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   Literatur & Lernen (346)
   Dr.Wolfgang Kosack (3)
  Autor/in  Thema: Dr.Wolfgang Kosack
Meret  
Gast

  
Dr.Wolfgang Kosack 
« Datum: 01.07.2004 um 14:30:19 »     

Hallo,

kann mir jemand Informationen über einen Dr.Wolfgang Kosack
und seine Arbeiten geben?
Er hat unter anderem <Alltag im alten Ägypten,Koptische Einführungsgrammatik und Lehrbuch des Koptischen> veröffentlicht. Seine letzte Arbeit stammt aus dem Jahre
1977.
Ich würde gerne wissen ob dieser Dr.Kosack und seine
Publikationen glaubwürdig sind.
Gast_A.  maennlich
Member

  

Re: Dr.Wolfgang Kosack 
« Antwort #1, Datum: 05.07.2004 um 13:32:41 »   

Hallo Meret

Bislang hatte ich aus koptologischer Sicht nur mit Kosacks „Lehrbuch des Koptischen“ und seinen „Lesestücken“ von 1974 (Graz) das Vergnügen. In Fachkreisen wird dieses Werk kaum verwendet, da die Form der Grammatik-Vermittlung als unwissenschaftlich und die Beispieltexte die Kosack bringt als unzuverlässig gelten (Kopierfehler, Auslassungen, Abweichungen von den Originalen etc.). Ich fand das Buch aber für den eigenen Gebrauch recht praktisch, da es eben sehr viele Mustersätze und Übungseinheiten bietet (eigentlich ist es das einzige koptologische Lehrbuch, das zu jedem Themenbereich eine wirklich umfassende Beispielpalette aufführt) und noch dazu didaktisch weit besser aufgebaut ist als etwa Tills koptische „Bibel“, mit der sich auch heute noch jeder Student rumschlagen muss. Bedenkt man dagegen die Masse an Kopier- und Schreibfehlern, die K.A. Kitchens „Ramesside Inscriptions“ aufweisen und die auch K. Sethes „Urkunden“ auszeichnen, ist diese Kritik an Kosack m.E. ungerechtfertigt und wohl nur vorgeschoben. Ich denke dass es seine realistische Einschätzung des eigenen Faches war, die ihm die Ungnade der Kollegen eigebracht hat. Freunde in den ehrwürdigen und konservativen Koptologenkreisen wird es sich mit Aussagen wie
„Mit meinem koptischen Lehrbuch will ich den Anfänger und den Laien ansprechen, nicht die Ägyptologen und Koptologen. Ihnen steht eine hinreichende Anzahl spezieller Grammatiken zur Verfügung, die zugegebenerweise besser sind als diese, und ein reicher Bestand an Fachliteratur, der meine bescheidene Sammlung in den Schatten stellt.
Aber alle Werke sind für den Anfänger eine Bibliothek mit sieben Siegeln. Was soll er mit einer Grammatik, die die Kenntnis der Hieroglyphen und des Demotischen voraussetzt? Was hilft ihm ein Lexikon, in dem er auf Anhieb nichts findet? Und wozu quält er sich überhaupt mit einer Sprache ab, die derart langweiliges Zeug hervorgebracht hat wie die Apophthegmata unseligen Angedenkens?
Aus dem Wissen um die Nöte des Anfängers ist dieses Buch entstanden, und nur für ihn ist es bestimmt. Für ihn allein ist es wichtig zu erfahren (der Fachmann weiß es ohnehin), daß es im Koptischen Quellen gibt, die er anderswo vergeblich suchen würde, daß sich Texte aus allen Bereichen des Lebens erhalten haben, die nicht nur für Koptologen bedeutsam sind, und daß es sich lohnt, die Mühe des Koptischlernens auf sich zu nehmen, vielleicht nur, um aus der Fülle des Überlieferten einen einzigen Text im Original studieren zu können.
Sollte mein Lehrbuch diesen Wunsch wecken und ihn erfüllen helfen, dann ist meine Arbeit nicht umsonst gewesen.
Noch ein Wort zu der äußeren Gestalt des Buches: sie ist oft nicht zu meiner Zufriedenheit ausgefallen. Nicht immer konnte im Text die Zeilenfolge eingehalten und das Bild optisch schön und übersichtlich gestaltet werden. Es wäre außerdem ein Wunder, wenn sich bei derart vielen Texten keine Schreibfehler eingeschlichen hätten. Schon im voraus bitte ich um Nachsicht: ich habe mein Möglichstes getan, um Fehler zu vermeiden und entstandene Fehler zu beseitigen. Aber ohne selbstverfertigte Druckvorlagen wäre das Werk wohl nie erschienen, zumindest nicht mit derart umfangreichen Lesestücken und Beispielen…“

