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Thema: Entwicklung der Sprache |
Aset Gast
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« Datum: 02.06.2002 um 11:20:33 » |
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Ich habe im Net eine sehr interessante Seite gefunden, die sich äusserst detailliert mit der Entwicklung von Sprache und Schrift auseinandersetzt. Da das Aegytische nur am Rande vorkommt, hab ich die Page nicht in die Linkliste gesetzt sondern hier hin. Aber für alle, die sich mit Sprachentwicklung beschäftigen ist es ein richtiger Leckerbissen. Nicht wundern, es handelt sich um eine Unterseite eines Anwaltbüros. Klick hier. Viel Spass Aset
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waset9 Gast
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Re: Entwicklung der Sprache |
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« Antwort #1, Datum: 03.06.2002 um 10:56:48 » |
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Hallo Aset Es gibt auch ein Buch: Die Sprachen der Welt von Frederick Bodmer Parkland Verlag ISBN 3-88059-880-0 Lieben Gruß waset
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NebTauiAmunRe  Member
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« Antwort #2, Datum: 07.06.2002 um 11:42:45 » |
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Hallo! Ein sehr interessantes Thema. Mich interessieren vor allem Vergleiche zwischen einzelnen Sprachen. Sehr viele Übereinstimmungen gibt es beispielsweise bei den semitischen Sprachen, die ich studiere. Vater heißt bspw. in Arabisch ´abun und im viel älteren Akkadisch abum. Malikun heißt in Arabisch König und malikum im Akkadischen Berater / Ratgeber. Im Arabischen heißt ´al-baytu Haus. Im Akkadischen heißt es bitum und im Hebräisch heißt es auch bayit (st. cstr. bêt). Es gibt noch dutzende andere Vergleiche, obwohl zwischen den Sprachen tausende von Jahren liegen. Interessant ist auch das Sumerische, dass ich heuer angefangen habe. Man weiß heute noch nicht, in welche Sprachgruppe man es einordnen kann. Beispielsweise erkannte man Vergleiche ins Finnisch-Ugrische oder ins Türkische. Studien darüber laufen schon sehr lange. Bis dann NebTauiAmunRe
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Meretsegeret  Member
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« Antwort #3, Datum: 07.06.2002 um 14:15:36 » |
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total spannend; vielen Dank für diesen Link !  und auch die Beispiele von NebTauiAmunRe. Mehr davon !! Übrigens: so ganz weit weg vom Alt-Ägyptischen ist das Arabische auch nicht, oder ? Ich sehe zumindest einige "Ähnlichkeiten". Wer hat einen besseren Überblick als ich ? Gruß Meretsegeret
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NebTauiAmunRe  Member
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« Antwort #4, Datum: 08.06.2002 um 00:10:32 » |
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Hallo! Natürlich gibt es Übereinstimmungen im Ägyptischen. Viele Sprachen haben sich gegenseitig beeinflußt. Aber das Arabische ist nicht aus einer gemeinsamen Linie mit dem Altägyptischen entstanden. Es entstand aus dem Aramäischen, einer semitischen Sprache. Ich werde noch weitere Beispiele heraussuchen. Aber eines ist sicher, das Thema ist sehr interessant. NebTauiAmunRe
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NebTauiAmunRe  Member
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Re: Entwicklung der Sprache |
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« Antwort #5, Datum: 16.11.2006 um 18:39:38 » |
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Sehr interessant, aber nicht verwunderlich finde ich das selbständige Personalpronomen der 1. sg. jnk, das sicherlich mit den semitischen Sprachen vieles gemein hat, z.B. akk. anaaku (aa = a mit Längenstrich) und auch in anderen Sprachen. Was auch interessant ist, aber vielleicht eher ein Zufall, ist jt "Vater". Im Akkadischen (und auch anderen sem. Sprachen) heißt es abum (u.ä. anderswo). Im Sumerischen allerdings, dass eben nicht zu den semitischen Sprachen zählt, hat "Vater" u.a. die Form ad, was durchaus der Sache schon näher kommt. Im Elamischen heißt "Vater" at-ta. Interessanter Zufall? Neb Neb
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Kemeti  Member
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Re: Entwicklung der Sprache |
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« Antwort #6, Datum: 18.11.2006 um 08:36:09 » |
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Hallo zusammen, 2 Sachen: - Das Ägyptische und die semitischen Sprachen sind direkt verwandt, sie sind nämlich beide sogenannte "afroasiatische" oder "hamitosemitische" Sprachen, zu denen auch noch Berberisch, Tschadisch, Kuschitisch (in Äthiopien und Somalia) und Omotisch (in Äthiopien) gehören. jnk = anaaku gehört zu den sichersten ägyptisch-semitischen Wortgleichungen. Gemeinsamkeiten gibt es auch bei den anderen Pronomen: akkadisch Su = äg. sw (Pronomen der 3. P. Sg.), akkadisch ka/ki = äg. =k / T (2. P. Sg.; T ist aus k entstanden)usw.
