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   Jenseitsglaube & Totenkult (208)
   Kosten einer Mumifizierung (7)
  Autor/in  Thema: Kosten einer Mumifizierung
Anchesenaton  
Gast

  
Kosten einer Mumifizierung 
« Datum: 03.07.2004 um 11:44:23 »     

hey hey.

Ich habe mich schon eine weile gefragt, wieviel die alten ägypter wohl für eine mumifizierung bezahlen mussten. Also nicht nur die pharaonen (dass die vor geld stunken wissen wir ja ) sondern auch die einfachen leute.

viele grüsse, Anchesen
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: Kosten einer Mumifizierung 
« Antwort #1, Datum: 03.07.2004 um 11:55:00 »   

Hi,


Zitat:
pharaonen (dass die vor geld stunken wissen wir ja

da weisst Du aber erstaunlich viel, besonders wenn man bedenkt, dass die Münzenprägung und damit die Einführung des Geldverkehrs in Ägypten mit Nectanebos II begann.

Ansonsten, das LÄ I gibt unter dem Stichwort Balsamierung (= Mumifizierung) keine Angaben zu den Kosten. Die baben sich mit den Mumifizierungstechniken selber ausserdem im Laufe der Zeit geändert (keine Entfernung des Hirns im AR und MR, lt. LÄ I), Leibschnitte wurden anscheinend auch erst im NR eingeführt (z.B. die Eltern Senenmuts hatten keine Leibschnitte zu Entnahme der inneren Organe, die Familie des Neferkhaut ebenfalls nicht, aber trotzdem hatten sie Kanopengefäße).


Iufaa
« Letzte Änderung: 03.07.2004 um 12:56:22 von Iufaa »
> Antwort auf Beitrag vom: 03.07.2004 um 11:44:23  Gehe zu Beitrag
Gitta  
Gast

  
Re: Kosten einer Mumifizierung 
« Antwort #2, Datum: 03.07.2004 um 12:51:49 »     

Herodot schreibt Mitte des 5. Jh. v.Chr. in seinen "Historien", Zweites Buch, Seite 134/135, dass es drei Arten von Mumifizierung gab: die teuerste war die, die man allgemein kennt (Entnahme der Eingeweide und des Gehirns, Reinigung, Natron 70 Tage usw.), bei der "mittleren" wird ein Klistier mit Zedernöl eingeführt, dann erfolgt die Einlage in Natron für 70 Tage. In der Zeit hat das Zedernöl die Eingeweide verflüssigt und diese Flüssigkeit wird "abgelassen". Die billigste Art ist ähnlich der mittleren, nur dass kein Zedernöl, sondern Rettigöl verwendet wurde. Preise nennt Herodot leider nicht. Ausserdem ist immer zu bedenken, dass Herodot nicht unbedingt aus erster Hand informiert wurde.

Aus Deir el-Medina sind einige Preise für Grabausstattung der Arbeiter bekannt. Vorab noch kurz etwas zum Einkommen: Monatslohn eines Handwerkers 7 Deben, eines Vorgesetzten 9,5 Deben.

Sargpreise 8 bis 200 Deben
Mumienmasken 40 bis 50 Deben
Betten 20 bis 30 Deben
40 primitive Uschebtis alle zusammen 1 Deben
Uschebtikasten 2 Deben
Kanopenkrüge (einfach) 3 Deben
Haushaltsgegenstände 2 bis 10 Deben
Totenbuchpapyrus 50 bis 60 Deben
Totenstatuen 5 bis 15 Deben

Grabausstattung alles in allem etwa 130 Deben

Alle Angaben aus "Arbeiter und Pharaonen" von Manfred Gutgesell. Daraus auch eine theoretische Berechnung: der innerste der drei Särge des Tutanchamun besteht aus 110 kg Gold; der Wert entspricht 242.000 Deben und somit dem Monatslohn von 35.000 Handwerkern.

Gitta
> Antwort auf Beitrag vom: 03.07.2004 um 11:55:00  Gehe zu Beitrag
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: Kosten einer Mumifizierung 
« Antwort #3, Datum: 03.07.2004 um 13:00:41 »   

Hi Gitta,

dazu passt dann ganz gut die Übersicht zur Grabanlage und zu den Beigaben von Neferkhaut , der wohl zur unteren Beamtenschaft in der Zeit von Thutmosis I. bis Hatschepsut gehört hat.

Ausserdem noch die Grabanlage und Ausstattung von Satnem und Ibentina , Satnem war wohl Grabmaler und lebte vermutlich im Arbeiterdorf, Ibentina war seine Frau.

Iufaa
« Letzte Änderung: 03.07.2004 um 13:02:00 von Iufaa »
> Antwort auf Beitrag vom: 03.07.2004 um 12:51:49  Gehe zu Beitrag
Gitta  
Gast

  
Re: Kosten einer Mumifizierung 
« Antwort #4, Datum: 03.07.2004 um 13:12:23 »     

Jau, damit und mit Gutgesells Preisen (die o.g. sind nur eine Auswahl) könnte man berechnen, was die Herrschaften so in etwa für ihre Ausstattung anlegen mussten.

Gitta
> Antwort auf Beitrag vom: 03.07.2004 um 13:00:41  Gehe zu Beitrag
Seqenenre  
Gast

  
Re: Kosten einer Mumifizierung 
« Antwort #5, Datum: 06.08.2004 um 23:42:40 »     

Dumme Frage eines Laien: wenn keine Organentnahme erfolgte, wozu waren dann die Kanopen gut Rein symbolisch
> Antwort auf Beitrag vom: 03.07.2004 um 11:55:00  Gehe zu Beitrag
Udimu  maennlich
Member

  

Re: Kosten einer Mumifizierung 
« Antwort #6, Datum: 06.08.2004 um 23:55:36 »   


Zitat:
Dumme Frage eines Laien: wenn keine Organentnahme erfolgte, wozu waren dann die Kanopen gut   Rein symbolisch


Ja, symbolisch, die Sitte Kanopen beizugeben ist z.B. in Beni Hassan gut gezeugt, wobei sich dort aber so gut wie Eingeweide in den Kanopen fanden. Das ist so ein bisschen wie diese Dummy handies die es mal gab, man gibt vor was besseres zu sein (sich was besseres leisten zu können), ist es aber nicht.

Gruss
Udimu
> Antwort auf Beitrag vom: 06.08.2004 um 23:42:40  Gehe zu Beitrag
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