elfenbein,
(165) Windhunde, eine Meerkatze, einen Kiu Affen und allerhand schöne Kostbarkeiten.

Das in Zeile 162 genannte "Schiff" wird hier vom mir mit Wüstenschiff wiedergegeben, denn der Schiffbrüchige befand sich, als er diese Gaben empfing, ja noch in der Oase. Die nahe gelegene Küste, wo das zu seiner Rettung entsandte Schiff angekommen war, hatte er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erreicht, was auch Ermann S. 22 sehr richtig erkannte. Daher wird hier Zeile 162 Schiff der Wüste und nicht nur Schiff zu lesen sein, denn der Schreiber scheint in seinen Darstellungen ansonsten recht sorgsam gewesen zu sein.

Das Wüstenschiff ist in anderen Quellen ein beliebtes Synonym für Kamel, Dromedar.   
« Letzte Änderung: 14.08.2022 um 19:37:15 von Lolli2u »
> Antwort auf Beitrag vom: 13.08.2022 um 10:38:07  Gehe zu Beitrag
Michael Tilgner  maennlich
Member



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #25, Datum: 14.08.2022 um 12:32:35 »   

Hallo, Lolli,

die Passage (162) ist wie folgt zu übersetzen:

aHa.n rdj.n=f n=j sb.t m ...
"dann gab sie mir eine Schiffslast bestehend aus ..."

Das Dativobjekt ist  
.

   ist Präposition "für" usw.;    
   ist das Personalpronomen 1. Person Singular; zusammen: "mir", also nicht "meinem Schiff".


Das Akkusativobjekt ist    
.

Dieses Wort ist im Wörterbuch als sb.t "Schiffslast", Fracht" (Wb III, 432.6) verzeichnet, abgeleitet vom Verb sbj "gehen, vergehen, aussenden usw." (Wb III, 429).

Das Determinativ    
     Y1 "Buchrolle" wird für Geschriebenes oder abstrakte Begriffe verwendet.


Für Säugetiere kommen als Determinative in Betracht: Zeichen aus der Gruppe E "Säugetiere" der Gardinerliste, oder das Zeichen F27 "Rinderhaut mit herabhängendem Schwanz". Manchmal wird auch kein Determinativ geschrieben. Das lässt sich z.B. in der Liste der Säugetiere nachprüfen, die Rainer Hannig und Petra Vomberg in Wortschatz der Pharaonen in Sachgruppen, Mainz, 1999, S. 198-206 zusammengestellt haben.


F27 Determinativ für Haut und Säugetiere im allgemeinen

Zusammengefasst: An dieser Stelle (162) im Schiffbrüchigen ist von keinem Tier die Rede, schon gar nicht von einem Kamel. Adolf Erman hat sie in seiner Bearbeitung von 1906 so übersetzt, wie oben beschrieben (Zeitschrift für ägyptische Altertumskunde, Bd. 43, S. 21 (1906); siehe auch den Anhang, wo ich den hieroglyphischen Text sowie die Übersetzung gelb markiert habe). Golenischeff übersetzt sb.t zwar ungenau mit "cadeaux" (Geschenke), aber sonst ziemlich zutreffend mit "il m'accorda ..." (sie [die Schlange ist im Deutschen weiblich] schenkte mir ...), in: Recueil de travaux ..., Bd. 28, S. 83 (1906).

Viele Grüße,
Michael Tilgner
« Letzte Änderung: 14.08.2022 um 13:55:02 von Michael Tilgner »


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> Antwort auf Beitrag vom: 14.08.2022 um 09:27:24  Gehe zu Beitrag
Lolli2u  maennlich
Member - Themenstarter



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #26, Datum: 14.08.2022 um 13:31:34 »   

Gut erkannt, in der Zeile 162 ist, wie # 24 in meinem Übersetzungsversuch gegeben, von einem "Schiff" die Rede, welches ich mit "Wüstenschiff" zu übersetzen suche. Dieses Allegorie steht meines Erachtens synonym für Kamel, denn im Innern der Wüste fahren keine Schiffe.

Zur vorgeschlagenen Bezeichnung "Wüstenschiff" finden sich Parallelen im Sumerischen :

Siehe dazu beispielsweise Nippur CAD 7,2 b. Das sumerische anse.a.ab.ba kennt den "Esel des Meeres", was offensichtlich auf das Wüstenmeer bezogen ist und Kitchen (1966) zufolge ein Kamel bezeichnet. Die einsprachige sumerische Vokabelliste datiert in das 14. / 13. Jh. v. Chr.

Zum "Esel des Meeres" siehe :

Martin Heide : The Domestication of the Camel, Münster 2011, S. 331 - 384.

Zitiert bei Michael Neuhold : Kamele im Buch Genesis : http://www.mneuhold.at/biblica/kamel.html

Sowie :

Kitchen, Kenneth Anderson : Ancient Orient and Old Testament, Chicago 1966, S. 79 - 80.

