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   Übersetzungsübung: Beischriften - Teil 3 (20)
  Autor/in  Thema: Übersetzungsübung: Beischriften - Teil 3
thomas  maennlich
Member



Re: Übersetzungsübung: Beischriften - Teil 3 
« Antwort #15, Datum: 03.06.2008 um 09:35:02 »   

Hallo,
ich versuche mich dann mal an den nächsten drei Reihen:



sA-ra mry=f nb xaj.w

Sohn des Re, geliebt von ihm (und) allen Erschienenen

Gruss
thosch40
> Antwort auf Beitrag vom: 02.06.2008 um 22:44:00  Gehe zu Beitrag
Michael Tilgner  maennlich
Member - Themenstarter



Re: Übersetzungsübung: Beischriften - Teil 3 
« Antwort #16, Datum: 03.06.2008 um 14:06:28 »   

Hallo, thosch40,

der Anfang ist richtig! Man beachte auch, daß mry=f mit der Partizipendung y geschrieben ist. Beim letzten Teil dieses Passus handelt es sich um eine geläufige Formulierung, die oft vor dem Königstitel verwendet wird: nb xa.w "Herr der Kronen" (siehe Wörterbuch III, 242). Die Bedeutung "Krone" geht sicherlich auf die Grundbedeutung "(herrliches) Erscheinen" zurück; manche übersetzen daher auch nur "Herr der Erscheinungen".

Viele Grüße,
Michael Tilgner
> Antwort auf Beitrag vom: 03.06.2008 um 09:35:02  Gehe zu Beitrag
Seschen  weiblich
Member



Re: Übersetzungsübung: Beischriften - Teil 3 
« Antwort #17, Datum: 03.06.2008 um 17:54:31 »   

Hallo!

Der folgende Abschnitt weist Besonderheiten in der Schreibung auf:



CtX.y  mr  n  PtH  mj  Ra  Dt  nfr  nTr  nb  tA.wy
Sethi, geliebt von Ptah* wie Re ewiglich, guter Gott, Herr der Beiden Länder ...

*Geburtsname des Sethos II: "Der vom Gott Seth kommt, geliebt von Ptah"

- Wieder mal sitzt Osiris an der Stelle des Gottes mit dem Seth-Kopf (C7)
- Ehrenhafte Voranstellung der Götternamen Ptah und Re und des Wortes "Gott"

Viele Grüße,
Seschen
> Antwort auf Beitrag vom: 03.06.2008 um 14:06:28  Gehe zu Beitrag
Michael Tilgner  maennlich
Member - Themenstarter



Re: Übersetzungsübung: Beischriften - Teil 3 Wb_II_361_nTr-nfr.jpg - 17,01 KB
« Antwort #18, Datum: 03.06.2008 um 19:51:21 »   

Hallo, Seschen,

bei mj Ra D.t "wie Re ewiglich" hat man den Eindruck, daß das sonst davor stehende Dj anx "dem Leben gegeben werde" ausgelassen wurde.

Die Auffassung, das Gotteszeichen sei vorangestellt, und die Transkription nfr nTr teile ich nicht. Laut Wb. II, 361 ist nTr-nfr ein gängiger Ausdruck, der mit "der gute Gott" übersetzt wird, also ohne Umstellung.

Ohne auf die Autorität des Wb. zu pochen, kann man auch so argumentieren.: Grammatikalisch läßt sich auch nfr nTr lesen, also als ein Satz: "Der Gott ist gut." mit Eigenschaftsverb nfr "gut sein". Die andere Auffassung: nTr nfr ist kein Satz, sondern nur ein Substantiv mit folgendem Adjektiv nfr "gut". Was ist vorzuziehen? [Die Frage: Was ist richtig? möchte ich vermeiden, da wir keinen "native speaker" mehr um Rat fragen können.] Da diese Formulierung oft in der Reihung von Beiwörtern eines Königs vorkommt, die zumeist von der Form sind Substantiv + Genetiv eines Substantivs ("Herr der Beiden Länder", "Herr der Kronen" usw.), manchmal auch in der Form Adjektiv + Substantiv ("groß an Kraft" und dergl.), meine ich, daß es sinnvoll ist, bei nTr nfr die Form Substantiv + Adjektiv anzunehmen.

Im übrigen gehört m.E. nTr nfr nb tA.wj zum folgenden Abschnitt.

Viele Grüße,
Michael Tilgner


- Vollbild -
> Antwort auf Beitrag vom: 03.06.2008 um 17:54:31  Gehe zu Beitrag
Michael Tilgner  maennlich
Member - Themenstarter



Re: Übersetzungsübung: Beischriften - Teil 3 
« Antwort #19, Datum: 07.06.2008 um 09:57:23 »   

Hallo, Leute,

um dieses Thema abzuschließen, folgt nun der Rest:


ntr nfr nb tA.wj
"der gute Gott, Herr der Beiden Länder"

bereits von Seschen angegeben, leitet einen neuen Abschnitt ein.


Mn-MAa.t-Ra
"Menmaatre"

Genaugenommen handelt es sich um die Hieroglyphe C10a der Extended Library, d.h. um C10 "Göttin mit Feder auf Kopf" + Anchzeichen auf dem Knie; Lesung MAa.t.


mry  @w.t-@r Hr.t-tp WAs.t D.t
"geliebt von Hathor, der Obersten von Theben ewiglich"

hr.t-tp "Oberste" (Hannig, Ägyptisch-Deutsch, S. 554)
WAs.t "Theben" (Hannig, S. 1324)

Wo kommt denn das D.t her? wird sich der eine oder andere aufmerksame Leser fragen. Dazu ist es nützlich, sich noch einmal genau das Photo anzusehen, das ganz am Anfang dieses Threads angefügt wurde. Auf der französischen Webseite Étude sur la robe kann man noch besser die Details im heutigen Zustand erkennen. Das läßt auch einen Vergleich mit der Genauigkeit der Champollionschen Zeichnung zu. Klar ersichtlich ist, daß er die letzte Zeile unterschlagen hat.

Auf dem Menit hinter dem Rücken der Hathor ist zu erkennen:


Mn-MAa.t-Ra mry @w.t-@r
"Menmaatre, geliebt von Hathor"

Menmaatre steht in einer Kartusche. In diesem Fall ist der Name der Göttin aus Ehrengründen vorangestellt; in der Schlußsequenz ist diese Umstelung aber nicht vorgenommen worden.

Brigitte hatte auf dem Seminar vorgeschlagen, daß diesem Passus noch ein nTr nfr "der gute Gott" vorangeht. Zu sehen ist davon zwar nichts, dennoch ist diese Annahme plausibel, da ansonsten im Text diese Bezeichnung immer vor dem Thronnamen verwendet wird.


Viele Grüße,
Michael Tilgner
> Antwort auf Beitrag vom: 03.06.2008 um 19:51:21  Gehe zu Beitrag
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