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   Architektur & Kunst (460)
   Spolie in Philae (5)
  Autor/in  Thema: Spolie in Philae
Dirk  maennlich
Member

  

Spolie in Philae philae_spolie.jpg - 50,63 KB
« Datum: 13.01.2006 um 00:07:14 »   

Hallo,

mal ein anderes Problem. In der Vorhalle des Tempels in Philae ist mir im Vorbeigehen die unten angefügte Szene aufgefallen. Das Bild zeigt zwei Trommelsegmente der gemauerten Vorhallensäulen, die dann rechts nachträglich abgearbeitet wurden. Das obere Segment besteht offensichtlich aus einer Spolie, wobei man einen Reliefstein mit Hieroglyphen verkehrt einbaute und die linke Hälfte zum Trommelsegment umarbeitete. Dort sieht man eine Schädelkalotte mit so etwas wie einer Krone aus Lotosblüten und einer geknickten Ähre. Ist das ein Attribut der Meret? Das wäre eigenartig, weil ich glaube, daß auf dem Trommelsegment darunter einen nach rechts schreitenden Opfernden sieht. Kann es sein, daß hier bei der Versetzung im 20. Jh. "gepatzt" wurde?

Mich würde natürlich auch interessieren, ob man mit den Inschriften am oberen Segment etwas anfangen kann bzw. ob man daraus das ursprüngliche Alter der Spolie ableiten kann.

Grüße Dirk
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Spolie in Philae 
« Antwort #1, Datum: 13.01.2006 um 08:35:59 »   

Hallo Dirk,

man hat bei der Wiedererrichtung des Tempels nicht gepatzt.  

Bei der nach rechts schreitenden Person handelt es sich um Hapi, für den diese Darstellung mit den Lotusblüten auf dem üblich ist.

Gruß
nauna
« Letzte Änderung: 13.01.2006 um 08:36:44 von naunakhte »
> Antwort auf Beitrag vom: 13.01.2006 um 00:07:14  Gehe zu Beitrag
Dirk  maennlich
Member - Themenstarter

  

Re: Spolie in Philae 
« Antwort #2, Datum: 13.01.2006 um 17:54:37 »   

Hallo Naunakhte,
Danke für den Hinweis. Ich habe auf meinem Foto die Brüste übersehen.

Wie haben hier im Kunsthist. Mus. Wien zwei Kleinbronzen, wobei die eine das Motiv von Philae mit den beiden Gefäßen wiederholt. Es ist auch sonst alles "Zugehörige" zu erkennen   Das Flachrelief war unbeschriftet. Daneben stand die Sitzfigur mit dem lapidaren Vermerk "Nilgott". Ich dachte - noch uninformiert - angesichts der "guten Figur" an einen Schreibfehler. Oder ist das doch eine weibliche Gottheit mit Götterbart? Denn so schlaff wie Hapi sieht der Typ ja doch nicht aus.

Grüße
Dirk

P. S. Um im Architektur-Forum zu bleiben: kann es sein, daß der obere Block keine Spolie, sondern ein verschlagener Stein ist, der zeitgenössisch umgearbeitet wurde?



Falls interesse an der zweiten Bronze besteht, s. Notizen: Abb.
> Antwort auf Beitrag vom: 13.01.2006 um 08:35:59  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Spolie in Philae 
« Antwort #3, Datum: 13.01.2006 um 18:09:51 »   

Hallo Dirk,


Zitat:
Oder ist das doch eine weibliche Gottheit mit Götterbart?


Dem Schurz nach ist es ein Herr  


Zitat:
kann es sein, daß der obere Block keine Spolie, sondern ein verschlagener Stein ist, der zeitgenössisch umgearbeitet wurde?


Da die Reliefs wohl erst angebracht wurden nachdem die Wand errichtet war (eine Diskussion dazu hatten wir erst neulich), kann es nur eine Spolie sein.

Gruß
nauna
> Antwort auf Beitrag vom: 13.01.2006 um 17:54:37  Gehe zu Beitrag
Mubarek  
Gast

  
Re: Spolie in Philae 
« Antwort #4, Datum: 13.01.2006 um 19:27:40 »     

Hapi: Ursprünglich dualistisch (Paar), jetzt menschengestaltig und androgyn.
« Letzte Änderung: 14.01.2006 um 02:38:49 von Mubarek »
> Antwort auf Beitrag vom: 13.01.2006 um 18:09:51  Gehe zu Beitrag
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