In : https://www.archive.org/details/ancientorientold00kaki/page/79/mode/1up?view=theater

« Letzte Änderung: 14.08.2022 um 19:43:22 von Lolli2u »
> Antwort auf Beitrag vom: 14.08.2022 um 12:32:35  Gehe zu Beitrag
Chontamenti  maennlich
Member



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #27, Datum: 14.08.2022 um 19:03:19 »   

Aber da steht doch gar nichts von einem Schiff - sondern nur SchiffsLAST, ein Wort, dass sich in der altägyptischen Sprache (wie Michael Tilgner bereits dargelegt hat) nicht von dem Wort Schiff ableitet. Also auch kein Wüstenschiff!
> Antwort auf Beitrag vom: 14.08.2022 um 13:31:34  Gehe zu Beitrag
Lolli2u  maennlich
Member - Themenstarter



Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #28, Datum: 19.08.2022 um 12:01:25 »   

Im Laufe der hier geführten Diskussion wurde kritisiert, dass ich meine Aussagen anhand von veralteten Quellen belegen würde (1). Gleichzeitig wurde hier der Eindruck erweckt, als ob ausgerechnet die Forschungsergebnisse von Georg Möller und Wladimir Golenischeff zur Widerlegung meiner Position, wonach die Ägypter bereits um 1300 v. Chr. zur Domestikation des Kamels übergegangen sind, geeignet seien (2).

Anlässlich dieser Kritik möchte ich hier nun am Beispiel eines  relativ neuen, von Martin Heide verfassten Fachbeitrages zur Domestikation des Kamels aufzeigen (3), wohin es führt, wenn man die früher einmal erarbeitete Faktenlage unberücksichtigt lässt. Ausdrücklich sei hier vorab dazu angemerkt, dass ich diesen von Martin Heide verfassten Beitrag in weiten Teilen für eine vorzügliche Darstellung halte, aber sein auf den Seiten 341 - 342 formuliertes Fazit hinsichtlich der Existenz, Bekanntheit und Haushaltung des Kamels im Ägypten der pharaonischen Zeit wird hier von mir verworfen, weil es sich mit der tatsächlichen Faktenlage meines Erachtens nicht in Übereinstimmung bringen lässt und teilweise sogar den ebendort dazu genannten Quellen widerspricht (4). Dies sei hier wie folgt gezeigt :

Heide verweist S. 341 zunächst einmal darauf, dass sich in Ägypten in der Vergangenheit verschiedene Fragmente und Artefakte von Kamelen fanden, welche dem 3. Jahrtausend vor Christi und früher zugewiesen worden waren und bemerkt : "But again it is not clear, whether they belong to domesticated or wild animals, or to camels at all."  Er scheint die Qualität dieser Artefakte demnach also als nicht sehr aussagekräftig angesehen zu haben. In diesem Zusammenhang führt er sodann beispielhaft Ripinsky (1985) als Quelle an (5) und gibt eine Beschreibung, welche sich offenbar auf eine Abbildung in dem Beitrag von Michael Ripinsky 1985, S. 139, Fig. 2 bezieht. Dazu heißt es dort : "There are, however, no humps visible, and the shape is somewhat clumsy, it more likely represents the Bactrian camel than it's Arabian relative." (6) Diese von Ripinsky 1985 veröffentlichte Petroglyphe wird hier nun im Anhang gezeigt, damit die Leser einen eigenen Eindruck über die Qualität und Aussagekraft dieses Artefaktes gewinnen können (7).

Aus der Beschreibung, welche Heide offensichtlich dieser Petroglyphe zur Seite stellte, geht hervor, dass auf dieser altägyptischen Darstellung die Höcker (humps) und die Gestalt (shape) des gezeigten Tieres so unbeholfen ausgeführt worden seien, dass man kaum erkennen könne, ob es sich dabei um ein baktrisches Kamel oder um ein Dromedar (it's Arabian relative) handelt. Diese Beschreibung steht in krassem Widerspruch zu dem, was die erstmals von Georg Schweinfurth publizierte Abzeichnung dieser bei Assuan entdeckten Petroglyphe zeigt (8). Deutlich erkennbar ist von rechts kommend ein einhöckriges Kamel (Camelus dromedarius) zu sehen, welches von einem Führer am Seil geführt wird. Direkt links davon schließt sich ein in hieratischer Schrift abgefasster Name an, welcher von Georg Möller mit "Dhuti-hotep" übersetzt wurde (9). Georg Möller ordnete diese Inschrift der VI. Dynastie (2347 - 2216 v. Chr.) zu und gemeinsam mit Schweinfurth betonten beide, dass diese Inschrift und die genannte Abbildung des Dromedars zusammen gehören (10). Nun verwies Schweinfurth kurz zuvor auf eine benachbarte, in denselben Felsblock gesetzte Inschrift aus der Zeit des Mittleren Reiches und führt diese wie folgt aus : "Hausvorsteher Dwh (Schreibfehler für Dhwtj ?), der Ehrwürdige." ... "Mentuhotep-anch-M-ma-f Sohn der Sathator" (11), weshalb man diese Inschrift möglicherweise sogar in die Zeit des Mentuhotep II. (2061 - 2010) hinauf bringen könnte, was aber der Datierung von Möller und Schweinfurth widersprechen würde und auch sonst nicht ganz unproblematisch wäre. Halten wir an dieser Stelle daher lediglich fest, dass die bei Michael Ripinsky 1985, S. 139, Fig. 2 vorgestellte Petroglyphe deutlich erkennbar ein domestiziertes Dromedar mit Führer, sowie die Inschrift des Namens "Dhuti-hotep" zeigt (12). Die bei Heide dazu gemachte Aussage, dass dieses Tier nicht als Dromedar erkennbar sei, lässt sich mit dieser Faktenlage nicht in Übereinstimmung bringen (13). Daher wird diese Aussage hier nachdrücklich kritisiert. Damit sich die Leser einen eigenen Eindruck von der Qualität der von Ripinsky (1985) herangezogenen Vorlage machen können, wird hier nun zudem noch die 1912 von Schweinfurth erstellte Zeichnung mit der von Möller interpretierten Inschrift in den Anhang gestellt (14).

