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   Architektur & Kunst (460)
   Bild sucht Tempel (10)
  Autor/in  Thema: Bild sucht Tempel
4U2  
Gast

  
Bild sucht Tempel Aegypten_151_Boot.jpg - 385,17 KB
« Datum: 10.02.2006 um 19:50:32 »     

Hallo @ al
Bei Aufräumarbeiten  bin ich auf diese Aufnahme gestoßen: Pharao harpuniert Nilpferd.
Leider kann ich mich nicht mehr erinnern in welchem Tempel des Neuen Reiches ich es aufgenommen habe

Edfu? Kom Ombo? Sicher nicht Luxor oder Karnak
Da ich mich zunehmend mit Schiffbautechnik auseinandersetze würde ich die Quelle gerne wieder zuordnen.
Ich hab keinen Plan im Moment
Hilft mir jemand auf die Sprünge?
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Bild sucht Tempel 
« Antwort #1, Datum: 10.02.2006 um 19:52:56 »   

Edfu
> Antwort auf Beitrag vom: 10.02.2006 um 19:50:32  Gehe zu Beitrag
Mubarek  
Gast

  
Re: Bild sucht Tempel 
« Antwort #2, Datum: 15.02.2006 um 22:47:45 »     

Das sogenannte Harpunenritual, hier die "zehnte Harpune".

Die "Darsteller" von links nach rechts:
Thot, Isis, Pharao als Horus Behedeti.
« Letzte Änderung: 15.02.2006 um 23:05:19 von Mubarek »
> Antwort auf Beitrag vom: 10.02.2006 um 19:57:36  Gehe zu Beitrag
Gast_A.  maennlich
Member

  

Re: Bild sucht Tempel 
« Antwort #3, Datum: 15.02.2006 um 23:28:14 »   

Von Thot ist hier nichts zu sehen. Links der Pharao (als Pharao), dazwischen Isis (als Isis) und rechts speert Horus Behedeti (als Horus Behedeti)...

Gruss A.
> Antwort auf Beitrag vom: 15.02.2006 um 22:47:45  Gehe zu Beitrag
Mubarek  
Gast

  
Re: Bild sucht Tempel 
« Antwort #4, Datum: 15.02.2006 um 23:34:30 »     

Stimmt. Vielleicht sollte ich doch eine hellere Lampe benutzen...
Und nicht zu vergessen, das Nilpferd als Nilpferd
« Letzte Änderung: 15.02.2006 um 23:36:15 von Mubarek »
> Antwort auf Beitrag vom: 15.02.2006 um 23:28:14  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Bild sucht Tempel 
« Antwort #5, Datum: 17.02.2006 um 12:09:32 »   

Hallo Mubarek,


Zitat:
Und nicht zu vergessen, das Nilpferd als Nilpferd


Viele werden Dir nun sicher zustimmen.
Da ägyptische Reliefs aber oft mehr aussagen wollen als auf den ersten Blick zu sehen ist könnte man an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen und das Nilpferd "entlarven".

Dem unbedarften Betrachter zeigt sich hier nicht mehr wie die Jagd auf ein Nilpferd durch den König und zwei Götter.

Wenn mich meine nur rudimentär vorhandenen Kenntnisse in ägyptischer Religion nun nicht täuschen können wir zu diesem Bild aber deutlich mehr erzählen.
Pharao als Garant der Weltordnung, der Maat, tritt hier siegreich auf. Er besiegt ein Nilpferd. In der Form eines Nilpferdes wird auch Seth dargestellt. Seth steht für das feindliche, für das Chaos, für Verwüstung. Pharao besiegt also nicht nur das Nilpferd sondern auch die oben genannten negativen Eigenschaften des Seth.
Seth, so erzählt die Mythologie, hat seinen Bruder Osiris getötet um an die Macht zu kommen. Mit dessen Sohn Horus führt er einen langen Kampf um die Regentschaft des Landes. Horus gewinnt den Kampf. Horus ist der regierende König, während der tote König zu Osiris wird.
Im Bild sticht nicht nur der Pharao sondern auch der auf dem Boot stehende Horus auf das Nilpferd ein. Wenn Pharao = Horus ist, warum wurde er doppelt dargestellt?

Meine rudimentären Kenntnisse verlassen mich
Isis, die Mutter des Horus, die in in seiner Kindheit vor Seth versteckte und schützen mußte verwundert auf dem Bild nicht. Doch was tut sie? Sie scheint mit zwei Seilen das Nilpferd zu halten, zu binden?

Was erzählt das Bild denn noch alles zur ägyptischen Mythologie?

nauna

PS: es gibt sicherlich noch mehr Reliefs/Darstellungen deren Geschichte man mal "erzählen/untersuchen" könnte.
> Antwort auf Beitrag vom: 15.02.2006 um 23:34:30  Gehe zu Beitrag
chris  weiblich
Member

  

Re: Bild sucht Tempel 
« Antwort #6, Datum: 17.02.2006 um 12:27:10 »   

Soweit ich mich erinnere, ist dort in Edfu auf einer ziemlich langen Wand die ganze Geschichte von Isis/Osiris/Horus vs.Seth dargestellt. Dies müsste das letzte oder eines der letzten Bilder sein, auf dem Horus endlich den Meuchelmord an seinem Vater gerächt hat, indem er den bösen Seth zur Strecke gebracht hat.

chris
> Antwort auf Beitrag vom: 17.02.2006 um 12:09:32  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Bild sucht Tempel 141_4118.jpg - 59,09 KB
« Antwort #7, Datum: 17.02.2006 um 12:43:22 »   

Hallo Chris,

da hast du recht. Reiseführer "verkaufen" es gerne als ein Theaterstück zur Horus und Seth-Geschichte.

