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   Architektur & Kunst (460)
   Neue Theorie zum Pyramidenbau (9)
  Autor/in  Thema: Neue Theorie zum Pyramidenbau
semataui  maennlich
Member

  

Neue Theorie zum Pyramidenbau 0140.gif - 38,03 KB
« Datum: 03.06.2002 um 10:59:26 »   

Hi,


Zitat:
Sicher ist, dass dort kaum Wasser vorhanden ist, welches zum einen die Arbeiter benötigten, zum anderen aber zwingend notwendig ist, um die Rampen für die Schlitten zu bewässern. Damit scheidet nach Ansicht Graefes die gängigste Theorie, an den Rohbauten der großen Pyramiden seien ebendiese Rampen errichtet worden, aus. Ob gerade in einem 90-Grad-Winkel, ob schlangenförmig um den Pyramidenkern herumgelegt - all die diskutierten Lösungen hätten zu viel Material verschlungen, zu viel Arbeitskraft erfordert und wären auf Grund des knappen Wassers nicht zu realisieren gewesen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Graefe von der "sicheren" Annahme ausgeht, es sei kaum Wasser vorhanden.
Zum Einen wurde die Hauptarbeit von den Fellachen zur Zeit der Nilschwemme vollbracht, wenn die Felder überflutet waren. Zum Anderen existierte etwas vor dem Sphinx ein riesiges Hafenbecken, der alte Kanal wurde arch. nachgewiesen. Die Steine für die Pyramiden von Giseh wurden unmittelbar "nebenan" gebrochen, die schwereren Granitblöcke per Schiff bis vor den späteren Taltempel geschafft.
Wie denkt ihr darüber?

semataui
« Letzte Änderung: 03.06.2002 um 11:02:16 von semataui »
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Neue Theorie zum Pyramidenbau 
« Antwort #1, Datum: 03.06.2002 um 11:36:02 »   

Dieser Absatz ist mir beim Lesen auch aufgestossen.  
Denn, wie Du schon sagtest, gearbeitet wurde während der Nilschwemme. Hafenbecken bei den Pyramiden werden nicht angezweifelt und zudem waren sie doch Meister im Bau von Kanalsystemen.
Hier von fehlendem Wasser zu sprechen halte ich für unbedacht.

Gruß
naunakhte
> Antwort auf Beitrag vom: 03.06.2002 um 10:59:26  Gehe zu Beitrag
alvet  
Gast

  
Neue Theorie zum Pyramidenbau 
« Antwort #2, Datum: 03.06.2002 um 14:08:36 »     

Ich hab's gelesen.
Eine neue Theorie, hört sich aber nicht schlecht an  
Aber das Wasser?
Vielleicht nur ein Ablenkungsmanöver?

alvet
> Antwort auf Beitrag vom: 03.06.2002 um 10:59:26  Gehe zu Beitrag
Gitta  
Gast

  
Re: Neue Theorie zum Pyramidenbau 
« Antwort #3, Datum: 09.06.2002 um 23:19:21 »     


Zitat:
Denn, wie Du schon sagtest, gearbeitet wurde während der Nilschwemme. Hafenbecken bei den Pyramiden werden nicht angezweifelt und zudem waren sie doch Meister im Bau von Kanalsystemen.
Hier von fehlendem Wasser zu sprechen halte ich für unbedacht.


Ich weiss nicht, ob der Hinweis von Graefe wirklich so abwegig ist. Die große Pyramide war das erste Bauwerk auf dem Giza-Plateau. Das Hafenbecken vor dem Sphinx dürfte sehr viel später entstanden sein. Und ich weiss nicht, ob es auch zu Cheops' Zeiten schon so war, dass nur während der Nilschwemme gearbeitet wurde. Über Kanalbau für den Bau der großen Pyramide habe ich weder bei Stadelmann noch bei Verner oder Lehner was finden können. Nur bei Herodot bzw. in den Erläuterungen zu Herodots Text. Aber auch da ist nur von "den Pyramiden" die Rede, nicht ausdrücklich von der großen Pyramide. Und es scheint auch gar nicht sicher, dass die großen Mengen an Kalkstein, die für die Verkleidung verwendet wurden, aus Tura waren, oder nicht vielleicht aus dem näher gelegenen Abu Roasch.

Hat jemand von Euch Literaturhinweise über den Bau von Wasserstraßen zum Bau der großen Pyramide?

Gitta

> Antwort auf Beitrag vom: 03.06.2002 um 11:36:02  Gehe zu Beitrag
semataui  maennlich
Member - Themenstarter

  

Re: Neue Theorie zum Pyramidenbau giseh-plan.jpg - 395,87 KB
« Antwort #4, Datum: 10.06.2002 um 11:38:28 »   

Hi Gitta,
Tura-Kalkstein als Verkleidung für die große Pyramide wird sowohl von Stadelmann, Lehner, Arnold und auch Verner angenommen. Ist wohl auch geologisch nachweisbar.
Kanalbau:
Schau Dir mal bei Lehner die Zeichnung des Giseh-Plateaus im Kapitel "Die Pyramidenstädte" an.
Freundlicherweise hat man hier Höhenmeter eingetragen.
Daraus geht hervor, dass das Fruchtland unmittelbar vor dem Geseh-Plateau eine Höhe von 18 bis 20 m über Normalnull aufweist (Meeresspiegel!). Es war also mit Sicherheit zur Zeit der Nilschwemme überflutet (sonst wäre es ja kein Fruchtland). Ein Hafenbecken anzulegen wäre ein Klacks.
Auf der Zeichnung existiert sogar ein "Alter Kanal" mir der Beischrift "zum Cheops-Hafen?". Natürlich ist das nicht gesichert, aber naheliegend.
Wassermangel ist wirklich Quatsch.