Doch Martin Heide sucht die heute etablierte Lehrmeinung zum Zeitpunkt der Domestikation des Kamels durch die Ägypter nicht nur am Beispiel des von Ripinsky (1985) veröffentlichten Beitrages zu Belegen, sondern führte dazu weitere Quellen ein. Unter diesen befindet sich ein Aufsatz von Peter Rowley-Convy (1988), doch dieser datiert die Einführung des Dromedars in den Hausstand der Ägypter in die Zeit um 920 v. Chr. und damit in die pharaonische Zeit (15) und kann damit eben nicht als Zeugnis für den von Heide vertretenen Standpunkt herangezogen werden, sondern widerspricht diesem deutlich und legte dafür zuverlässig datierbares Material vor (16). Sodann führt Heide einen von Joseph Free veröffentlichten Aufsatz als Beleg für seinen Standpunkt an, doch auch dieser widerspricht diesem eindeutig (17). Schließlich findet sich unter den von Martin Heide angeführten Quellen noch eine Aussage von Max Müller (1893), worin dieser den von Francois Chabas (1872) und William Houghton (1890) erbrachten Nachweis der Thematisierung und literarischen Bearbeitung des Kamels in altägyptischen Quellen verwirft (18). Da es Müller aber nicht einmal für nötig hielt, die Namen der Autoren der von ihm verworfenen Arbeiten oder zumindest diese selbst zu nennen und seinerseits dazu auch keinerlei Argumente zur Begründung seiner Aussage beibringt, handelt es sich  bei der von Müller gemachten Aussage lediglich um eine leere Behauptung. Diese von Heide angeführte Quelle blieb in Bezug auf die Domestikation des Kamels durch die Ägypter ohne jede Beweisführung und ist daher wissenschaftlich ungenügend und praktisch wertlos (19). Die wichtigste Quelle zur Stützung des von Heide vertretenen Standpunktes dürfte sicherlich ein von ihm angeführter, von Reinhard Walz (1951) verfasster Fachbeitrag zum Thema sein (20). Dieser wurde dort von Heide jedoch versehentlich falsch notiert (21). Diesen Beitrag gilt es daher näher zu erörtern.  

Der bei Heide (2011) Seite 341 - 342 vertretene Standpunkt zum Zeitpunkt der Domestikation des Kamels in Ägypten stützt sich im wesentlichen offenbar auf Argumente, welche Reinhard Walz 1951 formulierte (22). Diese bei Walz (1951) auf den Seiten 38 - 41 vorgetragenen Argumente werden hier abgelehnt, weil sie ebenfalls den Inhalten der dort dazu angeführten Literatur deutlich widersprechen. Dies gilt insbesondere auch für die folgende auf den Seiten 39 - 40 gemachte Aussage : "Es gibt also in der gesamten dynastischen Zeit weder figürliche oder bildliche Darstellungen, noch Textzeugnisse, die zweifelsfrei die Existenz des domestizierten Kamels beweisen könnten. Das Dromedar fehlt als Schriftzeichen und ein spezifisch ägyptisches Wort für "Kamel" ist nicht belegt." (23) Walz macht diese Aussage, obwohl er die von William Houghton vorgestellten Ergebnisse hinsichtlich der Funktion des Kamels in der altägyptischen Literatur kennt und diese für einen wichtigen Beitrag hält (24). Walz ist zudem vertraut mit der von Georg Schweinfurth in Assuan entdeckten Petroglyphe und der von Georg Möller dazu vorgenommenen Interpretation der dazugehörigen Inschrift (25). Doch diese von Schweinfurth beigebrachte, qualitativ hochwertige und aussagekräftige Darstellung eines domestizierten Dromedars sucht Walz ebendort dann dem äthiopischen Volk der Blemmyer zuzuschieben. Doch die Blemmyer schrieben offenbar nicht in hieratischer, sondern in griechischer Schrift und agierten zudem in römischer Zeit. Dass sich Walz bei dieser Umdatierung der Kamel Petroglyphe von Assuan dann sogar ausgerechnet auf Schweinfurth beruft, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten (26). Daher werden die von Reinhard Walz (1951) auf den Seiten 38 - 41 gemachten Aussagen zum Zeitpunkt der Domestikation des Kamels bei den Ägyptern hier rundweg verworfen. Ausgesprochen wertvoll sind dahingegen die dort dazu gegebenen Literaturangaben. Lediglich der von Francois Chabas erstellte Fachbeitrag, welcher Walz wiederum maßgeblich als Vorlage gedient zu haben scheint, findet sich unter denselben nicht berücksichtigt (27).