Die Darstellung: König speert Nilpferd/Schildkröte/Schlange ist auf späten Tempeln aber so beliebt, das man einfach mal den Hintergrund dazu ergründen könnte.

Was erzählt uns also das Bild vielleicht noch?

Auch die Schildkröte kann für Seth stehen. Im Anhang ein Bild vom Nordtor des Monthtempels in Karnak.

Gruß
nauna
> Antwort auf Beitrag vom: 17.02.2006 um 12:27:10  Gehe zu Beitrag
Mubarek  
Gast

  
Re: Bild sucht Tempel 
« Antwort #8, Datum: 17.02.2006 um 16:12:06 »     

@naunakhte:

Zitat:
Meine rudimentären Kenntnisse verlassen mich

Das "Harpunenrelief" mit allen Einzelreliefs ist von Dieter Kurth vollständig übersetzt und besprochen:

Kurth, Dieter; Treffpunkt der Götter - Inschriften aus dem Tempel des Horus von Edfu; Artemis & Winkler Verlag; 1994
> Antwort auf Beitrag vom: 17.02.2006 um 12:43:22  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Bild sucht Tempel 
« Antwort #9, Datum: 19.02.2006 um 18:53:28 »   

Hallo,

Kurth (Treffpunkt der Götter, Zürich 1994, S. 196-7) beschreibt die Geschichte um die Szene zum Edfu-Bild im ersten Post herum so:

Zitat:
Der äußere Ablauf der Handlung ist schnell erzählt: Der Sonnengott Re ist alt und schwach geworden, wird deshalb von Rebellen angegriffen und ruft seinen Sohn Horus von Edfu zu Hilfe. Dieser eilt herbei und besiegt die Feinde, indem er sie von Kampfplatz zu Kampfplatz vor sich hertreibt, von Unternubien nil-abwärts bis zur Küste des Mittelmeeres. Dann zieht Horus nach Unternubien zurück, ohne daß er auf seinem Wege dorthin Feinde vorfindet. In Unternubien jedoch erheben sich die Feinde erneut und werden erneut besiegt.
Der zwischen einem südlichen und einem nördlichen Grenzpunkt verlaufende Siegeszug des Sonnengottes verrät die kosmische Einbindung des Mythus. Diese beruht auf der Wanderung der Sonne zwischen der Sommer- und der Wintersonnwende. Zur Zeit der Wintersonnwende steht die Sonne im Süden, strahlt schwächer und bietet dadurch nach ägyptischer Anschauung ihren Feinden die Gelegenheit zu einer Rebellion, um sie für immer verschwinden zu lassen. Doch in diesem bedrohlichen Augenblick erscheint die Sonne des neuen Sonnenjahres, die nach Norden zieht und dabei beständig an Kraft gewinnt.
Im alten und sterbenden Sonnengott des alten Sonnenjahres erkannte man Osiris, in der jungen Sonne des folgenden Jahres seinen Sohn Horus, den legitimen Nachfolger des Osiris, der natürlich in Edfu kein anderer als Horus Behedeti
war. Doch bevor er sein Erbe als König Ägyptens antreten konnte, mußte Horus nach uralter Tradition seine und Ägyptens Feinde besiegen, die man in Edfu in Gestalt von Nilpferden und Krokodilen bekämpfte und deren Anführer der Gott Seth war; dieser hatte seinen Bruder Osiris ermordet und stand für alles Böse in der Welt. - Nur wenn man diese Zusammenhänge kennt, läßt sich der Anfang des Horusmythus verstehen, in dem es ja heißt, daß die Rebellion im 363. Regierungsjahre des Sonnengottes ausbricht, wobei nach dem Vorbild der irdischen Könige jeder Tag des Sonnengottes als eines seiner Regierungsjahre gerechnet wird; und der 363. Jahrestag gilt seit älterer Zeit als der Geburtstag des Seth.
Damit werden zwei Kreisläufe gleichgesetzt, nämlich der jährliche Kreislauf der Sonne zwischen den Solstitien und der Kreislauf des göttlichen Königtums zwischen Osiris und Horus. Ein dritter kommt hinzu, der Kreislauf der irdi¬schen Könige Ägyptens, die bei ihrem Tode zu Osiris werden und als deren Sohn und Nachfolger immer wieder ein neuer Horus-König auf dem Thron erscheint.


In den übersetzten Texten tritt Isis tatsächlich als die helfende, unterstützende Mutter auf. In diesem Falle beschreibt sich Isis auch als das Schiff, dessen Horus sich bedient. Was sie nun in der Hand hält habe ich aber immer noch nicht begriffen  

Dann stellt sich noch die Frage, ob die Darstellung auf dem Nordtor des Monthtempels in Karnak, wo Pharao die Schildkröte ersticht und die vielen anderen, ähnlichen Darstellungen (Pharao ersticht Nilpferd, Schildkröte, Schlange etc.) als Kurzfassung dieser, in Edfu so ausführlich geschilderten, Geschichte gelten dürfen? Was ich im Grunde mal kühn unterstellen würde  

Gruß
nauna
> Antwort auf Beitrag vom: 17.02.2006 um 16:12:06  Gehe zu Beitrag
Thema wurde als gelöst markiert. Vielen Dank für eure Beiträge :-).
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