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   Architektur & Kunst (460)
   Selbstporträt des Senenmut? (7)
  Autor/in  Thema: Selbstporträt des Senenmut?
Neb-Maat-Ra  
Gast

  
Selbstporträt des Senenmut? 
« Datum: 01.11.2007 um 10:48:46 »     

Hallo Zusammen,

von gibt es einige Porträtdarstellungen:

A. Tuschezeichnung im Grab TT 353
Fundort: Theben-West, Der el-Bahari, in-situ, TT 353

B. Ostrakon mit dem zwei Porträtentwürfen des Senenmut
(Metropolitan Museum of Art, New York, Rogers Fund, 1931 – Inv.Nr. 31.4.2)
Fundort: Theben-West – Unterhalb der Grabanlage des Senenmut (TT 71)

C. Ostrakon mit dem Porträtkopf des Senenmut
(Metropolitan Museum of Art, New York
Rogers Fund, 1936 – Inv.Nr. 36.3.252)
Fundort: Theben-West – Unterhalb der Grabanlage des Senenmut (TT 71)

D. Ostrakon mit einer Porträtdarstellungen
(Metropolitan Museum of Art, New York
Rogers Fund, 1936 – Inv.Nr. 36.3.253)
Fundort: Theben-West – Unterhalb der Grabanlage des Senenmut (TT 71)

E. Tuschezeichnung in der Grabkammer A von TT 353
Fundort: Theben-West, TT 353 – in-situ, Kammer A, Zentrum der Westwand

F. Darstellungen des Senenmut im Totentempel der Hatschepsut
Fundort: Theben-West, Der el-Bahari, in-situ – ca. 60 Darstellungen hinter Türbögen (in der Regel stark beschädigt oder zerstört)

Das berühmteste Porträt des Senenmut stellt ohne Zweifel die Tuschezeichung in seinem Grab TT 353 dar. Die Darstellung befindet sich an der Nordwand von Korridor I, unmittelbar vor dem Eingang zur Kammer A.
Eventuell könnte es sich hierbei sogar um ein Selbstporträt handeln, Senenmut hat sich selbst mit wenigen und schnell ausgeführten Strichen gezeichnet. Einfach meisterhaft in der künstlerischen Ausführung.
Sollte es sich bei der Darstellung tatsächlich um eine Zeichnung von Senenmuts handeln, so würde damit das erste bekannte Selbstporträt der Kunstgeschichte vorliegen.
Stichhaltige Beweise gibt es für diese Aussage natürlich nicht! Dennoch meine ich in der Literatur von dem einen oder anderen Ägyptologen diese These gelesen zu haben. In den letzen Tagen habe ich die einschlägige Literatur dazu gewälzt, jedoch keine konkrete Aussage über ein mögliches Selbstporträt gefunden. Ist jemand vielleicht eine Textstelle hierzu bekannt (eventuell von Peter F. Dormann etc.), wie der eine oder andere Ägyptologe diese Zeichnung im Grab TT 353 interpretiert?

Gruß, Neb



Aufnahme der Porträtdarstellungen in TT 353 (Quelle - Homepage von Iufaa [www.maat-ka-ra.de]):

- Vollbild -
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: Selbstporträt des Senenmut? 
« Antwort #1, Datum: 01.11.2007 um 11:52:25 »   

In:

Dorman, P. F., The Tombs of Senenmut. The Architecture and Decoration of Tombs 71 and 353., Metropolitan Museum of Art Egyptian Expedition, New York 1991

auf der Seite, auf der die Zeichnung vorgestellt wird, kein Kommentar von Dorman zum Zeichner.

In:
Dorman, P. F., The Monuments of Senenmut., London 1988

ist auch nix dazu zu finden.

Gruss, Iufaa
« Letzte Änderung: 01.11.2007 um 12:37:13 von Iufaa »
> Antwort auf Beitrag vom: 01.11.2007 um 10:48:46  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Selbstporträt des Senenmut? 
« Antwort #2, Datum: 01.11.2007 um 12:10:54 »   

Desroches-Noblecourt, Chr.: Hatschepsut. Die geheimnisvolle Königin auf dem Pharaonenthron; Bergisch-Gladbach 2007

Bildunterschrift S. 269 Abb. 141 bezieht sich auf das oben gezeigte Bild

Zitat:
Senenmut, Verwalter des Amon. Dieses Porträt, das von dem großen Mann möglicherweise eigenhändig ausgeführt worden ist, ...


Nun mag man von dem Buch halten was man will, die Große Dame der franz. Ägyptologie hat damit ihre Meinung kundgetan.

nauna
« Letzte Änderung: 01.11.2007 um 14:18:22 von naunakhte »
> Antwort auf Beitrag vom: 01.11.2007 um 10:48:46  Gehe zu Beitrag
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: Selbstporträt des Senenmut? 
« Antwort #3, Datum: 01.11.2007 um 12:42:08 »   

Auch bei:

Meyer, Chr., Senenmut: eine prosopographische Untersuchung, Hamburg 1982

keine Aussagen in dieser Richtung, sie spricht von einem "unbekannten Künstler".