Schweinfurth vertrat eben nicht die Auffassung, dass die äthiopischen Blemmyer die ersten gewesen seien, welche in Oberägypten das Kamel einführten, wie seine im Jahre 1912 dazu gemachten Ausführungen eindeutig zeigen (28). Der bei Heide in die Argumentation eingeführte Georg Möller erörterte andernorts noch ein weiteres gut erhaltenes Artefakt, welches noch früher als die in Assuan entdeckte Petroglyphe datierte, doch bei diesem handelt es sich um einen Import, wie die in derselben Fundlage zu Tage getretenen Grabbeilagen zeigten (29). Ich selbst hätte dieses Fundstück daher gerne einem der ebenfalls in Abusir el-Meleq zutage getretenen Gräber aus der Hyksoszeit zugeordnet, doch die bei Möller 1906, S. 16 - 17 zu Abb. 16 gemachten Angaben ließen dies nicht zu (30). Daher wird dieses gut erhaltene Gefäß in der Gestalt eines liegenden Dromedars in die Zeit zwischen 3050 - 2850 v. Chr. zu datieren sein (31).                           

   
Dieser Beitrag wird unten fortgesetzt    


Literaturverzeichnis

(1)  # 6 Tilgner
(2)  # 8 Popko
(3)  Heide, Martin : The Domestication of the Camel. Biological, Archaeological and Inscriptional Evidence from Mesopotamia, Egypt, Israel and Arabia, and Literary Evidence from the Hebrew Bible. In : Ugarit Forschungen Nr. 42, Münster 2011, S. 331 - 384.
Online Download im PDF Format verfügbar unter : https://dokumen.tips/documents/heide-martin-the-domestication-of-the-camel-2011.html?page=1
(4)  Heide, Martin : Ebenda, S. 341 - 342.  Siehe dazu : https://dokumen.tips/documents/heide-martin-the-domestication-of-the-camel-2011.html?page=19
(5)  Ripinsky, Michael : The Camel in Dynastic Egypt. In : The Journal of Egyptian Archaeology, Vol. 71, London 1985, S. 134 - 141. Zitiert in : Heide, Martin : Ebenda, S. 341. Dieser Beitrag von von Ripinsky ist online als Download verfügbar unter : https://ur.booksc.me/book/51671744/59fd2d
(6)  Heide, Martin : Ebenda, S. 341.
(7)  Diese Kopie ist mit der bei Ripinsky, 1985, S. 139, Fig. 2 gezeigten Aufnahme identisch und stammt aus : https://www.biblearchaeology.org/research/contemporary-issues/3832-the-date-of-camel-domestication-in-the-ancient-near-east und wurde mit freundlicher Genehmigung von Randall Younker zur Verfügung gestellt. 
(8)  Schweinfurth, Georg : Über alte Tierbilder und Felsinschriften bei Assuan. In : Zeitschrift für Ethnologie, Bd. 44, Heft 3 / 4, Berlin 1912, S. 627 - 658. Die von Schweinfurth erstellte Zeichnung dieser Petroglyphe findet sich ebenda, S. 633, Abb. 2 und ist online als Download verfügbar unter : https://www.digi-hub.de/viewer/image/1572955174592/683/LOG_0277/
(9)  Schweinfurth, Georg : Ebenda, S. 633, Abb. 2. Siehe dazu : Ripinsky, Michael : Ebenda, S. 138 - 139, Fig. 2. Die Zeichnung Schweinfurth, S. 633, Abb. 2 findet sich : https://www.digi-hub.de/viewer/image/1572955174592/689/
(10) Schweinfurth, Georg : Ebenda, S. 633, Abb. 2. Sowie : Ripinsky, Michael : Ebenda, S. 138 - 139, Fig. 2.
(11) Schweinfurth, Georg : Ebenda, S. 632 - 633.
(12) Ripinsky, Michael : Ebenda, S. 138 - 139, Fig. 2. Sowie : Schweinfurth, Georg : Ebenda, S. 633, Abb. 2.
(13) Heide, Martin : Ebenda, S. 341.
(14) Schweinfurt, Georg : Ebenda, S. 633, Abb. 2. Die im Jahre 1912 veröffentlichte Zeichnung und die dazu gegebene Interpretation der Inschrift sind gemeinfrei.
(15) Rowley-Convy, Peter : The Camel in the Nile-Valley. New Radiocarbon ascellerator (AMS) dates from Quasr Ibrim. In : The Journal of Egyptian Archaeology, Vol. 74, London 1988, S. 245 - 248.
(16) Heide, Martin : Ebenda, S. 341.
(17) Free, Joseph : Abraham's Camels. In : Journal of Near Eastern Studies, Vol. 3, Chicago 1944,  S. 187 - 193. Zitiert in : Heide, Martin : Ebenda, S. 341.
(18) Müller, Max : Asien und Europa nach altägyptischen Denkmälern, Leipzig 1893, S. 142. Zitiert bei : Heide, Martin : Ebenda, S. 342.
(19) Heide, Martin : Ebenda, S. 342.
(20) Walz, Reinhard : Zum Problem des Zeitpunktes der Domestikation der altweltlichen Kamele. In : Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, Bd. 101, Wiesbaden 1951, S. 29 - 51.
(21) Heide, Martin : Ebenda, S. 342. Dort verzeichnet mit Walz, 1954, 40 was zu einem Beitrag von Karl-Heinz Below führt. Der ebenda wenig später dann auf den Seiten 45 bis 87 zu findende Aufsatz zum Thema ist ebenso von Reinhard Walz, scheint aber nicht den Bezugspunkt zu der von Heide geführten Argumentation zu bilden. Siehe daher Walz 1951, 40.
(22) Walz, Reinhard : Ebenda, S. 40.   
(23) Walz, Reinhard : Ebenda, S. 39 - 40. Zitiert bei : Heide, Martin : Ebenda, S. 342.
(24) Houghton, William : Was the Camel known to the Ancient Egyptians ? In : Proceedings, Vol. XII, London 1890, S. 81 - 84.
(25) Walz, Reinhard : Ebenda, S. 38.
(26) Walz, Reinhard : Ebenda, S. 40 - 41.
(27) Chabas, Francois : Le Chameau chez les Égyptiéns. In : Chabas, Francois : Études préhistoriques, Paris 1872, S. 391 - 413, insb. S. 404 - 413.
(28) Schweinfurth, Georg : Ebenda, S. 632 - 633 u. S. 655 - 656. Dieser Aufsatz findet sich online unter : https://www.digi-hub.de/viewer/!toc/1572955174592/689/-/ Seite 627 ff. als PDF. Zitiert in : Walz, Reinhard : Ebenda, S. 38. Auch der Aufsatz von Walz ist online als Download verfügbar unter : https://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/dmg/periodical/pageview/78954
(29) Heide, Martin : Ebenda, S. 341. Siehe dazu : Möller, Georg : Ausgrabung der Deutschen Orient-Gesellschaft auf dem vorgeschichtlichen Friedhofe bei Abusir el-Meleq im Sommer 1905. In : Mitteilungen der Deutschen-Orient Gesellschaft (MDOG), No. 30, Berlin 1906, S. 1 - 28. Zu diesem Fundstück siehe ebenda, S. 17, Abb. 16, sowie online mit der Möglichkeit eines Downloads unter : http://idb.ub.uni-tuebingen.de/opendigi/MDOG_1906_030#p=17
(30) Möller, Georg : Ebenda, MDOG No. 30, Berlin 1906, S. 16 - 17, Abb. 16. Siehe ebenda die Gräber 52h8 aus der Zeit des Hyksoskönigs Chian (kurz nach 1700 v.Chr.), sowie S. 25, Abb. 25 u. 26, Grab 47a7. Zudem dann erneut : Möller, Georg : Ausgrabung bei Abusir el-Meleq 1906. In : Mitteilungen der Deutschen-Orient-Gesellschaft (MDOG), No. 34, Berlin 1907, S. 2 - 13. Dieser Aufsatz findet sich online unter : https://www.archive.org/details/MitteilungenDerDeutschenOrientGesell/page/n7/mode/2up?view=theater
(31) Scharff, Alexander : Die archäologischen Ergebnisse des vorgeschichtlichen Gräberfeldes von Abusir el-Meleq, Leipzig 1926, Tafel 24, Abb. 209.
« Letzte Änderung: 25.08.2022 um 17:19:55 von Lolli2u »


