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  Ägyptologie Forum
   Alltagsleben der Ägypter (219)
   Grenzverlauf (5)
  Autor/in  Thema: Grenzverlauf
Amunet  
Gast

  
Grenzverlauf  
« Datum: 23.10.2005 um 01:46:50 »     

Hallo ...

Ich beschäftige mich gerade mit den Zwischenzeiten, besonders der 2. Zwischenzeit.
Kann mir jemand mit einem Hinweis dienen, wo in etwa die Herrschaftsgebiete der Hyksos- und der Thebanischen Fürsten aufeinandertrafen?
Gab es überhaupt eine genauer bezeichnete Grenze (Grenzlinie) oder war diese eher als "diffus" zu bezeichnen?
Sind evtl. Namen der "Grenz-Gaue" oder evtl. Namen oder Bezeichnungen von Orten, Befestigungsanlagen oder Festungen bekannt?
Leider konnte ich auf verschiedenem Kartenmaterial nicht`s Genaueres dazu finden, weil die Maßstäbe einfach zu groß und/oder diese Karten ( bis auf die Lage von Avaris, Memphis und Theben) kaum beschriftet sind.  

Ich vermute anhand des eingezeichneten Nilverlaufes, man könnte evtl. diese "Grenze" in etwa in der Höhe von Kusae ( bei Asyut ) annehmen?

Das beträfe dann evtl.
den 13., also den "vorderen Sykomorengau", Hauptstadt Saw.t (Asyut).  
und den 14.,also den "hinteren Sykomorengau", Hauptstadt Kusae?

Oder
den 15., also den "Hasengau", Hauptstadt Hermupolis magna (el-Aschmunein)
und den 16., den "Gazellengau", Hauptstadt Hebenu ( Beni Hassan  )... ?



Für Hilfe wäre ich sehr, sehr dankbar.

Viele Grüße
von Amunett
manetho  maennlich
Member

  

Re: Grenzverlauf  
« Antwort #1, Datum: 23.10.2005 um 10:12:45 »   

Ich denke, eine genaue Grenze, wie wir sie heute kennen, dürfte es nicht gegeben haben. So mit Grenzkontrolle und so. Wenn man es überhaupt als Grenze bezeichnen kann, dann höchstens eine Gaugrenze, also die Ende eines Einflußbereiches eines "Vasallengaues"
> Antwort auf Beitrag vom: 23.10.2005 um 01:46:50  Gehe zu Beitrag
Udimu  maennlich
Member

  

Re: Grenzverlauf  
« Antwort #2, Datum: 23.10.2005 um 10:29:40 »   

Hallo Amunett,

nix genaues weiss man nicht. Unbestritten ist, dass die Hyksos im Ostdelta herrschten und wohl auch, zumindest zeitweilig über Memphis. Der Rest wird aber heftig diskustiert. In Gebelein, südlich von Theben fanden sich zwei Reliefs mit Namen von Hyksosherrschern und es wurde deshalb vermutet, dass die zweitweilig ganz Ägypten beherrschten. Das ist aber umstritten. Auf der Kamose Stele wird immerhin Hermopolis (16. oberägyptischer Gau) als südlichster Ort genannt.

Gruss
Udimu

Ryholt, Political Situation, 130-137
> Antwort auf Beitrag vom: 23.10.2005 um 01:46:50  Gehe zu Beitrag
Amunet  
Gast - Themenstarter

  
Re: Grenzverlauf  
« Antwort #3, Datum: 23.10.2005 um 11:12:57 »     

Hallo ... Manetho und Udimu ...

Danke schon mal an dieser Stelle für Eure schnellen Antworten!

Da war ich doch mit meiner Vermutung, die ich anhand von diversen Karten aufgestellt hatte, immerhin schon recht " nahe dran".  
Nun, ich habe leider schon fast befürchtet, dass dazu wenig wirklich genaue Angaben zur Verfügung stehen und diese außerdem auch noch schwierig belegbar sind.
Darüber hinaus konnte ich mir auch vorstellen, dass der "Grenzverlauf" im Laufe der Zeit, durch verschiedene Faktoren, wie Machteinfluss und die Stärke der verschiedenen Hyksos-Herrscher, geschwankt haben könnte und es darum  keinen "scharfen Schnitt" in diesem Sinne gegeben hat.

Viele Grüße
von Amunett
> Antwort auf Beitrag vom: 23.10.2005 um 10:29:40  Gehe zu Beitrag
Gitta  
Gast

  
Re: Grenzverlauf  
« Antwort #4, Datum: 23.10.2005 um 12:28:16 »     

Hallo Amunett,

bei der Betrachtung der "Hyksos-Herrschaft" sollte man ohnehin vorsichtig sein. Die archäologischen Befunde sprechen m.E. sogar eine andere Sprache als die schriftlichen Belege, z.B. die Kamose-Stele. Manfred Bietak (er gräbt seit Jahren in der Gegend, wo sich einst Auaris befand) stellte in seinem Vortrag auf der SÄK fest:

Als nächstes thematisierte Bietak die Hyksoszeit. Anhand der archäologischen Befunde könne man nicht davon ausgehen, dass es sich um eine Invasion aus der Levante handelte. Vielmehr sei das Erstarken der Hyksos eine Folge von Unterwanderung bei gleichzeitig schwachen ägyptischen Führungsstrukturen gewesen. Ebenso könne sich die Vertreibung der Hyksos keineswegs so abrupt abgespielt haben, wie die ägyptischen Quellen es berichten. Die Funde sprechen für ein Weiterbestehen von Siedlungen, Werkstätten und Bräuchen bis in die 18. Dynastie.

Wenn man das berücksichtigt, ist ein Grenzverlauf noch viel weniger darstellbar.

Gitta
« Letzte Änderung: 23.10.2005 um 12:36:28 von Gitta »
> Antwort auf Beitrag vom: 23.10.2005 um 11:12:57  Gehe zu Beitrag
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