Zitat:
Und ich weiss nicht, ob es auch zu Cheops' Zeiten schon so war, dass nur während der Nilschwemme gearbeitet wurde

Die Spezialisten in Konstruktion, Verwaltung und in den Steinbrüchen haben sicher das ganze Jahr über gearbeitet. Aber die Fellachen? Die waren sicher auf den Feldern, damit das Volk zu futtern hat. Die hatten nur Zeit, wenn der Nil über die Ufer trat...
Es wäre mal interessant, die Theorie von Graefe mal komplett zu lesen.

Liebe Grüße
semataui  
« Letzte Änderung: 10.06.2002 um 11:53:30 von semataui »
> Antwort auf Beitrag vom: 09.06.2002 um 23:19:21  Gehe zu Beitrag
Gitta  
Gast

  
Re: Neue Theorie zum Pyramidenbau 
« Antwort #5, Datum: 10.06.2002 um 21:32:26 »     


Zitat:
Es wäre mal interessant, die Theorie von Graefe mal komplett zu lesen.


Die gibts hier:

http://idw-online.de/public/zeige_pm.html?pmid=48409

Wörtlich schreibt er zu der Wassergeschichte:

Bei der ca. 66m hohen Mykerinospyramide sind die Stufen 8,4m hoch, die Ar­beitsflächen 5m breit. Ich nehme für die Cheopspyramide rein hypo­thetisch einmal 25 Ellen (etwa 12,5m) Höhe bei einem Einrücken pro Stufe auf beiden Seiten von 14 Ellen (etwa 7m) an. Bei den Vorschlägen von Rampensystemen mußte auch deswegen eine wesentlich größere Arbeitsbreite angenommen werden, weil Marschwege für das Herunterbringen der leeren Steinschlitten und die Wasserträger, die die Rampen feucht zuhalten hätten etc. vorgese­hen werden mußten. Übrigens ist von keinem Autor je erklärt worden, wo denn auf dem Wüstenplateau von Gizah das benötigte Wasser in ausrei­chender Menge hätte herkommen sollen. Im besten Fall schlüge hier nochmals eine erhebliche Transportleistung zu Buche. Abgesehen davon ist auch sehr fraglich, wie lange eine Nilschlammrampe die immerwäh­rende Spannung zwischen Bewässern und Austrocknung ausgehalten hätte

Gitta
> Antwort auf Beitrag vom: 10.06.2002 um 11:38:28  Gehe zu Beitrag
Gitta  
Gast

  
Re: Neue Theorie zum Pyramidenbau 
« Antwort #6, Datum: 10.06.2002 um 23:15:16 »     


Zitat:
Tura-Kalkstein als Verkleidung für die große Pyramide wird sowohl von Stadelmann, Lehner, Arnold und auch Verner angenommen. Ist wohl auch geologisch nachweisbar.


Gerade vor ein paar Tagen, als ich hier die Bücher wegen der Wassergeschichte wälzte, habe ich das mit dem Kalkstein gelesen - und jetzt find' ich's nicht wieder   Wird nachgereicht.


Zitat:
Auf der Zeichnung existiert sogar ein "Alter Kanal" mir der Beischrift "zum Cheops-Hafen?". Natürlich ist das nicht gesichert, aber naheliegend.


Aber wurde der - wenn - schon zum Pyramidenbau angelegt oder erst zum Totenkult? Und ich muss Graefe irgendwie Recht geben. Es müssen Unmengen an Wasser gewesen sein, die verbraucht wurden. Neben allem anderen eine weitere logistische Herausforderung.

Gitta

« Letzte Änderung: 10.06.2002 um 23:16:40 von Gitta »
> Antwort auf Beitrag vom: 10.06.2002 um 11:38:28  Gehe zu Beitrag
Yanhamu  
Gast

  
Re: Neue Theorie zum Pyramidenbau 
« Antwort #7, Datum: 19.06.2002 um 14:48:31 »     

moin,

in alberto scilotti's buch "reise durch das land der pharaonen" gibt's ne interressante zeichnung zum thema pyramidenbau - ohne rampen und kenntnisse des flaschenzuges - mit einer art hebelsystem.

soweit ich mich erinnern kann - kann ich mich auch irren - hab ich bei marc lehner gelesen, das der kanal erst nach vollendung angelegt wurde, für den totenkult, den transport des leichnam's!?

m.s.b.
andreas
> Antwort auf Beitrag vom: 10.06.2002 um 23:15:16  Gehe zu Beitrag
aigyptos  
Gast

  
Re: Neue Theorie zum Pyramidenbau 
« Antwort #8, Datum: 17.03.2006 um 20:39:31 »     


Dazu fällt mir vor allem ein das ja auch die Arbeiter, ob während der Nilschwemme oder nicht, recht zahlreich waren und ebenso mit ausreichend Trinkwasser versorgt werden mußten.
Ich habe dazu keine Schätzungen ober Berechnungen angestellt (bzw. gelesen) aber gemessen an dieser Menge dürfte das Wasser zum befeuchten der Rampe nebensächlich sein bzw. keinen "gigantischen" Mehraufwand bedeutet haben.

Unabhängig davon würde ich es nicht ausschließen das eine  Rampe eine "Kombikonstruktion" aus einem Grundkörper Lehmziegeln und einer Lauffläche aus Kalkstein gewesen sein könnte. Bekannterweise ist die Reibung dann ja gar nicht so hoch. Allerdings gibt es nicht einen einzigen archäologischen Fund der die "Decksteine" einer solchen Rampe belegen könnte.
> Antwort auf Beitrag vom: 03.06.2002 um 10:59:26  Gehe zu Beitrag
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