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> Antwort auf Beitrag vom: 14.08.2022 um 19:03:19  Gehe zu Beitrag
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Re: Adaptionen des Neuen Reiches aus der Hyksoskultur 
« Antwort #29, Datum: 24.08.2022 um 12:10:06 »   

Fassen wir an dieser Stelle zunächst einmal die im Beitrag # 28 erörterten Sachverhalte wie folgt zusammen :

Die bei Heide (1) gemachte Aussage, wonach die bei Ripinsky (2) mitsamt Inschrift vorgestellte Petroglyphe aus Assuan mangels Qualität nicht über die notwendige Aussagekraft verfügen würde um eine Einführung des domestizierten Kamels in pharaonischer Zeit zu begründen, entbehrt jedweder Grundlage. Die Entdecker dieser Petroglyphe sind Georg Schweinfurth und Georg Möller, welche sie anhand von umfänglichen Untersuchungen in die Zeit der VI. Dynastie (2347 - 2216 v. Chr.) datierten (3). Die 1951 von Reinhard Walz gemachte Aussage, wonach Georg Schweinfurth die Einführung des domestizierten Kamels in Oberägypten den Blemmyern der römischen Zeit zugeschrieben habe, tut dessem Lebenswerk ernstlich Gewalt an und ist ebenfalls schlicht falsch, wie sein 1912 in Zusammenarbeit mit Georg Möller veröffentlichter Beitrag über die alten Tierbilder und Felsinschriften bei Assuan eindeutig zeigt (4) (5). Die Petroglyphe von Assuan stellt zudem in Bezug auf die Darstellung domestizierter Kamele der pharaonischen Zeit keineswegs einen Einzelfund dar, denn Schweinfurth nennt in diesem Zusammenhang weitere Funde von Wladimir Golenischeff (1887) (6), Ernesto Schiaparelli (1904), Georg Möller (Abusir el-Meleq 1905) und Flinders Petrie (Abydos 1902) und beklagte mit Golenischeff die "Gleichgültigkeit", welche diesen archäozoologischen Dokumenten des Altertums schon damals entgegen gebracht wurde (7). Vermutlich wird die von Schweinfurth publizierte Petroglyphe dem Umfeld des Beamten Harchuf zuzuordnen sein, denn dieser in Elephantine residierende Gaufürst unternahm als Vorsteher von Oberägypten in Zeit des Pharao Merenre (2224 - 2218 v. Chr.) drei Expeditionen in das Land der Yam und Temehu und wurde bei Assuan in den Felsen des Qubbet el-Hawa begraben, wie Schiaparelli nachwies (8). Demnach könnte der Beamte Harchuf seine ursprünglich aus Eseln bestehenden Karawanen im Land der Yam durch Kamele ergänzt oder ersetzt haben, um so durch die Wüste in das Land der Temehu vordringen zu können. Für diese Annahme spricht, dass Flinders Petrie am Ausgangspunkt des Abu Ballas Karawanenweges bei Nubt auf Tongefäße mit Töpfermarken stieß, welche unter anderem auch das Motiv eines Kamels zeigten und auch dort eine frühe Nutzung des Kamels als Last- und Reittier vermuten lassen (9). Eine solche Töpfermarke mit dem Motiv eines Kamels sei hier deshalb im Anhang gezeigt.