Iufaa
> Antwort auf Beitrag vom: 01.11.2007 um 11:52:25  Gehe zu Beitrag
Neb-Maat-Ra  
Gast - Themenstarter

  
Re: Selbstporträt des Senenmut? 
« Antwort #4, Datum: 01.11.2007 um 14:07:25 »     

Hallo nauna,
Hallo Iufaa,

das Buch von  Chr. Desroches-Noblecourt über Hatschepsut ist mir bekannt. Bei der guten Dame handelt es sich ohne Zweifel um eine international anerkannte Wissenschaftlerin, die Ägyptologie hat ihr viel zu verdanken. Dennoch halte ich viele Aussagen in ihrem Hatschepsut-Buch für höchst bedenklich. Aus diesem Grund finde ich ihre Angabe, dass die Zeichnung „möglicherweise eigenhändig“ von Senemut angefertigt wurde nicht all zu gewichtig. Die Dormann Bücher und den Band von Ch. Meyer habe ich intensiv durchforstet. Dennoch bin ich mir sicher, dass ich vor einigen Jahren hierzu in der Fachliteratur eine ähnliche Äußerung, wie die aktuell bei Chr. Desroches-Noblecourt, gelesen habe. Nur wo?
Zu hinterfragen wäre natürlich auch, warum ausgerechnet im Korridor I eine kleine Stelle geglättet und anschließend das Porträt angebracht wurde. Meiner Meinung nach höchst ungewöhnlich. Die Malerei selbst wurde sicherlich von einer begnadeten Meisterhand innerhalb weniger Minuten an die Wand „geschmiert“.
Darüber hinaus hat die Zeichnung im Grab sehr große Ähnlichkeit mit der Darstellung auf dem New Yorker Ostrakon (Metropolitan Museum of Art, New York, Rogers Fund, 1931 – Inv. Nr. 31.4.2). Das Stück wurde jedoch unterhalb der Grabanlage TT 71 gefunden. Wenn man den Schwung der Linienführung beider Zeichnungen vergleicht, neigt man dazu, sie der gleichen Künstlerhand zuzuschreiben!

Gruß, Neb


Bild: Ostrakon Metropolitan Museum of Art, New York, Inv. Nr. 31.4.2 (Quelle: www.metmuseum.org)


- Vollbild -
> Antwort auf Beitrag vom: 01.11.2007 um 12:10:54  Gehe zu Beitrag
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: Selbstporträt des Senenmut? 
« Antwort #5, Datum: 01.11.2007 um 15:06:56 »   


Zitat:
Wenn man den Schwung der Linienführung beider Zeichnungen vergleicht, neigt man dazu, sie der gleichen Künstlerhand zuzuschreiben!
bei den paar Linien würde ich mich da sehr hüten, die betonen doch nur, dass es sich um einen gut situierten "Offiziellen" handelt - wie man unschwer an den Pausbacken und dem Doppelkinn erkennt.

Dagegen ist die Perücke deutlich anders horizontal aufgeteilt.

Insgesamt wenig künstl. Ausgesatltung, um auf die gleiche Hand zu schließen.

Gruss, Iufaa
> Antwort auf Beitrag vom: 01.11.2007 um 14:07:25  Gehe zu Beitrag
Neb-Maat-Ra  
Gast - Themenstarter

  
Re: Selbstporträt des Senenmut? 
« Antwort #6, Datum: 01.11.2007 um 18:05:26 »     

Hallo Iufaa,

natürlich handelt es sich bei beiden Zeichnungen nicht um absolut identische Bilder. Dennoch finde ich, dass hier eine eindeutige „Handschrift“ erkennbar ist. Sicher ist, es handelt sich nicht um eine für die frühe 18. Dynastie so typische stilisierte Darstellungsform. Deutlich sind individuelle Züge erkennbar. Eine solche Studie hätte wohl kein Künstler in dieser Formsprache (in dieser Zeit) angefertigt. Für mich durchaus ein Indiz, hier durchaus ein Selbstporträtstudie des Senenmuts vorliegen zu haben.
Vergleicht man beide Zeichnungen, so finde ich gerade den Profilschwung von Nase, Mund und der Kinnpartie auffällig ähnlich. Auch das Auge ist fast gleich! Selbstverständlich lässt sich nicht mit letzter Sicherheit beweisen, dass beide Zeichnungen von ein und demselben Künstler hergestellt wurden. Selbst würde ich jedoch mit sehr großer Wahrscheinlichkeit dazu tendieren eine einzige Handschrift hierin erkennen zu wollen.

Gruß, Neb
> Antwort auf Beitrag vom: 01.11.2007 um 15:06:56  Gehe zu Beitrag
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