W. Kosack, Lehrbuch des Koptischen Bd. I, Graz 1974, S. V.

wohl kaum gemacht haben.

Das AEB verzeichnet folgende Einträge zu diesem Autor:

KOSACK, Wolfgang, Eine neue Droge in der altägyptischen Medizin, Armant 1, 1968, 2-10.
ders., Hieroglyphen - die Entzauberung ihres Geheimnisses, Armant 2, 1968, 69-100.
ders., Ein satirischer Briefwechsel zwischen Hori und Amenemope, Armant 2, 1968, 104-112.
ders., Ein altaegyptisches Hausbuch der Tiermedizin, Armant 3, 1969,172-184.
ders., Koptische Kirchenlieder der Osterzeit, Armant 7, 1970, 5-44.
ders., Die Legende im Koptischen. Untersuchungen zur Volksliteratur Ägyptens, Bonn 1970.
ders., Der Gattungsbegriff "Volkserzählung", Fabula, Berlin-New York 12, 1971, 18-47.
ders., Historisches Kartenwerk Ägyptens. Altägyptische Fundstellen. Mittelalterliches arabisches Ägypten. Koptische Kultur (Delta, Mittelägypten, Oberägypten). Bearbeitet, gezeichnet und kommentiert, Bonn 1971.
ders., Zwei koptische Texte aus der Bonner Universitätsbibliothek, Muséon 85, 1972, 419-424.
ders., Alltag im alten Ägypten. Aus der Ägyptensammlung des Museums, Freiburg i. Br.1974.
ders., Antike Touristen in Aegypten, Armant 13, 1974, 3-20.
ders., Lehrbuch des Koptischen. Teil I: Koptische Grammatik. Teil II: Koptische Lesestücke, Graz 1974.
WENZ, W., B. SPRANZ and W. KOSACK, Blick in die Vergangenheit: Ägyptische Mumie im Röntgenlicht, Der Radiologe 15, 1975, 45-49.

Da diese Liste nur bis 1975 reicht, würden mich die von dir zitierten Spätwerke bis 1977 interessieren.

Ansonsten gilt Kosack eher als Schreiber für „interessierte“ aber eben nicht wissenschaftlich arbeitende Leserkreise.

Gruss A.
> Antwort auf Beitrag vom: 05.07.2004 um 04:52:59  Gehe zu Beitrag
Meret  
Gast - Themenstarter

  
Re: Dr.Wolfgang Kosack 
« Antwort #2, Datum: 05.07.2004 um 15:47:58 »     

Hallo Gast_A

danke für deine Ausführungen und die Mühe die
du dir gemacht hast.
Von 1977 gibt es noch "Antike Kultur auf Münzen
von Qarara" aus der Ägyptensammlung der Freiburger
Museen.
Kannst du mir vielleicht auch etwas über seine
Publikationen die Ägypten betreffen z.B.
"Alltag im alten Ägypten" sagen? Sind diese
Arbeiten überhaupt noch aktuell? Bisher hat man mir nur
gesagt das Kosacks Thesen nicht haltbar sind.

Vielen Dank noch mal Meret
> Antwort auf Beitrag vom: 05.07.2004 um 13:32:41  Gehe zu Beitrag
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