In der Summe liegen bislang etwa ein Dutzend aussagekräftiger Artefakte und literarischer Zeugnisse vor, welche belegen, dass es in Ägypten bereits in der pharaonischen Zeit zur Einführung des domestizierten Kamels gekommen ist. Die bei Walz (10) und Heide (11) gemachten Aussagen zum Zeitpunkt der erstmaligen Einführung des domestizierten Kamels können sich meines Erachtens nur deshalb dagegen behaupten, weil die akademischen Fachkollegen diesbezüglich oftmals auf ein eigenes, intensiveres quellenkritisches Studium verzichteten und die dort vorgetragenen Argumente ungeprüft übernahmen, was hier mit Nachdruck als unwissenschaftlich kritisiert wird. Am ehesten dürfte in Hinblick auf den frühesten Zeitpunkt der Einführung des domestizierten Kamels bei den Ägyptern wohl Heidi Klöpp-Junk den tatsächlichen Forschungsstand wiedergeben : "Camels were sporadically represented between Predynastic times and New Kingdom. Although they are depicted as pack or mount animals from time to time, it is unclear whether they served as pack or riding animals in dynastic Egypt on a larger scale." (12) Es ist demnach also anzunehmen, dass die Ägypter selbst das Kamel bereits in der Zeit des Alten- und Mittleren Reiches erstmals nutzten, doch die Frage, ob dies nur sporadisch, oder aber dauerhaft erfolgte, konnte bislang nicht zufriedenstellend geklärt werden. Für die Zeit des Neuen Reiches wurde weiter oben in den Beiträgen vom 11.05.22 und Antwort # 5 anhand weiterer Zeugnisse zudem dargelegt, dass die Ramessiden um 1300 v. Chr. zur allgemeinen Nutzung des Dromedars als Last- und Reittier übergegangen sein werden. 

Das Besondere, ja geradezu bahnbrechende an dem 1912 von Schweinfurth veröffentlichten Beitrag stellen in diesem Zusammenhang die dort von ihm erstmals vorgeschlagenen und angewandten, ganz neuen, technisch innovativen Ansätze zur chronologischen Bestimmung des Alters von Felsinschriften, Reliefs- und Petroglyphen dar (13). Dazu heißt es ebenda auf den Seiten 629 - 631 : "Bei flüchtiger Betrachtung der Felswände mit Graffiti dürfte mancher versucht sein, der Patinabildung (bzw. Schwärzung oder Bräunung der angeschlagenen Stellen des Gesteins) jeden Wert für die Altersbestimmung der von der Hand des Menschen an ihnen ausgeführten Ritzungen und Aushämmerungen abzusprechen; denn je nach der mineralogischen Beschaffenheit des Gesteins, je nach der örtlichen Lage und der Verteilung von Besonnung und Beschattung, vor allem aber je nach der Exposition der Felswände zu den Himmelsrichtungen, ... werden sich große Verschiedenheiten zu erkennen geben. Wer aber den angeführten örtlichen Bedingungen Rechnung zu tragen weiß, wird ungeachtet dieser möglichen Ungleichheit die richtigen Mittelwerte wohl herauszubringen imstande sein. Häufig werden sich örtliche Verhältnisse darbieten,  die zur Beurteilung der Patina und für ihre Bewertung als Zeitmarke eine sichere Norm aufzustellen gestatten. Ferner gewährt die auf weite Strecken innerhalb derselben Schicht dargebotene Homogenität der mineralogischen Struktur des nubischen Sandsteins einen sicheren Maßstab für die Beurteilung der Patinabildung, weil diese dort sehr gleichmäßig vor sich geht." (14) Das was Schweinfurt dort beschreibt, ist die Neuausbildung einer mineralischen Patina in denjenigen Flächen, welche zuvor beim Setzen von Inschriften oder Bildern in den Fels einstmals von dieser befreit  worden sind. Je nach Stärke der Neuausbildung dieser Patina, ist von einem höheren oder geringeren Alter dieses in den Fels gesetzten Zeugnisses auszugehen. Ebendiese durch Schweinfurth eingeführte Methode der Beurteilung der Patinabildung wurde als technisches Verfahren von Ronald Dorn weiterentwickelt und ermöglichte in jüngster Zeit eine zwar relativ ungenaue, aber ansonsten sehr zuverlässige chronologische Datierung von prähistorischen Felsreliefs (15).