- Das mit dem Wort für Vater ist wirklich interessant, m.W. leitet man das ägyptische Wort für "Vater" aber von ägyptisch wtj "alt" ab, das mit einem semitischen Wort für "alt" verwandt sein soll.
Grüße
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NebTauiAmunRe  Member
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Re: Entwicklung der Sprache |
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« Antwort #7, Datum: 18.11.2006 um 19:38:24 » |
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Ja, ich dachte mir auch, das es wohl ein (Sprach)zufall ist, sowas findet man ja häufiger. Es könnte natürlich auch ein Lall-Name sein wie dt. Mama, Papa. Es wäre durchaus auch nicht auszuschließen. Im Sumerischen - ich weiß noch nicht, wie es im Ägyptischen ist - gibt es einen großen Drang zu sog. Onomatopoei, also Klangworte, wie b(a)lang "Harfe", die sozusagen das Blang bzw. Zupfen der Harfensaite wiedergibt.
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Imnmh3t Gast
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Re: Entwicklung der Sprache |
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« Antwort #8, Datum: 22.11.2006 um 21:21:28 » |
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Zu Wortgleichheiten bleibt zu sagen, dass es durch Handelskontakte, kulturelle Beeinflußung etc. zu einen gewissen Lehnwortschatz innerhalb dieser Kulturen gekommen ist. (Die Rezeption des Lateinischen bedingt durch die Christianisierung innerhalb des mittelalterlichen Europas kann hier zum Vergleich herangezogen werden bzw. das Kulturgefälle West-Ost und die Rezeption von Lehnwörtern z.B: aus dem Deutschen im slawischen Raum) Allgemein zu Sprachen aus den Afro-Asiatischen Raum bleibt zu sagen, dass sich hier der Vergleich zum Indoeuropäischen/ Indogermanischen aufdrängt, d.h. dass hier eventuell auf ein gemeinsames archaisches Sprachgut zurückgegriffen wird.
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petrie08  Member
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Re: Entwicklung der Sprache |
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« Antwort #9, Datum: 22.11.2006 um 21:35:18 » |
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Woran kann man den ein Deutsch-Slawisches Kulturgefälle erkennen? Schon bei Heine kann man lesen, dass z.B. die Polen das Deutsche Reich für einen breiten Sumpf hielten, der sie von der französischen Zivilisation trennt!
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Imnmh3t Gast
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Re: Entwicklung der Sprache |
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« Antwort #10, Datum: 23.11.2006 um 18:36:36 » |
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West-Ost-Gefälle innerhalb Europas: z.B.: französische Lehnwörter im Deutschen, deutsche Lehnwörter innerhalb slawischer Sprachen wie Tschechisch etc. ein kulturdominanter Bereich dient als Lehnwortquelle: z.B.: Kuk-Monarchie: Deutsch als Amtssprache musste notwendigerweise von vielen mit Nicht-Deutscher Muttersprache beherrscht werden, Folge davon ist die Aufnahme von Fremdwörtern. Vergleich mit der Gegenwart: Rezeption des Englischen in der deutschen Sprache... In Hinblick auf die Antike kann vorrausgesetzt werden, dass ein kulturdominanter Bereich sprachlichen Einfluss haben kann. (Vgl. Ägypten: Ptolemäerzeit und die Entwicklung des Koptischen)
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