Zu den bemerkenswertesten Zeugnissen, welche in jüngster Zeit mittels dieser Methode zuverlässig datiert werden konnten, zählen die im nördlichen Arabien befindlichen Felsreliefs von Sakaka und Kilwa (Jabal Tubaiq). Diese monumentalen Reliefs hatte man zunächst in die Nabertäerzeit datiert, deren Reich etwa zwischen 600 v. Chr. bis 100 n. Chr. blühte (16). Die Reliefs des Fundortes Sakaka sind hier deshalb von großer Bedeutung, weil es sich dort um die Darstellung von überlebensgroßen Kamelen handelt, was zudem auf einen entsprechenden Kultort zu Ehren dieses Tieres hindeutet. Mit Hilfe einer Röntgenfluoreszenzspektroskopie wurden im Fundbereich dann zudem anhand von Proben aus der neugebildeten Patina äußerst genaue Messergebnisse hinsichtlich der Verteilung von Mangan- und Eisenoxyden in derselben ermittelt. Darüber gelang eine sehr signifikante Datierung dieser an einer prähistorischen Kamelstätte befindlichen Reliefs. Diese neue Datierung fällt in die Zeit gegen Ende des 6. Jahrtausends vor Christi (17). Die Kamelreliefs von Sakaka entstanden demnach also etwa 5000 Jahre früher als bislang gemeinhin angenommen. 

Vor diesem Hintergrund werden hier zudem die von Albright (1941, 2nd ed. 1946) vorgetragenen Argumente zum frühesten Zeitpunkt der Domestikation des Kamels und seiner Darstellung auf Felsreliefs verworfen (18) und stattdessen der von Kenneth Kitchen (19) und Randall Younker (20) dazu vertretene Standpunkt übernommen. Younker hatte im westlichen Sinai im Wadi Nasib eine weitere Petroglyphe mit einem am Seil geführten, domestizierten Kamel entdeckt und konnte diese anhand von ägyptischen Inschriften in die Zeit um 1500 v. Chr. datieren (21). Eine Abbildung dieser Petroglyphe findet im Anhang, mit freundlicher Genehmigung von Randall Younker. Zunächst waren Flinders Petrie im Wadi Nasib die enormen Massen an Kupferschlacke und eine Inschrift des Ägyptischen Pharao Amenemhet III (1842 - 1745 v. Chr.) aufgefallen (22), dann erbrachten Alan Gardiner und Thomas Eric Peet den Nachweis, dass sich im Wadi Nasib einzig ägyptische Inschriften der 12. Dynastie fanden (23). Würden diese Ergebnisse bezüglich der Kamel Petroglyphe im Wadi Nasib nun zudem anhand einer Datierung seiner Patina mittels Röntgenfluoreszenzspektroskopie erneut verifiziert werden, könnte man den von Albright (1941) und Walz (1951) vertretenen Standpunkt endgültig als widerlegt zurückweisen und sich wieder auf die tatsächlich gegebene Faktenlage besinnen. Zugleich würden die Datierungen zu den in früherer Zeit von Schweinfurth, Golenischeff, Schiaparelli, Flinders Petrie und anderen entdeckten Artefakten mit Darstellungen von domestizierten Kamelen nicht länger verdrängt werden und wären rehabilitiert.                     

Dieser Beitrag wird weiter unten fortgesetzt



Literaturverzeichnis

(1)  Heide, Martin : The Domestication of the Camel. Biological, Archaeological and Inscriptional Evidence from Mesopotamia, Egypt, Israel and Arabia, and Literary Evidence from the Hebrew Bible. In : Ugarit Forschungen, Bd. 42, Münster 2011, S. 341 - 342.

(2)  Ripinsky, Michael : The Camel in Dynastic Egypt. In : The Journal of Egyptian Archaeology, Vol. 71, London 1985, S. 138 - 139, Fig. 2. 

(3)  Schweinfurth, Georg : Über alte Tierbilder und Felsinschriften bei Assuan. In : Zeitschrift für Ethnologie, Bd. 44, Heft 3 / 4, Berlin 1912, S. 629 - 633.

(4)  Walz, Reinhard : Zum Problem des Zeitpunktes der Domestikation der altweltlichen Kamele. In : Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG), Bd. 101, Wiesbaden 1951, S. 40 - 41.

(5)  Schweinfurth, Georg : Ebenda, S. 627 - 658.

(6)  Golenischeff, Wladimir : 1887, Tafel V, Nr. 6, S. 12 - 13. Das bei Golenischeff vorgestellte Relief mit dem Motiv eines Kamels entdeckte dieser östlich Koptos im Wadi Hammamat und datiert in die XII. Dynastie (ca. 1991 - 1802 v. Chr.). Zitiert in : Schweinfurth, Georg : Ebenda, S. 632 - 633.

(7)  Schweinfurth, Georg : Ebenda, S. 632 - 633 u. S. 655 - 656.

(8)  Schiaparelli, Ernesto : Una tomba egiziana inedita della VIa dinastia : con inscrizioni storiche e geografiche, Rom 1892. Als Download verfügbar unter : https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schiaparelli1892 sowie zu den inschriftlichen Berichten auf dem Grab des Harchuf : Breasted, James Henry : Ancient Records of Egypt, Vol. 1, §§ 325 - 336 u. §§ 350 - 352, Chicago 1906, S. 150 - 154 u. S. 159 - 161. (Berichte über die Expeditionen des Harkhuf in der Zeit der Pharaonen Merenre und Pepi II.)

(9)  Flinders Petrie, William Matthew ; Quibell, James Edward : Naqada and Ballas 1895, London 1896, Platte LI, Nr. 1475.

(10) Walz, Reinhard : Ebenda, Wiesbaden 1951, S. 38 - 41

(11) Heide, Martin : Ebenda, Münster 2011, S. 341 - 342.

(12) Klöpp-Junk, Heidi : Pharaonic Prelude-Being on the Move in Ancient Egypt from Predynastic Times to the End of the New Kingdom. In : Journal of Ancient Egyptian Interconnections, Vol. 12, Tucson 2016, S. 23. Sowie : Klöpp-Junk, Heidi : Reisen im Alten Ägypten. Reisekultur, Fortbewegungs- und Transportmittel in pharaonischer Zeit, Wiesbaden 2015, S. 112 - 115 u. S. 171 - 173.

(13) Schweinfurth, Georg : Ebenda, S. 629 - 631.

(14) Schweinfurth, Georg : Ebenda, S. 629 - 630.

(15) Döhl, Rebecca : Felsbilder Ägyptens. Zeichen einer sozialisierten Landschaft, Heidelberg 2022, S. 34 - 37. (Zur chronologischen Datierung der auf Gestein gebildeten Patina)

(16) Archäologie in Deutschland - Das Wissensmagazin : Lebensgroße  Felsbilder von Kamelen sind aus dem Neolithikum. Aus : Maria Guagnin ; Guillaume Charloux : Pressemitteilung des Max Planck Instituts für Menschheitsgeschichte 2021. Online unter : https://www.aid-magazin.de/2021/09/15/lebensgrosse-felsbilder-von-kamelen-sind-aus-dem-neolithikum/ mit ersten Illustrationen. Zum Reich der Nabatäer bietet einen Überblick : https://www.universes.art/de/art-destinations/jordanien/petra/geschichte#c77389  

(17) Hilbert, Yamandu Hieronymus ; Clemente-Conte, Ignacio ; Guagnin, Maria ; Crassard, Rémy ; Guillaume, Charloux : Traceological analysis of lithics from the Camel Site, al-Jawf, Saudi Arabia : an experimental approach to identifying mineral processing activities using silcrete tools. In : Archaeological and Anthropological Sciences, Bd. 14, Berlin 2022, Article number 93. Dieser Fachbeitrag ist online als Download verfügbar unter : https://Link.springer.com/content/pdf/10.1007/s12520-022-01559-6.pdf siehe dazu auch :
Andreae, Meinrat ; Al-Amri, Abdullah ; Andreae, Claire ; Guagnin, Maria ; Jochum, Klaus Peter ; Stoll, Brigitte ; Weis, Ulrike : Archaeometric Studies on the Petroglyphs and Rock Varnish at Kilwa and Sakaka, northern Saudi Arabia. In : Arabian Archaeology and Epigraphy, Vol. 31, Issue 2, Munksgaard 2020, S. 219 - 244. Online verfügbar unter : https://www.aminer.org/pub/5ff6891fd4150a363cc951b1/archaeometric-studies-on-the-petroglyphs-and-rock-varnish-at-kilwa-and-sakaka

(18) Albright, William Foxwell : From the Stone Age to Christianity, 2nd Edition Baltimore 1946, S. 107, S. 120 - 122 u. S. 196. Siehe dazu : Walz, Reinhard : Ebenda, Wiesbaden 1951, S. 32. Zur Position Albrights siehe online unter : https://www.archive.org/details/in.ernet.dli.2015.260754/page/n1/mode/2up?view=theater    

(19) Kitchen, Kenneth Anderson : Ancient Orient and Old Testament, Chicago 1966, S. 79 - 80. Online unter : https://www.archive.org/details/ancientorientold00kaki/page/79/mode/1up?view=theater

(20) Younker, Randall ; Koudele, Katherine : Camel Petroglyphs in the Wadi Nasib and their Implications for the Use of Camels in the Late Bronze Age. In : Fawwaz al-Khraysheh : Studies in the History and Archaeology of Jordan, Vol. IX, Amman 2007, S. 53 - 59. Dieser Artikel ist online verfügbar unter : http://publication.doa.gov.jo/uploads/publications/24/SHAJ_9-53-60.pdf so auch : Younker, Randall : Bronze Age Camel Petroglyphs in the Wadi Nasib, Sinai. In : Near East Archaeological Society Bulletin, No. 42, Denver 1997, S. 47 - 54. Ebenfalls online verfügbar unter : https://www.biblearchaeology.org/research/chronological-categories/patriarchal-era/4172-Bronze-Age-Camel-Petroglyphs-in-The-Wadi-Nasib-Sinai (Reprint).

(21) Younker, Randall ; Koudele, Katherine : Ebenda, S. 57, Fig. 7. Siehe dazu : Klöpp-Junk, Heidi : Ebenda.

(22) Flinders Petrie, William Matthew : Researches in Sinai, London 1906, S. 27.

(23) Gardiner, Alan ; Peet, Thomas Eric : The Inscriptions of Sinai, Vol. 1, London 1917, Platte XIX - XXII, Nr. 71 - 78.
« Letzte Änderung: 26.08.2022 um 16:46:29 von Lolli2u »


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> Antwort auf Beitrag vom: 19.08.2022 um 12:01:25  Gehe zu Beitrag
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